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Der ADAC

Alfa Stelvio im ADAC Test: Bis zu 510 PS in einem SUV

Frontansicht des Alfa Romeo Stelvio fahrend
Alfa Stelvio in voller Pracht: Das Topmodell ∙ © Alfa Romeo

Mit dem Alfa Stelvio will sich die Marke ihr sportliches Image zurückholen, was insbesondere für die Quadrifoglio-Version gilt. Durch das Facelift 2020 sind nun auch die letzten Schwächen der Modellreihe beseitigt

  • Cuore sportivo: Die Motoren lassen sportliche Herzen höher schlagen

  • Selbst der Basisdiesel bietet viel Fahrspaß

  • Facelift mit verbessertem Infotainment und neuen Fahrassistenten

Quadrifoglio heißt ins Deutsche übersetzt vierblättriges Kleeblatt. Und ein solches zu finden, bringt ja bekanntlich Glück. Schon ein paar Eckdaten zu Alfas stärkstem SUV lassen erahnen, welches Glückspotenzial in dem Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio steckt: Das in Kooperation mit Ferrari aufgebaute V6-Triebwerk mit 2,9 Litern Hubraum bringt es auf 510 PS und ein maximales Drehmoment von 600 Newtonmeter. Das sorgt für einen grandiosen Bumms und eine Sprintzeit von nur 3,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h!

510 PS: Alfa Stelvio stärker als Porsche Macan

Dass erst bei 283 km/h Spitze Schluss ist, macht das fesche vierblättrige Kleeblatt (Quadrifoglio) zum derzeit schnellsten Vertreter seiner Klasse. Der mit 440 PS stärkste Porsche Macan sieht hier nur noch die Rücklichter. Er braucht 4,4 Sekunden auf 100 km/h und fährt "nur" 272 km/h schnell. Im Alltag ist das zwar völlig unerheblich – aber einen Porsche auszustechen, dürfte Balsam auf die über Jahre geschundene Seele der Alfa-Fans sein. Auf der Nordschleife am Nürburgring markierte er mit seiner Rundenzeit einen neuen Rekord für SUVs. Das zeigt, welchen Aufwand die Alfa-Techniker auch beim Fahrwerk betrieben haben. 

Wer im Moment gerade keine 90.000 Euro für ein Auto übrig hat, bekommt einen Stelvio auch für weniger. "Nur" etwa die Hälfte kostet der 2.0 Turbo mit 147 kW/190 PS. Und den Turbo-Benziner mit 206 kW/280 PS lässt sich Alfa mit rund 60.000 Euro aufwärts entlohnen. Der vom ADAC noch vor dem Facelift getestete Basis-Diesel (140 kW/190 PS) ist ab rund 50.000 Euro erhältlich.

Im ADAC Test: Der 190-PS-Diesel 2.2 D

Eine ordentliche Portion Fahrspaß kann man mit dem 2.2 D auch haben. Der Vierzylinder-Turbodiesel leistet 190 PS, vor allem aber stemmt er ab 1750 Touren mächtige 450 Nm auf die Kurbelwelle. Damit hat er mehr Schmalz als viele Konkurrenten, die meist auf glatte zwei Liter Hubraum setzen.

Eigentlich kommt so nie der Wunsch nach mehr Leistung auf. Nur 7,6 Sekunden braucht der Basisdiesel für den Sprint von 0 auf 100 km/h, die Spitze liegt bei 210 km/h. Die ADAC Messungen für den Zwischensprint bestätigen die Potenz des Motors: Den Spurt von 60 auf 100 km/h schüttelt der SUV in nicht ganz fünf Sekunden aus dem Ärmel.

Insbesondere auf kurvenreichen Landstraßen bereitet auch der Diesel-Stelvio eine Menge Fahrvergnügen. Verantwortlich dafür ist nicht nur seine Kraft bei niedrigen Drehzahlen, sondern auch die für seine Klasse direkte Lenkung und das sehr sportliche Fahrwerk. Die Achtgang-Automatik reicht dazu stets den passenden Gang und wechselt die Getriebestufen zügig. Trotz hoher Karosserie und hohen Gewichts ist der Italiener eine echte Fahrmaschine.

Der Motor verbraucht im ADAC Ecotest 6,6 Liter Diesel auf 100 Kilometer, ein angesichts von Leistung und Masse ordentlicher Wert. Allerdings gibt es sparsamere Diesel-SUVs –
aber kaum sauberere: Die Harnstoffeinspritzung reduziert die Stickoxidemissionen nämlich äußerst wirkungsvoll.

Der Alfa hat ein neues Infotainmentsystem bekommen

Ganz frei von Schwächen ist aber auch der größte aller Alfas nicht. Zum Beispiel sitzt man auf der Rückbank etwas beengt, was ob der üppigen Karosseriemaße schon ein wenig verwundert. Die weiteren Schwächen sind seit dem Facelift aber zumindest im Grundsatz behoben. Der Stelvio, der heute vom Band läuft, hat nämlich ein neues Infotainmentsystem mit einem verbesserten Navi sowie Apple Carplay und Android Auto bekommen. Außerdem ist die aktive Sicherheit mit einem Stau- und Autobahnassistenten auf Höhe der Zeit gebracht worden. Fast schon zu perfekt für einen Alfa.

Hier können Sie den ausführlichen Test zum Alfa Romeo Stelvio 2.2 D als PDF herunterladen
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Technische Daten Alfa Romeo Stelvio

(Herstellerangaben)Alfa Romeo Stelvio 2.2 D Lusso Q4 AT8Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio

Motor


4-Zylinder-Turbodiesel, 2143 cm³, 140 kW/190 PS, 450 Nm bei 1750 U/min

6-Zylinder-Turbobenziner, 2891 cm³ , 375 kW/510 PS, 600 Nm bei 2500 U/min

Fahrleistungen

7,6 s auf 100 km/h,

210 km/h Spitze

3,8 s auf 100 km/h,

283 km/h Spitze

Verbrauch (nach WLTP)

6,7 l Diesel/100 km,

174 g CO₂/km

9,8 l Super/100 km,

233 g CO₂/km

Maße

L 4,69 / B 1,90 / H 1,69 m

L 4,69 / B 1,90 / H 1,69 m

Kofferraum

525 – 1600 l

525 – 1600 l

Leergewicht / Zuladung

1820 kg / 590 kg

1905 kg / 555 kg

Anhängelast (ungebremst / gebremst)

750 kg / 2300 kg

Garantie

2 Jahre

2 Jahre

Preis

ab 48.000 €

ab ca. 90.000 €

ADAC Messwerte

(Auszug)Alfa Romeo Stelvio 2.2 D Lusso Q4 AT8

Überholvorgang 60-100 km/h

4,9 s

Bremsweg aus 100 km/h

34,1 m

Wendekreis

12,6 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

6,6 l Diesel/100 km , 209 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

***

Reichweite

875 km

Innengeräusch bei 130 km/h

68,1 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1825 / 585 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

380 / 790 / 1260 l

ADAC Testergebnis

Alfa Romeo Stelvio 2.2 D Lusso Q4 AT8

Karosserie/Kofferraum

2,5

Innenraum

2,2

Komfort

2,4

Motor/Antrieb

1,7

Fahreigenschaften

2,2

Sicherheit

2,2

Umwelt/Ecotest

2,8

Gesamtnote

2,3

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppel gewertet; Test 2019 vor dem Facelift

Text: Rudolf Huber (MID), Wolfgang Rudschies