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Drogen am Steuer: Die Strafen in Europa

Die Einnahme von Party-Drogen wie Ecstasy oder Kokain macht jede Autofahrt zu einem lebensgefährlichen Risiko. Überdies werden Fahrten unter Drogeneinfluss weltweit hart bestraft.


Da es für illegale Substanzen im Gegensatz zu Alkohol keine Grenzwerte gibt, kann schon der Nachweis geringster Mengen in Blut oder Urin zu einer Verurteilung führen – wegen der langen Abbauzeiten im Körper häufig noch weit nach der Einnahme.


Wie die Fahrt unter Drogeneinfluss in europäischen Ländern geahndet wird: 


Deutschland: Wer unter Drogeneinfluss fährt muss mit einem Bußgeld von 500 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen. Bei Ausfallerscheinungen erhöht sich das Strafmaß erheblich. Zudem wird eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) verlangt, die nur besteht, wer eine mehrmonatige Abstinenz nachweisen kann.


Frankreich: Werden bei einer Blutprobe Drogenspuren festgestellt, erfolgt auch bei vorbildlichem Fahrverhalten eine Anklage. Die Strafandrohung: Geldbuße von 4500 Euro, zwei Jahre Gefängnis und bis zu drei Jahre Führerscheinentzug. Bei einem Unfall drohen fünf Jahren Gefängnis und eine Geldbuße von 75.000 Euro. 


Türkei: Auch hier gilt die Null-Toleranz-Politik. Die Gerichte verhängen hohe Geldbußen sowie Gefängnisstrafen von bis zu zwei Jahren.


Italien: Hier muss die Fahrtüchtigkeit durch den Drogenkonsum beeinträchtigt sein, damit die Gerichte tätig werden. Das Gesetz sieht Geldbußen zwischen 1500 und 6000 Euro sowie bis zu einem Jahr Gefängnis vor. Führerscheinneulinge unter 21 Jahren bekommen doppelt so hohe Strafen. Das Auto wird – sofern Kfz-Eigentümer und Fahrer identisch sind – eingezogen und versteigert. Außerdem wird der Führerschein für bis zu vier Jahre entzogen. 


Spanien: Hier müssen Sie im schlimmsten Fall auf ihre Fahrerlaubnis verzichten. Zudem drohen bis zu sechs Monate Haft sowie Geldstrafen, die sich nach dem Monatsverdienst richten. 


Überall gilt: Auch wer ohne eigenes Verschulden unter Drogeneinfluss in einen Unfall gerät, muss mit Strafen und Kürzung des Versicherungsschutzes rechnen. Zudem werden Informationen über Verkehrsvergehen in Europa ausgetauscht, Geldstrafen aus anderen EU-Staaten also auch in Deutschland vollstreckt.


Wie wirkt welche Droge? 

Auf die Euphorie folgt meist böses Erwachen. Und noch Tage nach dem Konsum kann die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt sein.

 

DrogeWirkung
CannabisWirkt zunächst dämpfend, später setzt Ausgelassenheit ein. Das Reaktionsvermögen leidet. Gefährliche Situationen können nicht mehr richtig eingeschätzt werden
KokainKommunikationsfähigkeit, Leistungskraft und Stimmung werden deutlich verbessert. Doch ein bis zwei Stunden nach der Einnahme folgt eine extreme Erschöpfungsphase
EcstasyVertreibt Müdigkeit und intensiviert die Sinneseindrücke. Die Risikobereitschaft nimmt zu. Gleichzeitig kann Ecstasy Psychosen und Depressionen auslösen
LSDLöst Visionen aus - z.B. farbiges Sehen von Tönen. Kehrseite sind Horrortripps und die Gefahr schwerer Psychosen. Konsumenten neigen zu wahnhafter Selbstüberschätzung
HeroinFast unmittelbar nach dem Konsum setzt die euphorisierende Wirkung ein. Doch der Preis ist hoch: Es kann zu Bewusstlosigkeit und Atemlähmung mit Todesfolge kommen
Crystal MethHebt das Selbstwertgefühl, senkt Schlafbedürfnis und Schmerzempfinden. Noch Tage nach dem Konsum können Wahnvorstellungen auftreten





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