Alles Wichtige zum Mofa-Führerschein

Lehrer mit Unterrichtsunterricht erklären Verkehrszeichen
Der Erwerb eines Mofa-Führerscheins ist schon mit 15 Jahren möglich© Shutterstock/Kzenon

Für viele Jugendliche bedeutet der Mofa-Führerschein einen großen Schritt in Richtung Unabhängigkeit. Ab welchem Alter darf ich Mofa fahren? Wie teuer ist die Prüfbescheinigung? Alle wichtigen Infos auf einen Blick.

  • Mofa fahren darf man ab 15 Jahren

  • Praktische Prüfung ist nicht nötig

  • Versicherungskennzeichen ist Pflicht

Mofa stehend von der Seite
Ein Mofa fährt nicht schneller als 25 km/h © stock.adobe.com/toutouchien02440

Was ist ein Mofa?

Das Mofa ist, wie sein Name besagt, ein motorisiertes Fahrrad. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 25 km/h, die Größe des Hubraums darf 50 ccm nicht überschreiten.

Braucht man zum Mofafahren einen Führerschein?

Die Fahrberechtigung für ein Mofa ist kein Führerschein im klassischen Sinne, es handelt sich hierbei um eine Prüfbescheinigung. Wer über einen Führerschein – egal welcher Klasse – verfügt, darf automatisch Mofa fahren. Personen, die vor dem 1. April 1965 geboren wurden, benötigen dazu sogar nicht mal eine Prüfbescheinigung, sondern lediglich einen Reisepass oder Personalausweis, um ihr Alter nachweisen zu können.

Wie alt muss man zum Erwerb des Führerscheins sein?

Jugendliche dürfen ab einem Alter von 15 Jahren Mofa fahren, die Prüfung darf frühestens drei Monate vor dem 15. Geburtstag abgelegt werden. Mit der theoretischen Ausbildung kann schon ein halbes Jahr vorher begonnen werden. Wer als Jugendlicher unter 18 Jahren den Mofa-Führerschein machen möchte, benötigt für die Anmeldung in der Fahrschule die Einwilligung der Erziehungsberechtigten.

Wird ein Erste-Hilfe-Kurs oder ein Sehtest benötigt?

Für die Mofa-Prüfbescheinigung wird – anders als für die Führerscheinklassen B, C und D – weder ein Erste-Hilfe-Kurs noch ein Sehtest zwingend benötigt, diese sind für die Teilnahme am Straßenverkehr jedoch immer sinnvoll.

Was beinhaltet die Ausbildung?

Der theoretische Unterricht umfasst mindestens sechs Doppelstunden à 90 Minuten in der Fahrschule. Dort werden allgemeine Verkehrsvorschriften, technische Daten zum Mofa und grundlegende Verhaltensregeln im Straßenverkehr vermittelt. Sobald der Theorieunterricht absolviert wurde, kann man sich bei TÜV oder DEKRA zur Prüfung anmelden.

Der praktische Teil der Ausbildung umfasst lediglich eine Doppelstunde in Einzel- bzw. zwei Doppelstunden im Gruppenunterricht. Dies ist in der Regel ausreichend, um sich mit dem Mofafahren vertraut zu machen.

Wie bereite ich mich auf die Prüfung vor?

Um sich auf die Prüfung vorzubereiten, kann man im Internet über zahlreiche kostenfreie Websites und Apps eine Prüfungssituation simulieren oder sich die klassischen Papierfragebögen kaufen. Viele Fahrschulen bieten ein Gesamtpaket an, das die Kosten für Theorie- und Praxisstunden, Prüfungsgebühren und Bescheinigung sowie Übungsmaterial abdeckt.

Wie viel kostet ein Mofa-Führerschein?

Die Kosten für solche Gesamtpakete liegen meist zwischen 150 und 180 Euro. Es lohnt sich, die Kosten der verschiedenen Fahrschulen zu vergleichen, denn hier gibt es erhebliche Unterschiede.

Hinzu kommen die Kosten für die Prüfung, diese liegen bei 15 Euro. Ist die Prüfung bestanden, fallen weitere acht Euro für die Prüfungsbescheinigung an.

Wie läuft die Prüfung ab?

Die Prüfung selbst umfasst 20 Fragen, die am Computer oder Tablet beantwortet werden müssen. Die Prüfungszeit beträgt zwischen 20 und 30 Minuten. Das Ergebnis gibt es schon wenige Minuten nach dem Test. Einen praktischen Prüfungsteil gibt es nicht.

Braucht man zum Mofafahren eine Versicherung?

Um im Straßenverkehr fahren zu dürfen, ist eine Haftpflichtversicherung erforderlich. Als Nachweis hierfür dient das sogenannte Versicherungskennzeichen, das wie ein Kfz-Kennzeichen am Mofa angebracht werden muss. Das Kennzeichen muss jedes Jahr neu beantragt und gewechselt werden. Das Versicherungsjahr beginnt immer am 1. März. Wird der Wechsel des Kennzeichens vergessen, ist man ohne gültigen Versicherungsschutz unterwegs und macht sich strafbar.

Moped oder Roller statt Mofa: Was muss man beachten?

Asiatische Frau, die vor dem Fahren einen Motorradhelm trägt. Helme tragen zur Motorradsicherheit bei, indem sie den Kopf des Fahrers schützen.
Auf Mofas, Mopeds und Rollern gilt Helmpflicht © Shutterstock/Boyloso

Möchte man etwas schneller unterwegs sein und ein Moped fahren, dann wird ein Führerschein der Klasse AM benötigt. Das Moped ist quasi "der große Bruder" des Mofas hat ebenfalls Antriebspedale und eine Rücktrittbremse, fährt aber bis zu 45 km/h schnell.

Ein Motorroller wird dagegen allein von seinem Motor angetrieben. Für Modelle bis 45 km/h ist ebenfalls eine Fahrerlaubnis der Klasse AM erforderlich. Seit Juli 2021 ist es in Deutschland möglich, diese bereits mit 15 Jahren zu erwerben. Für Roller und Kleinkrafträder mit höherem Hubraum ist die Klasse A1 Pflicht.

Mehr Infos gibt’s unter AM Führerschein: Roller & Moped ab 15 fahren.

Welche Alternativen zum Mofa gibt es für junge Leute?

Nachhaltige Alternativen zu den genannten Fortbewegungsarten sind das E-Mofa und der E-Roller. Für diese gelten dieselben rechtlichen Rahmenbedingungen wie bei einem konventionell angetriebenen Fahrzeug. Auch für E-Mofa und E-Roller gilt z.B. eine Helmpflicht!

Minicars und Minitrikes sind ebenfalls in der Fahrerlaubnisklasse AM enthalten. Nähere Informationen dazu finden Sie unter Roller-Führerschein: Kosten, Prüfung und Altersgrenzen.

Anabel Greefe
Fach-Autorin
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Bastian Metzger
Fach-Autor
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