Sturm- & Schlagloch-Schäden

26.4.2018

Wer kommt für den Unfall auf der Dienstfahrt oder die Regulierung eines Sturm- oder Wasserschadens am Fahrzeug auf? Wer hilft nach einem Wildschaden? Wer kommt für einen Steinschlag auf der Windschutzscheibe auf? Oder wer haftet, wenn das Auto nach der Fahrt durch die Waschstraße nicht nur sauber, sondern auch beschädigt ist?

Unfall durch Schlaglöcher: diese Ansprüche haben Sie
Nicht immer ist ein anderes Fahrzeug schuld an den Schäden des eigenen Autos.
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Sturm- und Wasserschaden

Wenn ein Arbeitnehmer seinen Privat-Pkw auf einer Dienstfahrt benutzt, trägt der Arbeitgeber grundsätzlich das Unfallrisiko. Die Nutzung muss jedoch auf Anweisung des Arbeitgebers, im Betätigungsbereich des Arbeitgebers erfolgen. Schäden am Privatfahrzeug trägt in diesem Fall die Firma.

Soweit die Benutzung des Privat-Pkw zum allgemeinen Lebensrisiko gehört, besteht kein Ersatzanspruch gegenüber dem Arbeitgeber. Der Arbeitnehmer hat diese Schäden selbst zu tragen. Der Arbeitgeber zahlt daher nicht bei Schäden in folgenden Situationen:

  • Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstelle,
  • Parken auf Firmenparkplatz,
  • Fahrten zu Lehrgangsorten, wenn der Pkw nur zur persönlichen Erleichterung oder Zeitersparnis verwendet wird. 

 
Anders
ist es, wenn die Fahrt zum Lehrgang

  • auf Weisung des Arbeitgebers oder
  • aufgrund betrieblicher Veranlassung erfolgt.

 
Dann hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer seine Schäden durch den Einsatz des Privat-PKW zu ersetzen.

Zahlt der Arbeitgeber eine Kilometerpauschale kann diese - je nach Höhe - im Einzelfall das Schadensrisiko des Arbeitgebers abdecken. Diese Zahlung kann den Ersatzanspruch gegenüber dem Arbeitgeber ausschließen. Zahlt er lediglich den steuerlich zulässigen Kilometersatz, deckt dies nur den Rückstufungsschaden in der Kfz-Haftpflichtversicherung ab. Soll der Schaden am Kfz des Arbeitnehmers mit abgedeckt werden, ist eine Dienstreise-Kasko-Versicherung empfehlenswert oder ein Zuschuss zu einer vom Arbeitnehmer abzuschließenden Vollkaskoversicherung.

Wird ein Dienstwagen benutzt, gelten die Grundsätze der Haftungsmilderung. Der Arbeitnehmer haftet bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit voll für den Schaden am Dienstwagen. Bei normaler oder mittlerer Fahrlässigkeit kommt es zur Aufteilung. Regelmäßig trägt der Arbeitnehmer in diesen Fällen max. die Vollkaskoselbstbeteiligung. Bei leichtester Fahrlässigkeit haftet er gar nicht.

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Schlaglöcher - was nun?

Äste oder Dachziegel auf dem Auto oder Schäden durch ein "Jahrhunderthochwasser" - worauf muss der Geschädigte achten und welche Versicherung greift in diesen Fällen.

Sturmschaden

Wer mit seinem Auto gegen einen umstürzenden Baum fährt oder auf wessen Auto Äste oder auch Dachziegel fallen, kann den Schaden über die bestehende Teilkaskoversicherung geltend machen. Die Teilkaskoversicherung zahlt in diesen Fällen, wenn nachweislich Sturm mit mindestens Windstärke 8 geherrscht hatte. 

Die Teilkaskoversicherung zahlt nicht, wenn der Schaden durch das Auffahren auf einen bereits auf der Straße liegenden Baum verursacht wird. Hier ist eine Vollkaskoversicherung erforderlich: Der Sturm hat sich in diesem Fall nicht unmittelbar ausgewirkt. 

Bei einer Regulierung über die Teilkaskoversicherung findet keine Rückstufung in den Schadenfreiheitsklassen statt. Es wird lediglich die dort vereinbarte Selbstbeteiligung vom zu zahlenden Betrag abgezogen. 

Zahlt die Vollkaskoversicherung, wird der Versicherungsvertrag im nächsten Kalenderjahr schlechter eingestuft. Etwas anderes gilt bei einem bestehenden Rabattschutz, der von den meisten Kfz-Versicherungen angeboten wird. 

Hat der Geschädigte keine Teilkaskoversicherung oder will er die Selbstbeteiligung und andere nicht versicherte Schadenpositionen geltend machen, muss er der Gemeinde, dem Haus- oder Gartenbesitzer oder dem Straßenbetreiber eine sog. Verkehrssicherungspflichtverletzung nachweisen. Hiervon ist auszugehen, wenn sich der Verkehrssicherungspflichtige nicht ausreichend um die Sicherheit von Straßen, Bäumen, Häusern oder Verkehrsschildern vor dem Schaden gekümmert hat. 

Überschwemmungsschäden beim abgestellten Fahrzeug

Die Schadenregulierung bei Überschwemmungsschäden an abgestellten Fahrzeugen erfolgt über die Teilkaskoversicherung.

Die Kaskoversicherung kann die Leistung verweigern, wenn das Fahrzeug nicht rechtzeitig aus dem Überschwemmungsgebiet gefahren wurde, obwohl die Möglichkeit dazu bestand.

Wasserschaden beim fahrenden Fahrzeug

Befährt das Fahrzeug eine überschwemmte Straße und dringt Wasser in den Zylinderraum ein, das im Zusammenhang mit der Hubbewegung des Kolbens einen sog. Wasserschlag (Motorschaden) verursacht, ist die Teilkaskoversicherung nicht eintrittspflichtig, da der Schaden nicht unmittelbar durch die Überschwemmung, sondern durch das Fahrverhalten des Versicherten verursacht wurde. 

Der sogenannte Wasserschlag ist in der Teilversicherung ausnahmsweise dann gedeckt, wenn die Überschwemmung so plötzlich auftritt, dass der Motor nicht mehr rechtzeitig abgestellt werden kann.

Der durch Einfahren in eine überflutete Straße entstandene Motorschaden stellt einen Unfallschaden dar, für den die Vollkaskoversicherung grundsätzlich eintrittspflichtig ist.

Allerdings kann diese die Leistung mit der Begründung, der Schaden sei grob fahrlässig herbeigeführt worden, ganz oder teilweise verweigern, wenn die Überflutung für den Fahrer erkennbar war und dieser die Straße trotzdem befuhr.

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Kontakt

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