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Das gilt auf der Autobahn

VW E-Golf fährt auf der Autobahn
Auf der Autobahn gilt die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h ∙ © ADAC/Markus Hannich

Auffahren, Spurwechsel, Überholen: Wir haben für Sie wichtige Regeln zusammengestellt, damit Sie souverän und sicher auf der Autobahn unterwegs sind.

  • Beim Auffahren auf die Autobahn die gesamte Beschleunigungsspur nutzen

  • Fürs korrekte Einfädeln beim Spurwechsel ist der Auffahrende zuständig

  • Nach dem Überholvorgang wieder das Rechtsfahrgebot beachten

  • Bereits bei Schrittgeschwindigkeit eine Rettungsgasse bilden

Autobahnauffahrt – das müssen Sie beachten

Um auf die Autobahn aufzufahren, nutzen Sie den Beschleunigungsstreifen. Dieser dient dazu, Fahrzeuge auf die Autobahn zu leiten und in den fließenden Verkehr einfädeln zu lassen. Dabei ist es wichtig, zügig zu fahren und die gesamte Länge des Beschleunigungsstreifens auszunutzen. Im Idealfall hat man vor dem Einfädeln eine ähnlich hohe Geschwindigkeit erreicht wie der übrige Verkehr. Setzen Sie den Blinker frühzeitig und beobachten Sie während des Beschleunigens die Verkehrslage.

Bietet sich eine Lücke, so können Sie auf die Autobahn auffahren bzw. einfädeln. Falls Sie bis zum Ende des Streifens nicht einfädeln können, müssen Sie laut Straßenverkehrsordnung (StVO) dort so lange stehen bleiben, bis sich eine ausreichend große Lücke ergibt. Der fließende Verkehr hat immer Vorfahrt! Beim Auffahren auf die Autobahn gibt es kein Reißverschlussverfahren.

Wenn Sie die Autobahn wieder verlassen möchten, sollten Sie spätestens beim 500-Meter-Schild auf den rechten Fahrstreifen wechseln und ab dem 300-Meter-Schild blinken. Beginnen Sie erst zu bremsen, wenn Sie sich auf dem Verzögerungsstreifen befinden. Das verhindert, dass sie andere Verkehrsteilnehmer behindern.

Gefahrlos die Spur wechseln 

Es ist ein Autobahn-Klassiker: Dreispurige Autobahn, lebhafter Verkehr, rechts ein Pkw-Fahrer, der überholen will. Er setzt den Blinker und zieht nach links. Gleichzeitig beendet der Fahrer links außen seinen Überholvorgang und will – auf gleicher Höhe – ebenfalls auf die Mittelspur wechseln. In diesem Fall müssen die Verkehrsteilnehmer untereinander klären, wer vorgelassen wird. Hat keiner der beiden Fahrer einen deutlichen Vorsprung zum anderen, müssen sie sich verständigen – zum Beispiel per Handzeichen (BayObLG, VRS 40, 466).

Höflichkeits-Bremsungen sind auf der Autobahn grundsätzlich zu unterlassen: Wenn ein Fahrer aus Unsicherheit oder überzogener Höflichkeit bremst, um jemand anderen von der Beschleunigungsspur einfädeln zu lassen, kann das gefährlich werden – die nachfolgenden Autos rechnen nicht mit dieser Reaktion, bremsen zu spät – es kommt zum Unfall. Deshalb: Fürs korrekte Einfädeln ist allein der Auffahrende zuständig. Er muss die Vorfahrt des fließenden Verkehrs beachten.

Eine weitere Form der Auffahrhilfe: Ein Autofahrer zieht von der rechten Autobahnspur abrupt nach links, um einem Fahrzeug auf dem Beschleunigungsstreifen die Auffahrt zu erleichtern. Dadurch wird auf der linken Spur ein überholender Fahrer zum Bremsen gezwungen. Bei diesem Domino-Spurwechsel verhält sich der vermeintlich höfliche Fahrer klar falsch. Ein Spurwechsel ist nur zulässig, wenn eine Gefährdung anderer ausgeschlossen werden kann und der Wechsel per Blinker rechtzeitig ankündigt wird (§7 Abs.5 StVO).

Befahren des Seitenstreifens

Der Seiten- oder Standstreifen dient in erster Linie dazu, Fahrzeuge im Falle einer Panne oder eines Unfalls sicher abstellen zu können – fehlt er, erhöht sich das Unfallrisiko gegenüber Autobahnen mit Standstreifen um bis zu 30 Prozent.

Der Seitenstreifen darf grundsätzlich nicht befahren werden. Ausnahme: Er wird temporär freigegeben. Diese Freigabe des Standstreifens wird mittels Verkehrszeichen oder über eine digitale Schilderbrücke signalisiert. In der Regel passiert das, um den Verkehrsfluss auf hoch belasteten Autobahnabschnitten zu verbessern – etwa zur Rush Hour oder an den Hauptreisetagen während der Ferien. Wer unerlaubt den Standstreifen befährt oder dort ohne Not hält oder parkt, riskiert ein Bußgeld und einen Punkt in Flensburg (siehe auch ADAC Bußgeldrechner).

Überholen auf der Autobahn

Bevor Sie den Überholvorgang starten, sollten Sie den Verkehr hinter sich im Rückspiegel beobachten. Erst wenn Sie sicher sind, niemanden zu gefährden, setzen Sie den Blinker und vergewissern sich mittels des Schulterblicks, dass sich niemand im "toten Winkel" befindet.

Ist die Bahn frei, heißt es zügig überholen. Sobald Sie das überholte Fahrzeug im Rückspiegel sehen können, sollten Sie gemäß des Rechtsfahrgebots wieder auf die rechte Spur einscheren. 

Gemäß § 5 StVO muss grundsätzlich links überholt werden. Von dieser Regelung gibt es jedoch Ausnahmen:

Rechts schneller als links darf nach § 7 Abs. 2 StVO dann gefahren werden, wenn sich auf den Fahrstreifen Schlangen gebildet haben, so dass nebeneinander gefahren wird bzw. der Verkehr mal auf der einen, mal auf der anderen Spur geringfügig schneller fließt. 

Auch wenn der Verkehr auf dem linken Fahrstreifen steht, darf rechts mit einer Geschwindigkeit von max. 20 km/h überholt werden. Rollt der Verkehr links nur langsam oder max. 60 km/h, so darf rechts mit keiner höheren Differenzgeschwindigkeit als 20 km/h gefahren werden, so dass rechts max. 80 km/h erlaubt ist. 

Wer außerhalb dieser gesetzlich normierten Ausnahmen rechts überholt, riskiert ein Bußgeld.

Wichtig: Rettungsgasse bilden

Sobald der Verkehr auf der Autobahn so dicht wird, dass sich Fahrzeuge nur noch in Schrittgeschwindigkeit fortbewegen können, ist es Zeit, eine Rettungsgasse zu bilden. Denn dann ist dies noch möglich. Herrscht bereits Stillstand, ist ein Ausweichen zu den Seiten kaum noch möglich, für die Rettungskräfte ist dann oft kein Durchkommen mehr. 

Und so geht's: Linksfahrende weichen nach links aus, Verkehrsteilnehmer auf den anderen Fahrstreifen nach rechts – den Standstreifen jedoch nicht befahren.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google.

Das Rechtsfahrgebot

Gemäß StVO müssen Fahrzeugführer in Deutschland auf den Straßen möglichst weit rechts fahren. In der Praxis bedeutet dies circa einen Meter Abstand zum Fahrbahnrand einzuhalten. Das Rechtsfahrgebot gilt insbesondere beim Überholtwerden, an Kuppen, bei Gegenverkehr, in Kurven oder bei Unübersichtlichkeit. 

Auch auf Autobahnen gilt stets das Rechtsfahrgebot. Der linke Fahrstreifen darf in der Regel nur zum Überholen genutzt werden. Anschließend muss sich der Fahrzeugführer wieder rechts einordnen. Dies gilt auch für dreispurige Autobahnen. Allerdings müssen Autofahrer, deren nächster Überholvorgang absehbar ist, nicht zurück auf die ganz rechte Spur.

Die mittlere Spur darf durchgängig genutzt werden, wenn rechts davon ein oder mehrere Fahrzeuge unterwegs sind. Damit soll das Fahren in Schlangenlinien vermieden werden. Kann jedoch die rechte Spur nach einem Überholvorgang deutlich länger als 20 Sekunden befahren werden, muss dorthin gewechselt werden. Bei Verstoß drohen ein Bußgeld und ggf. Punkte in Flensburg (siehe ADAC Bußgeldrechner).

Ausnahme: Bei dichtem und stockendem Verkehr auf der Autobahn darf vom Rechtsfahrgebot abgewichen werden.

Geisterfahrer – so verhalten Sie sich richtig?

Warnt der Verkehrsfunk vor einem in der Nähe befindlichen Geisterfahrer, sollten Sie 

  • das Tempo drosseln

  • möglichst weit rechts fahren, jedoch nicht auf dem Seitenstreifen

  • Abstand zum Vordermann halten und nicht überholen

  • eventuell die Autobahn an der nächsten Ausfahrt verlassen oder einen Rastplatz anfahren

  • Verkehrsfunk hören und auf Entwarnung warten

Sind Sie selbst versehentlich als Geisterfahrer auf der Autobahn unterwegs sollten Sie

  • Licht und Warnblinker einschalten

  • Tempo drosseln

  • Nicht wenden oder rückwärts fahren

  • An den nächsten Fahrbahnrand fahren und aussteigen

  • Stellen Sie sich hinter die Leitplanke und alarmieren Sie den Notruf 110

Tempolimit auf der Autobahn

Auf deutschen Autobahnen gibt es kein generelles Tempolimit. Allerdings gelten für Lkw und Pkw mit Anhänger eigenen Geschwindigkeitsbegrenzungen. Auto- und Motorradfahrern wird jedoch eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h nahegelegt. 

In der Realität darf man allerdings nur noch auf wenigen Autobahnabschnitten so schnell fahren, wie man will. Auf viel befahrenen Strecken regeln digitalisierte Schilderbrücken das Tempo – abhängig von Verkehrslage, Wetter oder Unfällen im weiteren Verlauf der Strecke.