Cupra Born 2026: Was durch das Facelift an dem Spanier besser geworden ist

• Lesezeit: 6 Min.

Von Wolfgang Rudschies

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Cupra New Born in Fahrt
Neues Gesicht: Das Facelift 2026 hat dem Cupra Born gutgetan© Cupra

Nach fünf Jahren spendiert Cupra seinem kompakten Elektroauto Born ein Facelift. Effizientere Antriebe sollen mehr Reichweite erlauben. Der ADAC ist das Topmodell des Born bereits gefahren.

  • Cupra Born bekommt 2026 ein Facelift

  • Besserer Innenraum, mehr Reichweite

  • Born VZ mit 240 kW (326 PS) im Fahrbericht

Der Cupra Born ist schon lange eine bekannte Größe unter den beliebtesten Elektroautos in Deutschland. Kein Wunder, denn er ist der Technik-Bruder des VW ID.3, nur mit einer deutlich sportlicheren Auslegung als der Wolfsburger.

Seit 2021 bieten die Spanier ihr erstes E-Auto bereits an, gebaut wird es bei Volkswagen in Zwickau. Nach rund fünf Jahren wird es nun Zeit für eine Modellüberarbeitung, die weitreichender ist als nur ein paar optische Anpassungen. Ein weiterentwickelter Antrieb soll die Reichweite erhöhen, zugleich verwendet nun auch Cupra für den Einstiegs-Akku Zellen mit LFP-Chemie. Neben dem Born nutzen auch der VW ID.3 Neo, der Audi Q4 e-tron und der Škoda Enyaq die neuen Zellen und den neuen APP-350-Motor.

Cupra Born Facelift 2026

Äußerlich ist der neue Cupra Born an seinen überarbeiteten Front- und Heckschürzen sowie an einem neuen Scheinwerferdesign zu erkennen. Am Heck erstrahlt nun ein beleuchtetes Markenlogo. Das ist natürlich keine Revolution, hat dem Wagen optisch aber gutgetan.

Der Innenraum wurde, so Cupra, durch höherwertige Materialien aufgehübscht. Als weitere Verbesserungen zählt der Hersteller beleuchtete Türgriffe, neue Lüftungsdüsen, eine Vehicle-to-Load-Funktion, überarbeitete Assistenzsysteme sowie einen zusätzlichen Kreuzungsassistenten auf. Die Außenabmessungen der Karosserie sowie der cw-Wert bzw. die Aerodynamik blieben fast identisch, an den Platzverhältnissen innen und beim Kofferraumvolumen hat sich nichts geändert.

Zum Marktstart stehen drei Antriebsvarianten zur Wahl. Die Basisversion "Born" bietet 140 kW (190 PS) und eine 58 kWh große Batterie (netto). Der "Born Endurance" kommt wie gehabt mit 170 kW (231 PS) und netto 79 kWh Energie. Das Topmodell "Born VZ" stellt Fans der sportlichen Gangart unverändert die Power von 240 kW (326 PS) und ebenfalls 79 kWh Energie im Akku zur Verfügung.

Alle drei Antriebsversionen sollen nun etwas sparsamer im Verbrauch sein und unter guten äußeren Bedingungen Reichweiten zwischen 413 und 631 Kilometer erzielen können. Grund hierfür ist bei Born und Born Endurance der effizientere APP350-Elektromotor auf der Hinterachse, der mehr Spitzendrehmoment liefert. Der Born VZ arbeitet dagegen weiterhin mit dem bekannten APP550-Motor.

Viel Fahrspaß mit dem Born VZ

Heckansicht des Cupra New Born
Mit der Kraft von 240 kW/326 PS und 545 Nm Drehmoment: Cupra Born VZ © ADAC/Wolfgang Rudschies

Für die erste Testfahrt mit dem gelifteten Born stand das Topmodell VZ zur Verfügung. Wer hinter dem Steuer Platz nimmt, fühlt sich in den Sportsitzen mit festem Halt sofort wohl. Ins Auge fallen das neue Lenkrad mit physischen Bedienelementen, die geänderten Türöffner und -verkleidungen sowie die neuen Bezüge am Armaturenbrett. Alles in allem wirkt der Innenraum immer noch vertraut, aber tatsächlich hochwertiger und schicker.

Die Slider zur Einstellung von Temperatur und Lautstärke unter dem Touchdisplay sind jetzt endlich beleuchtet, bleiben aber suboptimal, wenn es um die Feinjustierung ohne Ablenkung geht. Am oberen Rand des Displays fällt der Shortcut zu den Assistenzsystemen positiv auf, sodass man ohne lange Umwege den Tempowarner oder den Spurhalter deaktivieren kann. Die Fahrerinformationsanzeige ist erfreulich klar und übersichtlich gestaltet.

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Gestartet werden kann der Born wie gehabt über den exponierten An/Aus-Knopf rechts an der Lenksäule, der mit einem Cupra-Logo verziert ist. Ein Relikt alter Zeiten, denn eigentlich benötigt man diesen Knopf gar nicht. Es genügt, sich anzuschnallen, das Bremspedal zu betätigen, die Fahrstufe auszuwählen, und der Born setzt sich in Bewegung.

Den Knopf an der linken Seite des Lenkrads benötigt man schon eher: Hier kann man nämlich ein passendes Fahrprogramm einstellen. Wählbar sind die Stufen Comfort, Performance und Cupra. Wer eine Stufe Eco vermissen sollte, sitzt im falschen Auto, Cupra-Modelle sind konsequent für Freunde sportlicher Fahrzeuge ausgerichtet. Das ist ja der Kern der Marke – und ihr Erfolgsgeheimnis.

Im Cupra-Mode ungezügelt

Unser Redakteur wolfgang Rudschies lehtn an einem Cupra New Born
Lässig bis sportlich: Redakteur Wolfgang Rudschies hat beides ausprobiert© Cupra

Um das volle Leistungspotenzial des Cupra Born VZ auszukosten, empfiehlt es sich, die beim Starten eingestellte Komfort-Zone zu verlassen und ins Programm Performance zu wechseln. Der Unterschied ist krass zu spüren: Das Strompedal löst schon bei leisester Berührung einen Leistungsüberschuss aus, die Fahrwerksdämpfung wird merklich sportlicher, die Lenkung noch einen Tick direkter und mitteilsamer.

So gestählt zeigt der Born VZ erst richtig, was er kann. Er sprintet in 5,6 Sekunden aus dem Stand aus 100 km/h und zieht bei freier Bahn kraftvoll bis zur Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h davon. Unaufgeregt, aber bestimmt. Wem das Szenario zu unaufgeregt ist, dem steht es frei, den Cupra-Mode einzulegen. Dann unterlegt das Auto seinen Vorwärtsdrang mit einem kräftigen – künstlich erzeugten – Motorsound.

Abgesehen von gelegentlichen Euphorieschüben macht der Cupra aber auch im normalen Alltagsbetrieb großen Spaß. Insbesondere die Kombination aus sportlichem Fahrverhalten und gebotenem Federungskomfort ist große Klasse – trotz Niederquerschnittreifen mit schmalen Flanken.

Der Verbrauch auf einer Testrunde im spanischen Hinterland betrug laut Bordcomputer 18,1 kWh pro 100 Kilometer. Das sind zwar rund 4 kWh mehr als im gesetzlich vorgeschriebenen Fahrzyklus WLTP, angesichts der zügigen Fahrweise ist das aber ein sehr respektabler Wert. Die WLTP-Reichweite von 630 Kilometer wird mit solch einem Verbrauchswert aber natürlich nicht erzielt. Rund 450 Kilometer ohne nachzuladen sind bei sportlicher Fahrweise realistischer.

Wie sich die gefahrene Geschwindigkeit auf die Reichweite des Cupra Born VZ konkret auswirken kann, sehen Sie mit unserem Reichweitenrechner.

ADAC Reichweitenrechner

CUPRA Born VZ 240 kW (326 PS)

-10

30

50

130

Berechnete Reichweite

610km

(Reichweite laut Hersteller: 630 km)

DC-Ladeleistung schlechter?

Der Cupra New Born  steht an der Strasse
Der Born sieht im Stand schon schnell aus. Beim Laden ist er es eher nicht© ADAC/Wolfgang Rudschies

In Sachen DC-Schnellladen hat sich der Cupra Born nicht verbessert – zumindest wenn man auf die Papierwerte schaut. Waren die Versionen mit großem Akku bislang mit einer maximalen Leistung von 185 kW zu laden, sind sie es nun mit 2 kW weniger (183 kW). Gravierender ist der Verlust an Ladeleistung beim kleinen 58-kWh-Akku. Hier stehen nach dem Facelift nur noch 105 kW DC auf dem Datenblatt, bislang waren es 165 kW.

Ein Blick auf die Ladekurven wird im ADAC Autotest zeigen, wie viel Einfluss das im Alltag wirklich hat. Sollte die maximale Ladeleistung aber über einen längeren Zeitraum gezogen werden, könnte sich der Verzicht auf eine höhere Peak-Leistung an der Ladesäule nur geringfügig auswirken. Blickt man auf die vom Hersteller angegebene Ladezeit von 10 auf 80 Prozent, verlängert sich diese zum Facelift nur geringfügig auf 26 Minuten, zuvor waren es 24 Minuten.

Beim 79-kWh-Akku wurden vor dem Facelift 26 Minuten veranschlagt, bei der 2026er Version werden 29 Minuten angegeben. Damit liegen die Werte auch hier nicht weit auseinander, eine Verbesserung ist das aber nicht. Auch hier gilt: Genaueres muss ein ADAC Test mit Messungen der Ladekurven zeigen.

Marktstart und Preis: Ab 39.990 Euro zu haben

Der geliftete Cupra Born ist bereits bestellbar. In der Basis möchte Cupra mindestens 39.990 Euro überwiesen sehen, für das Topmodell VZ werden mindestens 50.990 Euro fällig. Aktuell gewährt Cupra beim Born einen "Tribe-Bonus". Der Rabatt beträgt 4000 Euro und wird bereits im Konfigurator abgezogen.

Cupra New Born 2026: Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)

CUPRA Born (58 kWh) Plus (ab 06/26)

CUPRA Born (79 kWh) Endurance (ab 06/26)

CUPRA Born VZ (ab 06/26)

Motorart

Elektro
Elektro
Elektro

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

140
170
240

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

190
231
326

Drehmoment (Systemleistung)

350 Nm
350 Nm
545 Nm

Antriebsart

Hinterrad
Hinterrad
Hinterrad

Beschleunigung 0-100km/h

8,0 s
7,0 s
5,6 s

Höchstgeschwindigkeit

160 km/h
160 km/h
200 km/h

Reichweite WLTP (elektrisch)

484 km
627 km
630 km

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

0 g/km
0 g/km
0 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

14,2 kWh/100 km
14,4 kWh/100 km
14,1 kWh/100 km

Batteriekapazität (Brutto) in kWh

61,0
84,0
84,0

Batteriekapazität (Netto) in kWh

58,0
79,0
79,0

Ladeleistung (kW)

AC:11,0 DC:105,0
AC:11,0 DC:183,0
AC:11,0 DC:183,0

Kofferraumvolumen normal

385 l
385 l
385 l

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

1.267 l
1.267 l
1.267 l

Leergewicht (EU)

1.899 kg
1.964 kg
2.004 kg

Zuladung

461 kg
456 kg
426 kg

Garantie (Fahrzeug)

5 Jahre bis max. 150.000 km (ersten zwei Jahre ohne km-Begrenzung)
5 Jahre bis max. 150.000 km (ersten zwei Jahre ohne km-Begrenzung)
5 Jahre bis max. 150.000 km (ersten zwei Jahre ohne km-Begrenzung)

Länge x Breite x Höhe

4.336 mm x 1.809 mm x 1.543 mm
4.336 mm x 1.809 mm x 1.543 mm
4.336 mm x 1.809 mm x 1.543 mm

Grundpreis

39.990 Euro
45.990 Euro
50.990 Euro

Cupra Born vor dem Facelift im ADAC Test

Wer wissen will, wie der Cupra Born im Detail bei den Tests des ADAC abgeschnitten hat, kann das in den folgenden PDFs nachlesen:

Hier finden Sie viele weitere Fahrberichte und Autotests.