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Das sollten Dieselfahrer wissen

13.09.2017

Sind Benziner wirklich sauberer? Soll man einen gebrauchten Diesel jetzt verkaufen? Kann sich Erdgas/Autogas als Alternative zum Diesel durchsetzen? Wir haben wichtige Fragen gesammelt und geben Dieselfahrern Antworten.

Die Diesel-Debatte geht weiter und hat die deutsche Autoindustrie weiter im Griff.

Sind Benziner wirklich sauberer?

Bei den Stickoxiden sind Benzinmotoren in der Regel deutlich sauberer. Die Partikelzahl ist bei einigen Modellen aktuell aber noch zu hoch. Daher wird auch der Benziner einen Partikelfilter für Ottomotoren (OPF) erhalten. Alle Ergebnisse und Empfehlungen liefert der ADAC EcoTest.

Soll man einen gebrauchten Diesel jetzt verkaufen?

Vorschnelle Entscheidungen sind in keinem Fall ratsam. Heute weiß noch keiner, ob und wenn ja, welche Beschränkungen es künftig für Diesel-Pkw geben wird. Wer nie in eine Stadt fährt, braucht sich diesbezüglich ohnehin keine Gedanken zu machen. Nur wer mit seinem Fahrzeug in Innenstädte fahren möchte, ist eventuell von Fahrverboten betroffen. Die Diskussion über die Zukunft des Diesels ist in Deutschland noch nicht beendet.

Kann sich Erdgas/Autogas als Alternative zum Diesel durchsetzen?

So konkret lässt sich das nicht beantworten. Hier spielen viele Faktoren eine Rolle. Gerade Erdgas ist besonders umweltfreundlich. Aber die Infrastruktur ist – anders als im Autogasbereich – nicht ausreichend. Es gibt nicht genug Modelle und auch das Marketing der Hersteller ist überschaubar. Außerdem sieht es so aus, also ob Verbraucher gegenüber Gas eine reservierte Haltung haben, die auf verborgene Ängste schließen lässt. Aus Sicht unserer Tests kann man nicht sagen, dass ein Gasantrieb per se gefährlicher wäre als ein Diesel- oder Benzinmotor.

Sollte man jetzt besser einen Benziner kaufen?

Der Diesel ist nach wie vor ein Auto für Vielfahrer und längere Strecken. Wer 10.000 Kilometer oder weniger im Jahr zurücklegt und überwiegend in der Stadt unterwegs ist, der braucht kein Dieselfahrzeug. Dagegen ist ein Benziner für Vielfahrer weniger geeignet. Entscheidend für die Wahl Benziner oder Diesel ist somit das persönliche Fahrprofil des Autofahrers.

Wichtig: Benziner-Pkw haben kein Problem mit Stickoxiden. Deswegen sind diese Fahrzeuge derzeit auch nicht im Fokus der Diskussion. Außerdem sollte man auch weitere Alternativen, wie beispielsweise den Erdgasantrieb, in Betracht ziehen. Er weist geringe Kraftstoffkosten und sehr saubere Abgaswerte auf. Wer trotzdem einen Diesel kaufen möchte, sollte darauf achten, dass das neue Fahrzeug die Abgasnorm Euro 6d (TEMP) erfüllt, und damit die Emissionen auch im realen Betrieb eingehalten werden. Hersteller ziehen die Markteinführung noch hinaus.

Was ist von den Rabattprogrammen der Hersteller zu halten? 

Für Verbraucher sind Vergünstigungen der Autohersteller in Form von Rabatten oder Prämien immer interessant. Neuwagenkäufer sollten jedoch genau darauf achten, ob das Gesamtangebot stimmt und der Restwert des Altfahrzeuges angemessen berücksichtigt wurde. Wer erwägt, ein Diesel-Neufahrzeug zu kaufen, sollte darauf achten, dass dieses auch im realen Betrieb niedrige NOx-Emissionen aufweist. Das ist bei Einhaltung der ab September für neue Modelle vorgeschriebenen neuen Euro 6d-TEMP-Norm oder der ab 2020 gültigen Euro 6d-Norm der Fall. Es zeigt sich aber, dass die Hersteller die Zulassungen für ihre Modelle hinausschieben.

Wie können betroffene Dieselbesitzer herausfinden, was ihr Auto noch wert ist? 

  • Online in unserem Ratgeber für Fahrzeugverkauf/Gebrauchtwagen. Dieser ist für ADAC Mitglieder kostenlos.
  • Die ADAC Regionalclubs bieten eine schriftliche Wertermittlung über die DAT-Analyse.
  • Über die ADAC Prüfdienste (inklusive Untersuchung technischer Zustand, Unfallfreiheit, Nachlackierung, Katalysatorprüfung, schriftliche Wertermittlung).

Dieselskandal: Kein Ende in Sicht

ADAC Technikchef Dr. Reinhard Kolke erklärt im Interview, ob Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge abzuwenden sind, wie technische Nachrüstungen aussehen könnten und welche Verantwortung die Hersteller übernehmen müssten.

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