Yamaha MT-07: Update für den Topseller

Ein Yamaha MT-07 Motorrad fährt auf einer Straße
Spurtreu und vertrauenswürdig: Die MT-07 beim Kurvenwedeln ∙ © francescmonterophotography

Die Yamaha MT-07 ist ein einfaches, leicht zu fahrendes und günstiges Motorrad der Mittelklasse. Jetzt haben die Japaner ihren Bestseller überarbeitet. Fahrbericht, Daten, Preis.

  • Einfach im Handling

  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

  • 48-PS-Version für Anfänger

Yamahas unverkleidete MT-Baureihe hat sich zum wichtigsten Segment im Modellprogramm der Japaner gemausert. Ein wesentlicher Anteil daran ist der MT-07 zuzuschreiben: Der Mittelklasse-Roadster ist die bestverkaufte Yamaha hierzulande – dank der gelungenen Kombination aus leicht beherrschbarem und dennoch vollwertigem Fahrspaß, moderner Hülle und einem sehr attraktiven Preis.

Gefälliges Roadster-Design

Ein Yamaha MT-07 Motorrad steht auf einer Straße, seitlich zu sehen
Sportlicher, unverkleideter Landstraßen-Roadster ∙ © francescmonterophotography

Dieses Konzept galt es bei der aktuellen Überarbeitung beizubehalten und zugleich zu verfeinern. Deshalb scheinen die Änderungen auf den ersten Blick überschaubar. Die MT-07 des Baujahrs 2021 verkörpert nach wie vor das Idealbild eines sportlichen, unverkleideten Landstraßen-Roadsters. Optisch jedoch verschärft über knappere Verkleidungsumfänge sowie eine neue Front mit LED-Scheinwerfer und Y-förmigem Tagfahrlicht. Deren erste Bilder kamen bei den MT-07-Fans zunächst nicht gut an.

In der Realität hinterlässt die eigenwillige Maske allerdings einen deutlich besseren Eindruck, und die neuen, seitlich prägnant ausgestülpten Lufteinlässe erweisen sich gar als echte Hingucker. Die Winglets sehen nicht nur gut aus, sondern schaufeln dem flüssigkeitsgekühlten Reihenzweizylinder mehr Luft in den überarbeiteten Einlasstrakt.

Zusammen mit neu kalibrierter Einspritzung und Zündung sowie einer neuen Auspuffanlage mit dickem Katalysator nah am Motor erreicht der Antrieb so das saubere Euro-5-Niveau. Übrigens ohne merkliche Leistungseinbußen: Gegenüber dem Vormodell sind bei 73,4 PS gerade mal 1,4 PS verloren gegangen. Bei fast gleichem Drehmoment-Gipfel von 67 Nm gibt sich die Yamaha untenherum kräftiger. Das lässt sich schon beim Anlassen ahnen, denn der 270-Grad-Zweizylinder klingt richtig satt.

73-PS-Motor: Gute Fahrleistungen

Der Motor einer Yamaha MT-07
Druckvoll, antrittsstark und drehfreudig: Der Motor der MT-07 ∙ © Yamaha

Bereits ab 2000 Umdrehungen untermauert der Motor seinen Ruf als echtes Allround-Aggregat sehr druckvoll, antrittsstark und gleichzeitig drehfreudig bis über 9000 Touren hinaus. Dazu lässt sich der Leistungseinsatz noch besser dosieren, mit sanftem, lastwechselfreierem Ansprechverhalten. Eine Ausgleichswelle leistet beim Eliminieren etwaiger Vibrationen in allen Drehzahlbereichen ganze Arbeit. Das Thema Fahrbarkeit interpretiert die neue MT-07 absolut anfängertauglich, ohne bei Versierten Langeweile aufkommen zu lassen. Übrigens legt Yamaha von Anfang an eine 48-PS-Drosselversion auf, um dem Motorradnachwuchs Futter zu geben.

MT-07: Gut beherrschbares Bike

Auf kurvenreichen Pisten bereitet der Mittelklasse-Liebling das größte Vergnügen. Vertrauenswürdig, geradlinig und akkurat setzt die MT-07 kleinste Richtungsbefehle um. Leichtfüßig und neutral umrundet sie alle Radien, lässt sich mühelos einlenken und umlegen, bei stets nachvollziehbarer Kurvenlage. So vermittelt die Japanerin ihrem Fahrer zu jedem Zeitpunkt das Gefühl, Herr der Lage zu sein.

Dazu trägt das geringe, im Vergleich zur Vorgängerin um ein Kilo angewachsene Gewicht von gerade mal 184 Kilo einiges bei. Außerdem wurden Telegabel und Federbein neu abgestimmt: Beide sprechen nicht nur gut auf Unebenheiten an, sie dämpfen deutlich besser und sorgen für eine satte Straßenlage auch bei engagiertem Tempo. Über ungnädigen Untergründen erreicht der Fahrkomfort mehr als nur Durchschnitt. Gut harmonieren die ebenfalls neu aufgezogenen Michelin Road 5-Pneus, die auch auf feuchtem Asphalt einen angenehm breiten Grenzbereich bieten.

Motorrad & Roller: Neuheiten, Tests, Fahrberichte

LC-Display, bessere Bremsanlage

Das Display einer Yamaha MT-07
Wertig: Das monochrome, gut ablesbare LC-Display ∙ © Yamaha

Für die erwartet große Bandbreite an Fahrern haben die Yamaha-Entwickler die neue Bremsanlage abgestimmt: Größere Bremsscheiben vorn mit Vierkolbensättel verzögern sehr effektiv und gut dosierbar, keineswegs jedoch giftig – diese Auslegung kommt weniger Versierten entgegen. Der fünffach weiteneinstellbare Bremshebel bietet auch kleinen Händen ein gutes Bremsgefühl, so dass der ABS-Einsatz auf echte Notsituationen beschränkt bleibt.

Praktischer und wertiger ist die MT-07 auch noch geworden, mit hochwertiger anmutenden Hebeleien und dem neuen monochromen, gut ablesbaren LC-Display, jetzt vom linken Lenkerende aus umschaltbar.

Optisch tritt die aktualisierte MT-07 verschärft auf, ist dennoch leichter zu fahren und bietet mit ihrem gut austarierten Paket einen vollwertigen Genuss, der auch die anspruchsvollsten Kurvengourmets zufrieden stellt. Da mutet der moderat angehobene Preis von 7374 Euro vollauf gerechtfertigt an.

Technische Daten Yamaha MT-07

Herstellerangaben


Motor/Getriebe

Flüssigkeitsgekühlter Reihen-Zweizylindermotor, 689 ccm Hubraum, 54 kW/73,4 PS bei 8750 U/min, 67 Nm bei 6500 U/min; vier Ventile/Zylinder, dohc, Einspritzung, Sechsganggetriebe, Kette

Fahrleistungen und Verbrauch (Werksangaben)

Höchstgeschwindigkeit 205 km/h, 4,2 l/100 km

Fahrwerk

Stahlrohr-Brückenrahmen; 4,1 cm USD-Telegabel vorne (nicht einstellbar), 13 cm Federweg; Stahl-Zweiarmschwinge hinten, Zentralfederbein (Zugstufendämpfung und Vorspannung einstellbar), 13 cm Federweg; Leichtmetall-Gussräder; Reifen 120/70 ZR17 (vorne) und 180/55 ZR17 (hinten). 29,8 cm Zweischeibenbremse vorne, 24,5 cm Einscheibenbremse hinten

Maße und Gewichte

Radstand 1,4 m, Sitzhöhe 80,5 cm, Gewicht fahrfertig 184 kg, Zuladung 171 kg; Tankinhalt 14 l

Assistenzsysteme

ABS

Preis

7374 Euro

Text: Thilo Kozik/SP-X