Rollerführerschein/Klasse AM: Kosten, Prüfung und Altersgrenzen

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Von Anabel Greefe, Jochen Krauß

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Ein E-Vespa Fahrer fährt mit Schutzkleidung auf einer Straße
Ob Klein- oder Leichtkraftrad: Jede Fahrzeugklasse erfordert eine eigene Fahrerlaubnis© ADAC/Uwe Rattay

Motorroller mit Verbrennungsmotor oder Elektroantrieb erfreuen sich steigender Beliebtheit. Doch vor dem Fahrspaß steht der Erwerb des Rollerführerscheins. Der ADAC hat alles Wissenswerte zu Fahrausbildung, Prüfung und Kosten zusammengetragen.

  • Mindestalter für die Klasse AM beträgt 15 Jahre

  • Beim Rollerführerschein gibt es keine Pflichtfahrstunden

  • Kosten liegen meist zwischen 500 und 1300 Euro

Was bedeutet die Klasse AM auf dem Führerschein?

Der AM‑Führerschein (oder Rollerführerschein) berechtigt zum Fahren von Kleinkrafträdern bis 45 km/h – bei Verbrennern bis zu einem Hubraum von 50 ccm, bei E‑Rollern bis 4 kW Dauer‑Nennleistung.

Durch die Angleichung an europäische Fahrerlaubnisklassen wurde in Deutschland aus den früheren Führerscheinklassen S und M die heutige Klasse AM.

Welche Fahrzeuge darf man mit dem Rollerführerschein AM fahren?

Folgende Fahrzeuge sind in der Führerscheinklasse AM enthalten:

  • Kleinkrafträder (Klasse L1e-B) bis 45 km/h

  • Dreirädrige Kleinkrafträder (Klasse L2e), zum Beispiel Minitrikes bis maximal 45 km/h

  • Vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge (Klasse L6e), Microcars mit max. 425 Kilogramm Leermasse (bei Elektroantrieb: ohne Traktionsbatterie). Höchstgeschwindigkeit von ebenfalls 45 km/h

Wie läuft die Ausbildung für den AM‑Führerschein ab?

Ein Mann fährt auf einer ADAC Teststrecke einen Roller
In der praktischen Fahrausbildung ist ein Slalomkurs Pflicht© ADAC/Uwe Rattay

Die Ausbildung für den AM-Führerschein in der Fahrschule besteht – wie beim Pkw‑Führerschein – aus Theorie und Praxis:

In der Theorie sind 14 Doppelstunden vorgesehen (12 Doppelstunden Grundstoff + 2 Doppelstunden Zusatzstoff). Für die Praxis gibt es keine vorgeschriebene Mindestanzahl an Fahrstunden – das heißt, Sie nehmen so viele Stunden, wie Sie benötigen, um sicher fahren zu können.

Wie läuft die Prüfung bei der Führerscheinklasse AM ab?

  • Theorieprüfung: 30 Fragen, mehr als 10 Fehlerpunkte = nicht bestanden.

  • Praktische Prüfung: Dauert rund 45 Minuten und enthält unter anderem Grundfahraufgaben (z.B. Slalom, Ausweichen, Bremsen).

Bestandteil jeder Praxisprüfung sind das Anlassen des Fahrzeugs und das Anfahren. Außerdem sind vier von sieben möglichen Grundaufgaben zu bewältigen: 25 Meter in Schrittgeschwindigkeit mit Blick nach vorn geradeaus fahren, mit 40 km/h ungebremst einem Hindernis ausweichen und aus 40 km/h abbremsen und einem Hindernis ausweichen.

Zusätzlich muss man einen Kreis mit 9 Meter Durchmesser fahren und aus 40 km/h eine Vollbremsung machen. Mit 30 km/h oder mit Schrittgeschwindigkeit muss man schließlich einen Slalom mit 7 Meter Abstand absolvieren.

Wichtig zu wissen: Die Theorieprüfung für die Klasse AM dürfen Sie bereits drei Monate vor dem 15. oder 16. Geburtstag ablegen, die praktische Prüfung frühestens einen Monat vorher.

Wie lange dauert der AM‑Führerschein?

Die Dauer hängt vor allem davon ab, wie häufig Sie den Theorieunterricht besuchen, wie viele Fahrstunden Sie brauchen und wie schnell Sie einen Prüfungstermin bekommen.

Realistisch sind folgende Erfahrungswerte:

  • Theorie: Bei regelmäßigem Unterricht oft in 2 bis 4 Wochen erledigt (14 Doppelstunden)

  • Praxis: Sehr individuell (keine Mindeststunden), häufig 2 bis 6 Wochen

  • Prüfungen/Organisation: Je nach Terminlage zusätzlich 1 bis 3 Wochen

Insgesamt dauert der AM‑Führerschein durchschnittlich etwa 4 bis 10 Wochen, also 1 bis 2,5 Monate. Wenn Termine knapp sind oder Sie nur selten Fahrstunden nehmen können, verlängert sich der Zeitraum entsprechend.

Was kostet der AM‑Führerschein (Stand 2026)?

Die Preise variieren je nach Region, Fahrschule und Zahl der benötigten Fahrstunden. Insgesamt sollten Fahrschüler mit Kosten von 500 bis 1300 Euro rechnen.

Die Kosten setzen sich typischerweise wie folgt zusammen:

Ein Rollerfahrer fährt auf einer Teststrecke
Die Kosten für einen Rollerführerschein variieren je nach Anzahl der Fahrstunden© Shutterstock/sonsart
  • Grundgebühr der Fahrschule (enthält oft Theorieunterricht und Lernmaterial): 100–300 Euro

  • Theorie‑ und Praxisstunden: 200–700 Euro

  • Lehrmittel/Lern‑App: 50 Euro

  • Gebühren für Anmeldung und Abnahme von Theorie‑ und Praxisprüfung: 110–130 Euro

  • Sehtest und Erste‑Hilfe‑Kurs: 30–60 Euro

  • Führerschein-Antrag, Foto, Dokumentenausstellung: 40–70 Euro

Spartipps für den Rollerführerschein

Mit diesen Maßnahmen lassen sich Kosten senken:

  • Fahrschulen vergleichen: Die Kosten für Grundgebühr, Lehrmittel und Fahrstunden unterscheiden sich deutlich.

  • Theorie gezielt vorbereiten: Wer beim ersten Versuch besteht, spart Wiederholungsgebühren.

  • Fahrstunden regelmäßig planen: Große Pausen führen oft zu mehr Wiederholungsstunden und Mehrkosten.

  • Fahrstunden sparen: Vorab günstig auf dem Verkehrsübungsplatz üben.

  • Lernmaterial günstig halten: Kostenlose Lern-Apps oder Online-Fragebögen nutzen.

Wo gilt der AM‑Führerschein?

Wenn Sie den AM-Führerschein bereits mit 15 Jahren erwerben, gilt die Fahrberechtigung bis zum 16. Geburtstag nur im Inland – Fahrten ins Ausland sind in dieser Zeit verboten und erst mit 16 Jahren erlaubt.

Lesen Sie hier mehr zu AM mit 15

Welche Alternativen gibt es zum AM-Führerschein: A1, Mofa oder B196?

Die Rückseite eines deutschen Führerscheins
Die verschiedenen Fahrzeugklassen sind auf der Rückseite des Führerscheins aufgeführt© ADAC

Eine Alternative für 16-Jährige wäre die Erlangung eines Führerscheins der Klasse A1. Damit ist das Führen eines Leichtkraftrads bis zu einem Hubraum von 125 ccm und einer Höchstleistung des Motors von 11 kW erlaubt – wobei das Verhältnis von Leistung zu Gewicht von 0,1 kW/kg nicht überschritten werden darf. In der Klasse A1 ist der Führerschein für ein Moped bzw. einen Roller enthalten.

Wer hingegen besonders günstig und eher langsam unterwegs sein möchte, ist mit der Mofa‑Prüfbescheinigung gut beraten. Für den Mofa-Führerschein müssen Fahrschüler nur eine theoretische Führerscheinprüfung ablegen. Autofahrer, die auf stärkere Leichtkrafträder umsteigen wollen, profitieren von der B196‑Erweiterung.

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Fazit: Welche Vorteile hat der AM‑Führerschein?

Der AM‑Führerschein ermöglicht einen unkomplizierten Einstieg in eine unabhängige Mobilität und bleibt vergleichsweise günstig bei überschaubarem Aufwand. Jugendliche sammeln früh Fahrpraxis und profitieren von vielseitigen Fahrzeugoptionen – vom Roller bis zum leichten Mopedauto. Ideal für alle, die früh mobil sein wollen.