Geisterfahrer: Tipps für den Ernstfall

Bild/Video: © ADAC e.V.

Im Jahr 2020 gab es über 1700 solcher Warnmeldungen im Verkehrsfunk. Für Autofahrer in der Nähe des Geisterfahrers beginnen Minuten der Angst. Der ADAC erklärt, wie Sie sich in solchen Situationen am besten verhalten.

  • Langsamer fahren und Warnblinkanlage einschalten

  • Auf dem äußeren rechten Streifen fahren und nicht überholen

  • Als Geisterfahrer Licht und Warnblinkanlage anschalten und Fahrbahnrand ansteuern

1732 Meldungen zu Geisterfahrern zählten 2020 die ADAC Verkehrsexperten auf Autobahnen. Das bedeutete zwar bundesweit einen Rückgang um neun Prozent. Allerdings stiegen in einzelnen Ländern die Zahlen an, wie in Rheinland-Pfalz von 133 auf 150 und in Baden-Württemberg von 132 auf 139. Wegen Falschfahrens gab es 2019 laut der amtlichen Statistik 61 Unfälle. Neun Kollisionen verliefen tödlich, elf Menschen kamen dabei ums Leben.

Schwerpunkte Bayern und Nordrhein-Westfalen

Die meisten Meldungen wurden für Strecken in Bayern ausgestrahlt, gefolgt von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen. Bezogen auf die Länge des Autobahnnetzes gibt es jedoch für die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen die meisten Falschfahrermeldungen. Dies liegt vermutlich an der höheren Anschlussstellendichte der Autobahnen.

Hier finden Sie die Auswertung 2020 nach Bundesländern, ihre Entwicklung 2018 bis 2020 und den Vergleich zwischen den Bundesländern:

Wenn ein Geisterfahrer in der Nähe ist

Mit einigen Verhaltensregeln können Sie die Gefahr eines Unfalls mit einem Falschfahrer deutlich verringern. Sobald ein Geisterfahrer über das Radio oder das Navigationssystem gemeldet wird, sollten Sie Folgendes tun:

Tipps bei einer Falschfahrer-Meldung

1. Verringern Sie Ihre Geschwindigkeit.
2. Schalten Sie die Warnblinkanlage an.
3. Fahren Sie auf dem äußeren rechten Fahrstreifen.
4. Überholen Sie nicht.
5. Halten Sie ausreichend Abstand zum Vordermann.
6. Nutzen Sie gegebenenfalls den nächsten Parkplatz oder die nächste Abfahrt.
7. Weichen Sie notfalls auf den Seitenstreifen aus.
8. Hören Sie aufmerksam den Verkehrsfunk, der meldet, wann die Gefahr vorüber ist.

Wenn Sie versehentlich selbst Geisterfahrer sind

Für Geisterfahrten sind die häufigsten Ursachen falsches Auffahren und Wenden auf der Autobahn. Andere Verkehrsteilnehmer geraten auf die Gegenfahrbahn, weil Straßenverlauf und Beschilderung ungünstig gestaltet sind, die Sicht schlecht ist, sie
Orientierungsprobleme haben oder abgelenkt sind. Falls es Ihnen passiert, befolgen Sie diese Regeln:

Tipps für den Fall, dass Sie selbst Geisterfahrer sind

1. Schalten Sie sofort Licht und Warnblinkanlage ein.
2. Fahren Sie umgehend an den nächstgelegenen Fahrbahnrand.
3. Stellen Sie Ihr Fahrzeug dicht neben der Schutzplanke ab.
4. Ziehen Sie sich eine Warnweste an, steigen Sie vorsichtig aus und warten Sie hinter der Schutzplanke.
5. Rufen Sie die Polizei unter dem Notruf 110 an und warten Sie auf Hilfe.
6. Versuchen Sie NICHT zu wenden.

Geisterfahrer – meistens am Wochenende unterwegs

Nach bisherigen Auswertungen sind Falschfahrer besonders an Wochenenden unterwegs. So wurden an Sonntagen 21 Prozent aller Falschfahrten registriert, an Samstagen 19 Prozent. Die anderen Wochentage kamen auf Anteile von 11 bis 13 Prozent. Zwischen 5 und 10 Uhr morgens besteht das geringste Risiko, einem Falschfahrer zu begegnen, abends und nachts ist die Gefahr am größten.

Und es gibt eine klare Tendenz beim Geschlecht: Unter den Geisterfahrern sind rund drei Viertel männlich.

Helmuth Meyer
Redakteur
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