Lohnt sich ein Solar-Carport 2026? Kosten, Erträge und Förderung

• Lesezeit: 7 Min.

Von Hilda Arnold

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Ein Mercedes lädt unter einem Solar-Carport
Ein Solar-Carport verbindet einen überdachten Stellplatz mit nachhaltiger Stromproduktion für Haushalt und E-Auto© Shutterstock/Frank Gaertner

Ein Solar-Carport schützt nicht nur das Auto vor Wind und Wetter, sondern liefert auch Strom für E-Auto und Haus. Für welche Haushalte es sich lohnt und worauf Sie achten sollten.

  • Kosten und Wirtschaftlichkeit: So rechnet sich ein Solar-Carport

  • Planung und Technik: Bausatz oder Anfertigung, Speicher und Installation

  • Genehmigung und Förderung: Das müssen Sie vor dem Kauf wissen

Was ist ein Solar-Carport?

Ein Solar-Carport ist ein überdachter PKW-Stellplatz, dessen Dach mit Photovoltaik-Modulen (PV) ausgestattet ist, um Solarstrom zu erzeugen. Er dient Fahrzeugen als Wetterschutz und gleichzeitig als Stromquelle, um das Haus zu versorgen oder ein E-Auto zu laden.

Die drei Hauptkomponenten von Solar-Carports im Überblick.

  1. Tragkonstruktion mit Stütze aus Aluminium, Stahl, oder Holz

  2. PV-Module: Kristalline oder bifaziale Module als Dachfläche

  3. Elektrische Komponenten: Wechselrichter, optional Speicher und Wallbox

Anders als bei einer PV-Anlagen auf dem Hausdach ist eine Prüfung der Statik bei Carport-Dächern mit integrierten PV-Panels nicht notwendig. Außerdem lässt sich das PV-Dach von Solar-Carports flexibel planen und optimal zur Sonne ausrichten. Ob Sie eine Baugenehmigung benötigen, hängt von der Größe und vom Bundesland ab.

Wie viel kostet ein Solar-Carport?

Solar-Carports für ein einzelnes Fahrzeug mit 3 bis 5 kWp installierter Leistung kosten inklusive Montage aktuell zwischen circa 9000 und 30.000 Euro. Je nach Größe der Anlage, Hersteller, Modul-Leistung, Material (z.B. Holz, Aluminium, Stahl, Kunststoff) und Ausstattung (etwa Komplettsystem mit Speicher und Wallbox) variieren die Preise.

Ein Solar-Carport als Komplettset kaufen oft 1500 bis 3000 Euro günstiger, als ein herkömmliches Carport mit einer PV-Anlage nachzurüsten, da die separate Dacheindeckung entfällt. Wer handwerklich begabt ist, kann einen fertigen Bausatz auch schon ab circa 4500 Euro im Handel kaufen.

Preise für ein Solar-Carport im Überblick

Mit folgenden Kosten sollten Sie für ein Solar-Carport mit einem Stellplatz rechnen:

  • Solar-Carport-Bausatz (ohne Speicher/Montage): ca. 4500 bis 9000 Euro

  • Komplettset für ein Solar-Carport, inklusive Montage und Speicher: ca. 9000 bis 18000 Euro

  • Komplettset für Solar-Carport mit Speicher und Wallbox (inkl. Montage): ca. 15.000 bis 30.000 Euro

Tabelle: Das kosten die Komponenten beim Solar-Carport

KomponenteKostenrahmen (ca. netto)Hinweise

Carport-Konstruktion inkl. Fundament (2 Stellplätze)

5000–10.000 €

Preis hängt von Material (Holz, Stahl, Alu), Fundament und Design ab, Bausätze (nur für Holz und Alu) sind für 2000–5000 € erhältlich

PV-Anlage (Module und Unterkonstruktion)

1800–4000 €

Für eine typische Anlage mit rund 3 bis 5 kWp installierter Leistung (8−12 Module)

Wechselrichter

900–1200 €

Je nach Anlagengröße

Installation, Montage und Anschluss

3100–5800 €

Ggf. Planung, Aufbau, Elektroinstallation durch Elektrofachkraft, Anmeldung beim Netzbetreiber, Energiemanagementsystem

Stromspeicher (optional)

1500–4500 €

Preis variiert je nach Kapazität (5–10kWh), Technologie und Hersteller

Wallbox

200–2000 €

Ausstattung/Technik variiert stark, Kosten für eine intelligente, per App steuerbare, PV-kompatible Wallbox mit Display im oberen Bereich der Preisspanne

Wie viel Strom kann ein Solar-Carport erzeugen?

Mit einem Solar-Carport erzeugen Sie in Deutschland im Durchschnitt jährlich 900 bis 1300 kWh Strom pro installiertem kWp. Welchen Ertrag die PV-Anlage erzeugt, hängt stark von der Ausrichtung und Neigung der PV-Module sowie vom Standort der Anlage ab. Beispielsweise kann ein Solar-Carport mit 5 kWp rund 4500 bis 6500 kWh pro Jahr produzieren, eine Anlage mit 10 kWp zwischen 9000 bis 13.000 kWh pro Jahr.

Übersicht der erwartbaren PV-Erträge je nach installierter PV-Leistung

Installierte PV-LeistungErwartbarer PV-Ertrag

3 kWp

2700–3900 kWh/Jahr

5 kWp

4500–6500 kWh/Jahr

7 kWp

6300–9100 kWh/Jahr

10 kWp

9000–13.000 kWh/Jahr

Lohnt sich ein Solar-Carport?

Solar-Carport an einem Wohnhaus
Solar-Carports gibt es aus Holz, Aluminium und Stahl sowie als freistehende oder ans Haus angebaute Varianten© Shutterstock/U.J.Alexander

Ein Solar-Carport kann sich für Hausbesitzerinnen und -besitzer aus unterschiedlichsten Gründen lohnen: Es kombiniert geschützten Parkraum mit Stromerzeugung, senkt so die Energiekosten im Haushalt (u.a. mit E-Auto) und macht die Investition durch Eigenverbrauch und Einspeisevergütung in wenigen Jahren wirtschaftlich.

Die wichtigsten Vorteile eines Solar-Carports

E-Auto günstig laden: Sie laden Ihr E-Auto mit eigenem Solarstrom günstiger (unter 15 ct/kWh), was bei einem Verbrauch von 2000 bis 3000 Kilowattstunden im Jahr spürbar die Fahrtkosten senkt.

Eigenverbrauch und Unabhängigkeit: Durch die Nutzung des PV-Stroms im Haushalt oder zum Laden sinkt die Stromrechnung, was bei steigenden Energiepreisen langfristig Geld spart.

Bei wenig Hausdachfläche: Wenn das Hausdach zu voll oder wegen seiner Ausrichtung oder Statik ungeeignet ist, bietet das Carport eine zusätzliche Fläche für Photovoltaik.

Fahrzeugschutz: Falls keine Garage vorhanden ist, bietet das Solar-Carport einen Schutz vor Witterung (Eis, Schnee, Hagel) und hält das Fahrzeug im Sommer kühler.

Wertsteigerung der Immobilie: Ein Solar-Carport mit Wallbox ist eine Investition in die Zukunft, die den Wert Ihres Eigenheims bei einem möglichen Verkauf erhöht.

Wann rechnet sich ein Solar-Carport?

Auto wird unter Solar-Carport geladen
In vielen Fällen amortisiert sich ein Photovoltaik Carport schneller mit Wallbox und E-Auto© iStock.com/Scharfsinn86

Ein Solar-Carport rechnet sich meist nach 10 bis 15 Jahren, wenn er primär zur eigenen Stromversorgung genutzt wird – idealerweise in Kombination mit Batteriespeicher und E-Auto.

Wichtige Faktoren für die Rentabilität sind ein hoher Eigenverbrauch des PV-Stroms, günstige Montagekosten und mögliche Förderung. Damit kann sich die Amortisationszeit auf 8 bis 12 Jahre verkürzen.

Beispielrechnung: Solar-Carport mit Speicher

Ein 13.000 Euro teures Solar-Carport mit einer installierten Leistung von 4,2 kWp (10 PV-Panels) erzeugt einen Jahresertrag von 4000 kWh. Die Eigenverbrauchsquote im Haus beträgt dank Stromspeicher etwa 65 Prozent (2600 kWh).

Kostet der herkömmliche Haushaltsstrom 30 Cent/kWh, spart das Solar-Carport jährlich 780 Euro Stromkosten. Hinzu kommt die Einspeisevergütung von rund 112 Euro im Jahr für den übrigen PV-Strom, der ins öffentliche Netz fließt (1400 kWh x 8 Cent/kWh).

Stromersparnis und Einspeisevergütung ergeben zusammen rund 892 Euro im Jahr: Damit beträgt die Amortisationszeit rund 14,6 Jahre.

Wichtige Faktoren für die Planung eines Solar-Carports

Blick von unten auf die Panelen eines Solar-Carport
Viele Solar-Carports haben ein Dach aus bifazialen PV-Panels© Shutterstock/Scharfsinn
  • Statik: Bestehende Carports lassen sich mit PV-Panels aufrüsten. Entscheidend ist vorher, die statische Belastbarkeit von einem Statiker prüfen zu lassen, da PV-Module plus Unterkonstruktion pro Quadratmeter zwischen 15 und 25 Kilogramm wiegen.

  • Freifläche: Je nach Fahrzeuggröße benötigen Sie eine Carport-Freifläche mit einer Mindestbreite von 3 bis 3,5 Metern und einer Mindestlänge von 5 Metern für Klein- und Mittelklassewagen, beziehungsweise 7 Metern für größere Fahrzeuge.

  • Dachausrichtung und Neigung: Optimal sind 30 bis 40 Grad Neigung und Süd- oder Ost-/Westausrichtung mit möglichst geringer Verschattung.

  • Verschiedene Bauformen: Es gibt Solar-Carport-Modelle mit einer festen Unterdachkonstruktion und aufgesetzten PV-Modulen oder moderne Varianten, bei denen semitransparente Glas-Glas-Module das Dach bilden. Auch unterschiedliche Dachformen (Flachdach, geneigte Dachform etc.) sind möglich.

  • Material: Das günstigste und ökologische Material ist Holz. Es erfordert regelmäßige Pflege. Aluminium ist rostfrei und wartungsarm (30 bis 40 Jahre Lebensdauer). Stahl ist die teuerste Variante und bietet maximale Stabilität, benötigt aber alle paar Jahre einen Korrosionsschutz.

Solar-Carport kaufen: die wichtigsten Kriterien

Die einfachsten und günstigsten Solar-Carports sind Selbstbausätze, die jedoch einiges an handwerklichem Geschick erfordern. Viele Systeme auf dem Markt sind auch modular aufrüstbar.

Checkliste zum Kauf

  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Prüfen Sie Material, Statik, Leistung und Garantie der Solarmodule (üblich sind 25 und 30 Jahre Leistungsgarantie auf Module) auf Ihre Anforderungen. Als Faustformel gilt: Das System sollte sich möglichst nach spätestens 15 Jahren amortisieren.

  • Professioneller Anbieter: Achten Sie bei der Herstellerwahl auf einen professionellen Installationsbetrieb mit Erfahrung im Bereich Photovoltaik (Referenzprojekte), Zertifizierungen (zum Beispiel TÜV), Garantieleistungen, Kundenservice sowie einen Wartungs- und Reparaturservice.

  • Qualitäts-Features: Sind ein "echter" Regenschutz (Dach durch Dichtungen komplett wasserdicht) und ein integrierter Wasserablauf sowie eine Regenrinne vorhanden?

  • Sicherheit: Bietet das Solar-Carport Vandalismusschutz (schlagfestes Glas, diebstahlsichere Montierung) und optional Anprallschutz der Pfosten gegen versehentliches Gegenfahren?

  • Modularer Aufbau: Ist das Modell modular nachrüstbar, also mit mehr PV-Power ausstattbar? Für den Fall, dass sie in der Zukunft in Ihrem Haushalt ein (zweites) E-Auto oder eine Wärmepumpe anschaffen wollen, kann das wertvoll sein.

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Gibt es eine Förderung für ein Solar-Carport?

  • Steuerbefreiung: Seit 2023 entfällt die Mehrwertsteuer auf Photovoltaik-Anlagen und wesentliche Komponenten sowie ihre Lieferung und Installation, was die Anschaffung verbilligt. Auch die Erträge aus Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern oder Nebengebäuden (wie Carports) sind von der Einkommensteuer befreit.

  • KfW-Kredit 270 "Erneuerbare Energien – Standard": Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet zinsgünstige Kredite für die Anschaffung und Installation von PV-Anlagen an – auch auf Carports.

  • Regionale Förderungen: Viele Bundesländer und Kommunen fördern Photovoltaik und Stromspeicher mit eigenen Zuschüssen und Krediten. Eine Nachfrage bei Ihrer Stadt oder Gemeinde kann sich lohnen.

  • Wallbox-Förderung: Die Anschaffung einer Wallbox fürs Einfamilienhaus wird ebenfalls von einigen Städten oder Gemeinden sowie lokalen Energieversorgen bezuschusst.

Ist ein Solar-Carport genehmigungspflichtig?

Ob Sie für ein Solar-Carport eine Baugenehmigung benötigen, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und in der jeweiligen Landesbauordnung geregelt. Entscheidende Faktoren sind die bebaute Fläche, die Höhe und der Abstand zur Grundstücksgrenze.

In einigen Bundesländern ist der Bau von Carports bis zu einer bestimmten Größe genehmigungsfrei. In Baden-Württemberg sind etwa Carports bis zu einer Größe von 30 Quadratmetern und einer Wandhöhe von 3 Metern genehmigungsfrei. In Rheinland-Pfalz, Hessen und Brandenburg sind es sogar 50 Quadratmeter.

In der Regel entfallen bei Solar-Carports einige Auflagen, die für Garagen gelten, wie etwa zum Brandschutz.

Erkundigen Sie sich vor dem Kauf unbedingt bei Ihrem zuständigen Bauamt über die lokalen Vorschriften und einen eventuell vorhandenen Bebauungsplan, denn dieser kann die Vorschriften der Bauverordnungen verschärfen. Einige Hersteller bieten auch einen Service an, der die Einholung der Baugenehmigung umfasst.

FAQ: Häufige Fragen und Antworten zum Solar-Carport

Das hängt von den lokalen Bauvorschriften im jeweiligen Bundesland ab. Eine vorherige Anfrage beim zuständigen Bauamt ist unerlässlich. In Bayern besteht eine grundsätzliche Pflicht, eine Baugenehmigung einzuholen.

Für ein Komplettsystem inklusive Montage müssen Sie je nach Ausstattung, Material und Design mit Kosten von 9000 bis 30.000 Euro rechnen.

Ja, wenn Sie den erzeugten Strom im Haushalt verbrauchen können und besonders in Kombination mit einem Speicher. Ohne direkten Großverbraucher wie ein E-Auto kann sich die Amortisationszeit jedoch verlängern.

Ein typisches Solar-Carport für ein Auto mit acht bis zehn PV-Modulen (ca. 3−4 kWp Leistung) erzeugt je nach Standort und Ausrichtung etwa 2700 bis 4900 kWh Strom pro Jahr.

Sie können Ihr E-Auto direkt mit selbst erzeugtem, kostengünstigem Solarstrom laden und so Ihre Mobilitätskosten erheblich senken – je nach Fahrverhalten um bis zu 80 Prozent.

Ja, sofern ein Statiker bestätigt, dass die Dachkonstruktion das Gewicht der PV-Anlage (15−25 Kilogramm) zusätzlich zu maximal erwartbaren regionalen Schneelasten im Winter tragen kann und sturmsicher ist.

Ein Solar-Carport sollte in die Wohngebäudeversicherung aufgenommen werden. Melden Sie die neue Anlage unbedingt Ihrem Versicherer: Oft ist ein Zusatzbaustein für Photovoltaik nötig, um Schäden durch Sturm, Hagel oder Marderbisse abzudecken.

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