Alkohol am Steuer: Alles zu Wirkung, Restalkohol und Abbau

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Von Redaktion

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Ein Glsd Wiskey steht auf dem Tisch, daneben liegt ein Autoschlüssel
Wer Alkohol trinkt, sollte das Auto besser stehen lassen© Shutterstock/Marian Weyo

Alkohol am Steuer erhöht das Unfallrisiko. Welche Folgen auch schon bei geringen Promillewerten drohen und warum Restalkohol nicht unterschätzt werden darf.

  • Auch unter 0,5 Promille kann es zu Problemen kommen

  • Blutalkoholkonzentration abhängig von verschiedenen Faktoren

  • Bei Fahrfehlern: Schon ab 0,3 Promille Geld- und Freiheitsstrafen möglich

Laut Statistischem Bundesamt verunglückten 2024 über alle Arten der Verkehrsteilnahme hinweg insgesamt 17.974 Personen bei einem alkoholbedingten Unfall. Jeder 14. getötete Verkehrsteilnehmer starb im Jahr 2024 infolge eines Alkoholunfalls. Insgesamt wurden dabei 198 Menschen getötet.

Erfreulich ist, dass es insgesamt weniger Alkoholunfälle mit Personenschaden im Straßenverkehr gibt: Die Zahl hat sich zwischen 1975 und 2024 um rund 71 Prozent verringert. Dennoch ist Alkohol im Straßenverkehr weiterhin eine Unfallursache, die nicht unterschätzt werden darf. Laut Statistischem Bundesamt waren im Jahr 2024 von insgesamt 14.178 alkoholisierten Hauptverursachern von Unfällen mit Personenschaden 6442 Fahrende eines Pkw.

Schon kleine Mengen sind problematisch

Autofahrer müssen in kürzester Zeit zahlreiche Informationen und Sinneseindrücke aufnehmen und verarbeiten. Manchmal wird eine Reaktion im Bruchteil einer Sekunde notwendig, um z.B. einen Unfall zu vermeiden. Dies erfordert schon in nüchternem Zustand körperliche und geistige Höchstleistungen. 

Viele Autofahrende sind sich nicht bewusst, dass auch der Konsum von geringen Mengen Alkohol Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit hat. Alkohol beeinflusst zum Beispiel das Aufmerksamkeits- und Reaktionsvermögen negativ. Besonders gefährlich kann die Kombination aus Alkohol und Medikamenten sein. Wer Medikamente einnehmen muss, sollte sich durch den behandelnden Arzt, die Ärztin oder in der Apotheke fachlich beraten lassen.

Auswirkungen von Alkohol

Mit steigender Alkoholkonzentration erhöht sich auch die Wirkung. Aber Achtung: Bereits kleinere Mengen können zu gefährlichen Situationen im Straßenverkehr führen. Die individuelle akute Wirkung von Alkohol hängt von zahlreichen Faktoren ab, etwa vom Gesundheitszustand, Alter und Gewöhnung.

Gemäß des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit können folgende Blutalkoholwerte und die dazugehörigen Wirkungen bei Erwachsenen als Orientierung dienen. Wichtig ist, dass die tatsächliche Reaktion auf eine bestimmte Menge Alkohol aufgrund individueller Faktoren deutlich abweichen kann. Die genannten Ausfallerscheinungen bzw. Auswirkungen können also im jeweiligen Einzelfall auch bereits bei niedrigeren bzw. erst bei höheren Promillewerten auftreten.

Verlangsamte Reaktionen bereits ab 0,2 Promille

Bereits ab 0,2 Promille können sich beispielsweise Reaktionen verlangsamen und die Aufmerksamkeit verringern. Ab 0,5 Promille kann die Reaktionsfähigkeit deutlich nachlassen, insbesondere auf rote Signale (Rotlichtschwäche). Dafür steigt das Aggressionspotenzial.

Zur deutlichen Enthemmung kommt es ab 0,8 Promille. Jetzt sorgt der Alkohol für eine Einschränkung des Gesichtsfelds (Tunnelblick).

Ab 1,5 Promille spricht man von einem starken Rausch, der zum Beispiel mit schweren Koordinationsstörungen und Realitätsverkennung einhergehen kann. Ab 2,5 Promille drohen Lähmungserscheinungen und bei höheren Mengen letztendlich Kreislaufversagen und Lebensgefahr.

Übersicht: Alkoholauswirkungen bei Erwachsenen

PromillewertAuswirkungen

ab 0,2 Promille

  • verlangsamte Reaktionen, verminderte Aufmerksamkeit und Koordination von Bewegungen
  • erhöhte Risikobereitschaft; Distanzlosigkeit

ab 0,3 Promille

  • Einschränkungen des Sehfeldes; Probleme, Entfernungen richtig einzuschätzen
  • nachlassende Aufmerksamkeit

ab 0,5 Promille

  • nachlassende Reaktionsfähigkeit, v.a. auf rote Signale (Rotlichtschwäche)
  • verringerte Konzentrationsfähigkeit
  • Verschlechterung des Hörvermögens
  • gesteigerte Reizbarkeit und Aggression

ab 0,8 Promille

  • erste Gleichgewichtsstörungen
  • eingeschränktes Gesichtsfeld (Tunnelblick)
  • verminderte Reaktionsfähigkeit
  • deutliche Enthemmung/Überschätzung
  • verwaschene Aussprache, Redseligkeit und Euphorie

ab 1,0 Promille

  • deutliche Seh- und Sprachstörungen
  • Anstieg von Aggression und Risikobereitschaft
  • Orientierungssinn vermindert


ab 1,5 Promille

  • Verwirrtheit, Realitätsverkennung
  • schwere Störungen von Gleichgewicht, Koordination und Orientierung
  • lallende Aussprache


ab 2,5 Promille

  • es kommt zu Lähmungen und Bewusstseinstrübungen
  • doppeltes Sehen
  • ausgeschaltetes Erinnerungsvermögen


ab 3 Promille

  • flache Atmung, Kreislaufversagen, Sedierung
  • Bewusstlosigkeit bis hin zu Koma
  • Ab 3,5 Promille besteht Lebensgefahr!


Quelle: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, https://www.kenn-dein-limit.de/alkoholkonsum/folgen-von-alkohol/was-passiert-bei-wie-viel-promille/

Restalkohol: So lange dauert der Abbau

Junge Frau bei einer Alkoholkontrolle am Tag
Restalkohol vom Vortag und Übermüdung: Die Gefahr wird häufig unterschätzt© ADAC/Markus Hannich

Die Menge an Restalkohol, die sich am Morgen nach einem feucht-fröhlichen Abend noch im Blut befindet, wird oft unterschätzt. Die Geschwindigkeit des Alkoholabbaus beträgt etwa 0,1 Promille pro Stunde. Das bedeutet: Wer bis spät in die Nacht feiert und dabei auf Alkohol nicht verzichtet, für den besteht die Gefahr, dass er selbst am nächsten Morgen nicht fahrtauglich ist. Erst im Lauf des Tages baut sich Restalkohol vollständig ab.

Blutalkoholkonzentration berechnen

Menschen vertragen Alkohol unterschiedlich gut, dies hängt zum Beispiel ab von Geschlecht und Gewicht. Grobe Anhaltspunkte für die Blutalkoholkonzentration bietet der ADAC Promillerechner. So hat ein Mann mit 75 Kilo Gewicht, der zum Beispiel innerhalb von zwei Stunden vier Bier à 0,5 Liter mit einem Alkoholgehalt von fünf Volumenprozent zu sich nimmt, theoretisch eine Blutalkoholkonzentration von rund 1,2 Promille.

Für eine exakte Berechnung der Blutalkoholkonzentration sind allerdings zahlreiche individuelle Faktoren, wie z.B. die Magenfüllung wichtig. Wenn man davon ausgeht, dass zum Beispiel um 3 Uhr morgens eine Blutalkoholkonzentration von 1,2 Promille vorliegt und ca. 0,1 Promille pro Stunde abgebaut werden, bedeutet dies, dass die 0,3-Promille-Grenze erst um die Mittagszeit unterschritten wird.

Aber Achtung: Promille-Berechnungen bilden immer nur einen Orientierungswert.

Promillerechner

Der Promillerechner dient nur zur groben Orientierung und trifft keine Aussage über die individuelle Fahrtüchtigkeit. Alle Angaben sind ohne Gewähr.

Alkohol am Steuer: Rechtliche Folgen

Restalkohol, Übermüdung und Kater können das Reaktionsvermögen negativ beeinflussen. Wer dann einen alkoholbedingten Fahrfehler begeht, den Verkehr gefährdet oder einen Unfall verursacht, muss schon ab 0,3 Promille Blutalkohol mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe, Punkten und einer Entziehung der Fahrerlaubnis rechnen.

Wenn der 75-Kilo-Mann aus dem obigen Beispiel nach vier Bier eine Blutalkoholkonzentration von ca. 1,2 Promille hat und dann ein Kraftfahrzeug fährt, drohen ihm eine Geld- oder Freiheitsstrafe, drei Punkte und mindestens neun Monate Führerscheinentzug. Möglicherweise muss er sogar zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU).

Bei einem Unfall wird es teuer: Es droht ein Regress der eigenen Kfz-Haftpflichtversicherung bis 5000 Euro und die Kaskoversicherung kann die Leistung voll oder teilweise kürzen.

Alkoholkontrolle: Welche Strafen drohen?

Nicht abgebildet werden Fälle, bei denen auch Drogen konsumiert wurden. Alle Angaben sind ohne Gewähr.

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Probezeit: Absolutes Alkoholverbot

Für Personen vor Vollendung des 21. Lebensjahres und für alle Fahranfänger in der Probezeit gilt bei Fahrten mit dem Kraftfahrzeug ein absolutes Alkoholverbot.

Radfahrende müssen die Grenze der absoluten Fahruntüchtigkeit von 1,6 Promille beachten, um keine Straftat zu begehen. Bei einer Fahrradfahrt mit 1,6 Promille oder mehr muss der Radfahrende zur MPU. Hier finden Sie mehr Informationen zur Promillegrenze beim Fahrradfahren.

Mehr Infos zu Promillegrenzen und Strafen.