Hyundai Ioniq 3: Attacke auf ID. Polo und Co.

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Von Andreas Huber

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Front und Seitenansicht eines stehenden Hyundai Ioniq 3
Auf Bildern wirkt der neue Ioniq 3 fast schon wie ein Crossover© Hyundai

Noch vor der Premiere des neuen VW ID. Polo zaubert Hyundai sein neues elektrisches Kompaktmodell aus dem Hut. Der Ioniq 3 verspricht viel Platz, angemessene Ladeperformance, und das zu einem wahrscheinlichen Basispreis von unter 30.000 Euro. Die Infos.

  • Zwei Batterieoptionen: 42,2 kWh und 61 kWh

  • Reichweite bis zu 496 Kilometer nach WLTP

  • Preise könnten unter 30.000 Euro starten

Zugegeben, mit 4,16 Metern Länge steigt der neue Ioniq 3 eine halbe Klasse oberhalb des VW ID. Polo ein und liegt damit genau zwischen ID. Polo und VW ID.3 Neo. Für die Wolfsburger wird der Neuzugang aus Korea damit aber nicht weniger gefährlich. Spätestens seit dem Ioniq 5 ist klar, dass Hyundai wirklich gute Elektroautos bauen kann. Mit der Einführung der E-GMP-Plattform blamierte man 2021 die Niedersachsen mit massentauglicher 800-Volt-Technik, und das kurz nach der Einführung des 400-Volt-MEB-Baukastens bei VW.

Mittlerweile sind rund fünf Jahre vergangen. 800 Volt hat der Ioniq 3 zwar nicht – die Technik ist für diese Preisklasse schlicht zu teuer. Hyundai setzt bei seinen kleineren Modellen daher wieder auf die günstigere 400-Volt-Technik.

Auffälliges Design mit sportlicher Silhouette

Heckansicht eines stehenden Hyundai Ioniq 3
Das weit nach oben gezogene Heck ist ein Alleinstellungsmerkmal des Ioniq 3© Hyundai

Hyundai beschreibt die Form des Ioniq 3 als "Aero Hatch": eine niedrige, schnittige Front samt ebensolcher Dachlinie, die über den Insassen vorne und hinten zunächst gerade verläuft und erst weiter hinten abfällt, bevor sie in den Heckspoiler übergeht. Der Ansatz soll Aerodynamik und Innenraumhöhe zusammenbringen. Als Luftwiderstand nennt Hyundai einen voraussichtlichen cW-Wert von 0,26 – für ein nicht sonderlich großes Auto ist das gut.

Gestalterisch arbeiten die Koreaner mit klaren, präzisen Oberflächen. Dazu kommen Pixel-Licht-Elemente und vier zentrale Leuchtpunkte, die auf den Buchstaben H im Morsecode verweisen. Für die Individualisierung sind elf Außenfarben, Felgen von 16 bis 19 Zoll sowie eine N-Line-Variante mit sportlicheren Details angekündigt. Letztere spielt mit sportlichen Elementen wie schwarzen Dekoren, um eine Brücke zu den beliebten N-Modellen der Marke zu schlagen.

Abmessungen: Mit 4,16 Metern handlich

Kofferraum des Hyundai Ioniq 3
Unter dem Ladeboden im Kofferraum verbirgt sich ein großes Staufach, das dem Ioniq 3 viel Nutzwert bringt© Hyundai

Trotz kompakter Außenmaße setzt Hyundai beim Ioniq 3 auf ein großzügiges Platzgefühl. Ein Radstand von 2,68 Meter ist dabei einer der zentralen Bausteine, um das Platzangebot für die Insassen zu erhöhen. Hyundai spricht von Komfort für fünf Personen und davon, dass im Fond drei Erwachsene bequem Platz finden sollen.

Praktisch: Der Kofferraum wird mit 441 Litern angegeben, aufgeteilt in 322 Liter Kofferraum plus 119 Liter Megabox unter dem Ladeboden. Auch an Ausstattung mangelt es nicht. Hyundai nennt unter anderem beheiz- und belüftbare Sitze, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, LED-Ambientebeleuchtung und ein Bose-Soundsystem als Optionen.

Hyundai Ioniq 3

Länge

4,16 m

Breite

1,80 m

Höhe

1,51 m

Radstand

2,68 m

Kofferraum

441 l (322 l Kofferraum, 119 l Megabox)

Neues Infotainment erstmals im Ioniq 3

Cockpit des Hyundai Ioniq 3
Hyundai platziert das digitale Kombiinstrument weit oben auf dem Armaturenbrett© Hyundai

Der Ioniq 3 ist das erste europäische Hyundai-Modell mit dem "Pleos Connect"-Infotainment. Es basiert auf Android Automotive OS und soll Fahrzeugfunktionen, Navigation und Konnektivität über ein 12,9-Zoll- oder 14,6-Zoll-Display (optional) zugänglich machen. Als alltagsrelevante Funktionen nennt Hyundai den Digital Key (schlüsselloser Zugang via Smartphone/Smartwatch), Plug & Charge sowie einen integrierten EV-Routenplaner. Zusätzlich ist Vehicle-to-Load (V2L) für innen und außen vorgesehen, um externe Verbraucher mit Strom zu versorgen.

400-Volt-Technik und bis zu 119 kW schnellladen

Seitenansicht eines stehenden Hyundai Ioniq 3
Der Ioniq 3 basiert auf der bekannten Elektro-Plattform von Hyundai, bekommt aber nur 400-Volt-Technik© Hyundai

Für das Laden am Schnelllader nennt Hyundai bis zu 119 kW (Basis: 110 kW) und eine Zeit von rund 30 Minuten für 10 bis 80 Prozent unter optimalen Bedingungen. AC-Laden an der öffentlichen Ladesäule ist mit 11 kW möglich, 22 kW werden optional angeboten, für diese Fahrzeugklasse eine Seltenheit. Entwickelt wurde das Modell in Rüsselsheim im europäischen Entwicklungszentrum von Hyundai, gebaut wird es im Werk İzmit in der Türkei.

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Vorderradantrieb und zwei Leistungsstufen

Frontdetail des Hyundai Ioniq 3
Die Pixel-Lichtsignatur zieht sich beim Ioniq 3 bis in die Mitte des Fahrzeugs© Hyundai

Angekündigt ist ein Vorderradantrieb mit bis zu 108 kW (147 PS) und 250 Nm, außerdem gibt es noch eine Version mit 100 kW (136 PS). Die Höchstgeschwindigkeit gibt Hyundai mit 170 km/h an, 0 bis 100 km/h sollen je nach Version in 9,0 bzw. 9,6 Sekunden möglich sein. Zwei Batterien stehen zur Wahl: 42,2 kWh und 61 kWh für 344 bzw. 496 Kilometer Reichweite (Long Range) nach WLTP.

Marktstart und Preis: Unter 30.000 Euro denkbar

Hyundai nennt weder Marktstart noch Preise. Allerdings wird erwartet, dass das Fahrzeug in der Basis unterhalb von 30.000 Euro angesiedelt sein wird. Damit ist man günstiger als ein VW ID.3 Neo und teurer als ein ID. Polo. Vom Nutzwert bietet der Hyundai aber auf dem Papier mehr für sein Geld als der kleinste Wolfsburger.

Nicht nur VW muss sich vor dem Ioniq 3 in Acht nehmen – auch Cupra Born, Cupra Raval, Kia EV3 und Renault Mégane E-Tech zählen zu seinen Konkurrenten.

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