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Der ADAC

Geisterfahrer: Tipps für den Ernstfall

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © imago images/Arnulf Hettrich

"Vorsicht, auf der A8 kommt Ihnen ein Falschfahrer entgegen!" Im vergangenen Jahr gab es rund 1900 solcher Warnmeldungen im Verkehrsfunk. Für Autofahrer in der Nähe des Geisterfahrers beginnen Minuten der Angst. Der ADAC erklärt, wie Sie sich in solchen Situationen am besten verhalten.

2019 zählten die ADAC Verkehrsexperten auf Autobahnen und autobahnähnlich ausgebauten Bundesstraßen 1912 Meldungen zu Geisterfahrern. Laut der amtlichen Unfallstatistik gab es 61 Unfälle. Neun Kollisionen verliefen tödlich, elf Menschen kamen dabei ums Leben.

Besonders viele Meldungen wurden für Strecken in Nordrhein-Westfalen ausgestrahlt, gefolgt von Bayern und Niedersachsen. Bezogen auf die Länge des Autobahnnetzes gibt es jedoch für die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen die meisten Falschfahrermeldungen. Dies liegt vermutlich an der höheren Anschlussstellendichte der Autobahnen.

Geisterfahrer: Über 70 Prozent sind männlich

Wie die Auswertungen weiter zeigen, sind besonders an Wochenenden Geisterfahrer unterwegs. 21 Prozent aller Falschfahrten wurden an Sonntagen, 19 Prozent an Samstagen registriert. Die anderen Wochentage kamen auf Anteile von 11 bis 13 Prozent. Zwischen 5 und 9 Uhr morgens besteht das geringste Risiko, einem Falschfahrer zu begegnen, abends und nachts ist die Gefahr am größten.

Und es gibt eine klare Tendenz beim Geschlecht: Mehr als 70 Prozent aller Geisterfahrer sind männlich.

Wenn ein Geisterfahrer in der Nähe ist

Mit einigen Verhaltensregeln können Sie die Gefahr eines Unfalls mit einem Falschfahrer deutlich verringern. Sobald ein Geisterfahrer über das Radio oder das Navigationssystem gemeldet wird, sollten Sie Folgendes tun:

1. Verringern Sie Ihre Geschwindigkeit.
2. Schalten Sie die Warnblinkanlage an.
3. Fahren Sie auf dem äußeren rechten Fahrstreifen.
4. Überholen Sie nicht.
5. Halten Sie ausreichend Abstand zum Vordermann.
6. Wenn Sie sich unsicher fühlen, fahren Sie gegebenenfalls den nächsten Parkplatz an oder nutzen Sie die nächstgelegene Abfahrt.
7. Behalten Sie den Seitenstreifen im Auge, um notfalls auf diesen ausweichen zu können.
8. Hören Sie aufmerksam den Verkehrsfunk, um zu erfahren, wann die Gefahr vorüber ist.

Wenn Sie versehentlich selbst Geisterfahrer sind

1. Sobald Sie bemerken, dass Sie auf der falschen Seite unterwegs sind, schalten Sie sofort Licht und Warnblinkanlage ein.
2. Fahren Sie umgehend an den nächstgelegenen Fahrbahnrand.
3. Stellen Sie Ihr Fahrzeug dicht neben der Schutzplanke ab.
4. Steigen Sie vorsichtig aus und stellen Sie sich hinter die Schutzplanke.
5. Rufen Sie die Polizei unter dem Notruf 110 an und warten Sie auf Hilfe.
6. Versuchen Sie NICHT zu wenden.