Wegen Niedrigwasser: Bundesländer lockern Lkw-Fahrverbot

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Von Katharina Dümmer

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Stau wegen eines tödlichen Unfalls auf der Autobahn während der Stoßzeit.
Die Lockerung des Lkw-Fahrverbots in den Bundesländern wirkt sich bisher kaum auf den Reiseverkehr aus© Fontanis

Das Niedrigwasser auf Deutschlands Flüssen sorgt für Probleme beim Gütertransport. Um Lieferengpässe zu verhindern, lockern fast alle Bundesländer das Lkw-Fahrverbot. Was ab sofort wo gilt und worauf sich Autoreisende einstellen müssen.

  • Lockerungen gelten vorerst bis Ende August bzw. Ende September

  • Für Lkw-Transporte, die nicht mit dem Niedrigwasser zusammenhängen, keine Ausnahme

  • Mehr Verkehr auf den Autobahnen, aber keine langen Staus

Um den Reiseverkehr zu entlasten, gelten an Sonn- und Feiertagen sowie an Samstagen im Juli und August auf den meisten deutschen Autobahnen Lkw-Fahrverbote. Mitten in der Hauptreisezeit haben jetzt fast alle Bundesländer die Fahrverbote wegen der Transportprobleme auf deutschen Flüssen gelockert. Was sich damit für Autourlauber und Autourlauberinnen in den kommenden Wochen ändert.

Lkw-Fahrverbot: Das gilt normalerweise

Seit vielen Jahren besteht folgende Regelung: An Sonn- und Feiertagen dürfen in der Zeit von 0 bis 22 Uhr keine Lkw über 7, 5 Tonnen – mit einigen Ausnahmen etwa für Lebensmittel – auf den meisten deutschen Autobahnen unterwegs sein. Und in den Monaten Juli und August gibt es zusätzlich dazu ein Samstags-Fahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen von 7 bis 20 Uhr – gemäß der Ferienreiseverordnung.

Niedrigwasser: Fast alle Bundesländer lockern Verbot

Die sinkenden Flusspegel schränken den Güterverkehr in Deutschland zunehmend ein. Die Güter sollen deshalb zeitweise vermehrt auf der Straße transportiert werden. Diese Bundesländer haben die Lkw-Fahrverbote gelockert:

BundeslandAussetzung des Lkw-Fahrverbots bis

Baden-Württemberg

31.8.2026

Bayern

31.8.2026

Berlin

31.8.2026

Brandenburg

31.8.2026

Bremen

31.8.2026

Hamburg

31.8.2026

Hessen

31.8.2026

Mecklenburg-Vorpommern

31.08.2026

Niedersachsen

31.08.2026

Nordrhein-Westfalen

31.8.2026

Rheinland-Pfalz

30.9.2026

Saarland

30.9.2026

Sachsen

31.8.2026

Sachsen-Anhalt

Schleswig-Holstein

31.8.2026

Thüringen

31.8.2026

In fast allen Bundesländern gilt: Für Lkw-Transporte, die nicht mit dem Niedrigwasser im Zusammenhang stehen, bleibt das Fahrverbot bestehen. Ausnahme ist Thüringen: Hier wurde das Sonntagsfahrverbot für alle Lastwagen aufgehoben, unabhängig davon, was sie transportieren.

ADAC zur Lockerung des Lkw-Fahrverbots

Für eine befristete Aufhebung des Lkw-Fahrverbots und eine stärkere Verlagerung des Verkehrs auf die Straße zeigt der ADAC Verständnis.

Dieser Schritt erscheint vor dem Hintergrund der Herausforderungen durch das Niedrigwasser gerechtfertigt. Wichtig ist jedoch, dass die Maßnahme befristet ist und die Themen der Verkehrssicherheit, etwa das Einhalten von Ruhezeiten, Bestand haben.

Gut zu wissen:

  • Schwertransporte werden weiterhin an Sonn- und Feiertagen vermieden.

  • Ein Stauchaos dürfte ausbleiben, zumal die Sonderregelungen in fast allen Bundesländern auch nur für Lkw gelten, die unmittelbar oder mittelbar im Zusammenhang mit der Bewältigung der Folgen des Niedrigwassers stehen.

Hier geht es zur ADAC Stauprognose.

Mehr Lkw auf den Autobahnen, mehr Stau?

Die Aufhebung des Lkw-Fahrverbots hatte an den bisherigen Wochenenden kaum Auswirkungen auf das bundesweite Verkehrsgeschehen, wie die ADAC Wochenend-Staubilanz (14. bis 16.August) zeigt.

Auch der Speditionsverband BGL sieht keine großen Folgen im Verkehr. "Nach dem bisherigen Kenntnisstand können wir von einem flächendeckend erheblich höheren Lkw-Aufkommen nicht sprechen", sagte Vorstandssprecher Dirk Engelhardt. In Nordrhein-Westfalen sei nach erster Beobachtung ein leicht erhöhtes Lkw-Aufkommen festgestellt worden. "In Bayern war am vergangenen Wochenende dagegen kaum eine Zunahme zu beobachten. Auch aus Baden-Württemberg wurde bislang kein erhöhtes Stauaufkommen gemeldet."

Die zusätzlichen Möglichkeiten zum Verlagern von Transporten würden bislang "offenbar in überschaubarem Umfang" genutzt, sagte Engelhardt. "Die Lockerung des Sonntags-Fahrverbots kann vorhandene Kapazitäten flexibler nutzbar machen, schafft aber weder zusätzliche Fahrer noch zusätzliche gesetzliche Lenkzeiten." So fehlen nach früheren BGL-Angaben seit Jahren mehr als 100.000 Fahrer in Deutschland. Auch sei ein großer Teil der Fahrzeuge für bestehende Transporte eingeplant.

Mit Material von dpa.