Solaranlage mieten: Vor- und Nachteile sowie Kosten
Von André Gieße

PV-Mietmodelle ermöglichen es, ohne große Anfangsinvestitionen eigenen Solarstrom zu erzeugen. Worauf Sie achten sollten und was eine gemietete Photovoltaik-Anlage kostet.
Monatsraten decken Kosten für Anschaffung, Installation, Wartung und Versicherung
Vertragslaufzeiten von 15 bis 25 Jahren und Erweiterungen um Stromspeicher möglich
Konditionen genau prüfen, um beispielsweise von der Einspeisevergütung zu profitieren
Über 10.000 Euro kostet eine Solaranlage mit Speicher für ein Einfamilienhaus. Die hohen Anschaffungskosten schrecken manche Hauseigentümer und -eigentümerinnen ab. Wer sich dennoch unabhängiger von teuren Preisen der Stromversorger machen und Sonnenenergie ohne große Anfangsinvestitionen nutzen will, kann Photovoltaik auch für mehrere Jahre mieten.
Solaranlage mieten: So funktioniert es
Statt des vollen Kaufpreises, zahlen Sie eine monatliche Miete für ein PV-System – je nach Angebot mit oder ohne Stromspeicher. Damit sind oft die Kosten für Anschaffung, Installation, Wartung und Versicherung der Solaranlage abgedeckt. Bei einigen Rundum-sorglos-Paketen kümmert sich der Anbieter auch um die Anmeldung, Reparaturen und Reinigung der Paneele.
Mietverträge für Solaranlagen laufen meist 15 bis 25 Jahre. Die monatlichen Kosten liegen zwischen rund 50 und 300 Euro – sie sind abhängig von der Laufzeit sowie der Größe, Leistung und den Komponenten des PV-Systems. Die Mietrate ist nicht immer fix. Wertsicherungsklauseln in manchen Verträgen ermöglichen jährliche Anpassungen an die allgemeinen Preissteigerungen.
Der PV-Vermieter bleibt während der Laufzeit Eigentümer der Solaranlage. Ein vorzeitiger Kauf durch den PV-Mieter ist möglich, doch verteuert oft das Gesamtpaket. Nach Vertragsende können Sie die Anlage demontieren lassen, zum Marktwert kaufen oder die Miete verlängern. Da die Konditionen bei jedem Angebot anders sind, sollte Sie Leistungen, Rechte und Pflichten prüfen.
Checkliste fürs Mieten der PV-Anlage
Auf diese Punkte sollten Sie achten, bevor Sie einen Mietvertrag für eine PV-Anlage abschließen.
1. Vertragslaufzeit
Dauer: Langfristige Mietverträge könnten niedrigere monatliche Raten bieten, da die Gesamtkosten über einen längeren Zeitraum verteilt werden.
Flexibilität: Prüfen Sie, ob der Vertrag flexible Optionen für Vertragsverlängerung oder vorzeitige Beendigung bietet.
2. Monatliche Kosten
Kostenstruktur: Stellen Sie sicher, welche Leistungen enthalten sind. Beispielsweise neben der Anschaffung, Installation und Anmeldung auch die Wartung, Reparatur, Solarreinigung und Versicherung.
Überraschungen: Achten Sie auf mögliche jährliche Erhöhungen der Mietraten und versteckte Kosten. Einige PV-Vermieter bieten auch Ratenpausen an, falls finanzielle Engpässe auftreten.
3. Wirtschaftlichkeit
Ersparnisse: Berechnen Sie, ob die zu erwartenden Einsparungen bei den Stromkosten die Gesamtmietkosten übersteigen.
Rendite: Überlegen Sie sich, ob die Mietlösung im Vergleich zum Kauf langfristig für Sie finanziell sinnvoll ist.
4. Wartung, Reparatur und Reinigung
Verantwortlichkeiten: Klären Sie, wer für die Wartung und Reparaturen verantwortlich ist und ob diese Dienstleistungen im Mietangebot enthalten sind.
Serviceleistungen: Machen Sie sich im Internet über Qualität und Umfang der Serviceleistungen des Anbieters schlau.
5. Versicherungen
Abdeckung: Stellen Sie sicher, dass die Versicherung der PV-Anlage gegen Schäden und Diebstahl in den Mietraten enthalten ist.
Eigenverantwortung: Klären Sie, ob zusätzliche Versicherungen notwendig sind und wer die Kosten dafür trägt.
6. Option am Vertragsende
Kaufoption: Erkundigen Sie sich, ob Sie die PV-Anlage am Ende der Vertragslaufzeit kaufen können und zu welchen Konditionen. Überprüfen Sie auch deren möglichen Restwert.
Demontage: Informieren Sie sich, welche Kosten und Verantwortlichkeiten mit der Demontage verbunden sind, falls Sie die Anlage nicht übernehmen möchten.
7. Zusätzliche Komponenten
Erweiterungen: Falls Sie einen Stromspeicher oder eine Wallbox ergänzen möchten, klären Sie, was im Mietvertrag zu Erweiterungen geregelt ist, welche Kosten anfallen und was passiert, wenn Komponenten vorzeitig ersetzt werden müssen.
Marktcheck: Vergleichen Sie die Marktpreise für Speicher und Wallboxen mit den Kosten des Mietmodells. Klären Sie, ob man selbst gekaufte Geräte mit der gemieteten PV verbinden kann.
Kosten fürs Mieten von Photovoltaik
Die monatlichen Kosten für ein gemietetes Solarstromsystem liegen je nach Größe, Komponenten, Standort und den integrierten Services grob zwischen 50 und 300 Euro. Auch bei vergleichbaren Konstellationen variieren die Anbieterpreise. Zwei typische Beispiele vom ADAC Partner Otovo:
Für kleinere PV-Anlagen mit etwa 6 Kilowatt-Peak (kWp) Leistung zahlt man ohne einen Speicher ab rund 80 Euro im Monat und mit Speicher ab rund 115 Euro pro Monat.
Wer eine größere PV-Anlage mit etwa 10 kWp Leistung zusammen mit einem Speicher für einen möglichst hohen Eigenverbrauch mieten möchte, zahlt ab rund 135 Euro pro Monat.
Solaranlage mieten: Lohnt sich das?

Ob es sich lohnt, eine Solaranlage zu mieten, hängt von der Höhe der Miete ab. In dem Szenario mit 10 kWp PV-Leistung und Speicher entstehen über 20 Jahre gerechnet Gesamtkosten von mindestens 32.000 Euro. Zum Vergleich: Der Kauf von PV-Anlagen, die 5 bis 12 kWp erzeugen können und den passenden Speicher dabei haben, kostet im Jahr 2026 rund 10.000 bis 22.000 Euro.
Selbst wenn Wartung, Versicherung und Austausch von Komponenten vertraglich mit vereinbart sind, ist ein Direktkauf letztlich meistens kostengünstiger als die Miete. Rein finanziell ist das Mietmodell also weniger attraktiv, dafür ist es allerdings bequem in der Umsetzung. Tipp: Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung hilft bei der Entscheidung, ob Sie eine PV-Anlage lieber mieten oder kaufen sollten. Unternehmen, die beides anbieten, stellen diese auf Wunsch oft zur Verfügung.
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Vor- und Nachteile der PV-Miete

Ob Sie eine Photovoltaik-Anlage mieten oder kaufen sollten, hängt von den eigenen Bedürfnissen und finanziellen Möglichkeiten ab. Mieten ist bequem und hat niedrige Anfangskosten. Über die Vertragslaufzeit betrachtet ist es aber unflexibel und teurer. Kaufen ist auf lange Sicht günstiger und bietet Hausbesitzern die volle Kontrolle, man braucht dafür aber ein gewisses Startkapital.
Hier sehen Sie die Vor- und Nachteile der PV-Miete auf einen Blick.
Vorteile
Keine hohe Anfangsinvestition: Es ist weder eine Anzahlung noch eine große Einmalzahlung notwendig.
Geringer Planungsaufwand: Planung und Installation der PV-Anlage sind inbegriffen.
Kalkulierbare monatliche Kosten: Sie zahlen jeden Monat einen festen Betrag.
Kein Verwaltungsaufwand: Rundum-sorglos-Verträge decken oft die Anmeldung, Wartung und Versicherung mit ab.
Technischer Support inklusive: Wenn etwas nicht läuft, sind vertraglich Hilfe und Reparatur garantiert.
Nachteile
Höhere Kosten über die Vertragslaufzeit: Die Gesamtkosten einer Solaranlage zur Miete sind höher als beim Kauf.
Lange Laufzeiten: Mit dem Mietvertrag legt man sich für viele Jahre auf einen Anbieter, dessen Leistungen und Technik fest.
Weniger Kontrolle: Sie haben weniger Einfluss auf die Auswahl der Komponenten und Erweiterungen der PV-Anlage.
Geringe Flexibilität: Bei einem Hausverkauf müssen die neuen Besitzer den Mietvertrag übernehmen oder die alten Besitzer ihn vorzeitig kündigen, wodurch die noch ausstehenden Raten auf einmal fällig werden.
Schwieriger Ausstieg: Der vorzeitige Ausstieg aus dem Mietvertrag kann kompliziert und teuer sein.
Förderung für PV-Mietanlagen
Lieferung und Installation von PV-Anlagen, Speichern und wesentlichen Komponenten sind seit 2023 von der Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) befreit. Dieser Preisvorteil macht sich beim Kauf direkt bemerkbar. Auch Anbieter von PV-Mieten berücksichtigen den Nullsteuersatz meist in ihren Verträgen. Zusätzliche Serviceleistungen wie die technische Wartung sind jedoch nicht steuerfrei.
Den produzierten Solarstrom können Sie sowohl im Haushalt nutzen als auch die Überschüsse ins öffentliche Netz einspeisen und dafür EEG-Förderung kassieren. Bei einer Teileinspeisung sind es aktuell 7,78 ct/kWh. Die Einspeisevergütung bekommen in der Regel die Mieter der PV-Anlage – außer es ist vertraglich anders vereinbart. Deshalb: Vorher über die Konditionen informieren.
Solaranlage mit Speicher mieten
Ein Batteriespeicher und eine Wallbox sind wichtige Ergänzungen für eine Solaranlage zu Hause, da Sie überschüssigen Strom speichern und für das Laden von Elektroautos nutzen können. Sie erhöhen den Eigenverbrauch und die Unabhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz.
Je nach Mietvertrag kann ein gemietetes PV-System mit einem Batteriespeicher und einer Wallbox erweitert werden. Hier gilt es, die Kosten und Kompatibilität der Komponenten zu bedenken. Da Speicher eine kürzere Lebensdauer haben als PV-Module, sollte auch der Austausch geregelt sein.
Alternativ können Solarspeicher und Wallbox separat gekauft und nachträglich integriert werden. Eigene Erweiterungen sollten Sie zuvor mit dem Vermieter der PV-Anlage absprechen. Manche schließen in ihren Geschäftsbedingungen nämlich Erweiterung ohne vorherige Zustimmung aus.
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