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Führerschein: Wie viele Pflichtstunden, Sonderfahrten und Theoriestunden braucht man?

Fahrschülerin im Auto während einer Fahrstunde
Die Anzahl der Sonderfahrten ist gesetzlich geregelt ∙ © iStock.com/LightFieldStudios

Wie viele Theoriestunden, Pflichtfahrstunden und Sonderfahrten man absolvieren muss, hängt von der angestrebten Führerscheinklasse ab. Pkw, Motorrad, Mofa: Das sind die Regeln für die Theorie- und Praxisausbildung.

Für die Anzahl der Praxisstunden im Rahmen einer Führerscheinausbildung gelten in Deutschland keine gesetzlichen Mindestanforderungen. Nur für die sogenannten Sonderfahrten gibt es – je nach Klasse der angestrebten Fahrerlaubnis – Auflagen. Erst wenn diese Sonderfahrten durchgeführt wurden, kann der Fahrschüler zur praktischen Prüfung zugelassen werden.

Praktische Fahrstunden sind ein zentraler Bestandteil der Führerscheinausbildung. Wie viele Übungsstunden benötigt werden, hängt von den persönlichen Fähigkeiten und der Lernbereitschaft jedes einzelnen Fahrschülers ab. Ein guter Fahrlehrer erkennt, welcher Schüler welchen Bedarf hat.

Bei den Theoriestunden gibt es hingegen klare Regelungen über die Anzahl der zu absolvierenden Stunden.

Fahrschulauto mit Schild auf dem Dach
Die Anzahl der Fahrstunden variiert von Fahrschüler zu Fahrschüler ∙ © iStock.com/ollo

Theorie- und Praxisstunden für den Pkw-Führerschein

Fahrerlaubnis Klasse B ab 18 Jahren

Theoriestunden

Wenn Sie den Führerschein der Klasse B ab 18 Jahren erstmals erwerben, müssen Sie zwölf Doppelstunden theoretischen Unterricht für den Grundstoff absolvieren. Zwei Doppelstunden à 90 Minuten kommen für den Zusatzstoff hinzu. Bei Führerscheinerweiterungen mindestens weitere sechs Doppelstunden Grundstoff (abhängig von der Klasse, auf die Sie erweitern möchten).

Praxisstunden

Die praktische Grundausbildung erfolgt gemäß der Fahrschüler-Ausbildungsverordnung. Es wird zwischen Pflicht- und weiteren Übungsstunden unterschieden. Nur die Pflichtstunden sind vorgegeben. Die Zahl der zusätzlichen Übungsfahrstunden ist von den persönlichen Fähigkeiten und dem Lernfortschritt des Schülers abhängig.

Pflichtstunden sind folgende sogenannte Sonderfahrten:

  • Fünf Fahrstunden à 45 Minuten auf Bundes- oder Landstraße

  • Vier Fahrstunden à 45 Minuten auf der Autobahn

  • Drei Fahrstunden à 45 Minuten bei Dämmerung bzw. in der Nacht

Detaillierte Infos zu den Klassen B und BE

Fahrerlaubnis Klasse B17 Begleitetes Fahren

Theoriestunden

Beim Erwerb der Klasse B17 ist der Umfang der Theoriestunden identisch mit Klasse B ab 18 Jahren.

Praxisstunden

Auch beim praktischen Unterricht ist der Umfang der Pflichtstunden identisch mit Klasse B ab 18 Jahren.

Theoretischer Führerscheinunterricht
Theoriestunde in der Fahrschule ∙ © ADAC/Markus Hannich

Fahrerlaubnis Klasse BE ab 18 Jahren

Theoriestunden

Für die Klasse BE ist keine Theorieausbildung erforderlich, sie ist in die Ausbildung der Klasse B integriert.

Praxisstunden

Die Anzahl der Praxisstunden hängt von den persönlichen Fähigkeiten und dem Lernfortschritt des einzelnen Fahrschülers ab.

Die folgenden Sonderfahrten sind verpflichtend:

  • Drei Fahrstunden à 45 Minuten auf Bundes- oder Landstraße

  • Eine Fahrstunde à 45 Minuten auf der Autobahn

  • Eine Fahrstunde à 45 Minuten bei Dämmerung bzw. in der Nacht

Fahrerlaubnis Klasse B96 ab 17 Jahren

Die Mindestdauer der gesamten Fahrerschulung B96 beträgt sieben Stunden. Sie setzt sich wie folgt zusammen:

Theoriestunden

Für die Klasse B96 werden mindestens 2,5 Stunden theoretische Fahrerschulung verlangt.

Praxisstunden

Mindestens 3,5 Stunden praktische Fahrerschulung sind Pflicht, dazu kommt eine Stunde Fahren im Realverkehr.

Mit der Ausbildung zur Führerscheinklasse B sind folgende Fahrzeugklassen mit abgedeckt: AM, L.

Theoriestunden und Praxisstunden für den Motorradführerschein

Fahrschülerin schüttelt Fahrlehrer nach Motorradfahrstunde die Hand
Erfolgreich absolvierte Fahrstunde für den Motorradführerschein ∙ © Shutterstock/Aleksandar Malivuk

Den Motorradführerschein können Sie mit der Klasse A1 bereits ab 16 Jahren machen. Er berechtigt zum Fahren von Leichtkrafträdern mit einer Motorleistung bis maximal elf kW und einem Hubraum bis maximal 125 Kubikzentimeter sowie dreirädrigen Kraftfahrzeugen bis 15 kW. Ab 18 Jahren können Sie die Fahrerlaubnis zur Klasse A2 absolvieren. Damit dürfen Sie ein Motorrad bis zu einer Leistung von 35 kW fahren. Zwei Jahre später – also mit 20 – können Sie als Inhaber von Klasse A2 dann auch den Führerschein Klasse A machen. Hiermit ist dann die Beschränkung der Motorleistung für Krafträder und dreirädrige Kraftfahrzeuge aufgehoben. Ab 21 Jahren können Sie die Fahrerlaubnis zur Klasse A für dreirädrige Kraftfahrzeuge mit einer Leistung von mehr als 15 kW erwerben.

Detaillierte Infos zu den Klassen A, A1, A2 und AM

Fahrerlaubnis Klasse A1 ab 16 Jahren

Theoriestunden

Die Klasse A1 setzt die Teilnahme an mindestens zwölf Doppelstunden à 90 Minuten voraus, in denen der Grundstoff vermittelt wird. Sollten Sie den Führerschein erweitern, sind sechs Doppelstunden für den Grundstoff Pflicht. Dazu kommen vier Doppelstunden à 90 Minuten zur Vermittlung des Zusatzstoffs.

Praxisstunden

Wie beim Pkw ist auch die Grundausbildung beim Motorradführerschein an die Fahrschüler-Ausbildungsverordnung gebunden, d.h., die Zahl der Stunden ist von den individuellen Fähigkeiten und dem persönlichen Lernfortschritt abhängig.

Fahrerlaubnis Klasse A2 ab 18 Jahren

Theoriestunden

Der Theorieumfang beim Erwerb von Klasse A2 entspricht Klasse A1. Beim Aufstieg von A1 nach A2 ist bei jeweils mindestens zweijährigem Vorbesitz der niedrigeren Klasse kein Theorieunterricht vorgeschrieben.

Praxisstunden

Die Grundausbildung und die Sonderfahrten sind im Umfang identisch mit Klasse A1.

Bei der Erweiterung von Klasse A1 auf Klasse A2 gelten folgende Vorschriften:

Bei mindestens zweijährigem Vorbesitz der jeweils niedrigeren Klasse ist keine praktische Ausbildung vorgeschrieben. Allerdings muss sich der Fahrlehrer, bevor er den Bewerber zur Prüfung vorstellt, davon überzeugen, dass dieser die notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse besitzt.

Besitzt der Bewerber die Klasse A1 noch nicht seit mindestens zwei Jahren, reduziert sich die Anzahl der besonderen Ausbildungsfahrten auf:

  • Drei Fahrstunden à 45 Minuten auf Bundes- oder Landstraße

  • Zwei Fahrstunden à 45 Minuten auf der Autobahn

  • Eine Fahrstunde à 45 Minuten bei Dunkelheit

Fahrerlaubnis Klasse A

Zum Einstiegsalter in die Klasse A gelten diese Grenzen:

  • 24 Jahre für Krafträder bei Direkteinstieg

  • 21 Jahre für dreirädrige Kraftfahrzeuge mit einer Leistung von mehr als 15 kW

  • 20 Jahre für Krafträder bei einem Vorbesitz der Klasse A2 von mindestens zwei Jahren

Theoriestunden

  • Zwölf Doppelstunden à 90 Minuten für den Grundstoff

  • Vier Doppelstunden à 90 Minuten für den Zusatzstoff

Achtung: Beim Aufstieg von Klasse A2 nach Klasse A ist bei jeweils mindestens zweijährigem Vorbesitz der niedrigeren Klasse kein Theorieunterricht vorgeschrieben.

Praxisstunden

Grundausbildung und Sonderfahrten entsprechen im Umfang der Klasse A1.

Bei der Erweiterung von Klasse A2 auf Klasse A gelten folgende Regelungen:

Bei mindestens zweijährigem Vorbesitz der Klasse A2 ist keine praktische Ausbildung vorgeschrieben. Allerdings muss sich der Fahrlehrer, bevor er den Bewerber zur Prüfung vorstellt, davon überzeugen, dass dieser die notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse besitzt.

Besitzt der Bewerber die Klasse A2 noch nicht seit mindestens zwei Jahren oder will er von der Klasse A1 (alt: 1b) direkt auf Klasse A aufsteigen, ist die Anzahl der besonderen Ausbildungsfahrten reduziert auf:

  • Drei Fahrstunden à 45 Minuten auf Bundes- oder Landstraße

  • Zwei Fahrstunden à 45 Minuten auf der Autobahn

  • Eine Fahrstunde à 45 Minuten bei Dunkelheit

Mit der Ausbildung zur Führerscheinklasse A1, A2 oder A ist die Fahrzeugklasse AM mit abgedeckt.

Fahrerlaubnis Klasse AM

Die Fahrerlaubnis der Klasse AM deckt u.a. leichte zweirädrige Kraftfahrzeuge mit einer bauartbestimmten Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h, einer Nutzleistung von maximal vier kW und einem Hubraum von maximal 50 cm³ ab.

Alle Details zur Klasse AM

Theoriestunden

Der Fahrschüler muss mindestens zwölf Doppelstunden à 90 Minuten bei einem Ersterwerb der Fahrerlaubnis besuchen – bei Erweiterung sind es noch acht Doppelstunden. Dazu kommen zwei Doppelstunden à 90 Minuten für Zusatzstoff.

Praxisstunden

Für den Umfang der zu absolvierenden Praxisstunden gibt es keine gesetzlichen Vorschriften, die Fahrschulen bestimmen ihn individuell.

Mofa-Prüfbescheinigung

Mofa stehend von der Seite
Für das Mofa braucht man eine Prüfbescheinigung ∙ © stock.adobe.com/toutouchien02440

Wer ein Mofa (auch: einspurige Fahrräder mit Hilfsmotor) fahren möchte, benötigt keine Fahrerlaubnis, sondern eine sogenannte Prüfbescheinigung. Das Mindestalter dafür beträgt 15 Jahre. Ist man bereits im Besitz einer Fahrerlaubnis, benötigt man keine Prüfbescheinigung.

Theoriestunden für die Mofa-Prüfbescheinigung

Dafür sind mindestens sechs Doppelstunden à 90 Minuten zu absolvieren.

Praxisstunden für die Mofa-Prüfbescheinigung

Bei Einzelunterricht reicht eine Doppelstunde à 90 Minuten, bei Gruppenunterricht sind es zwei Doppelstunden à 90 Minuten.

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