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Ibiza | 14.10.2019

Lexus RX: So geht dem Luxus-SUV ein Licht auf

Lexus RX Fahraufnahme frontal
Typisch Lexus: Auch der RX hat den markanten Kühlergrill

Lexus hat sein Oberklasse-SUV RX dezent überarbeitet. Optisch präsentiert sich der komfortable Hybrid kaum verändert, dafür hält eine neue Licht-Technik Einzug. Testfahrt, Daten, Preise, Verbrauch.

  • Optisch wurde der Lexus RX kaum verändert
  • Neue Licht-Technologie steht im Mittelpunkt des Facelifts
  • Fokus auf Hybridantrieb mit 313 PS Leistung
  • Endlich mit Apple CarPlay und Android Auto


Matrix-LED-Licht
scheint ein paar Jahre nach seiner Einführung jetzt bei allen Herstellern ein Trend zu werden. Es erlaubt, die Straße gezielt zu beleuchten und vor allem entgegenkommenden Fahrzeuge oder reflektierende Schilder passgenau auszublenden.

Nun verwendet auch Lexus die Technik und führt beim überarbeiteten Oberklasse-SUV RX (zumindest in den teuersten Ausstattungslinien) die sogenannte BladeScan-Technologie für das Fernlicht ein: Herzstück der neuen Lichter ist ein klingenförmiger Spiegel, der mit bis zu 6000 Umdrehungen pro Minute rotiert und die von wenigen Leuchtdioden erzeugte Helligkeit nach vorn projiziert.

Tipp Icon

So funktioniert die Lichttechnik des Lexus RX

Im Grunde läuft das Licht von links nach rechts über die Straße, ob der hohen Geschwindigkeit sieht es für das menschliche Auge aber aus wie ein normaler Lichtkegel. Einer, der die Umgebung noch besser ausleuchten soll als alles bisher Dagewesene, und der einzelne Bereiche noch präziser ausblenden kann. Dazu erlischt für einen Sekundenbruchteil die Lichtquelle; genau dann, wenn der Spiegel den betroffenen Bereich beleuchten würde.

Wie lange die empfindliche Technik auf holprigen Straßen durchhält, muss sich zeigen; Lexus soll zumindest in mehr als 10.000 Test-Stunden keine Probleme festgestellt haben.

Hybridantrieb: V6-Benziner und zwei E-Motoren

Zoom-In
Lexus RX Fahraufnahme von hinten
Komfortabel: Nur optisch mimt der Lexus RX den Dynamiker

Zugute kommt dem schnelldrehenden Scheinwerfer sicher, dass es im RX 450h nicht so sehr hoppelt wie in manch anderen SUV. Zwar hinterlässt das japanische Dickschiff äußerlich einen sportiven Eindruck, der mit der jüngsten Überarbeitung noch einmal nachgeschärft wurde. Doch das ebenfalls überarbeitete Fahrwerk ist eher aufs gemütliche Reisen ausgelegt.

Das beherrscht der RX selbst in der dezidiert dynamischen F-Sport-Version noch ausgesprochen gut. Dass er in der Kurve ein wenig mehr wankt, als manch Mitbewerber, stört dabei ebenso wenig, wie die Tatsache, dass sich der Antrieb nicht wirklich nach 313 PS anfühlt.

Bereit gestellt wird die Kraft von einer Hybridkombination aus 3,5-Liter-V6-Saugbenziner und zwei Elektro-Motoren, die auch den Allradantrieb realisieren; gerade letztere versprechen mit 335 (vorne) beziehungsweise 139 Newtonmeter Drehmoment an der Hinterachse einen besonders kraftvollen Antritt.

Doch auch hier zeigt sich der RX eher von der gemütlichen Seite: Von null auf 100 geht es zwar in 7,7 Sekunden, gefühlt dauert es aber länger. Das liegt vor allem an der Lexus-typischen, stufenlosen Automatik, die den Druck aufs Gaspedal nicht immer ohne Umschweife in Vortrieb umsetzt.

Immerhin: Das sonst übliche lautstarke Jaulen des Verbrenners beim kräftigen Tritt aufs Gas wurde gut weggedämmt. Die Höchstgeschwindigkeit fällt mit 200 km/h in dieser Klasse eher niedrig aus – wer zur siebensitzigen Langversion 450hL greift, darf sogar nur Tempo 180 fahren. Viel schneller will und muss man mit einem 2,2-Tonnen-SUV aber auch nicht unterwegs sein. 

Hybrid-Verbrauch: Laut Norm nur 5,8 l/100km

Zoom-In
Lexus RX Fahraufnahme seitlich
Der Fünfsitzer ist 4,89 Meter lang, der Siebensitzer kommt auf 4,99

Dass der knapp fünf Meter lange RX so schwer ist, liegt nicht, wie bei anderen Modellen mit mehreren Motoren, an der Batterie; auch der reine Benziner RX 300 mit seinem 238 PS starken Vierzylinder, den Lexus zukünftig nur noch auf ausdrücklichen Kundenwunsch verkaufen will, bringt über zwei Tonnen auf die Waage. 

Der Akku im 450h ist ohnehin ziemlich klein dimensioniert, hält lediglich genug Strom für ein paar hundert Meter elektrisches Fahren bereit und kann nicht an der Steckdose geladen werden: Schließlich ist der RX kein Plug-in-Hybrid.

Trotzdem sorgt die Hybrid-Betriebsstrategie dafür, dass der Verbrenner so oft wie möglich abgestellt wird. Das gelingt vor allem im Stadtverkehr gut, wo der Akku durch das häufige Bremsen und Ausrollen geladen wird. Besonders beim Anfahren kann der Elektroantrieb den Benziner wirkungsvoll unterstützen.

Der Verbrauch liegt auf dem Papier so bei sparsamen 5,8 Litern Super im Schnitt, in der Praxis muss man allerdings einen ordentlichen Aufschlag einkalkulieren.   

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Preis: Der Lexus RX 450h kostet 61.350 Euro

Den gab es übrigens auch beim Preis: Der aufgefrischte Lexus RX 450h kostet mit mindestens 61.350 Euro fast 2500 Euro mehr als bisher. Dafür wurden die Assistenzsysteme erweitert. Der SUV erkennt Fußgänger jetzt auch bei Nacht, Abstandstempomat und Spurhalter arbeiten eng zusammen und eine Kamera erfasst Verkehrsschilder.

Neu hinzugekommen ist auch die Möglichkeit, Smartphones per Apple CarPlay oder Android Auto mit dem Infotainmentsystem zu verbinden, das in der Serie mit einem 8-Zoll-Touchscreen und in den besseren Ausstattungen mit einem 12,3-Zoll-Bildschirm aufwartet. Geblieben ist das Touchpad auf der Mittelkonsole, mit dem es sich etwas umständlich durch die Menüs navigiert; der direkte Fingertipp auf das näher an die Passagiere herangerückte Display ist deutlich einfacher.

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Ansonsten hat sich innen nicht viel getan: Die Passagiere in Reihe drei der zehn Zentimeter längeren Langversion dürfen sich dank einer verschiebbaren Rückbank über mehr Beinfreiheit freuen, auf allen anderen Plätzen saß man bisher schon recht gemütlich. Serienmäßig sind die großen Vordersitze elektrisch einstellbar, beheizbar und abgesehen vom Basis-Modell ist das Gestühl immer mit weichem Leder bezogen.

Überhaupt bieten Materialauswahl und Verarbeitung keinen Grund zur Kritik, genauso wie das ordentliche Platzangebot im Kofferraum (bis zu 1612 Liter) und die tadellose Geräuschdämmung: RX-Passagiere werden gekonnt vom Straßenlärm abgeschirmt. Und will man der Umwelt doch ein wenig Einlass gewähren, ist man nicht minder überrascht: Es gibt auf dem Markt wohl keinen leiseren elektrischen Fensterheber als im Lexus RX. 

Technische Daten (Herstellerangaben) Lexus RX 450h
Motor Sechszylinder-Hybrid-Benziner, 3456 cm3, 230 kW/313 PS Systemleistung
Fahrleistungen
7,7 s auf 100 km/h, 200 km/h (Siebensitzer: 180 km/h) Spitze
Verbrauch 5,8 – 5,9 l Super/100 km, 132 – 134 g CO2/km
Maße L 4,89 / B 1,90 / H 1,69 m
Kofferraum 539 – 1612 l
Preis ab 61.350 €

Text: Michael Gebhardt. Fotos: Toyota.

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