Hyundai Ioniq 6 Facelift: So sparsam ist das Elektroauto im Test

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Von Redaktion

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Der Hyundai Ioniq 6
Hyundai hat die Optik des Ioniq 6 aufgefrischt und spendiert dem Stromlinien-Auto im Zuge dessen erstmals auch eine sportliche N-Line-Ausstattung (Bild)© Hyundai

Die Optik des stromlinienförmigen Hyundai Ioniq 6 hat zum Marktstart polarisiert. Deshalb gibt es seit 2025 ein Facelift, das die Kritikpunkte deutlich entschärft. Alle Infos zur Überarbeitung, ADAC Test, Reichweite, Preis.

  • Mit Heckantrieb gut 532 Kilometer Reichweite im ADAC Test

  • 800-Volt-Schnelllade- und Vehicle-to-Load-Technologie

  • Ioniq 6 überrascht mit relativ vielen Tasten

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Hier können Sie den ausführlichen Test des Hyundai Ioniq 6 (84 kWh) Centriq herunterladen

Wer gerne unter dem Radar der anderen Verkehrsteilnehmenden fährt, sollte auf keinen Fall zum Hyundai Ioniq 6 greifen. Der Koreaner ist mit seinem gewagten, vollends auf Aerodynamik getrimmten Äußeren nämlich weit davon entfernt, unauffällig zu sein. Was bereits zur Markteinführung 2022 galt, bestätigt sich auch nach dem Facelift.

Die elektrische Limousine bleibt innerhalb des Hyundai-Portfolios auch nach der Modellüberarbeitung das aerodynamisch geprägte Gegenstück zu klassischen Stufenheck- und Fließhecklimousinen und bietet eine Alternative zum kastenförmigen Ioniq 5. Allerdings hat man das Design etwas entschärft, um den Wagen etwas stimmiger wirken zu lassen. Mit der neuen N-Line erhält das Modell zudem eine optisch sportlichere Ausprägung.

Im Wettbewerbsumfeld trifft der Hyundai Ioniq 6 unter anderem auf elektrisch angetriebene Mittelklassemodelle wie Tesla Model 3, Polestar 2 oder BMW i4.

Ioniq 6 mit aerodynamischer Karosserie

Der Hyundai Ioniq 6
Das Facelift eliminiert auch den Spoiler in der Heckscheibe, nun gibt es einen Entenbürzel© www.weigl.biz

Das Facelift konzentriert sich sichtbar auf Front, Heck und Lichtsignatur. Die Motorhaube fällt höher aus, die Silhouette wirkt gestreckter, die schmalen Tagfahrleuchten sind nun deutlicher von den Hauptscheinwerfern getrennt. Am Heck ersetzt Hyundai den bisher markanten Spoiler durch eine weiter nach hinten gezogene Lösung. Horizontale Gestaltungselemente an Front und Heck sollen die Fahrzeugbreite stärker betonen und die Linienführung beruhigen.

Die neue N-Line setzt zusätzlich auf eigenständige Stoßfänger, spezielle Seitenschweller und schwarze Karosserieelemente. Damit erhält der Ioniq 6 eine sportlichere Optik, ohne dass diese Ausstattungslinie automatisch mit einer stärkeren Antriebstechnik gleichzusetzen wäre.

Im Test fällt allerdings auf, dass der Anspruch an Gestaltung und Aerodynamik nicht immer mit der passenden Verarbeitung begleitet wird. Am Testwagen kritisiert der ADAC ungewöhnlich große Spaltmaße und Auffälligkeiten an der Heckklappe.

Ioniq 6 setzt bei der Bedienung nicht nur auf Touchflächen

Cockpit eines Hyundai Ioniq 6 nach Facelift
Hyundai hat das Cockpit des Ioniq 6 zum Facelift behutsam überarbeitet© Hyundai

Hyundai hält im Innenraum am grundsätzlichen Raumkonzept des Vor-Facelifts fest, hat aber einige Details überarbeitet. Neu gestaltet wurden unter anderem das Lenkrad, Teile der Türverkleidungen und die Mittelkonsole. Beim Thema Bedienung zeigt der Test einen klaren Fortschritt: Zusätzliche Direktwahltasten für Funktionen wie Sitzheizung, Lenkradheizung und Kamerasystem verbessern die Bedienbarkeit spürbar.

Positiv bewertet der ADAC auch die Mischung aus Touchscreen und klassischen Bedienelementen. Das 12,25-Zoll-Multimedia-Display bleibt zentraler Bestandteil des Cockpits, wichtige Funktionen lassen sich aber nicht ausschließlich über Bildschirmmenüs steuern. Daraus ergibt sich eine gute Bedienungsnote von 1,9. Gerade im Vergleich zu stark touchlastigen Konzepten ist das ein praktischer Vorteil.

Die Materialauswahl wirkt modern, die Gestaltung aufgeräumt. Im Innenraum überwiegt der Eindruck eines funktionalen, digital geprägten und weitgehend ergonomisch gelungenen Arbeitsplatzes.

Ausstattung: Serienmäßig mit Wärmepumpe

Beim Thema Konnektivität muss auf nichts verzichtet werden: Wireless Apple CarPlay und Android Auto sind verfügbar, außerdem bietet der Ioniq 6 App-Steuerung und eine 230-Volt-Steckdose im Innenraum. Auch eine Vehicle-to-Load-Funktion (V2L) ist vorhanden. Damit kann das Fahrzeug unter bestimmten Voraussetzungen und mithilfe eines Adapters externe Verbraucher mit Strom versorgen.

Zur umfangreichen Ausstattung zählen zudem eine serienmäßige Wärmepumpe und eine Batterie-Vorkonditionierung. Die Wärmepumpe hilft, den Energiebedarf bei niedrigen Temperaturen zu begrenzen, die Vorkonditionierung verbessert die Voraussetzungen für hohe Ladeleistungen an Schnellladesäulen.

Auf Langstrecken punktet der Ioniq 6 mit seinem niedrigen Geräuschniveau. Bei 130 km/h misst der ADAC lediglich 64,4 dB(A). Damit zählt die Limousine zu den leiseren Elektroautos ihrer Klasse. Die Sitze bieten guten Komfort, die Zweizonen-Klimaautomatik gehört zur Serienausstattung.

Antrieb und Fahrleistungen: Flott, aber nicht übermotorisiert

Heckansicht eines Hyundai Ioniq 6 nach Facelift
Der Ioniq 6 wirkt dank des Facelifts insgesamt stimmiger© Hyundai

Die getestete Version des Hyundai Ioniq 6 setzt auf einen Elektromotor an der Hinterachse. Er leistet 168 kW, also 229 PS, und liefert 350 Nm Drehmoment. Damit ist die Limousine nicht sportlich übermotorisiert, sie bietet aber souveräne Fahrleistungen. Den Sprint von 0 auf 100 km/h erledigt sie in 7,4 Sekunden. Noch wichtiger für den Alltag sind die Zwischenspurts: Von 60 auf 100 km/h vergehen 3,6 Sekunden, von 80 auf 120 km/h 4,6 Sekunden.

Die Leistungsentfaltung erfolgt gleichmäßig und gut dosierbar, Überholvorgänge gelingen ohne lange Verzögerung. Serienmäßig sind One-Pedal-Driving und eine adaptive Rekuperation an Bord. Damit lässt sich die Verzögerung flexibel anpassen, was besonders im Stadtverkehr und auf Landstraßen angenehm ist. Bei Bedarf kann beim Ioniq 6 mit Heck- und mit Allradantrieb ein 1500 Kilo schwerer Anhänger an den Haken. Elektroautos mit Anhängelast? Das ist noch nicht die Regel.

Verbrauch und Reichweite im ADAC Test

Zu den größten Stärken des Hyundai Ioniq 6 zählt seine Effizienz. Im ADAC Test verbraucht die Limousine nur 17,0 kWh pro 100 Kilometer inklusive Ladeverlusten. Daraus ergibt sich eine Reichweite von 532 Kilometern. Das ist ein praxisnah starker Wert, zumal das Fahrzeug mit 4,93 Metern Länge zur gehobenen Mittelklasse zählt.

Die gute Aerodynamik trägt dazu entscheidend bei. Hyundai gibt für den Ioniq 6 einen cw-Wert von 0,22 an. Im Test zeigt sich, dass dieser konstruktive Ansatz nicht nur auf dem Papier wirkt. Der niedrige Verbrauch macht die Limousine auch für längere Strecken interessant, weil weniger Ladepausen erforderlich sind und die Betriebskosten sinken.

Bildergalerie: Der Ioniq 6 im Detail

Laden und Langstreckentauglichkeit: Dank 800 Volt nur kurze Stopps

Die 800-Volt-Technik ist ein zentrales technisches Argument des Ioniq 6. Im Test erreicht das Fahrzeug bis zu 265 kW Ladeleistung, Hyundai selbst gibt 260 kW für die Limousine an. Von 10 auf 80 Prozent lädt die Batterie in 18 Minuten. Nach 10 Minuten am Schnelllader ist wieder Energie für bis zu 257 Kilometer verfügbar. Das kann sich sehen lassen.

Hyundai ist fahrstabil und eher straff

Im ADAC Test überzeugt der Ioniq 6 mit hoher Fahrstabilität. Auch bei höheren Geschwindigkeiten liegt die Limousine sicher auf der Straße. Im ADAC Ausweichtest zeigt sie ein agiles und gut kontrollierbares Verhalten. Die Lenkung arbeitet präzise, vermittelt um die Mittellage herum aber nicht ganz so viel Rückmeldung, wie es der grundsätzlich dynamische Auftritt erwarten lässt.

Das Fahrwerk ist eher straff abgestimmt. Das unterstützt die sichere Straßenlage, kann bei kurz aufeinanderfolgenden Unebenheiten aber spürbar werden. Damit wirkt der Ioniq 6 zwar nicht unkomfortabel, dafür aber weniger geschmeidig, als es die lange Karosserie und der große Radstand vermuten lassen könnten. Lange Wellen und gleichmäßige Autobahnetappen passen dagegen gut zum Fahrzeugcharakter.

Kritik verdient die Bremsleistung. Aus 100 km/h kommt der Hyundai im Test nach 37,9 Metern zum Stehen. Dieser Wert ist nur durchschnittlich und für ein leistungsfähiges Elektroauto dieser Klasse eher mäßig.

Platzangebot und Kofferraum

Seitenansicht eines fahrenden Hyundai Ioniq 6 nach Facelift
Man sieht's dem Ioniq 6 an: Der Luftwiderstandsbeiwert (cw-Wert) ist hervorragend© Hyundai

Der lange Radstand sorgt für sehr viel Beinfreiheit im Fond. Die flache Dachlinie hat jedoch ihren Preis: Die Kopffreiheit hinten ist eingeschränkt. Größere Mitfahrende sitzen dort weniger großzügig, als es die äußeren Abmessungen erwarten lassen.

Auch der Kofferraum überzeugt nur bedingt. Er fasst 405 Liter, bei umgelegter Rückbank sind maximal 760 Liter möglich. Für ein 4,93 Meter langes Auto ist das eher durchschnittlich. Hinzu kommt eine kleine Kofferraumöffnung, die das Beladen sperriger Gegenstände erschwert.

Kosten, Garantie und Preis

Die getestete Version Hyundai Ioniq 6 (84 kWh) Centriq kostet in der Basis 55.300 Euro. Der Testwagenpreis inklusive Extras liegt bei 58.650 Euro. Hyundai gewährt 5 Jahre Fahrzeuggarantie. Für die Hochvoltbatterie gelten 8 Jahre bzw. 160.000 Kilometer Garantie.

Fazit: Elektroauto mit hoher Langstreckenkompetenz

Der Hyundai Ioniq 6 bestätigt im ADAC-Test viele Erwartungen, die das aerodynamische Konzept der Modellreihe weckt. Mit ihrem niedrigen Verbrauch gehört die elektrische Limousine zu den effizientesten und langstreckentauglichsten Modellen ihrer Klasse.

Auch Bedienung, Geräuschniveau, Sicherheitsausstattung und Fahrstabilität überzeugen. Die zusätzlichen Tasten in der überarbeiteten Mittelkonsole verbessern die Alltagsergonomie deutlich. Gleichzeitig zeigt sich, dass nicht alles am Ioniq 6 gelungen ist. Der Kofferraum ist für die Fahrzeuggröße nur mäßig nutzbar, die Kopffreiheit im Fond eingeschränkt, die Türgriffe sind unpraktisch, und der Bremsweg aus 100 km/h fällt nur durchschnittlich aus. Hinzu kommen Verarbeitungsmängel am Testwagen.

Unterm Strich bleibt der Hyundai Ioniq 6 aber ein Elektroauto mit hoher Langstreckenkompetenz. Wer vor allem Reichweite, Ladegeschwindigkeit und niedrigen Verbrauch sucht, findet hier ein starkes Angebot

Ioniq 6: Technische Daten und Preise

Technische Daten (Herstellerangaben)

Hyundai IONIQ 6 (84 kWh) CENTRIQ (ab 01/26)

Motorart

Elektro

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

168

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

229

Drehmoment (Systemleistung)

350 Nm

Antriebsart

Hinterrad

Beschleunigung 0-100km/h

7,4 s

Höchstgeschwindigkeit

185 km/h

Reichweite WLTP (elektrisch)

680 km

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

0 g/km

Stromverbrauch kombiniert (WLTP)

13,5 kWh/100 km

Batteriekapazität (Brutto) in kWh

84,0

Ladeleistung (kW)

AC:11,0 DC:50,0-260,0

Kofferraumvolumen normal

401 l

Leergewicht (EU)

2.000 kg

Zuladung

420 kg

Anhängelast ungebremst

750 kg

Anhängelast gebremst 12%

1.500 kg

Garantie (Fahrzeug)

5 Jahre

Länge x Breite x Höhe

4.925 mm x 1.880 mm x 1.495 mm

Grundpreis

55.600 Euro

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)Hyundai Ioniq 6 (84 kWh) Centriq

Überholvorgang 60–100 km/h

3,6 s

Bremsweg aus 100 km/h

37,9 m

Wendekreis

12,5 m

ADAC Testverbrauch

17,0 kWh/100 km

Reichweite

532 km

Innengeräusch bei 130 km/h

64,4 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1948 / 472 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

405 / 760 / 760 l

Fahrzeugbreite inkl. Außenspiegel

2,08 m

ADAC Testnoten

ADAC Testergebnis

Hyundai IONIQ 6 (84 kWh) CENTRIQ (ab 01/26)

Karosserie

2,9

Innenraum

2,3

Komfort

2,5

Antrieb

1,0

Fahreigenschaften

2,5

Sicherheit

2,0

Umwelt

1,8

Gesamtnote

2,2
Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

sehr gut

0,6 - 1,5

gut

1,6 - 2,5

befriedigend

2,6 - 3,5

ausreichend

3,6 - 4,5

mangelhaft

4,6 - 5,5

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