Der Blutdruck ist je nach Aktivität höher oder niedriger. Bei Bluthochdruck ist der Druck in den Blutgefäßen dauerhaft erhöht. Das kann die Gefäße schädigen und zu Folgeerkrankungen führen. Bluthochdruck bleibt oftmals unbemerkt Regelmäßige Kontrolle der Blutdruckwerte wichtig Risiko für Bluthochdruck steigt mit dem Alter Jeder dritte Erwachsene in Deutschland hat Bluthochdruck (Hypertonie). Im Alter zwischen 70 und 79 Jahren leben sogar drei von vier Personen mit Hypertonie. Gleichzeitig weiß knapp jeder und jede Fünfte nichts von seinen oder ihren erhöhten Blutdruckwerten. Ab wann hat man Bluthochdruck? Der medizinische Grenzwert für eine Hypertonie liegt bei über 140/90 mmHg. Ab diesen Werten ist eine Behandlung zur Senkung des Blutdrucks notwendig. Wie diese erfolgt – ob medikamentös oder durch Lebensstilanpassungen – hängt von der Art des Bluthochdrucks und bestehenden Risikofaktoren ab. Grundsätzlich können Betroffene dazu beitragen, dass der erhöhte Blutdruck sinkt, etwa durch Bewegung oder bestimmte Ernährungsweisen. Ob unmittelbar mit Medikamenten behandelt wird, oder man Effekte durch Lebensstilanpassungen abwartet, wird mit Arzt oder Ärztin individuell besprochen. Ziel der Behandlung eines Bluthochdrucks ist, die Werte wieder auf das Normalniveau zu bringen und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. So lässt sich die Gefahr für Schlaganfälle um 40 Prozent, für Herzinfarkte um 25 Prozent senken. Symptome eines Bluthochdrucks In vielen Fällen bemerken Betroffene einen dauerhaft erhöhten Blutdruck nicht, da die Beschwerden oft unspezifisch sind und sich mit der Zeit entwickeln. Oftmals machen sich Symptome erst bemerkbar, wenn der Bluthochdruck sehr hohe Werte erreicht oder bereits Folgeerkrankungen entstehen. Die Beschwerden können stressbedingt, durch körperliche Belastung oder im Ruhezustand auftreten. Zu den Symptomen eines Bluthochdrucks zählen: Kopfschmerzen unter Belastung sowie am frühen Morgen, v.a. im Hinterkopf, die sich bessern, wenn der Kopf höher gelagert wird Schwindel Ohrensausen oder andere Ohrgeräusche Innere Unruhe oder Nervosität Auffälligkeiten beim Wasserlassen, z.B. häufiges nächtliches Wasserlassen, Blut im Urin oder schäumender Urin Atembeschwerden unter Belastung Symptome eines nächtlichen Bluthochdrucks sind oftmals Schlafstörungen, unruhiger Schlaf sowie Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen. Bei Frauen können die Symptome Wechseljahresbeschwerden ähneln (Schwindel, Stimmungsschwankungen oder Hitzewallungen). Spezifische Beschwerden durch eine Hypertonie bei Männern im mittleren Lebensalter sind Erektionsprobleme. Bluthochdruck: Ab wann lebensbedrohlich? Plötzlich stark erhöhter Blutdruck (Blutdruckspitzen) als Folge von Bluthochdruck kann lebensbedrohlich werden. In solchen Fällen muss ärztlich behandelt werden, da akute Schäden an Gehirn, Herz oder Lunge entstehen können. Bereits Blutdruckwerte ab 180/100 mmHg können in Kombination mit bestimmten Symptomen zum Notfall werden: Schwindel, u.a. mit starken Kopfschmerzen Übelkeit oder Erbrechen Benommenheit oder Ohnmacht Atemnot oder Brustschmerzen Sehstörungen Einblutungen an den Augen Lähmungen oder Sensibilitätsstörungen einer Körperseite Sprechstörungen Ärztinnen und Ärzte beurteilen einen plötzlichen Bluthochdruck nicht allein nach dem Blutdruckwert. So wird auch untersucht, ob Beschwerden oder Hinweise auf Organschädigungen vorliegen (hypertensiver Notfall) oder nicht (Bluthochdruckkrise). Auslöser für solche Blutdruckentgleisungen können Stress oder beispielsweise das Absetzen der üblichen Blutdruckmedikamente sein. Je nach Fall leiten Ärztinnen und Ärzte eine medizinische Behandlung ein, die nach der notärztlichen Akutversorgung im Krankenhaus weitergeführt wird. Wenn ein plötzlicher hoher Blutdruck mit einem dieser Symptome auftritt, ist es wichtig, umgehend den Notruf 112 zu rufen. Was sind Ursachen eines Bluthochdrucks? Die Ursachen für einen Bluthochdruck sind vielfältig. Zum Großteil – in 90 Prozent der Fälle – ist die Ursache nicht eindeutig feststellbar, und es kommt zu einem Zusammenspiel diverser Risikofaktoren. Nur in etwa zehn Prozent steckt hinter dem hohen Blutdruck eine spezifische Ursache. Dazu zählen das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom, Nierenerkrankungen oder eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Risikofaktoren für Bluthochdruck sind Übergewicht Bluthochdruck in der Familie Hoher Salzkonsum Rauchen Bewegungsmangel Fettstoffwechselstörungen Erhöhter Alkoholkonsum Zunehmendes Alter Auch während einer Schwangerschaft kann sich ein Bluthochdruck entwickeln. Betroffen sind etwa sechs bis acht Prozent aller Schwangeren, wobei ein höheres Alter (ab 40 Jahre) oder eine Mehrlingsschwangerschaft Risikofaktoren für einen erhöhten Blutdruck in dieser Lebensphase sind. Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.