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Der ADAC

Ford Fiesta Active im ADAC Test: Wie gut ist der Pseudo-SUV?

Goldener Ford Fiesta Active steht vor Gebaeude
Ford Fiesta Active: Zwischen Kleinwagen und SUV ∙ © Ford

Der Ford Fiesta Active muss sich im ADAC Test beweisen: Bringt die Höherlegung des Fahrwerks tatsächlich Vorteile, oder zählt hier einfach nur die Optik? 

  • 18 Millimeter mehr Bodenfreiheit als beim normalen Fiesta

  • Die Version 1.0 EcoBoost Plus noch ohne Mildhybrid im ADAC Test

  • Konkurrenten: Citroën C3 Aircross, Hyundai i20 Active und Fiat 500X

Für alles gerüstet zu sein, ist vielen Autofahrern heute wichtig. Wer deshalb aber nicht gleich den Mehrpreis für einen SUV investieren möchte, ist möglicherweise mit einem leichten Crossover wie dem Ford Fiesta Active gut bedient. Denn die Kölner haben ihren Kleinwagen höhergelegt und ihm einige Features verpasst, die praktische Robustheit signalisieren sollen. Im ADAC Test muss der Pseudo-SUV beweisen, ob er mehr ist als eine optisch gepimpte Mogelpackung.

Ein- und Ausstieg ist nur gefühlt leichter

Cockpit eines Ford Fiesta Active
Von sitzt man bequem auf gut konturierten Sitzen, die Ergonomie stimmt ∙ © Ford

Der Fiesta Active besitzt 18 Millimeter mehr Bodenfreiheit als der normale Ford Fiesta. Das kann ihm tatsächlich einen Vorteil bescheren, wenn man auf einem mit großen Steinen übersäten Feldweg unterwegs ist. Oft dürfte das jedoch nicht vorkommen – zumal es für den Fiesta Active keinen Allradantrieb gibt. Und auch Pferdeanhänger zu ziehen ist seine Sache eher nicht. 1000 Kilo Anhängelast sind dafür einfach zu wenig. Interessanter ist die Frage nach der erhöhten Sitzposition. Messungen zeigen, dass sich die Sitzfläche des Fahrersitzes in der untersten Stellung knapp 45 Zentimeter über der Straße befindet.

Das Ein- und Aussteigen gelingt leicht, die Schweller sind außen wie innen nicht zu hoch und stören daher kaum. Trotzdem spielt die größere Bodenfreiheit des Fiesta Active im Alltag keine wesentliche Rolle, wie die ADAC Testingenieure nüchtern bilanzieren. Wir haben es hier also eher mit einem gefühlten als mit einem objektiven Vorteil zu tun. 

Gefühlt ist auch die Optik für viele Kunden ein Gewinn. Ein Faktor, der nicht zu unterschätzen ist. Durch den serienmäßigen Crossover-Bodykit hebt sich der Wagen vom normalen Fiesta ab. Dazu gehören unter anderem Stoßfänger vorn und hinten im speziellen "Active"-Design, Seitenschweller in Schwarz mit silberfarbenem Einsatz und Radkasten-Verkleidungen in Schwarz. Das kann dem einen oder anderen Kunden den Mehrpreis von etwa 1000 Euro gegenüber dem normalen Fiesta schon wert sein.

Fiesta Active mit klassenüblichem Raumangebot

Kofferraum eines Ford Fiesta Active
Der Kofferraum fasst normal 225 Liter – das ist klassenüblich ∙ © Ford

Dem Cockpit bescheinigen die Tester eine gute Ergonomie. Mit dem Infotainmentsystem Ford SYNC 3 lassen sich beispielsweise Audio und Telefonfunktion via Sprache steuern. Die Bedienung per Touchscreen ist hier und da aber etwas umständlich und bedarf grundsätzlich einer Gewöhnungsphase. Unterschiede innerhalb der Baureihe gibt es hier nicht. Bei der Rundumsicht schneidet der Fiesta Active insgesamt zufriedenstellend, aber etwas schlechter ab als der normale Fiesta. Zum Beispiel, weil für den Active keine Parksensoren an der Front erhältlich sind.

Auch beim Raumangebot für die Passagiere sind die Messungen identisch. Vorn sitzen Menschen bis 1,95 Meter Körpergröße bequem, hinten reicht die Beinfreiheit nur für Personen bis 1,75 Meter, wenn vorne ein 1,85-Meter-Mensch sitzt. Auch das Kofferraumvolumen ist exakt das gleiche: 225 bis maximal 940 Liter Gepäck lassen sich in beiden Modellen mitnehmen.

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Zwei EcoBoost-Motoren jetzt mit Mildhybrid

Mit den 140 PS, die der im Jahr 2019 vom ADAC getestete Fiesta Active Plus aus dem nur einen Liter großen Motor holt, ist der kleine Ford flott unterwegs. Die Fahrleistungen sind mehr als ausreichend. In 5,5 Sekunden beschleunigt der Active von 60 auf 100 km/h, gemessen im zweiten und dritten Gang. In den Gängen vier, fünf und sechs zeigt sich der Motor ebenfalls durchzugsstark.

Unterhalb von etwa 1700 Umdrehungen ist jedoch die Laufkultur nicht besonders, hier brummt der Dreizylinder unter Last vor sich hin. Darüber ist der Fiesta aber zügig aus dem Bereich der schlechten Laufruhe heraus. Zudem steht das Drehmoment zwischen 1500 und 5000 Touren voll zur Verfügung. Der Verbrauch beträgt nach ADAC Ecotest-Messung 6,5 Liter Super pro 100 Kilometer. Das geht gerade noch so in Ordnung.

Inzwischen hat Ford das Motorenprogramm für die Fiesta-Baureihe überarbeitet und setzt zum Teil Mildhybride ein. Konkret: Der 1,1 Liter-Benziner mit 75 PS und die 1,0 Liter-EcoBoost-Aggregate mit 95 PS und mit 125 PS und 7-Gang-Automatik werden noch ohne Elektro-Unterstützung angeboten. Die 125 PS-Variante mit Handschalter ist grundsätzlich als EcoBoost Hybrid zu haben. Beim 155 PS starken Spitzenmotor ist der Zusatz MHEV für Mildhybrid ebenfalls serienmäßig.

Ford attestiert dem stärksten Einliter-Motor im Fiesta Acitve eine Beschleunigung von null auf 100 km/h in 8,9 Sekunden, die Spitze liegt bei 219 km/h. Das klingt schon von der Papierform her nach reichlich Fahrspaß. Je nach Version und Bereifung soll der EcoBoost-Mildhybrid laut NEFZ-Norm zwischen vier und 4,4 Liter Super je 100 Kilometer schlucken.

Fiesta Active: Reichlich elektronische Helfer

Für den Fiesta sind viele Assistenzsysteme lieferbar, bei der statt Active Plus mittlerweile Active X genannten Spitzenversion ist vieles schon serienmäßig an Bord: etwa der intelligente Geschwindigkeitsbegrenzer mit Tempolimit-Anzeige, ein Müdigkeitswarner, das Verkehrsschild-Erkennungssystem und ein Fernlicht-Assistent. Dazu gibt es das schlüssellose Zugangs- und Start-System, FordPass Connect inklusive Live-Traffic-Verkehrsinformationen und WLAN-Hotspot und eine induktive Ladestation für mobile Endgeräte.

Als Extra stehen ein Tempomat mit Abstands- und Kollisionswarnung parat sowie ein Notbremssystem, das mit Radar auch im höheren Geschwindigkeitsbereich arbeitet. Das ACC lässt sich im Bordcomputer auch deaktivieren und arbeitet dann wie ein klassischer Tempomat. Der aufpreispflichtige Spurwechselassistent umfasst einen Ausparkassistenten, der vor querenden Verkehrsteilnehmern beim Rückwärtsausparken warnt.

Nur mittelprächtig schneidet der Fiesta Active im Kapitel Kindersicherheit ab. Das Befestigen von Kindersitzen mit den Gurten klappt auf dem Beifahrersitz gut; hinten sind die Gurtanlenkpunkte aber für viele Kindersitze ungünstig positioniert, so dass sie sich nicht lagestabil befestigen lassen.

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum Ford Fiesta Active 1.0 EcoBoost Plus als PDF herunterladen (Test von 2019).
PDF, 856 KB
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Ford Fiesta Active: Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)Ford Fiesta Active 1.0 EcoBoost Plus (getestetes Modell)Ford Fiesta Active X 1.0 EcoBoost (aktuelles Modell)

Motor

3-Zylinder-Turbobenziner, 999 cm³, 103 kW/140 PS, 180 Nm bei 1500 U/min

3-Zylinder-Turbobenziner mit Mildhybrid, 999 cm³, 114 kW/155 PS, 240 Nm bei 2500 U/min

Fahrleistungen

9,4 s auf 100 km/h, 200 km/h Spitze

8,9 s auf 100 km/h, 219 km/h Spitze

Verbrauch

6,0 l Super/100 km, 137 g CO₂/km (WLTP)

4,0 - 4,4 l Super/100 km, 92 - 99 g CO₂/km (NEFZ)

Maße

L 4,07 / B 1,76 / H 1,50 m

L 4,07 / B 1,76 / H 1,50 m

Kofferraum

292 – 1093 l

292 – 1093 l

Leergewicht

1190 kg

1214 kg

Preis

23.650 €

25.550 €

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)Ford Fiesta Active 1.0 EcoBoost Plus

Überholvorgang 60-100 km/h

5,5 s

Bremsweg aus 100 km/h

34,3 m

Wendekreis

10,9 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC EcoTest

6,5 l Super/100 km, 179 g CO₂/km (well-to-wheel)

Reichweite

645 km

Innengeräusch bei 130 km/h

68,3 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1170 / 515 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

225 / 545 / 940 l

Test von 2019

ADAC Testergebnis

ADAC TestergebnisFord Fiesta Active 1.0 EcoBoost Plus

Karosserie/Kofferraum

3,0

Innenraum

2,5

Komfort

3,2

Motor/Antrieb

2,4

Fahreigenschaften

2,4

Sicherheit

2,5

Umwelt/EcoTest

2,4

Gesamtergebnis

2,6

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt/Ecotest werden doppelt gewertet

Das hat uns gefallen: Gute Motor-Getriebe-Einheit. Agiles und präzises Fahrverhalten. Hohes Sicherheitsniveau. Viele Assistenten lieferbar. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Das hat uns nicht gefallen: Wenig Platz im Fond. Bei unteren Drehzahlen Motorvibrationen. Parksensoren vorn nicht erhältlich.

Hier finden Sie viele weitere Fahrberichte und Autotests.

Wolfgang Rudschies
Redakteur
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