Opel Rocks-e: Das ist der Smart von Opel

Seitenansicht des Opel Rocks-e
Der Opel Rocks-e soll vor allem junge Leute ansprechen ∙ © Opel

Mit dem Opel Rocks-e wollen die Rüsselsheimer den städtischen Verkehr revolutionieren – und Jugendlichen ab 15 Jahren zu ihrem ersten eigenen Auto verhelfen. Der elektrische Würfel dürfte für rund 7000 Euro ab Herbst 2021 zu haben sein. Infos, Daten, Bilder.

  • Opel Rocks-e ist baugleich mit dem Citroën Ami

  • Jugendliche können ihn ab 15 mit Rollerführerschein AM fahren

  • Spitze 45 km/h, Reichweite 75 Kilometer nach WLTP

Was haben die Autohersteller nicht alles versprochen, um dem Verkehrskollaps in den Städten entgegenzuwirken und die Mobilität nachhaltiger zu gestalten. Allen voran Vorreiter Smart, der die Autowelt zwar schon Mitte der 1990er-Jahre bunter gemacht, aber seine Idee nie ganz zu Ende gedacht hatte.

Opel Rocks-e: Elektroauto mit 2,41 Metern Länge

Seiten- und Frontansicht eines stehenden Opel Rocks-e
Vorn oder hinten? Das sieht man dem Opel Rocks-e nicht sofort an ∙ © Opel

Nun macht Opel ernst – und bringt ein knuffiges, kleines Elektromobil mit nur 2,41 Metern Länge. Und zwar nicht als Studie. Ab Herbst 2021 kann man den Opel Rocks-e tatsächlich online bestellen und bei "ausgewählten" Opelhändlern bestaunen. Aus der übrigen Modellpalette sticht der Rocks-e dort jedenfalls ziemlich heraus – so ein Auto gab es bislang noch nicht. Nur wo ist vorn und wo hinten? Von beiden Seiten sieht der knuffige Würfel irgendwie gleich aus. Und sehr gewöhnungsbedürftig. "Extra-cool" nennt Opel den Look, "progressiv" und "typisch Opel".

Eigentlich ist der Opel ein Citroën

Nun ja, ganz so typisch Opel ist der Mini eigentlich nicht. Denn das gleiche Fahrzeug hat Citroën bereits 2020 als Ami vorgestellt und verkauft ihn schon in Frankreich. Nach Deutschland hat es das Fahrzeug aber bisher noch nicht geschafft – und wird es wohl auch nicht schaffen. Der Citroën Ami dürfte hierzulande ausschließlich als Opel vertrieben werden.

Und ganz ehrlich: Außer dem Opel-Zeichen an Front, Heck und am Lenkrad kommt nichts aus Rüsselsheim. Die Optik entspricht außen wie innen eins zu eins dem Ami. Mit viel Hartplastik, einem sehr reduzierten Innenraum mit nur wenig Bedienelementen und dem Konzept der gegenläufigen Türen. Die Fahrertür öffnet für einen bequemen Einstig nach hinten, die Beifahrertür ganz konventionell.

Gutes Raumgefühl – aber kein Kofferraum

Das Raumgefühl ist trotz lediglich 2,41 Metern Länge und 1,39 Metern Breite für zwei Personen üppig bemessen, wie der ADAC bei einer ersten Sitzprobe im Ami bereits feststellen konnte. Nur das Hartplastik des Zweisitzers ist arg billig geraten. Statt eines großen Bildschirms mit Navi gibt es eine Smartphone-Halterung, nur eine Handvoll Tasten und eine überschaubare Anzeige hinter dem Lenkrad. Immerhin lässt sich das graue Cockpit mit ein bisschen Farbe aufpeppen. Der Beifahrersitz ist nach hinten versetzt angeordnet, sodass der Mitfahrer viel Beinfreiheit genießt. Wer allein fährt, kann den Platz als Stauraum nutzen – beziehungsweise er muss es sogar: Einen klassischen Kofferraum hat der Mini nämlich nicht zu bieten.

Opel Rocks-e: Der Rollerführerschein reicht

Doch für die große Reise ist der Rocks-e ohnehin nicht gedacht. Er versteht sich als reines Stadtmobil, das nur halb so lang ist wie ein Mittelklasseauto und entsprechend wenig Parkraum beansprucht. Mit 7,20 Metern Wendekreis soll der kleinste Opel extrem handlich sein.

Minimalismus ist auch beim Antrieb das Motto. Damit der Rocks-e schon von 15-Jährigen mit dem Rollerführerschein AM bewegt werden darf, fährt er nicht schneller als 45 km/h. Und die Dauerleistung des E-Motors darf dabei nicht über 6 kW liegen. Als Sprintwunder wird der nur 471 Kilogramm schwere Wagen also mutmaßlich nicht durchgehen, zum Mitschwimmen im Stadtverkehr sollte es aber reichen.

5,5-kWh-Batterie für 75 Kilometer Reichweite

Opel Rocks-e steht an einer Ladesäule
Die kleine 5,5-kWh-Batterie ist in 3,5 Stunden an der Haushaltsdose aufgeladen ∙ © Opel

Im Unterboden sitzt die Antriebsbatterie, die mit 5,5 kWh ebenfalls nur Minimal-Ansprüche erfüllt. Zum Vergleich: Ein elektrischer Opel Corsa-e hat eine 50-kWh-Batterie an Bord. So soll der Rocks-e mit einer Akkuladung 75 Kilometer weit fahren können – zumindest nach dem standardisierten WLTP-Zyklus. Ob er das auch in der Realität schafft? Der ADAC wird es ausprobieren, sobald ein Testfahrzeug zur Verfügung steht.

Vorteil der kleinen Batterie: Sie lässt sich schnell aufladen. Selbst an der langsamen heimischen Schukosteckdose füllt sich die Batterie in 3,5 Stunden von 0 auf 100 Prozent. Das dazugehörige 3-Meter-Kabel lässt sich einfach aus der Beifahrertür ziehen. Für das Laden an einer öffentlichen Säule gibt es einen Adapter. Ob sich die Ladezeit dort verkürzt, hat Opel noch nicht verraten.

Sinn des Ganzen ist natürlich nicht nur eine nachhaltige Mobilität in der Stadt. Sondern auch eine preiswerte Form von Mobilität für junge Leute, die sonst mit dem Zweirad in die Schule oder zum Ausbildungsplatz fahren müssten. Und wer den Rocks-e nur zum Einkaufen oder Pendeln für kurze Strecken nutzt: Auch Ältere könnte der Elektrowagen davon überzeugen, dass es keinen überdimensionierten SUV für den Alltag in der Stadt braucht.

Preis: Rund 7000 Euro

Einen Preis hat Opel zwar noch nicht genannt, doch dass der sich am Citroën Ami orientieren wird, gilt als sicher: Der Ami (zu Deutsch: Freund) wird in Frankreich für 6900 Euro angeboten. Auch geleast werden kann der Mini-Opel: Die monatliche Rate soll auf dem Niveau eines Tickets für den öffentlichen Nahverkehr liegen. Man darf gespannt sein, ob der Elektro-Floh wirklich rockt.

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