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Kawasaki Ninja 1000SX: Dynamischer Langstreckler

Kawasaki Ninja 1000 SX fahrend auf der Straße
Kraftprotz: Der Reihenvierzylinder mit 105 kW/142 PS ∙ © Kawasaki

Kawasaki verpasst der vierten Generation der SX ein umfangreiches Technik-Upgrade. Mit ihrem kräftig antretenden Motor und hohem Fahrkomfort empfiehlt sich die neue Ninja als erste Wahl für Fahrer, die ausgedehnte Touren und Sportlichkeit verbinden wollen. Fahrbericht, Daten, Preis.

  • Einfaches Handling, großer Komfort

  • Gute, optionale Extras

  • Angemessene Preis-Leistung

Klassische Sporttourer wie die frisch aufgelegte Kawasaki Ninja 1000SX zählten in den 1990er- und 2000er-Jahren zu den beliebtesten Motorrädern, weil sie wie kein anderes Bike die Themen Reisen und Sport verbinden. Dieses Aufgabengebiet haben inzwischen die großen Reiseenduros okkupiert und die Sporttourer bei den meisten Herstellern aus den Modellprogrammen verdrängt. Nicht so bei Kawasaki, wo man an dem Konzept festhält und es zukunftsfest macht: Der Antrieb der neuen Ninja 1000SX ist Euro 5-konform.

142-PS-Motor und vier Fahrmodi

Wie sich zeigt, hat die aktuelle Ninja von der Urgewalt ihrer Vorgängerin Z 1000SX dabei nichts verloren: Der nach typisch japanischer Bauart konstruierte Reihenvierzylinder schiebt mit 105 kW/142 PS und 111 Newtonmeter Drehmoment mächtig an.

Neuerdings stehen die Motor-Modi Sport, Road und Rain zur Verfügung, die das Ansprechverhalten des Motors verschärfen und im Gegenzug die Eingriffsfreudigkeit von Kurven-ABS sowie Traktionskontrolle auflockern. 

Dazu gibt es einen frei konfigurierbaren Rider-Modus. Die Feinarbeit im Inneren macht sich bezahlt: Souverän bewegt sich die Ninja bei niedrigster Drehzahl im sechsten Gang durch die Ortschaften, um bei voll geöffneter Drosselklappe einerseits mit saftigem Schub und andererseits mit sanfter, exakt dosierbarer Gasannahme zu begeistern. 

Vom einstmals viel kritisierten harten Leistungseinsatz zeigt sich die Kawasaki gründlich kuriert, mit vorsichtigem Gasgeben gelingt sogar das Anfahren im dritten Gang. Und nur noch in der Drehzahlmitte kommt der Motorlauf etwas rauer daher. Kräftig, in der Lautstärke aber sehr zurückhaltend grummelt der Vierzylinder aus dem gewaltigen Endrohr, das rechts
aus dem Motorrad ragt. Dieses trägt zum überflüssig aggressiven Look bei. Genauso wie die scharfe Front, die den Sporttourer optisch in Richtung der Supersportler des Hauses bringt.

Die Kawasaki fährt sich sehr komfortabel

Die SX bietet richtig guten Reisekomfort: Die Sitzhöhe von 83,5 Zentimetern ermöglicht durch den großen Abstand zu den Fußrasten angenehme Kniewinkel, vom breiteren sowie dickeren Polster profitierten Fahrer und Beifahrer. Die vierfach in der Neigung verstellbare Scheibe und die Verkleidung schützen wirkungsvoll vor Wind und Wetter. So lassen sich auch lange Etappen gut überstehen. 

Nicht nur auf gerader Strecke hinterlässt die Kawasaki einen guten Eindruck, auch im Kurvenareal kann sie überzeugen. Weiterer Feinschliff am Fahrwerk verleiht der mit 235
Kilogramm nicht allzu schweren Japanerin überraschende Agilität. Wunschgemäß
befolgt sie Richtungsbefehle, Schräglagenwechsel gehen ohne Mühe von der Hand.
Selbst enge Haarnadelkurven meistert die Ninja mit Leichtigkeit. 

Die feinfühlig agierenden Federelemente sorgen für eine ausgezeichnete Straßenlage auf unterschiedlichsten Untergründen. Schon in der Basisabstimmung funktioniert das Fahrwerk
hervorragend, dazu bieten Gabel wie Federbein viel Spielraum bei der Nachjustierung. Praktisch ist der Drehknauf für die Vorspannung am Federbein, die den Soziusbetrieb oder das Heck für mehr Gepäck im Handumdrehen anhebt.

Das i-Tüpfelchen setzt die Bremse: Die radialen Vierkolben-Festsattelzangen im Vorderrad erfreuen mit knackiger Wirkung bei feinster Dosierbarkeit. Zum geschmeidigen Landstraßenritt trägt auch das exakte Sechsganggetriebe bei, das neuerdings mit einem serienmäßigen Schaltautomaten für kupplungsloses Schalten in beide Richtungen versehen ist. Zusammen mit der Antihopping-Kupplung, die selbst bei forscher Gangart und hartem Runterschalten vor der Kurve ein stempelndes Heck verhindert, fordert die Ninja geradezu eine dynamische Fahrweise heraus. 

Die Ninja 1000SX hat die neueste Elektronik an Bord

Das 4,3-Zoll-TFT-Display zeigt die Fahrinformationen selbst bei starker Sonne blendfrei und klar an. Über Kawasakis kostenfreie Rideology-App lässt sich das Cockpit mit dem Smartphone via Bluetooth verbinden – das erlaubt die Ansicht weiterer Informationen im Handy und eingehender Anrufe im Instrument. Bei diesem Gesamtpaket fällt der Preis von 13.745 Euro für das Basisangebot mehr als maßvoll aus. Wen es nach mehr Tourentauglichkeit ohne Dynamikeinbußen verlangt, der wählt die Tourer-Version: Ab 15.095 Euro gehören hier Heizgriffe, eine Navihalterung, der große Touren-Windschild, das Tankpad und die maßgeschneiderten Koffer samt Innentaschen zur Ausstattung.

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Technische Daten Kawasaki Ninja 1000SX

Herstellerangaben

Motor/Getriebe

Flüssigkeitsgekühlter Reihen-Vierzylindermotor, 1043 ccm Hubraum, 104,5 kW/142 PS bei 10.000 U/min, 111 Nm bei 8000/min; vier Ventile/Zylinder, dohc, Einspritzung, Sechsganggetriebe, Kette

Fahrwerk

Aluminium-Rückgratrahmen; 4,1 cm USD-Telegabel vorne (Vorspannung, Druck-, Zugstufendämpfung einstellbar), 12 cm Federweg; Aluminiumguss-Zweiarmschwinge hinten, Zentralfederbein (Vorspannung und Zugstufendämpfung einstellbar), 14,4 cm Federweg; Leichtmetall-Gussräder; Reifen 120/70 ZR17 (vorne) und 190/50 ZR17 (hinten). 3 cm Zweischeibenbremse vorne, 25 cm Einscheibenbremse hinten

Maße und Gewichte

Radstand 1,440 m, Sitzhöhe 83,5 cm, Gewicht fahrfertig 235 kg, Zuladung 195 kg; Tankinhalt 19 l

Assistenzsysteme

ABS, vier Fahrmodi, Traktionskontrolle, Schaltautomat/Blipper

Fahrleistungen, Verbrauch

Höchstgeschwindigkeit 249 km/h, 6,2 l/100 km

Preis

ab 13.745 Euro

Text: Thilo Kozik/SP-X