Solarthermie: Kosten, Nutzen und Förderung 2026

• Lesezeit: 7 Min.

Von André Gieße

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Solarpanele auf einem Dach
Eine Solarthermie-Anlage auf dem Dach erwärmt das Wasser im Haus und unterstützt oft auch die Heizung© imago images/U. J. Alexander

Warmwasser im Haus dank Sonnenenergie – und die Heizung gleich mit entlasten: Solarthermie macht das möglich. Wie die Technologie funktioniert, was sie kostet und wann sie sich lohnt.

  • Kosten variieren je nach Nutzung und Art der Kollektoren

  • Solarthermie kann mit allen Heizungsarten kombiniert werden

  • Staatliche KfW-Förderung für Anschaffung und Installation

Was ist Solarthermie?

Solarthermie nutzt die Energie der Sonne, um Wärme zu erzeugen – vor allem für Warmwasser und je nach Auslegung auch zur Unterstützung der Heizung. Bei der Technologie erwärmen Kollektoren auf dem Dach oder an der Fassade eine Trägerflüssigkeit, die die gewonnene Wärme über Pumpe, Rohrleitungen und Wärmetauscher in einen Wassertank (Pufferspeicher) im Haus transportiert.

Anders als eine Photovoltaik-Anlage produziert Solarthermie keinen Strom, sondern Wärme – und sie arbeitet in der Regel ergänzend zu einem weiteren Heizsystem (Gas, Öl, Wärmepumpe), da die Sonne nicht jederzeit genug Energie liefert. Im Sommer kann eine solarthermische Anlage oft die gesamte Warmwasserversorgung im Haushalt übernehmen, was den Heizkessel überflüssig macht.

Komponenten bei Solarthermie

  • Kollektoren:
    Wandeln Sonnenlicht in Wärme um (Flach- oder Röhrenkollektoren).

  • Trägerflüssigkeit:

    Wird durch die Kollektoren erhitzt und transportiert Wärme weiter.

  • Wärmetauscher:

    Überträgt die Wärme vom Kreislauf in einen Speicher im Haus.

  • Pufferspeicher:
    Wassertank speichert die Wärme für die spätere Nutzung.

Wie funktioniert Solarthermie?

Solarpanele auf einem Dach
Es gibt zwei gängige Arten von Solarkollektoren: Röhren- und Flachkollektoren© Shutterstock/Costazzurra

Bei der Solar­thermie fangen Kollektoren auf dem Dach die Sonnenstrahlung ein und wandeln sie in Wärme um. Unter den Glasabdeckungen der solarthermischen Anlage erwärmen sich dunkel beschichtete Absorberflächen, die ihre Wärme an eine Trägerflüssigkeit (Wasser mit Frostschutz) in einem geschlossenen Rohrkreislauf abgeben.

Eine Pumpe transportiert die erhitzte Flüssigkeit zu einem Wärmetauscher, der die Energie an einen Speicher im Haus überträgt – dort wird die Wärme fürs Duschen, Spülen oder bei größeren Anlagen auch für den Heizkreislauf zwischengespeichert.

Ein Solarregler mit Temperatursensoren steuert automatisch, wann die Pumpe läuft, damit die Solarthermie-Anlage möglichst effizient arbeitet und die gewünschte Wärmeenergie erzeugt.

Was bringt Solarthermie bei Warmwasser und Heizung?

Im Jahresdurchschnitt kann Solarthermie zwischen 30 und 70 Prozent der Energie liefern, die für die Warmwasseraufbereitung im Haushalt benötigt wird. Typisch sind aufs Jahr gerechnet 50 bis 60 Prozent. In der Praxis ist laut der Verbraucherzentrale eine Energieeinsparung von circa 400 Kilowattstunden pro Quadratmeter Kollektorfläche und Jahr nur bei der Warmwasserbereitung üblich. Dank der Sonnenenergie kann die Heizung im Sommer oft komplett ausgeschaltet werden.

Solarthermie kann zudem die Heizung unterstützen: In weniger gut gedämmten Häusern kann sie 10 bis 20 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs liefern, bei Energieeffizienzhäusern sogar 25 bis 40 Prozent. In jedem Fall ist mangels Solarwärme im Winter ein weiteres Heizsystem notwendig.

Die Energieeinsparungen hängen ab von Kollektorenleistung, Ausrichtung und Haushaltsgröße.

Voraussetzungen für Solarthermie

Nicht jedes Dach eignet sich für den Betrieb einer Solar­thermie-Anlage. Die KfW-Förderbank rät Hausbesitzern, sich vorab folgende Fragen zu beantworten, damit sich die Technik auch lohnt:

  • Ist die Sonnen­einstrahlung hoch genug? Zu viele Schatten durch andere Gebäude oder Bäume sollte es nicht geben.

  • Ist die Dach­neigung geeignet? Für die Trink­wasser­erwärmung ist ein Winkel von 30 bis 50 Grad ideal, für die Heizungs­unterstützung 45 bis 70 Grad.

  • In welche Himmelsrichtung zeigt Ihr Dach? Eine Aus­richtung nach Süden ist ideal. Kleinere Abweichungen nach Osten oder Westen sind meist auch noch in Ordnung.

Welcher Kollektor für Solarthermie ist besser?

Bei den Kollektoren für Solarthermie gibt es zwei gängige Bauarten: Flachkollektoren und Vakuum-Röhrenkollektoren. Wenn Sie Platz auf dem Dach haben und nur Heizkosten beim Duschwasser sparen wollen, fahren Sie mit Flachkollektoren wirtschaftlich besser. Wollen Sie auch im Winter die Heizung spürbar entlasten oder verfügen Sie auf dem Dach über wenig Platz oder nur über eine Hauswand, sind die effizienteren und teureren Röhrenkollektoren die bessere Wahl.

Flachkollektoren

  • Vorteile: Günstiger in der Anschaffung; sehr robust und langlebig; optisch dezenter (können ins Dach integriert werden)

  • Am besten: Wenn Sie hauptsächlich im Sommer Warmwasser bereiten wollen oder ein begrenztes Budget haben

  • Schwachpunkte: Höherer Wärmeverlust bei Kälte; benötigen mehr Fläche; geringerer Wirkungsgrad von circa 60 bis 85 Prozent

Vakuum-Röhrenkollektoren

  • Vorteile: Höherer Wirkungsgrad bis zu 90 Prozent; leistungsstärker bei wenig Sonne oder kalten Temperaturen; benötigen weniger Dachfläche

  • Am besten: Wenn Sie die Heizung unterstützen wollen oder nur eine kleine Dachfläche zur Verfügung haben

  • Schwachpunkte: Circa 30 bis 50 Prozent teurer als Flachkollektoren und etwas empfindlicher bei Hagel

Was kostet Solarthermie im Jahr 2026?

Kosten für Solarthermie für Warmwasser und Heizung

Bei einem typischen Einfamilienhaus liegen die Kosten für Solarthermie im Jahr 2026 bei 3000 bis 6000 Euro für die Warmwasseraufbereitung und bei 7000 bis 10.000 für die Heizungsunterstützung. Solarthermie sowohl für Warmwasser als auch für Heizung kostet circa 7000 bis 17.000 Euro.

Die Preise für die Anschaffung der Anlage inklusive Komponenten wie Speicher, Pumpe, Leitungen und der Montage variieren je nach Größe, Kollektorenart, Installationsaufwand und Fachbetrieb.

Pro Quadratmeter liegen die Preise aktuell bei den einfacheren Flachkollektoren bei 250 bis 600 Euro, bei den effizienteren Röhrenkollektoren müssen Sie mit 350 bis 800 Euro rechnen.

Wartungs- und Betriebskosten

Während des Betriebs der Solarthermie-Anlage fallen Kosten für die Stromversorgung von Pumpe und Solarsteuerung sowie Wartungs- und Versicherungskosten an. Zusammen betragen die laufenden Kosten etwa 100 bis 200 Euro pro Jahr. Eine Wartung durch einen Fachbetrieb empfiehlt sich alle 3 bis 5 Jahre, um bis zu 30 Jahre Lebensdauer und bestmögliche Erträge zu sichern.

Amortisation der Investition

Eine Solarwärmeanlage spart ab Inbetriebnahme fossile Energieträger ein, die durch den steigenden CO₂-Preis immer teurer werden. Es kann 15 bis 20 Jahre dauern, bis sich die Anschaffungskosten amortisieren. Dies gilt jedoch lediglich, wenn die Anlage vollständig selbst finanziert wird. Mit staatlicher Förderung lässt sich die Amortisierungszeit deutlich auf 10 bis 15 Jahre verkürzen.

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    Wo gibt es Förderung für Solarthermie?

    Für den Kauf und Einbau einer solarthermischen Anlage in einem bestehenden Wohnhaus gibt es im Rahmen der Heizungsförderung aktuell Zuschüsse bis zu 70 Prozent der Investitionskosten. Mit maximal 21.000 Euro beteiligt sich der Staat. Privatpersonen können die Förderung über die KfW-Bank beantragen. Voraussetzungen sind ein hydraulischer Abgleich des neuen Heizsystems und dass es sich um Kollektoren mit einer sogenannten Solar-Keymark-Zertifizierung handelt.

    So setzt sich die BEG-Förderung für Solarthermie zusammen

    Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Die Boni sind kombinierbar, der maximale Fördersatz ist jedoch auf 70 Prozent begrenzt.

    • 30 Prozent Grundförderung:
      Als Grundförderung können private Eigentümerinnen und Eigentümer eines Hauses, in dem sie selbst wohnen, einen Zuschuss von 30 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten beantragen.

    • 20 Prozent Klimageschwindigkeits-Bonus:
      Wird gewährt, wenn eine funktionstüchtige fossile Heizung (Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Gasheizung älter als 20 Jahre) durch ein System ersetzt wird, das mit erneuerbaren Energien läuft.

    • 30 Prozent Einkommensbonus:
      Haushalte mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro im Jahr können zusätzlich einen Bonus von 30 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten erhalten.

    Ergänzungskredit zusätzlich zur Solarthermie-Förderung der KfW

    Zusätzlich zur schon erteilten Zuschussförderung bietet die KfW-Bank einen Ergänzungskredit bis zu 120.000 Euro an. Dieser steht Haushalten mit einem Bruttoeinkommen von bis zu 90.000 Euro zur Verfügung, um die verbleibenden Investitionskosten bei energetischen Maßnahmen zur Gebäudesanierung zu finanzieren. Das Geld können Sie auch für eine Solarthermie-Anlage nutzen.

    Welche Vorschriften gelten für Solarthermie?

    Die Solarpflicht, die in vielen Bundesländern beim Neubau von Wohnhäusern und bei Dachsanierungen gilt, lässt sich je nach Gesetz oder Bauordnung mitunter auch durch eine Solarthermie-Anlage erfüllen. Außerdem gilt Solarthermie bisher als Erfüllungsoption der 65-Prozent-Vorgabe aus dem Heizungsgesetz (GEG).

    Bei privaten Sonnenkollektoren auf Hausdächern und an Fassaden ist meist keine Baugenehmigung erforderlich. Sicherheitshalber sollte man allerdings einen Blick in die jeweilige Landesbauordnung werfen. Anders als Photovoltaik-Anlagen muss man Solarthermie außerdem nicht bei offiziellen Stellen anmelden.

    Wie groß sollte die Solarthermie-Anlage sein?

    Über einen Speicher im Keller lässt sich die Wärme von der Solarthermieanlage je nach Bedarf im Haus verteilen© Shutterstock/n.tati.m

    Die Größe der Kollektoren bestimmt die Menge der erzeugbaren Wärmeenergie. Zuerst sollten Sie entscheiden, ob Sie die Solarthermieanlage nur für die Warmwasseraufbereitung oder auch zur Unterstützung der Raumheizung nutzen wollen. Anschließend geht es um das verfügbare Budget: Günstigere Flachkollektoren benötigen, wie schon erwähnt, mehr Platz als teure Röhrenkollektoren.

    Faustregeln zur Dimensionierung

    • Für die Warmwasseraufbereitung wird pro Person im Haushalt eine Fläche von etwa 1,5 Quadratmetern mit Flachkollektoren oder 1 Quadratmeter mit Röhrenkollektoren benötigt.

    • Für die Heizungsunterstützung und Warmwasseraufbereitung benötigt man pro Person im Haushalt entweder 3 Quadratmeter Flachkollektoren oder 2 Quadratmeter Röhrenkollektoren.

    • Für die solare Warmwasseraufbereitung für vier Personen braucht man einen rund 300 Liter großen Wasserspeicher.

    • Ein Pufferspeicher für das solare Heizen enthält in einem Einfamilienhaus üblicherweise zwischen 750 und 1500 Liter.

    Den eigenen Energiebedarf im Haushalt können Sie mithilfe der Jahresabrechnungen für Heizung und Wasserverbrauch berechnen. Die Planung sollten Sie zusammen mit Fachbetrieben machen.

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    Wie Heizung mit Solarthermie kombinieren?

    Im Winter können Solarthermieanlagen den Wärmebedarf nicht vollständig decken, weshalb sie nur unterstützend zu einer anderen Heizung eingesetzt werden können. Sie tragen dennoch erheblich zur Senkung der Heizkosten bei, indem sie in den dunklen Monaten 20 bis 30 Prozent ihrer Maximalleistung erbringen. Prinzipiell lässt sich jede Heizung mit Solarthermie kombinieren.

    Die Solarthermie liefert Wärme für Warmwasser (und je nach Auslegung auch etwas Heizungsunterstützung) und kann damit die Wärmepumpe spürbar entlasten, weil diese im Sommer für die Warmwasserbereitung teilweise seltener oder gar nicht laufen muss. Das bringt vor allem dann Vorteile, wenn die Wärmepumpe sonst für Warmwasser hohe Temperaturen bereitstellen müsste – Solarthermie kann den Warmwasseranteil übernehmen bzw. vorwärmen, was Strom spart und die Effizienz/Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe verbessern kann.

    Dafür braucht es einen passenden (Kombi‑)Speicher/Pufferspeicher und eine saubere Regelung, damit Solarwärme priorisiert genutzt wird und die Anlage nicht zu groß ausgelegt ist. Eine Kombination von Solarthermie und Wärmepumpe ist besonders in Neubauten mit Luft- oder Sole-Wärmepumpen zu empfehlen. Für solche Hybridheizungen gibt es auch Förderung.

    Bei einer Pelletheizung benötigt man weniger Holzpellets, wenn sie mit einer Solarthermie-Anlage gekoppelt ist. Beide Heizenergien werden in einen bivalenten Pufferspeicher geleitet. Dieser enthält zwei Wärmetauscher, kann also von zwei Heizquellen gleichzeitig auf Temperatur gebracht werden. Im Sommer kann die Solarthermie die Warmwasserversorgung vollständig übernehmen. Über das Jahr verteilt kann diese Kombination bis zu 60 Prozent der Energiekosten einsparen. Diese Hybridheizungen sind ebenfalls förderfähig.

    Solarthermie lässt sich mit einer Öl‑ oder Gasheizung kombinieren: Die Kollektoren liefern Wärme für Warmwasser und – bei größeren Anlagen – zur Heizungsunterstützung. Der Kessel springt ein, wenn die Sonne nicht reicht (vor allem im Winter). Das bringt weniger Brennstoffverbrauch in den sonnenreichen Monaten und senkt damit Kosten und Emissionen. Übers Jahr sind beim Warmwasser je nach Auslegung hohe Deckungsanteile möglich.

    Wichtig sind ein passender (Warmwasser-/Puffer-)Speicher, gut gedämmte Leitungen, eine Regelung, die Solarwärme priorisiert nutzt – und dass die Anlage nicht zu groß dimensioniert wird. Förderfähig ist in der Regel nur die erneuerbare Komponente einer solchen Hybridheizung, nicht die fossile.