Reifen oder Räder selbst wechseln: Infos, Anleitung, Tipps

Mann wechselt Reifen
Wichtig: Für den sicheren Reifenwechsel das richtige Werkzeug benutzen ∙ © Fotolia/jayzynism

Eine Faustregel besagt: Von Ostern bis Oktober gehören Sommerreifen drauf, danach werden wieder Winterreifen montiert. Infos und Tipps zum Räderwechsel.

Reifen selbst wechseln

Wenn Sie nicht ausreichend Erfahrung beim Reifenwechsel haben, sollten Sie lieber eine Fachwerkstatt aufsuchen. Dies gilt im Besonderen für den Umgang mit großen, schweren SUV-Rädern.

Ein Problem könnte es auch mit dem Reifendruck-Kontrollsystem (RKDS) geben, mit dem seit 2014 alle Neuwagen ausgestattet sein müssen. Es schlägt Alarm, wenn sich der Druck oder die Größe der Räder geändert hat.

Ist es ein indirekt messendes System, bei dem die Bordelektronik lediglich die Abrollbewegungen der Räder analysiert, kann man die neuen Reifen bei der ersten Fahrt per Knopfdruck kalibrieren. Ist es dagegen ein direkt messendes System, bei dem im Reifen montierte Sensoren den Druck per Funk an ein Steuergerät im Auto senden, wird es kompliziert: Jeder einzelne Sensor muss mit einem Spezialgerät neu "angelernt" werden – und dann muss man ohnehin in die Reifen- oder Fachwerkstatt.

Sie müssen ein Ersatzrad unterwegs montieren, weil Ihr Fahrzeug einen Platten hat? Hier finden Sie weitere Informationen zum Wechsel nach einer Reifenpanne.

Vor dem Radwechsel: Werkzeuge & Co.

Wollen Sie den Wechsel selbst durchführen, zuerst das nötige Werkzeug bereitlegen. Dazu gehören ein stabiler Wagenheber, Unterstellbock, Radkreuz, Drahtbürste, Schachtel für Schrauben, soweit vorhanden Schlüssel für das Felgenschloss sowie Drehmomentschlüssel.

Tipp: Die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs verrät, wo der Wagenheber im Auto untergebracht und wie er zu bedienen ist. Wer die Räder regelmäßig selbst wechseln will, sollte einen stabilen Hydraulikwagenheber anschaffen. 

Beim Wechsel von Stahl- auf Leichtmetallräder, oder umgekehrt, müssen häufig unterschiedliche Schrauben oder -muttern verwendet werden. Das Gleiche gilt für Felgenschlösser zur Diebstahlsicherung. Auch diese Teile sollten griffbereit sein.

Schrauben und Profiltiefe prüfen

Radschrauben oder -muttern sollten keine Schäden aufweisen. Die Gewinde der Schraubverbindungen und die Auflageflächen müssen sauber und frei von Rost sein. Wenn nicht, eignet sich eine Drahtbürste zur Reinigung. Gewinde sollten grundsätzlich nicht geschmiert werden.

Besonders wichtig: Bereits benutzte Reifen sollten auf Schäden überprüft werden. Die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm. Wir empfehlen jedoch für Winterreifen vier Millimeter, für Sommerreifen drei Millimeter.

Radwechsel Schritt für Schritt

  • Handbremse anziehen und ersten Gang einlegen bzw. Automatik-Wählhebel in Stellung "P" bringen

  • Radkappe (soweit vorhanden) abziehen. Radmuttern oder -bolzen zunächst etwa eine Viertel Umdrehung lösen

  • Wagenheber an der korrekten Stelle des Unterbodens ansetzen. Achtung: Beachten Sie die Sicherheitshinweise in der Bedienungsanleitung

  • Fahrzeug anheben bis die Montagehöhe erreicht ist

  • Radmuttern ganz abschrauben

  • Rad abnehmen und unter das Fahrzeug legen. Leichtmetallräder können auf den Zentrierungen der Stahlnaben ziemlich fest sitzen 

  • Das Rad, das in der Vorsaison auf der Vorderachse angebracht war, kommt auf die Hinterachse und umgekehrt

  • Vor dem Aufstecken des neuen Rades die Radauflageflächen reinigen und einen Kontrollblick auf Bremsscheiben und Bremsbeläge werfen

  • Neues Rad aufsetzen und alle Radmuttern mit dem Radkreuz handfest anschrauben

  • Abgenommenes Rad unter dem Fahrzeug hervorholen

  • Auto soweit herunterlassen, dass der Reifen gerade am Boden aufsteht

  • Radmuttern über Kreuz mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen. Hier mit großer Sorgfalt vorgehen. Achtung: Für Noträder sind oft spezielle Anzugsdrehmomente vorgeschrieben

  • Die Reifen der demontierten Räder auf der Lauffläche kennzeichnen, zum Beispiel mit Wachskreide ("VR" für "vorne rechts", "HL" für "hinten links" etc.). So vermeiden Sie beim nächsten Wechsel Unklarheiten

  • Werkzeug und gekennzeichnete Reifen verstauen. Dabei die Tipps zum richtigen Einlagern beachten

 Nach dem Radwechsel: Luftdruck prüfen!

Der erste Weg mit den neuen Rädern führt zur Reifendruckkontrolle. Nach ca. 50 km die Verschraubung nochmals überprüfen und Schrauben gegebenenfalls nachziehen.

Der ADAC empfiehlt

Räder spätestens alle 8000 bis 10.000 Kilometer achsweise (also vorderes rechtes Rad nach hinten rechts usw.) tauschen. So beugen Sie unterschiedlich starker Abnutzung vor.

Bei Reifen mit unterschiedlichen Restprofiltiefen gehören die mit der größeren Profiltiefe immer an die Hinterachse.

Der achsweise Reifenwechsel geht natürlich nur, wenn das Fahrzeug nicht mit einer Mischbereifung, also unterschiedlichen Größen ausgestattet ist, die z.B. Bestandteil eines Sportfahrwerks sein kann. Weitere Infos finden Sie in der Bedienungsanleitung Ihres Fahrzeugs.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

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