Lucid Gravity: Elektro-Luxus-SUV mit Spitzenreichweite

Das Modell Gravity ist der zweite Wurf der US-Marke Lucid Motors: Sehr exklusiv und sehr teuer
Das Modell Gravity ist der zweite Wurf der US-Marke Lucid Motors: Sehr exklusiv und sehr teuer © Lucid

Das US-Start-up Lucid Motors versucht sich an einem zweiten Modell – und stellt mit dem Gravity ein Luxus-Elektro-SUV vor. Damit untermauert die Firma den Anspruch, Tesla auf den Fersen zu bleiben.

  • Luxus-SUV mit Elektroantrieb und sieben Sitzen

  • Großzügige Platzverhältnisse und hochwertige Ausstattung angestrebt

  • Reichweite soll ähnlich hoch wie beim Air ausfallen

Mit dem Lucid Air gelang der Firma Lucid Motors aus den USA fraglos ein aufsehenerregendes Debüt: 900 Kilometer Reichweite kombinierte er mit unglaublichen 1111 PS und einer Beschleunigung von 2,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Lucid ließ damit dem von vielen Herstellern geäußerten Anspruch, Tesla-Jäger zu sein, auch Taten folgen.

Doch der im kalifornischen Newark angesiedelte Hersteller will es nicht bei dem Erstlingswerk belassen: Mit dem Gravity plant Lucid Motors – das Tesla Model X fest im Blick – das erste SUV. Wie beim Limousinen-Vorgänger soll vor allem eine hohe Reichweite Kundinnen und Kunden überzeugen.

Lucid Gravity: Elektro-SUV strebt hohe Reichweite an

Genaue Werte sind zwar noch nicht bekannt, doch die Draufsicht lässt die großzügigen Maße des Oberklasse-SUV erahnen © Lucid

Viel ist über das SUV, das in der Oberklasse angesiedelt sein wird, noch nicht bekannt. Doch die Ziele hat Lucid sich hoch gesteckt: Die Reichweite soll die höchste aller aktuell auf dem Markt befindlichen BEVs (Battery Electric Vehicle) sein, einzig der hauseigene Lucid Air soll da noch mithalten können.

Da die Dream-Edition-Range des Lucid Air 900 Kilometer weit kommt, dürfte beim Gravity also eine ähnliche Marke angepeilt werden. Zum Vergleich: Selbst die Range Version des Tesla Model S bringt es nur auf 634, der Mercedes-Benz EQS auf 684 Kilometer.

Lucid Gravity: Luftig-luxuriöses Interieur

Das luftige Panorama-Glasdach dürfte im Alltag oft tristere Ausblicke bieten © Lucid

Im neuen Oberklasse-SUV sollen wie schon im Lucid Air besonders großzügige Platzverhältnisse herrschen. Bis zu sieben Passagiere werden durch die dritte optionale Sitzreihe bequem Platz finden. Das Dach dürfte wieder zu Großteilen aus Glas bestehen, was den offenen Raumeindruck noch einmal verstärkt.

Außen sieht man dem Gravity seine Verwandtschaft mit dem Lucid Air durchaus an: Die Schnauze wirkt ein wenig wie eine nach oben erhöhte Front der Limousine, und auch hinten setzt sich das kantenlose und glatte Design des Air fort.

Über Verbrauch und weitere Details will Lucid Motors Anfang 2023 informieren, ab dann kann das Auto auch in Kanada und den USA vorbestellt werden. Für den europäischen Markt gibt es noch keine Angaben.

Über den Preis ist ebenfalls noch nichts bekannt. Billig dürfte das SUV aber mit Sicherheit nicht werden. Die Spanne reicht bei Lucid bis jetzt von 87.000 Dollar für den Air Pure bis zu einer Viertelmillion für das Air-Update Sapphire. Eine sechsstellige Summe wird also sicherlich fällig werden.

Lucid: Strategie für die Zukunft

Der Showroom in München war Lucids erste Europa-Niederlassung. Seit November sind die Modelle auch in Genf zu besichtigen © ADAC/Wolfgang Rudschies

Die Vorstellung des Gravity wie auch von weiteren Versionen des Lucid Air zeigt, dass es Lucid Motors nicht auf einen einmaligen Marketingeffekt abgesehen hat. Hinter der Firma steht Saudi-Arabien als Großinvestor. Dort plant Lucid Motors übrigens auch eine Fabrik, die perspektivisch 155.000 Fahrzeuge pro Jahr produzieren soll. Die Finanzierung der Firma scheint also dauerhaft gesichert zu sein.

Die Vergangenheit des aktuellen Lucid-Chefs Peter Rawlinson weist auch auf die zukünftige Strategie: Rawlinson war einst selbst bei Tesla für die Technik des Model S zuständig, bis er als CEO zum kalifornischen Nachbarn Lucid wechselte.

Gerade auf dem amerikanischen Markt versucht Lucid Motors daher, sich als Alternative zum Musk-Konzern zu etablieren. Doch auch Europa wurde als lukrativer Markt ausgemacht: Neben dem ersten europäischen Showroom in der Münchner Innenstadt gibt es nun seit November einen Standort in Genf. Und die Schweiz, das weiß man ja, ist für jegliche Luxusprodukte ein gutes Pflaster.