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Frankfurt | 23.09.2019

Kia XCeed: So fährt sich der modische Crossover

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XCeed: Dynamische Front mit kia-typischer Tigernase

Kia komplettiert seine Ceed-Baureihe: Der neue Crossover XCeed ist ein Mix aus Schrägheck-Limousine, sportlichem Coupé und einem klassischen SUV. Die erste Testfahrt, Preise und technische Daten.

  • Neue Variante des Kia Ceed mit coupéartigem Design
  • Erhöhte Sitzposition und viel Platz
  • Neues Infotainmentsystem, volldigitales Cockpit
  • Preis: ab 21.390 Euro für das Basismodell mit 120 PS

 

Ab sofort bekommt die erfolgreiche Ceed-Generation weiteren Familienzuwachs: Der XCeed feiert in Deutschland seine Marktpremiere. Der neue Crossover will die praktischen Vorzüge eines SUV mit dem sportlichen Auftreten und dem dynamischen Handling eines Kompaktwagens verbinden. Und unsere erste Testfahrt beweist: Das funktioniert gut.

Der "X" ist höher und länger als der Ceed

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Bullige Heckansicht mit dominantem Unterfahrschutz

Natürlich ist der "X" als viertes Familienmitglied nach Kombi und ProCeed ein direkter Verwandter des bekannten Ceed, der sich in der Golf-Klasse seit etwas mehr als einem Jahr einen guten Namen gemacht hat. Doch der Neue ist 4,2 Zentimeter höher gesetzt als die Limousine und rundum mit allerlei Attributen versehen, die aus Sicht vieler SUV-Eigner ein solches Auto nun mal haben sollte.

Im Falle des XCeed sind das zum Beispiel eine dunkle Kunststoff-Beplankung um die Radhäuser, ein ebenso verzierter Türschweller und als i-Tüpfelchen noch ein Element nach der Art eines Unterfahrschutzes am Heck. All das zusätzliche Rundum macht den XCeed ein paar Zentimeter länger.

Um den "X" schon von Weitem zu erkennen, veränderten die Gestalter den ansonsten typischen Ceed-Gesichtsausdruck durch einen größeren unteren Lufteinlass. Er harmoniert mit dem etwas schmaler ausgelegten, ebenfalls veränderten Grill, der die "Tigernase" der anderen Modelle dezenter interpretiert.

Der zweite Teil der Design-Züchtung startet dann im Bereich der dritten Dachsäule. Von hier an geht´s bergab mit der Dachlinie. Das Heckfenster ist nicht steil wie bei einem SUV, sondern ganz schön schräg. So wird aus dem braven Ceed eine Art Coupé-Limousine mit knuffigem Hinterteil und eben dem Statement des Erhabenen dank hochgelupftem Fahrwerk, das ihn mit 18,4 Zentimeter Bodenfreiheit über den Asphalt schweben lässt.

Erstmals mit digitalem Kombi-Element 

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Erstes Kia-Modell überhaupt mit einem volldigitalen Kombiinstrument

Im Innenraum fühlt sich der erfahrene Ceed-Fahrer sofort zu Hause. Ein Detail allerdings ist neu: Der XCeed darf sich als erstes Kia-Modell überhaupt mit einem volldigitalen Kombiinstrument schmücken. Es verfügt über einen 12,3 Zoll großen, hochauflösenden Monitor mit gestochen scharfer Grafik. Der Fahrer kann sich nach eigenem Geschmack wesentliche Details ins Blickfeld holen. Je nach gewählter Ausstattung ist das neue "Mäusekino" sogar serienmäßig an Bord.

Das Passagierabteil bestätigt bei der ersten Sitzprobe seine in dieser Klasse so wichtige Alltagstauglichkeit. Bein- und Kniefreiheit der Hinterbänkler verdienen ebenso Lob wie das Fassungsvermögen des Raums. Beim Wohlfühlfaktor kommt dann wieder die gegenüber der Limousine größere Höhe ins Spiel. Die Einsteiger auf alle Plätze freuen sich über die 4,2 Zentimeter, die sie sich weniger tief in den Sitz fallen lassen müssen. Sicher bieten "echte" SUV da noch deutlichere "Hochsitze" an, der XCeed liegt aber zielgenau in der Mitte des Möglichen.

Der 426 Liter fassende Gepäckraum (plus 31 Liter gegenüber dem Ceed) hat einen in der Höhe verstellbaren Boden und lässt sich durch die dreigeteilte Rücksitzbank (40:20:40) variabel auf bis zu 1.378 Liter erweitern.

Und wie fährt sich der XCeed?

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Der Radstand entspricht mit 2,65 Metern dem Ceed

Ganz klar: Rein fahrtechnisch ist der neue Crossover die beste der vier Ceed-Varianten. Obwohl das Fahrwerk komfortabler abgestimmt wurde, lassen sich auch unruhigere Kurven ohne größere Wankbewegungen stoisch umzirkeln. Kleinere Fahrbahnunebenheiten steckt er ungerührt weg.

Dass die höhere Bodenfreiheit die Fahrdynamik nicht negativ beeinflusst, liegt an der sehr direkt und präzise ansprechenden Lenkung. Auch schnellere Lenkbewegungen lassen sich mit ihr gut und sicher beherrschen.

Eine gute Wahl bei den Motoren ist der 1,4-l-Turbobenziner mit 140 PS. Er arbeitet akustisch sehr unauffällig, beschleunigt ohne spürbare Drehmomentlöcher und verleitet – weil zum rasenden Beschleunigen dann doch einige Pferdestärken fehlen – eher zum entspannten Cruisen.

Gut zu diesem Motor passt auch das Siebengang–Doppelkupplungsgetriebe, das in allen Drehzahlbereichen harmonisch und unauffällig schaltet. 

Ab 2020 kommt der Kia auch elektrisch

Das Motorenangebot insgesamt entspricht den Schwestermodellen: Kunden können unter drei Benzinern ab 120 PS und zwei Dieselmotoren ab 115 PS wählen. Am Verlockendsten – aber mit mindestens 28.290 € auch am Teuersten – ist die stärkste Variante mit dem 1,6-Liter-Turbobenziner, die mit 150 kW/204 PS die Spitze des Ceed-Eisbergs bildet.

Eher vernunftbetonten Käufern, die sich auf die im 140-PS-Bereich offerierten Modelle stürzen, bleibt noch Geld übrig, um sich aus dem großen Angebot an elektronischen Helfern zu bedienen. Hier bietet Kia nahezu alle Assistenten, die derzeit zu haben sind. Auch die Vernetzung mit der digitalen Außenwelt wurde für den XCeed ausgeweitet, der als eines der ersten Modelle den Kia-eigenen Online-Dienst "UVO Connect" nutzen darf. Er kann auch mit dem Smartphone verknüpft werden.

Zur Markteinführung ist auch eine Launch Edition mit exklusivem Innendesign erhältlich. Bereits die Einstiegsversion Edition 7 beinhaltet serienmäßig unter anderem LED-Scheinwerfer, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Frontkollisionswarner, aktiven Spurhalteassistenten, Müdigkeitswarner und Fernlichtassistent. 

2020 soll der Ceed dann auch im elektrischen Zeitalter ankommen. Dann erscheint ein "Mildhybrid", dessen E-Motor den Benziner unterstützt, ihn aber nur ein paar hundert Meter rein elektrisch antreiben kann. Wer gut 50 Kilometer weit stromern will, kann dann auf den ebenfalls für Anfang 2020 avisierten Plug-In-Hybrid umsteigen.

Motoren/Getriebe Preise                    
1.0 T-TGI (Benziner), 88 kW/120 PS, Schaltgetriebe                     ab 21.390 € (Edition 7)
1.4 T-TGI (Benziner), 103 kW/140 PS, Schaltgetriebe                     ab 22.390 € (Edition 7)
1.4 T-TGI (Benziner), 103 kW/140 PS, 7-Gang-Doppelkupplung                      ab 26.490 € (Vision) 
1.6 T-TGI (Benziner), 150 kW/204 PS, Schaltgetriebe   ab 28.290 € (Spirit)                    
1.6 T-TGI (Benziner), 150 kW/204 PS, 7-Gang-Doppelkupplung  ab 30.290 € (Spirit)   
 1.6 T-TGI (Diesel), 84 kW/115 PS, Schaltgetriebe     ab 23.790 € (Edition 7)
1.6 T-TGI (Diesel), 100 kW/136 PS, Schaltgetriebe    ab 26.790 € (Vision) 
1.6 T-TGI (Diesel, 100 kW/136 PS, 7-Gang-Doppelkupplung   ab 28.390 € (Vision) 


Text: Thomas Kroher, Peter Maahn/SP-X. Fotos: Kia.

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