Yamaha MT-09: Naked Bike der Meisterklasse

Bietet sehr viel fürs Geld: Die dritte Generation der MT-09
Bietet sehr viel fürs Geld: Die dritte Generation der MT-09 © Yamaha

Die dritte Generation der Yamaha MT-09 überzeugt auf ganzer Linie: Ein kräftiger Motor und neueste Elektronik sorgen für perfekten Fahrspaß. Fahrbericht, Bilder, Daten, Preis.

  • Gute Preis-Leistung

  • Neueste Elektronik, viele Fahrassistenten

  • Auch mit reduzierter 35-kW-Leistung erhältlich

Die beiden Buchstaben MT in der Modellbezeichnung der Yamaha Naked-Bikes stehen für "Master of Torque", also Drehmoment-Meister. Diesen Anspruch erfüllte die MT-09 schon immer. Und auch die dritte Generation hat viel zu bieten: kräftiger Motor, top Rahmen, optimales Fahrwerk, neueste Elektronik, aggressiveres Outfit, wenig Gewicht. Der Preis von rund 10.000 Euro erscheint angesichts der angebotenen Qualität durchaus günstig.

Starker Motor bei wenig Gewicht

Fährt gut und verbraucht wenig: Die Yamaha MT-09 © Yamaha

Das ursprüngliche Konzept der MT-09 wurde trotz vieler Neuerungen nicht verwässert, sondern schlicht noch besser umgesetzt. Der Lenkkopf ist tief positioniert, was sich positiv auf das Einlenkverhalten auswirkt. Beim Fahren genießt man in allen Phasen eine gute Lenkpräzision. Beim Antrieb überspringt man die Euro-5-Hürde. Durch das motorische Bodybuilding ergeben sich folgende Triebwerksdaten: Hubraum 890 ccm, Leistung 88 kW/119 PS bei 10.000 U/min, Drehmoment 93 Nm bei 7000 U/min.

Dass der Durchzug gut ist, zeigt sich schon auf den ersten Kilometern. Kraft genug gibt’s in wirklich jeder Fahrsituation. Dabei hilft auch die in den unteren Gängen kurze Übersetzung. Bei all dem verbraucht die MT-09 wenig: Wer nicht zu flott unterwegs ist, dürfte den Normverbrauchswert von 5,0 Litern leicht erreichen.

Das Getriebe schaltet sich leicht und präzise, die Kupplung lässt sich ohne viel Kraftaufwand betätigen. Allerdings ist dieser Hebel – anders als der Bremshebel – nicht weitenverstellbar. Der Quickshifter beherrscht beide Schaltrichtungen, sein Arbeitsbereich beginnt bereits bei 2200 U/min. Präsent, aber nicht lästig ist der charakteristische MT-Sound.

Die Yamaha MT 09 in Bildern

Fahrwerk, Bremsen, Ergonomie

Der Aluminiumgussrahmen ist leicht. Die Wandstärken sind an einigen Stellen nur 1,7 mm stark. 2,3 Kilo spart man auf diese Weise am Chassis gegenüber der Vorgängerin. Leichtbauweise auch am Heckrahmen und an der Schwinge. Besonders bemerkenswert sind die Alu-Räder – mit weniger Material kommt kein anderes gegossenes Alu-Rad von Yamaha aus. Was das alles beim Fahren bringt? Kurz gesagt: mehr Vertrauen, mehr Fahrspaß. Die Bremsanlage arbeitet einwandfrei: Das Bosch-ABS vom Typ 9.1MP agiert kaum merklich.

Am Zentralfederbein sind Vorspannung und Zugstufendämpfung einstellbar. Wer diesbezüglich höhere Ansprüche hat, sollte die SP-Version der MT-09 ins Auge fassen. In dem Mehrpreis ist ein voll einstellbares Öhlins-Federbein enthalten, und auch die Gabel bietet mehr als im Basismodell. Zusätzlich weist die SP-Variante einen Tempomat und eine Reihe verfeinerter Ausstattungsteile auf.

An der Ergonomie der MT-09 hat Yamaha im Bereich des Lenkers und der Fußrasten gefeilt. Die Sitzposition ist entspannt, das Gefühl beherzten Zugreifens stellt sich auf Anhieb ein. Bei der Serienmaschine herrscht Ruhe am Helm, während die Scheibe des Weekend Pack bzw. des Urban Pack deutliche Windgeräusche mit sich bringt. Turbulenzen gibt es erfreulicherweise nicht, dafür einen durchaus nennenswerten Windschutz.

Mehr Hightech geht nicht

Ein sehr hohes Niveau erreicht die MT-09 bei Elektronik und Fahrassistenz. Bis hin zur Sechsachsen-Sensorbox ist alles da, was die Technik derzeit hergibt: schräglagenoptimiertes ABS, Traktionskontrolle, Slide-Kontrolle und ein Abhebe-Kontrollsystem fürs Vorderrad. Zusammengefasst werden die Regelungen in zwei vorkonfigurierten Riding-Modes, dazu gibt es die Möglichkeit, alle einzeln zu deaktivieren oder einen persönlichen Mode zu konfigurieren, bei dem alle vier Segmente individuell einstellbar sind. Auch das Motor-Mapping ist in vier Stufen hinterlegt – es reicht von zahm bis superscharf in drei Stufen und bietet zusätzlich eine Soft-Stufe mit limitierter Motorleistung für sehr grip-schwache Fahrsituationen.

Angezeigt wird alles in einem 3,5-Zoll-TFT-Farbdisplay. Die Bedienung über ein Rändelrad auf der rechten Lenkerseite erfordert ein wenig Gewöhnung, funktioniert aber recht gut. Auch der LED-Scheinwerfer in Projektionstechnologie ist vom Feinsten.

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Technische Daten Yamaha MT-09

Fazit: Rundum gelungen

Abgesehen von den etwas klein geratenen Info-Leisten im TFT-Display lässt sich an der Yamaha MT-09 nur sehr wenig mäkeln. Wünschenswert wären Winkelventile an den Rädern und selbst rückstellende Blinker. Alles Wichtige vom Warnblinker über ordentliche Spiegel bis zur Einbindung der Yamaha-App auf dem Smartphone ist vorhanden. Insgesamt bietet das 189 Kilo wiegende Naked-Bike sehr viel Gegenwert fürs Geld – mehr Motorrad für 9949 Euro ist anderswo nicht wirklich erhältlich. Das Äußere ist Geschmackssache. Unstrittig ist, dass die Funktion der MT-09 in ihrer Klasse dicht an die Perfektion gelangt ist.

Text: Ulf Böhringer/SP-X