Zika-Virus: Gefährdete Gebiete und vorbeugende Maßnahmen

Eine Frau sitz auf dem Bett unter Mückennetz
In tropischen Gebieten ist das Risiko hoch, sich mit dem Zika-Virus zu infizieren. Daher sollte man auf Reisen auf Mückenschutz achten © iStock.com/Boogich

In tropischen Ländern ist das Zika-Virus weit verbreitet. In welchen Gebieten das Übertragungsrisiko hoch ist und was Reisende beachten sollten.

  • Infektion verläuft meist ohne Symptome

  • Schwangere sollten Reisen in Zika-Gebiete vermeiden

  • Mückenschutz auch tagsüber wichtig

Das Zika-Virus kommt vor allem in den Tropen und Subtropen vor. Eine Infektion ist besonders für Schwangere gefährlich, denn sie kann beim Ungeborenen zu Fehlbildungen führen. Da es keine Impfung gibt, sind vorbeugende Maßnahmen sehr wichtig.

Auch Menschen können Virus übertragen

Das Zika-Virus gehört zu den sogenannten Flaviviren. Diese ähneln den Erregern des Dengue- und Gelbfiebers. Überträger des Zika-Virus sind vor allem Gelbfiebermücken (Aedes aegypti) und die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus). Stechmücken der Gattung Aedes sind hauptsächlich in den (Sub-)Tropen verbreitet und tagaktiv. Um das Virus auf einen anderen Menschen zu übertragen, müssen die Mücken vorher eine bereits infizierte Person gestochen haben. Von dieser wird das Insekt mit dem Zika-Virus infiziert und kann den Erreger dann bei der nächsten Blutmahlzeit auf andere Menschen übertragen.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Übertragungswege. Das Virus ist nach einer Infektion längere Zeit in Sperma und anderen Körperflüssigkeiten zu finden. Durch ungeschützten Geschlechtsverkehr können sich Menschen daher auch untereinander anstecken. Bei infizierten Schwangeren wiederum kann das Zika-Virus über die Plazenta auf das Ungeborene übergehen. Möglich ist zudem eine Ansteckung durch Bluttransfusionen.

Infektionen oft symptomlos

Ein Großteil der Infektionen mit dem Zika-Virus führt weder bei Kindern noch bei Erwachsenen zu ernsten Erkrankungen. Der Krankheitsverlauf ist oft mild und ohne Beschwerden. Nur selten kommt es nach zwei bis 14 Tagen zu folgender Symptomatik:

  • leichtes Fieber

  • rötlicher Hautausschlag

  • Bindehautentzündung

  • Kopf- und Gliederschmerzen

Nach zwei bis sieben Tagen klingen die Beschwerden in der Regel folgenlos ab. Mitunter kommt es aber auch zu Komplikationen. Zu den Risikogruppen gehören Menschen mit Erkrankungen des Immunsystems oder schweren chronischen Krankheiten sowie Schwangere. Zu den möglichen Komplikationen gehört das Guillain-Barré-Syndrom. Dabei handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, die Lähmungen am ganzen Körper auslöst. Meist sind diese jedoch nach einigen Wochen vollständig verschwunden.

Bei infizierten Schwangeren kann es zu Fehlbildungen beim Ungeborenen wie einem besonders kleinen Kopf (Mikrozephalie) mit geistiger Beeinträchtigung kommen. Außerdem besteht die Gefahr für weitere Entwicklungsstörungen, beispielsweise einer angeborenen Versteifung von Gelenken oder Veränderungen der Netzhaut.

Wie lange sind Infizierte ansteckend?

Noch ist nicht eindeutig geklärt, wie lange Infizierte tatsächlich ansteckend sind. Vor allem im Sperma ist das Zika-Virus mehrere Wochen und Monate nachweisbar. Der bislang längste dokumentierte Zeitraum zwischen Infektion und sexueller Übertragung von Mann zu Frau lag bei 44 Tagen.

Verbreitung des Zika-Virus

Das Zika-Virus kommt in den Tropen und angrenzenden Ländern vor. Das Risiko, sich zu infizieren ist für Reisende vor allem in den Gebieten hoch, in denen es größere Ausbrüche gibt. Zwischen 2015 und 2017 gab es eine Zika-Virus-Epidemie in Süd- und Mittelamerika sowie in der Karibik. Laut der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) besteht nach wie vor ein Risiko für eine Infektion mit dem Zika-Virus in der Karibik sowie in Afrika, Asien, Zentralamerika, Nordamerika, auf den Pazifischen Inseln und in Südamerika. 2019 gab es auch in Südfrankreich Fälle von Zika-Virus.

Eine Übersicht über aktuelle Risikogebiete finden Sie hier: https://wwwnc.cdc.gov/travel/page/zika-travel-information

Generell sollten sich Reisende vor einem Aufenthalt in den Tropen beraten lassen (z. B. in einer auf Tropenmedizin spezialisierten Praxis). Eine Übersicht über reisemedizinische Beratungsstellen gibt beispielsweise das Robert Koch-Institut. Diese können auch Auskunft über die aktuelle Lage vor Ort geben.

Schutz vor Mückenstichen und Safer Sex

Die Gelbfiebermücke Aedes aegypti ist Überträger des Gelbfiebervirus
Um eine Ansteckung mit dem Zika-Virus zu vermeiden, ist ein effektiver Mückenschutz zu jeder Tages- und Nachtzeit nötig© imago images/zuma press

Bislang gibt es keine Impfung gegen das Zika-Virus. Es ist daher besonders wichtig, Mückenstiche – vor allem in Gebieten mit einem erhöhten Infektionsrisiko – zu vermeiden. Mücken, die den Erreger übertragen können, sind am Tag und in der Dämmerung aktiv. Ein effektiver Mückenschutz ist daher zu jeder Tages- und Nachtzeit nötig:

  • Geeignete Mückenschutzmittel für ungeschützte Hautstellen, mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin. Für ausreichenden Schutz Anwendungshinweise beachten.

  • Kleidung mit langen Ärmeln und lange Hosen tragen

  • Bestimmte Mückenschutzmittel kann man auch auf die Kleidung aufsprühen (z. B. Permethrin)

  • Auf Insektengitter vor den Fenstern sowie Moskitonetze über dem Bett achten

  • Schlafräume mit Klimaanlage bevorzugen: Kalte Temperaturen mögen Stechmücken nicht.

  • Die übertragenden Mücken brüten in stehenden Gewässern, auch in Regentonnen oder Gießkannen. Wasser regelmäßig leeren und Gefäße säubern oder Abdeckungen anbringen.

Um die Gefahr einer Übertragung durch Geschlechtsverkehr zu minimieren, sollten Reisende nur geschützten Sex haben.

Zika-Virus und Schwangerschaft

Die generelle Empfehlungen für Schwangere lauten:

  • Auf vermeidbare Reisen in Zika-Gebiete am besten verzichten. Bei unvermeidbaren Reisen gilt: auf konsequenten Mückenschutz vor Ort achten. Geschlechtsverkehr nur mit Kondom.

  • Wenn Sexualpartner der Schwangeren aus einem Zika-Virus-Gebiet zurückkehren, beim Geschlechtsverkehr bis zum Ende der Schwangerschaft Kondome verwenden oder komplett auf Sex verzichten.

  • Besteht der Verdacht einer Infektion mit dem Zika-Virus, ist eine entsprechende Überwachung der Schwangerschaft wichtig.

Das Robert Koch-Institut empfiehlt Paaren, die eine Schwangerschaft planen, folgende vorbeugende Maßnahmen:

  • Nach Rückkehr aus einem Zika-Gebiet sollten Frauen mindestens zwei Monate und Männer mindestens drei Monate keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, um eine Schwangerschaft zu vermeiden.

  • Paare ohne Symptome können ab dem 28. Tag nach Reiserückkehr testen lassen, ob sie sich infiziert haben.

Was Reiserückkehrer beachten müssen

Personen, die aus einem betroffenen Zika-Gebiet zurückkehren, können das Zika-Virus unbemerkt weitergeben. Um die Gefahr einer Übertragung zu vermeiden, gelten die gleichen Regeln wie bei einer geplanten Schwangerschaft: Frauen sollten für mindestens zwei Monate, Männer für mindestens drei Monate keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr haben. Zudem dürfen diese Personen mindestens vier Wochen lang kein Blut spenden. Wichtig ist auch, sich weiterhin etwa drei Wochen lang vor Mückenstichen zu schützen. Das verhindert, dass das Zika-Virus heimische Mücken infiziert.

Wichtig: Auslandskrankenversicherung

Eine Reise ins Ausland sollte nur mit einer privaten Auslandskrankenversicherung unternommen werden. Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland darf Kosten, die im Ausland entstehen, nur nach der deutschen Gebührenordnung erstatten. Beispielsweise werden die Kosten für einen Krankenrücktransport nicht übernommen.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.

Autorin: Kathrin Rothfischer