ADAC Stauprognose 13. bis 15. Februar: Große Staugefahr im Süden
Von Katharina Dümmer

Am Wochenende erwartet der ADAC sehr viel Verkehr im Süden Deutschlands. In anderen Regionen könnte es aber ruhiger werden als üblich. Die Einschätzung der Fachleute im Detail.
Ferienbeginn im In- und Ausland
Staus auf dem Weg in die Skigebiete, aber weniger Berufsverkehr
Sicherheitskonferenz in München und Olympia in Italien
Staugefahr: Faschingsferien sorgen für viele Staus
Deutschland wird am Wochenende zweigeteilt: Im Süden erwarten die ADAC Fachleute sehr viel Verkehr und lange Staus, in den anderen Regionen könnte es auf den Straßen deutlich ruhiger werden als üblich.
Am Faschingswochenende erwarten die Wintersportregionen in den Alpen und teilweise auch die deutschen Mittelgebirge traditionsgemäß einen Besucheransturm. Die Koffer packen Autofahrer und Autofahrerinnen aus Teilen Baden-Württembergs, aus Bayern und Thüringen sowie Reisende aus anderen europäischen Ländern. In der Mitte und dem Süden der Niederlande etwa beginnen ebenfalls einwöchige Ferien. Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen haben noch eine zweite Ferienwoche.
Dass darüber hinaus auch viele Tages- und Wochenendausflügler unterwegs sind, verschärft die Stausituation zusätzlich. Und: Auch auf den Rückreiserouten aus den Bergen wird es nicht ohne Staus abgehen.
Rund um die Städte und speziell die Karnevalshochburgen wie etwa Main, Köln oder Düsseldorf wird es am Wochenende deutlich weniger Verkehr bzw. Berufsverkehr geben. Viele feiern Karneval. In den Städten selbst dürfte es allerdings wegen diverser Straßenumzüge eng werden. Straßensperren und Parkplatzmangel sind vorprogrammiert.
Die Baustellentätigkeit auf den Autobahnen ist weiter relativ gering. Deutschlandweit gibt es derzeit rund 561 Baustellen. Nur wenige Autobahnen sind am Wochenende gesperrt.
Winterliche Straßenverhältnisse können die Lage verschärfen und regional für Behinderungen sorgen. Bei Schnee- oder Eisregen erhöht sich die Staugefahr erheblich.
Spitzenzeiten: Skiurlauber sollten später starten
Am Freitag liegt die größte Staubelastung in der Zeit von 13 bis 19 Uhr. Wer am Samstag in den Faschingsurlaub aufbricht, sollte erst am späten Nachmittag losfahren. Die längsten Staus gibt es nach Erfahrungen des ADAC zwischen 9 und 15 Uhr. Die besten Chancen, ohne größere Störungen ans Ziel zu kommen, bestehen am Sonntag.
Nicht mit dem Auto nach München
In München findet vom 13. bis 15. Februar die Sicherheitskonferenz statt. Autofahrende sollten Fahrten in die Innenstadt meiden. Rund um das Tagungshotel Bayerischer Hof sind etliche Straßen gesperrt. Die Polizeipräsenz in der bayerischen Landeshauptstadt ist hoch.
Die Staustrecken in Deutschland
Unter anderem sind zeitweise diese Fernstraßen belastet (beide Fahrtrichtungen):
A1 Köln – Dortmund, Osnabrück – Bremen
A2 Oberhausen – Dortmund – Hannover
A3 Oberhausen – Köln
A4 Heerlen/Aachen – Köln – Olpe
A5 Karlsruhe – Basel
A7 Ulm – Füssen/Reutte
A8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg
A9 Nürnberg – München
A12 Berliner Ring – Frankfurt (Oder)
A81 Stuttgart – Singen
A93 Rosenheim – Kiefersfelden
A95/B2 München – Garmisch-Partenkirchen
A96 München – Lindau
A99 Autobahnring München
Wichtige Info für Autoreisende: Entlang einiger Autobahnen gibt es Durchfahrtsverbote.
Vollsperrungen auf Autobahnen
Zurzeit sind folgende Vollsperrungen angekündigt:
Die kurzfristigen Sperren
A40 Duisburg – Essen in beiden Richtungen zwischen Kreuz Duisburg und Kreuz Kaiserberg von Donnerstag, 12. Februar, 21 Uhr, bis Montag, 15. Februar, 5 Uhr
Die langfristigen Sperren
Umleitungen sind ausgeschildert. Kurzfristige Änderungen etwa wegen widriger Witterung und weitere Sperrtermine sind möglich. Berücksichtigt werden bei der Auflistung der langfristigen Sperren nur die überregional bedeutsamen Autobahnen. Auch auf Zubringerautobahnen oder untergeordneten Regionalautobahnen können Dauerbaustellen eingerichtet sein.
Alle Sperrungen, Baustellen und aktuelle Verkehrsinformationen finden Sie hier. Darüber hinaus bietet der ADAC NRW Infos zu speziellen Sperren in Nordrhein-Westfalen.
Staugefahr auf Autobahnen im Ausland
Die Skiurlauberkarawane quält sich an diesem Wochenende auch durch die benachbarten Alpenländer. Prekär dürfte die Situation vor allem in Österreich und in Südtirol sein. In Italien sowie den österreichischen Bundesländern Oberösterreich und Steiermark beginnen die Ferien, in den österreichischen Bundesländern Burgenland, Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg enden sie. Neben den Urlaubern mischen aber auch viele Tages- und Wochenendausflügler im Verkehrsgeschehen mit.
Den stärksten Verkehr erwartet der ADAC in den Vormittags- und späten Nachmittagsstunden des Samstags und Sonntags. Diese Strecken sind zeitweise staugefährdet:
In Österreich die West-, Inntal- und Brennerautobahn, Fernpass-Route, Arlbergschnellstraße sowie die Tiroler, Salzburger und Vorarlberger Bundesstraßen
In der Schweiz die Gotthard-Route und San-Bernardino-Route, die Zufahrtsstraßen der Skigebiete Graubündens, des Berner Oberlands, des Wallis und der Zentralschweiz; auch die Routen Bern – Zürich – St. Margarethen und Basel – Zürich – Chur
In Italien die Brennerroute sowie die Straßen ins Puster-, Grödner- und Gadertal und in den Vinschgau
Baustelle Reschenpass: So ist die aktuelle Lage
Winterolympiade in Mailand und Cortina
Seit Freitag, 6. Februar, werden die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina ausgetragen. Nach Informationen der österreichischen Autobahn-Gesellschaft Asfinag ist deshalb bis zum 22. Februar speziell an der Grenze zu Italien mit Behinderungen durch verstärkte Kontrollen zu rechnen. Auf den Routen zu den Austragungsstätten wird es zeitweise mehr Verkehr geben.
Grenzkontrollen: Wartezeiten möglich
Im Frühjahr 2025 hatten die deutschen Behörden die Einreisekontrollen an allen deutschen Grenzen verschärft. Der Pendel- und Reiseverkehr soll dabei möglichst wenig beeinträchtigt werden. Die Kontrollen sind stichprobenartig, nicht alle Fahrzeuge werden angehalten.
Vor allem an den drei Autobahnübergängen Suben (A3 Linz – Passau), Walserberg (A8 Salzburg – München) und Kiefersfelden (A93 Kufstein – Rosenheim) sind Wartezeiten sehr wahrscheinlich.
Auch bei der Ausreise aus Deutschland finden zum Teil Kontrollen unterschiedlicher Intensität statt. Betroffen sind vor allem Dänemark, die Niederlande, Frankreich und Polen. Mit Staus zu rechnen ist etwa an den Grenzübergängen A4 Ludwigsdorf (Görlitz), A11 Pomellen (Stettin), A12 Frankfurt (Oder) und A15 Forst.
Verschärfte Kontrollen an Deutschlands Grenzen: Was man wissen muss
Fahren bei winterlichen Bedingungen
Entsprechend der Jahreszeit müssen Autofahrer und Autofahrerinnen mit witterungsbedingten Behinderungen rechnen. Schneefälle und Glatteis, selbst in tieferen Lagen, sind jetzt ebenfalls jederzeit möglich. In Deutschland gilt die situative Winterreifenpflicht.
Fahrten in höhere Lagen der Alpen sollten generell nur noch mit geeigneter Winterausrüstung angetreten werden. Fast alle Alpenpässe, die in der kalten Jahreszeit geschlossen werden, wie zum Beispiel das Timmelsjoch, haben Wintersperre.
Hier finden Sie Infos zur Winterreifen- und Schneekettenpflicht in 21 europäischen Ländern.
Im Stau: Rettungsgasse bilden!
Was viele nicht wissen: Die Rettungsgasse muss bereits dann gebildet werden, wenn der Verkehr stockt, und nicht erst, wenn die Rettungskräfte mit Blaulicht und Martinshorn von hinten kommen.
Und so funktioniert die Rettungsgasse: Wer den linken Fahrstreifen befährt, weicht nach links aus, Autofahrende auf allen anderen Fahrstreifen fahren nach rechts. Ist es in engen Baustellenbereichen aufgrund deutlich schmalerer Fahrspuren nicht möglich, die Rettungsgasse korrekt zu bilden, wird empfohlen, mit genügend Abstand versetzt zu fahren. So können Autofahrende im Ernstfall in die rechte Spur einfädeln und damit den linken Fahrstreifen für Rettungskräfte freimachen.
Bußgelder für Autofahrende, die sich nicht an die Vorschriften halten, betragen bis zu 320 Euro.
Rettungsgasse im Ausland: So geht's!