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Lexus RX: Dem Luxus-SUV geht ein Licht auf

Ein Lexus RX 450h fährt auf einer Straße
Typisch Lexus: Auch der RX hat den markanten Kühlergrill ∙ Lexus

Mit der letzten Überarbeitung hat beim Oberklasse-SUV Lexus RX eine neue Lichttechnik Einzug gehalten. Testfahrt, Daten, Preise, Verbrauch.

  • Optisch wurde der Lexus RX kaum verändert

  • Matrix-Licht steht im Mittelpunkt des Facelifts

  • Fokus auf Hybrid-Antrieb mit 313 PS Leistung

Matrix-LED-Licht liegt ein paar Jahre nach seiner Einführung jetzt bei fast allen Herstellern im Trend. Es erlaubt, die Straße gezielt zu beleuchten und vor allem entgegenkommende Fahrzeuge oder reflektierende Schilder trotz Dauerfernlichts passgenau auszublenden.

Auch Lexus verwendet diese Technik und hat bei der Überarbeitung des Oberklasse-SUV RX (zumindest in den teuersten Ausstattungslinien) die sogenannte BladeScan-Technologie für das Fernlicht eingeführt: Herzstück der neuen Lichter ist ein klingenförmiger Spiegel, der mit bis zu 6000 Umdrehungen pro Minute rotiert und die von wenigen Leuchtdioden erzeugte Helligkeit nach vorn projiziert.

So funktioniert die Lichttechnik des Lexus RX

Im Grunde läuft das Licht von links nach rechts über die Straße, ob der hohen Geschwindigkeit sieht es für das menschliche Auge aber aus wie ein normaler Lichtkegel. Einer, der die Umgebung noch besser ausleuchten soll als alles bisher Dagewesene und der einzelne Bereiche noch präziser ausblenden kann. Dazu erlischt für einen Sekundenbruchteil die Lichtquelle – genau dann, wenn der Spiegel den betroffenen Bereich beleuchten würde. Wie lange die empfindliche Technik auf holprigen Straßen durchhält, muss sich zeigen; Lexus soll zumindest in mehr als 10.000 Teststunden keine Probleme festgestellt haben.

Hybridantrieb: V6-Benziner und zwei E-Motoren

Die Heckansicht eines Lexus RX 450h der auf einer Straße fährt
Komfortabel: Nur optisch mimt der Lexus RX den Dynamiker ∙ Lexus

Zugute kommt dem schnelldrehenden Scheinwerfer sicher, dass es im RX 450h nicht so sehr hoppelt wie in manch anderem SUV. Zwar hinterlässt das japanische Dickschiff äußerlich einen sportiven Eindruck, der mit der letzten Überarbeitung sogar noch einmal nachgeschärft wurde. Doch das ebenfalls überarbeitete Fahrwerk ist eher aufs gemütliche Reisen ausgelegt. Das beherrscht der RX selbst in der dezidiert dynamischen Version F-Sport noch ausgesprochen gut. Dass er in der Kurve ein wenig mehr wankt als manch ein Mitbewerber, stört dabei ebenso wenig wie die Tatsache, dass sich der Antrieb nicht wirklich nach 313 PS anfühlt.

Bereitgestellt wird die Kraft von einer Hybrid-Kombination aus 3,5-Liter-V6-Saugbenziner und zwei Elektromotoren, die auch den Allradantrieb realisieren; gerade Letztere versprechen mit 335 (vorn) beziehungsweise 139 Newtonmetern Drehmoment an der Hinterachse einen besonders kraftvollen Antritt.

Lexus RX: Eher gemütlich als sportlich

Doch auch hier zeigt sich der RX eher von der gemütlichen Seite: Von null auf 100 geht es zwar in 7,7 Sekunden, gefühlt dauert es aber länger. Das liegt vor allem an der Lexus-typischen stufenlosen Automatik, die den Druck aufs Gaspedal nicht immer ohne Umschweife in Vortrieb umsetzt.

Immerhin: Das sonst übliche lautstarke Jaulen des Verbrenners beim kräftigen Tritt aufs Gas wurde gut weggedämmt. Die Höchstgeschwindigkeit fällt mit 200 km/h für diese Klasse eher niedrig aus – wer zur siebensitzigen Langversion 450hL greift, darf sogar nur Tempo 180 fahren. Viel schneller will und muss man mit einem 2,2-Tonnen-SUV aber auch nicht unterwegs sein.

Hybrid-Verbrauch: Laut Norm nur 5,8 l/100 km

Die Seitenansicht eines Lexus RX 450h der auf einer Straße fährt
Der Fünfsitzer ist 4,89 Meter lang, der Siebensitzer kommt auf 4,99 Meter ∙ Lexus

Dass der knapp fünf Meter lange RX so schwer ist, liegt nicht wie bei anderen Modellen mit mehreren Motoren an der Batterie; auch der reine Benziner RX 300 mit seinem 238 PS starken Vierzylinder, den Lexus zukünftig nur noch auf ausdrücklichen Kundenwunsch verkaufen will, bringt über zwei Tonnen auf die Waage. Der Akku im 450h ist ohnehin ziemlich klein dimensioniert, hält lediglich genug Strom für ein paar hundert Meter elektrisches Fahren bereit und kann nicht an der Steckdose geladen werden: Schließlich ist der RX kein Plug-in-Hybrid.

Trotzdem sorgt die Hybrid-Betriebsstrategie dafür, dass der Verbrenner so oft wie möglich abgestellt wird. Das gelingt vor allem im Stadtverkehr gut, wo der Akku durch das häufige Bremsen und Ausrollen geladen wird. Besonders beim Anfahren kann der Elektroantrieb den Benziner wirkungsvoll unterstützen.

Der Verbrauch liegt auf dem Papier so bei sparsamen 5,8 Litern Super im Schnitt, in der Praxis muss man allerdings einen ordentlichen Aufschlag einkalkulieren.

Preis: Der Lexus RX 450h kostet 61.350 Euro

Einen Aufschlag gab es übrigens auch beim Preis: Der aufgefrischte Lexus RX 450h kostet mit mindestens 61.350 Euro fast 2500 Euro mehr als vor der Modellpflege. Dafür wurden die Assistenzsysteme erweitert. Der SUV erkennt Fußgänger jetzt auch bei Nacht, Abstandstempomat und Spurhalter arbeiten eng zusammen und eine Kamera erfasst Verkehrsschilder.

Neu hinzugekommen ist auch die Möglichkeit, Smartphones per Apple CarPlay oder Android Auto mit dem Infotainment-System zu verbinden, das in der Serie mit einem 8-Zoll-Touchscreen und in den besseren Ausstattungen mit einem 12,3-Zoll-Bildschirm aufwartet. Geblieben ist das Touchpad auf der Mittelkonsole, mit dem es sich etwas umständlich durch die Menüs navigiert; der direkte Fingertipp auf das näher an die Passagiere herangerückte Display ist deutlich einfacher.

Viel Platz, ansprechende Materialien

Die Rückbank eines Lexus RX 450h
Viel Platz im Lexus RX auch auf der Rückbank ∙ Lexus

Die Passagiere in Reihe drei der zehn Zentimeter längeren Langversion dürfen sich dank einer verschiebbaren Rückbank über ordentlich Beinfreiheit freuen, auf allen anderen Plätzen saß man bisher schon recht gemütlich. Serienmäßig sind die großen Vordersitze elektrisch einstellbar, beheizbar, und abgesehen vom Basismodell ist das Gestühl immer mit weichem Leder bezogen.

Überhaupt bieten Materialauswahl und Verarbeitung keinen Grund zur Kritik, genauso wie das ordentliche Platzangebot im Kofferraum (bis zu 1612 Liter) und die tadellose Geräuschdämmung: RX-Passagiere werden gekonnt vom Straßenlärm abgeschirmt. Und will man der Umwelt doch ein wenig Einlass gewähren, ist man nicht minder überrascht: Es gibt auf dem Markt wohl keinen leiseren elektrischen Fensterheber als im Lexus RX.

Lexus RX: Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)

Lexus RX 450h

Motor

Sechszylinder-Hybrid-Benziner, 3456 cm³, 230 kW/313 PS Systemleistung

Fahrleistungen

7,7 s auf 100 km/h, 200 km/h (Siebensitzer: 180 km/h) Spitze

Verbrauch

5,8 – 5,9 l Super/100 km, 132 – 135 g CO₂/km

Maße

L 4,89 / B 1,90 / H 1,69 m

Kofferraum

539 – 1612 l

Preis

ab 61.350 €

Text: Michael Gebhardt

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