Hybridheizung: Öl und Gas mit Solar oder Wärmepumpe kombinieren
Von André Gieße

Eine Hybridheizung kombiniert mehrere Energiequellen, um Wärme zu erzeugen. Vor allem Gas- und Ölheizungen können Sie effizient erweitern und somit Ihre Betriebskosten senken. Alle wichtigen Infos im Überblick.
Wann die Kombination fossiler und erneuerbarer Energien sinnvoll ist
Was die Vorteile und Nachteile einer Hybridheizung im Haus sind
Wie viel Förderung es dafür im Jahr 2026 vom Staat gibt
Was ist eine Hybridheizung?
Hybridheizungen kombinieren zwei Energiequellen und Technologien, manchmal auch mehr. Am häufigsten sind konventionelle Systeme wie eine Öl- oder Gas-Heizung erweitert um eine Solaranlage oder Wärmepumpe. Während fossile Brennstoffe wie Gas und Öl wegen der CO₂-Steuer teurer werden, sind erneuerbare Energien wie Sonne und Umgebungswärme kostenlos.
Die Kombination der Heiztechniken eignet sich auch für die Warmwasseraufbereitung. Oft sind sie mit einem Pufferspeicher im Keller verbunden. Dieser mit Wasser befüllte Behälter nimmt die überschüssige Wärme auf und gibt sie bei Bedarf ab. Damit lässt sich das Haus zum Beispiel auch dann mit Solarenergie beheizen, wenn keine Sonne scheint. Im Winter hilft die zweite Heizanlage.
Hybridheizung mit Gas, Wärmepumpe oder PV?
Es gibt verschiedene Varianten von Hybridheizungen: Neben einer Gasheizung kann zum Beispiel eine Wärmepumpe das Haus versorgen und zusätzlich eine PV-Anlage durch den Solarstrom vom Dach die Kosten fürs Heizen mit der Wärmepumpe senken. Klassische Öl- oder Gasheizungen funktionieren auch zusammen mit Solarthermie, einer Pelletheizung oder einer Brennstoffzellenheizung. Eine Wärmepumpe lässt sich sogar mit einer Holzheizung verknüpfen.
Am beliebtesten ist eine Hybrid-Lösung mit Gas-Heizung und Luft-Wasser-Wärmepumpe. Letztere nutzt Wärmeenergie aus der Umgebungsluft. Welche Heiztechniken für Ihr Haus am sinnvollsten sind, sollten Sie am besten mit einem Heizungsmonteur besprechen. Wichtig ist, dass die Heizsysteme aufeinander abgestimmt sind und zu Ihrem typischen Wärmebedarf passen.
Was sind die Vorteile und Nachteile eine Hybridheizung?
Das sind die Vorteile einer Hybridheizung:
Sie machen sich unabhängiger von den weiter steigenden Brennstoffpreisen.
Erneuerbare Energiequellen wie Sonne, Luft oder Bodenwärme kosten nichts.
Zwei Heizsysteme gewährleisten ganzjährig eine stabile Versorgungssicherheit.
Hybridheizungen lassen sich flexibel erweitern, weil sie modular aufgebaut sind.
Ab 65 Prozent aus erneuerbaren Energien sind die gesetzlichen Vorgaben erfüllt.
Das sind die Nachteile eines Hybridsystems:
Zwei oder mehr Heizsysteme benötigen mehr Platz im Haus als ein einziges.
Es fallen meistens höhere Anschaffungs-, Wartungs- und Reparaturkosten an.
Ist ein Teil eine Gas- oder Ölheizung, gibt es dafür keine Förderung vom Staat.
Eine Wärmepumpe arbeitet auch allein energieeffizient und wird stärker gefördert.
Mit einer Gas- oder Ölheizung sind Sie weiterhin abhängig von fossilen Brennstoffen.
Wie kostet eine Hybridheizung aktuell?
Eine komplett neue Hybridheizung kostet im Jahr 2026 inklusive Installation im Durchschnitt zwischen 25.000 und 50.000 Euro. Die Preisspanne ist enorm. Wie viel die Technik und deren Einbau kosten, hängt ab von den gewählten Energiequellen sowie den Preisen der Hersteller und Installateure. Darüber hinaus kommt es darauf an, ob eine komplette Modernisierung oder eine Nachrüstung geplant ist. Ist schon eine Gas- oder Ölheizung im Haus vorhanden, wird es günstiger.
Gibt es Förderung für eine Hybridheizung?
Wer sich für einen Heizungstausch entscheidet, kann eine Förderung zu seinen Investitionskosten erhalten: Maximal 70 Prozent beziehungsweise bis zu 21.000 Euro übernimmt die staatliche KfW-Bank. Der Bund fördert Heizsysteme, die die Energieeffizienz eines bestehenden Wohngebäudes oder den Anteil erneuerbarer Energien im Haus erhöhen. Geld gibt es für verschiedene Techniken. Sie bezuschusst alle Ausgaben von der Fachplanung bis zur Inbetriebnahme der neuen Heizung.
Alle Informationen zur aktuellen KfW-Heizungsförderung finden Sie hier zusammengefasst.
Warum Gasheizung und Wärmepumpe?

Viele Hausbesitzer kombinieren eine Gasheizung mit einer Luftwärmepumpe, die Wärme aus der Umgebungsluft zieht. Letztere ist inklusive der Installation ab etwas mehr als 15.000 Euro erhältlich. Die Energiequelle lässt sich außerdem leichter erschließen als bei Erdwärmepumpen oder Grundwasser-Wärmepumpen. Darüber hinaus gibt es die KfW-Förderung.
Anders als Solarthermie können Wärmepumpen auch im Winter meistens zuverlässig für Wärme und Warmwasser sorgen. Kommen 65 Prozent oder mehr aus erneuerbaren Energien, ist das Heizungsgesetz umgesetzt.
Das Herzstück dieser Hybridheizung ist ein ausreichend großer Pufferspeicher für warmes Wasser. Die meiste Arbeit leistet über das Jahr die Wärmepumpe. Nur wenn die Temperaturen draußen zu niedrig oder der Verbrauch im Haushalt sehr hoch ist, kommt der Gaskessel zum Einsatz. Denn eine Luftwärmepumpe braucht an sehr kalten Tagen viel Strom, was teuer sein kann. Dank intelligenter Steuertechnik klappt das Umschalten zwischen den Heizungen automatisch.
Wann lohnt sich eine Hybridheizung?
Technisch ist eine Hybridheizung sowohl im Neubau als auch in Bestandsgebäuden machbar. Zwar kosten Kauf und Einbau meist mehr als 25.000 Euro. Aber einen Teil dieser Investition fördert der Staat, und im Betrieb sind erneuerbare Energiequellen günstiger als fossile Brennstoffe. Wer noch nicht auf eine Gas- oder Ölheizung verzichten will, kann sie als Übergangslösung nutzen.
Neben dem CO₂-Preis nehmen in den kommenden Jahren die gesetzlichen Anforderungen zu. Mit einer zusätzlichen Wärmepumpe oder Solarthermie-Anlage ist das Haus für die Zukunft gerüstet.
Auf eine Hybridheizung umrüsten kann sinnvoll sein, wenn bereits eine Gas- oder Ölheizung im Einsatz ist und sich der vollständige Systemwechsel etwa auf eine Wärmepumpe aufgrund des energetischen Gebäudezustands noch nicht realisieren lässt. Zum Beispiel, weil damit in Altbauten und schlecht gedämmten Häusern umfangreiche und teurere Sanierungsarbeiten verbunden sind.
Bei einer kompletten Heizungserneuerung bietet es sich an, nur eine Wärmepumpe einzubauen. In einem gut gedämmten Haus kann diese allein den Warmwasser- und Wärmebedarf decken.
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