Corona und Bahn: Tickets, Kulanz- und Hygieneregeln

Frau steht mit Mundschutz zur Corona-Zeit am Bahnsteig vor Zug der Deutschen Bahn
Bei der Deutschen Bahn gelten wegen des Coronavirus viele neue Regeln ∙ © imago images/Michael Weber

Hygiene, Fahrkartenkontrolle, abgelaufene Tickets, Bordgastronomie: So wirken sich Corona-Einschränkungen auf Bahnreisen aus.

  • Weniger reservierbare Plätze für mehr Abstand

  • Auslastungsanzeige soll volle Züge verhindern, Hygienemaßnahmen verstärkt

  • Bordgastronomie und Lounges während Lockdown geschlossen

Wie in allen Bereichen des öffentlichen Lebens gelten auch für Bahnreisen die vom Robert-Koch-Institut ausgegebenen Hygieneregeln in Bus und Bahn, darunter Mindestabstand wahren, regelmäßiges Händewaschen und in die Armbeuge niesen oder husten.

Die Deutsche Bahn* empfiehlt Fahrgästen dringend, im Zug und auf Bahnsteigen grundsätzlich FFP2-Masken zu tragen. Das Gesetz schreibt die FFP2-Masken im Rahmen der "Bundes-Notbremse" (7-Tage-Inzidenz über 100) zwingend vor. Zulässig sind auch Masken nach gleichwertigem Standard (KN95 oder N95). Zudem gelten die Verordnungen der Bundesländer*.

Die Maskenkontrollen in Fernzügen wurden verstärkt. Wenn ein Fahrgast der Maskenpflicht wiederholt nicht nachkommt, kann er von der Beförderung ausgeschlossen werden, in Konfliktsituationen soll das die Bundespolizei regeln. Wer aus medizinischen Gründen keine Maske tragen kann, ist dazu auch nicht verpflichtet. Das Zugpersonal ist berechtigt, um Vorlage eines Attests zu bitten.

Infos über aktuelle Verbindungen

Informationen zu Verbindungen, Einschränkungen und Fahrplananpassungen im Regional- oder Fernverkehr sowie Bus- und Bahntickets oder die BahnCard erhält man kontaktlos über das Online-Angebot der Deutschen Bahn* oder mithilfe der App "DB Navigator". Dort kann man auch alle aktuellen Meldungen nachlesen.

Der grenzüberschreitende Bahnverkehr ist derzeit eingeschränkt. Reisende sollten sich vor Fahrtantritt über die Verbindungen informieren, rät die Deutsche Bahn*. Es könne zu einer Reduzierung der Zahl der täglichen Fahrten kommen. Fahrkarten für ausfallende Verbindungen können auf die verkehrenden Züge umgebucht oder kostenfrei zurückgegeben werden.

Mehr Abstand durch Sitzplatzreservierung

Die Deutsche Bahn stellt während des Lockdowns bis auf weiteres rund 85 Prozent des regulären Sitzplatzangebotes zur Verfügung. Gleichzeitig sind nur noch 60 Prozent aller Sitzplätze in Fernverkehrszügen reservierbar – in der Regel nur noch alle Fensterplätze, die Gangplätze werden im Reservierungssystem größtenteils geblockt. Bei Sitzgruppen mit Tisch können nur noch die diagonal gegenüberliegenden Sitzplätze reserviert werden. In Abteilen sind noch zwei Sitzplätze reservierbar.

Für zusammen reisende Kunden werden sowohl in der 1. als auch in der 2. Wagenklasse Bereiche vorgesehen, in denen auch nebeneinanderliegende Sitzplätze reserviert werden können. Alle reservierbaren Sitzplätze können nach wie vor über die grafische Sitzplatzreservierung auf der Internetseite der Bahn oder in der App DB Navigator ausgewählt werden.

Dabei rät die Bahn, alle Wagen eines Zuges durchzuklicken, um freie zusammenhängende Plätze zu finden. Familien generell zusammen in Abteilen reisen zu lassen, sei nicht möglich, da die Flotte des Fernverkehrs aus unterschiedlichen Zugtypen bestehe. Im Unterschied zu früheren ICE-Zügen verfügten die ICE 4, abgesehen von Kleinkindabteilen, über keine regulären Abteile mehr.

Für alle Reisen im Fernverkehr empfiehlt die Bahn grundsätzlich eine Sitzplatzreservierung. Generell sollen die Reservierungsbeschränkungen gelten, so lange es das Infektionsgeschehen erfordert.

Eine Reservierungspflicht ist jedoch derzeit nicht vorgesehen. Die Kunden sollen laut Bahn auch weiterhin die Möglichkeit haben, spontan in jeden Zug einzusteigen.

Bei hoher Auslastung nicht mehr buchbar

Durch die Auslastungsanzeige können Kunden auf der Internetseite der Bahn und in der App DB Navigator sehen, wie voll ein Fernverkehrszug voraussichtlich wird. Hier handelt es sich um eine Prognose auf Basis der historischen Auslastungswerte sowie der bereits eingegangen Buchungen, die bis zur Abfahrt regelmäßig an den aktuellen Stand angepasst wird.

Ab einer voraussichtlichen Auslastung von mehr als der Hälfte der Sitzplatzkapazität werden die Verbindungen besonders markiert. Bei noch höheren Auslastungen sperrt die Bahn die Buchung. Mehr Informationen zu Reservierung und Auslastungsanzeige bei der Deutschen Bahn*

Den Fahrgästen rät die DB, beim Ticketkauf nicht nur die schnellste Verbindung in Betracht zu ziehen. Wer bereit sei, etwas mehr Zeit einzuplanen oder einen zusätzlichen Umstieg in Kauf zu nehmen, profitiere oft von weniger vollen Zügen. Am Ticketautomaten, auf der Internetseite der Bahn und in der App DB Navigator kann man unter "Angaben zur Verbindung" die Suche nach der schnellsten Verbindung deaktivieren und sich Alternativen anzeigen lassen.

Die DB Reisezentren haben bundesweit geöffnet. Plexiglasscheiben an den Schaltern schützen vor Tröpfcheninfektion, in den Warteschlangen gilt der Mindestabstand von 1,5 Metern.

Ticketkontrolle in der Bahn in Corona-Zeiten

Schaffnerin mit Munschutz scannt kontaktlos das Ticket einer Zugreisenden im Fernverkehr der deutschen Bahn
Kontaktlose Ticketkontrolle ist in Corona-Zeiten bei der DB unabdingbar ∙ © Deutsche Bahn AG

Im Zug erfolgt die Kontrolle des Tickets sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr kontaktlos. Das bedeutet: nur auf Sicht und per Scan. Fahrgäste zeigen ihr Smartphone mit dem Digitalen Ticket in der App DB Navigator oder ein ausgedrucktes Papierticket. Mit der Funktion des Komfort Check-In auf der App DB Navigator oder online kann man sich die Fahrkartenkontrolle auch komplett sparen.

Einreise aus Risikogebieten

Auch Fahrgäste, die mit Zügen der Deutschen Bahn aus einem Corona-Risikogebiet nach Deutschland einreisen, sind verpflichtet, Kontaktdaten und Angaben zur Reise zu hinterlegen. Auf der Internetseite der Bahn* finden Fahrgäste Informationen zur Digitalen Einreiseanmeldung*.

Lockdown: Speisen zum Mitnehmen im Bistro

Wie andere gastronomische Betriebe auch sind die Bordrestaurants in den kommenden Wochen während des Lockdowns in Deutschland nicht geöffnet. Der "Am-Platz-Service" und die Verteilung von Gastgeschenken werden vorübergehend ausgesetzt. Die Lounges im Zug werden ebenso geschlossen. Speisen und Getränke zum Mitnehmen sind jedoch in den Zügen über die Bord-Bistros weiterhin erhältlich, den Ausschank von Alkohol hat die Bahn eingestellt.

Die DB Lounges in 15 größeren Bahnhöfen in Deutschland sind zum Warten wieder geöffnet. Aufgrund von behördlichen Vorgaben werden bis auf Weiteres jedoch keine Speisen und Getränke ausgegeben, der Verzehr mitgebrachter Speisen und Getränke ist nicht gestattet. Weitere Informationen zu den DB Lounges*

Wegen Corona: Mehr Hygiene in den Zügen

Reinigung eines Regionalzuges  der Deutschen Bahnzur Zeit der Corona Pandemie
Häufiges Putzen der Kontaktflächen soll das Ansteckungsrisiko minimieren ∙ © Deutsche Bahn/Pablo Castagnola

Um die Ansteckungsgefahr in Zügen und Bahnhöfen so gering wie möglich zu halten, hat die Deutsche Bahn die Zahl der Reinigungskräfte aufgestockt. Wie die Fahrgäste tragen sie Mund- und Nasenschutz, außerdem stehen ihnen Handschuhe und Desinfektionsmittel zur Verfügung.

In den Zügen reinigen sie stationär und unterwegs Toiletten, Haltestangen, Türgriffe und -drücker sowie auf den Bahnhöfen Fahrkarten- und Snackautomaten. Außerdem füllen sie Seifen- und Desinfektionsspender in Zügen, Servicecentern und Waschräumen regelmäßig auf.

An 20 großen Bahnhöfen in Deutschland können Waschräume kostenlos genutzt werden, die vor den Bezahlschranken zu den Toilettenanlagen liegen, um Fahrgästen ein häufigeres Händewaschen zu ermöglichen.

Service vor Ort: In Ihrer ADAC Geschäftsstelle

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Ticket-Storno: Wieder reguläre Bedingungen

Die Möglichkeit der flexiblen Nutzung für Fahrkarten, die bis zum 13. März 2020 gekauft wurden, ist abgelaufen. Seit 1. November 2020 gelten nun wieder die tariflichen Stornokonditionen des gebuchten Angebots. Eine Erstattung von Fahrkarten, die bis zum 31.10.2020 nicht genutzt wurden, ist laut Bahn nicht möglich. Die Einreichungsfrist für die Umwandlung von Fahrkarten in einen Gutschein endete bereits am 30. Juni 2020. Alle ausgestellten Gutscheine sind drei Jahre gültig.

In den letzten Monaten hatte die Bahn im Rahmen der Corona-Sonderkulanz die Stornierung und flexible Nutzung von rund 5 Millionen Fahrten ermöglicht. Im Rahmen der jetzt geltenden regulären Tarifkonditionen sind sowohl die Flexpreise als auch die Sparpreise stornierbar. Tickets zum Super Sparpreis sind jedoch von Umtausch und Stornierung ausgeschlossen. Die Bahn empfiehlt die Buchung eines stornierbaren Angebots.

Angebote für Kinder

Kinder, die allein ohne Eltern reisen, können durch pädagogisch geschulte Mitarbeiter der Bahnhofsmission begleitet werden. Während des Lockdowns stehen diese Angebote jedoch nicht zur Verfügung. Hier gibt es Infos zum Service Kids on Tour*. Die Kinderbetreuung im ICE* pausiert aufgrund der Corona-Lage ebenfalls bis auf Weiteres.

Coronavirus: Diese Rechte haben Reisende

  • Was muss ich beachten, wenn ich trotz Corona eine Reise buche?

  • Kann ich auch eine Reise innerhalb Deutschlands kostenfrei stornieren?

  • Bekommt man das Geld für nicht stattfindende Veranstaltungen zurück?

Hier finden Sie Antworten auf diese und viele weitere Rechtsfragen rund um den Coronavirus.

Mehr Infos zu Bahn und Corona*

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