Ducati Monster 821 (2017–2020): Infos, Daten, Bilder

Die Ducati Monster 821 wurde 1992 erstmals vorgestellt
Die Ducati Monster 821 wurde 1992 erstmals vorgestellt© Ducati

Die Ducati Monster 821 wurde bis 2020 gebaut und ist nur noch gebraucht erhältlich. Welche Stärken und Schwächen das sportliche Mittelklasse-Naked-Bike hat, zeigt der Fahrbericht aus der Zeitschrift MOTORRAD 24/2017.

  • TFT-Farbdisplay mit Ducati Multimedia-System

  • 109 PS und drei Fahrmodi

  • Einfaches Handling dank guter Technik

Es ist schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass jahrzehntelang Monster über die Straßen der Welt räuberten. Als im Oktober 1992 die Ur-Version M 900 vorgestellt wurde, ahnte noch niemand, dass im folgenden Vierteljahrhundert mehr als 320.000 Exemplare den V2-Takt orchestrieren würden. Nachdem die Monster 1200 gründlich überarbeitet wurde und die luftgekühlte 797 erstmals ihre Reifen auf den Teer dieser Welt stellen durfte, erhielt das 206 Kilogramm schwere Mittelgewicht in Form der 821 im Jahr 2017 eine Frischzellenkur.

Ducati-Monster-Modelle waren immer Bestseller

Die Monster 821 in schwarzer Ausführung mit roten Akzenten © Ducati

Wie schon bei allen 23 Monster-Modellen davor dominiert ein einzelner Rundscheinwerfer die Front. Aus ihm strahlen neben der Halogen-Glühlampe für das Abblendlicht auch bläuliche Tagfahrlicht-LEDs. Über dem Scheinwerfer prangt ein TFT-Farbdisplay. Es löst das monochrome Vorgänger-Instrument ab und liefert die volle Bandbreite an wichtigen Infos wie den eingelegten Gang, den Durchschnittsverbrauch und die Restreichweite.

Die Ablesbarkeit bleibt dank kräftigen Kontrasts selbst bei direkter Sonneneinstrahlung erhalten. Optional lässt sich das Display mit dem Ducati Multimedia-System aufpeppen, das die Kopplung mit dem Smartphone ermöglicht und beispielsweise Textnachrichten direkt auf den Bildschirm bringt.

109-PS-Motor und TFT-Display

Das Display bleibt auch bei direkter Sonneneinstrahlung ablesbar © Ducati

Zwischen der Kommandozentrale und der serienmäßig höhenverstellbaren Sitzbank (zweistufig, 785 oder 810 Millimeter) streckt sich der schmale und sportlich gezeichnete 16,5-Liter-Tank. Er verpasst der 821 im Vergleich zur Vorgängerin eine knackigere Linie, die wunderbar vom Heckrahmen aufgenommen und weitergeführt wird. An diesem sind die Soziusfußrasten befestigt. So haben die Stiefel des Fahrers mehr Spielraum nach hinten.

Intuitiv und mit nur einem Druck auf den Blinkerschalter an der linken Lenkerarmatur kann man eines der drei vorkonfigurierten, jedoch individualisierbaren Mappings auswählen. Sport, Touring (jeweils volle Leistung) und Urban (Leistung auf 75 PS reduziert) stehen zur Wahl, justieren die achtstufige Traktionskontrolle, das dreistufige ABS und den Power-Mode des Motors gleich mit.

Noch erfreulicher ist es, dass der V2 in allen Modi gefühlvoll anspricht, im Sport-Modus Gasbefehle lediglich schneller, aber eben nicht härter umsetzt. Lastwechselreaktionen halten sich dabei ebenso in Grenzen wie die Vibrationen des Motors. Letztere sind zwar spürbar, aber nie störend.

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Gute Fahrleistungen, gutes Handling

Also dann, die Lederkombi zurechtzupfen, das Visier einrasten lassen und die nächste lang gezogene Linkskurve anvisieren. Die sehr leichtgängige, servounterstützte und mit einer Anti-Hopping-Funktion ausgerüstete Kupplung ziehen, dank exakter Rastung spielerisch die zweite Gangstufe reinstiefeln. Einen kurzen Kontrollblick auf das TFT-Display wagen, dann ankern und die 821 mit der neuen Serienbereifung gleich mal kräftig abwinkeln.

Die Bremse (Brembo-Radialbremssättel) erst kurz vor dem Scheitelpunkt lösen, sich über das nicht zu starke Aufstellmoment der Pneus freuen, mit einem Stiefel-Tupfer anständig den zernarbten Asphalt grüßen, kurvenausgangs kräftig am Ride-by-Wire-Griff ziehen und den Zweizylinder wieder die Drehzahlleiter heraufstampfen lassen. Herrlich!

Unter frechem V2-Stakkato aus dem neuen, kantig akzentuierten Endschalldämpfer schießt die Monster engagiert vorwärts, läuft bereits unterhalb von 3000 Touren rund. Der wassergekühlte L-Twin liefert im Keller guten Punch, legt stetig an Leistung zu und zimmert nach einer kurzen Atempause zwischen 5000 und 6000 Touren wie wild gen Horizont, um sich erst vom Drehzahlbegrenzer bei 10.500 Umdrehungen wieder stoppen zu lassen.

Die Traktionskontrolle schickt die in der Spitze 109 PS jederzeit wohldosiert ans Hinterrad – als Gründe für die gegenüber der Vorgängerin um zwei PS höhere Spitzenleistung verweist Ducati auf die Auspuffanlage und die erneute Homologation.

ABS, Fahrwerk und Lenkverhalten

Der wassergekühlte L-Twin der Ducati Monster 821 überzeugt © Ducati

Fantastisch, wie die Ducati-Ingenieure das ABS abgestimmt haben. In schärfster Stufe schwebt das Hinterrad beim kräftigen Anbremsen vor der Kurve schon mal handbreit über dem Asphalt, in der defensivsten Stufe verhindert es jeden Stoppie im Ansatz. So soll es sein! Nur der in der Griffweite einstellbare Bremshebel dürfte einen exakteren Druckpunkt haben. Und das Fahrwerk? Hält die 821 auf dem mit allerlei Schlaglöchern und Bodenwellen versehenen Asphalt stabil auf Kurs.

Falls es brenzlig wird, sorgt leichtes Betätigen der Hinterradbremse für Ruhe. Die nicht einstellbare 43-Millimeter-Upside-down-Gabel dürfte dennoch etwas mehr Druckstufendämpfung besitzen, außerdem auf Querfugen feiner ansprechen. Das Federbein wiederum dämpft satt, kann in der Federbasis und der Zugstufe feinjustiert werden.

Mit der guten, entspannten, aber dennoch aktiven Sitzposition, dem angenehm breiten Lenker, dem neutralen Lenkverhalten und dem tollen Kompromiss aus agilem Handling und Stabilität bietet die Mid-Size-Monster beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Motorrad-Saison. Zumal sie optional mit einem Schaltautomaten ausgestattet ist.

Konkurrenten der Monster 821 sind die Kawasaki Z900, die Triumph Street Triple S oder die KTM 790 Duke.

Technische Daten Ducati Monster 821 (2017–2020)

Herstellerangaben


Motor

Wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor, je zwei obenliegende, zahnriemengetriebene Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder, desmodromisch betätigt, Nasssumpfschmierung, Einspritzung, geregelter Katalysator, Lichtmaschine 490 W, Batterie 12 V/10 Ah, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung (Anti-Hopping), Sechsganggetriebe, O-Ring-Kette, Sekundärübersetzung 46:15

Bohrung x Hub 88,0 x 67,5 mm
Hubraum 821 cm³
Verdichtungsverhältnis 12,8:1
Nennleistung 80,0 kW (109 PS) bei 9250/min , Max. Drehmoment 86 Nm bei 7750/min

Fahrwerk

Gitterrohrrahmen aus Stahl, Motor mittragend, Upside-down-Gabel, Durchmesser 43 mm, Zweiarmschwinge aus Aluminium, Zentralfederbein, direkt angelenkt, verstellbare Federbasis und Zugstufendämpfung, Doppelscheibenbremse vorn, Durchmesser 320 mm, Vierkolben-Festsättel, Scheibenbremse hinten, Durchmesser 245 mm, Zweikolben-Festsattel, Traktionskontrolle, ABS

Alu-Gussräder 3.50 x 17; 5.50 x 17
Reifen 120/70 ZR 17; 180/60 ZR 17

Maße und Gewichte

Radstand 1480 mm, Lenkkopfwinkel 65,7 Grad, Nachlauf 93 mm, Federweg vorn/hinten 130/140 mm, Sitzhöhe 785–810 mm, Gewicht vollgetankt 206 kg, zulässiges Gesamtgewicht 390 kg, Tankinhalt 16,5 Liter


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