Rund ums Fahrzeug
Verkehr
Reise & Freizeit
Produkte
Mitgliedschaft
Der ADAC

E-Scooter: Diese Regeln gelten für Elektroroller

Mann fährt auf Elektrotretroller
Vor allem im Stadtverkehr: Elektro-Scooter werden immer beliebter ∙ © iStock.com/bortnikau

In vielen Städten sind E-Scooter schon unterwegs. Doch wo dürfen die Elektroroller fahren, braucht man einen Führerschein und welche Bußgelder drohen wenn man sich nicht an die Regeln hält? Plus: Alle Modelle mit Straßenzulassung.

  • Seit Juni sind E-Scooter mit Straßenzulassung/Betriebserlaubnis erlaubt

  • Elektroroller unterliegen einer Versicherungspflicht

  • Helm und Führerschein sind nicht vorgeschrieben

E-Scooter sind Tretroller mit einem Elektroantrieb – wendig, klein und dank eines Klappmechanismus leicht zu transportieren. Mit der Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge gibt es nun eine gesetzliche Grundlage für die Verwendung dieser Elektroroller. Diese Verordnung gilt für Fahrzeuge mit Lenk- oder Haltestange, mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von bis zu 20 km/h und einer Straßenzulassung/Betriebserlaubnis. Das heißt, sie betrifft E-Scooter und Segways, nicht aber AirwheelsHoverboards oder E-Skateboards, denn all diese Fahrzeuge haben keine Stange. Ob das Fahren mit diesen durch eine Ausnahmeverordnung geregelt wird, ist weiter offen.

Wo dürfen Elektro-Scooter fahren?

E-Scooter sind auf Radwegen, Radfahrstreifen und in Fahrradstraßen erlaubt. Nur wenn diese fehlen, darf auf die Fahrbahn ausgewichen werden. Auf dem Gehweg, in der Fußgängerzone und in Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung sind für die kleinen E-Roller verboten – außer das Befahren wird durch das Zusatzzeichen "E-Scooter frei" erlaubt. Wichtig: Das Zusatzschild "Radfahrer frei" (Zeichen 1022-10) gilt hier nicht für die Fahrer von Elektrotretrollern. 

Braucht man für E-Scooter einen Führerschein und gibt es ein Mindestalter?

Der Fahrer benötigt weder eine Mofa-Prüfbescheinigung, noch einen Führerschein. Das Mindestalter für das Fahren mit einem Elektro-Tretroller liegt bei 14 Jahren.

Ist ein Helm vorgeschrieben?

Eine Helmpflicht besteht für Elektro-Tretroller nicht – es ist aber empfehlenswert, sich mit einem Helm zu schützen.

Gibt es eine Alkohol-Promillegrenze bei Elektro-Tretrollern?

Ja, für Elektroroller-Fahrer gelten dieselben Alkoholgrenzwerte wie für Autofahrer. Das heißt, wer mit 0,5 bis 1,09 Promille fährt und keine alkoholbedingte Auffälligkeit zeigt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und erhält einen Bußgeldbescheid: in aller Regel sind das 500 Euro, 1 Monat Fahrverbot und 2 Punkte in Flensburg. 

Eine Straftat liegt vor, wenn der Fahrer trotz einer Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,1 Promille mit dem E-Scooter unterwegs ist. Von einer Straftat kann aber auch schon ab 0,3 Promille die Rede sein, wenn der Fahrer alkoholbedingte Ausfallerscheinungen zeigt.

Wichtig: Für Fahrer unter 21 Jahren und Führerscheinneulinge in der Probezeit gelten 0,0 Promille – sie dürfen also unter Alkoholeinfluss überhaupt nicht hinter den Roller-Lenker.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. ∙ Bild: © imago images/Westend61

Welche E-Scooter haben eine Straßenzulassung?

Neben den Elektrorollern der Verleihfirmen besitzen bisher erst eine Handvoll Elektro-Scooter-Modelle eine Straßenzulassung: Diese finden Sie in unserer Tabelle. Große Unterschiede sind bereits im Kaufpreis zu erkennen. Die teuren Modelle verfügen zumeist über große Luftreifen, hydraulische Scheibenbremsen und einen größeren Akku mit einhergehendem Reichweitenvorteil. 

Das zulässige Gesamtgewicht fällt bei den schwächsten Rollern mit 100 kg recht dürftig aus. Zusammen mit dem Fahrzeugeigengewicht wären sie bei einem Fahrergewicht von über 83 kg bereits überlastet.

Hersteller/Modellzulässiges GesamtgewichtPreis
BMW X2 City*150 kgca. 2400 €
Egret-Eight V3*114 kgca. 1250 €
Egret-Ten V4*117 kgca. 1650 €
Iconbit City*k.A.ca. 480 €
Iconbit Delta Pro*111 kgca. 400 €
Iconbit Tracer Street*112 kgca. 500 €
IO Hawk Exit-Cross*120 kgab ca. 1100 €
IO Hawk Sparrow*100 kgca. 680 €
Metz Moover*110 kgca. 2000 €
Moovi E-Scooter*120 kgca. 800 €
Segway-Ninebot Max G30D*120 kgca. 800 €
SXT Buddy V2*100 kgca. 1100 €
SXT Light Plus V*136 kgca. 1200 €
SXT MAX*143 kgca. 1200 €
The-Urban #BRLN V3*114 kgca. 950 €
The-Urban #HMBRG V3*100 kgca. 1150 €
Trekstor EG 31108*135 kgca. 700 €
Trekstor EG 3178*135 kgca. 600 €
Trekstor EG 6078*164 kgca. 750 €

Hier finden Sie einen ADAC Test von acht E-Scooter-Modellen mit Straßenzulassung

Verkehrsquiz: Testen Sie Ihr Wissen

Wer darf an der Engstelle zuerst, gilt beim Abbiegen freie Spurwahl? Wir haben zehn knifflige Fragen für Sie. Zeigen Sie, wie fit Sie im Straßenverkehr sind, und machen Sie mit beim Verkehrsquiz!

Verkehrsquiz: Vorfahrt, Abbiegen, Einfädeln

Wie viele Personen dürfen auf einem Elektro-Scooter fahren?

Elektroroller sind nur für eine Person zugelassen. Daran ändert sich auch dann nichts, wenn man zu zweit das zulässige Gesamtgewicht nicht überschreiten würde.

Braucht man eine Versicherung für seinen Elektroroller?

Ja, eine Haftpflichtversicherung ist zwingend vorgeschrieben. Diese wird mit einer aufgeklebten Versicherungsplakette am Roller nachgewiesen. Die Haftpflichtversicherung haftet für Schäden, die Dritten durch den Elektro-Scooter zugefügt werden. Zudem bieten manche Versicherung die Möglichkeit zusätzlich eine freiwillige Teilkasko-Versicherung abzuschließen. 
Etwa bei der ADAC Moped-Versicherung* kostet die Haftpflichtversicherung für E-Scooter ab 32,90 Euro jährlich (Beitrag für ADAC Mitglieder).

Wer zahlt bei Unfällen?

Wenn der E-Scooter – wie vorgeschrieben – mit Versicherungskennzeichen ausgestattet ist, kommt die jeweilige Haftpflicht-Versicherung für Schäden Dritter auf. Für eigene Schäden muss der Fahrer selbst geradestehen.

Bußgelder bei E-Scooter-Sünden

TatbestandBußgelder
Bei Rot über die Ampelzwischen 60 und 180 Euro
Fahren auf dem Gehweg15 bis 30 Euro
Fahren auf der Autobahn20 Euro
Fahren ohne Versicherungskennzeichen40 Euro
Fahren mit einem Scooter ohne Betriebserlaubnis70 Euro
Nebeneinander fahren15 bis 30 Euro

Dürfen E-Scooter in Bus, Bahn oder Tram mitgenommen werden?

Die Deutsche Bahn erlaubt die kostenlose Mitnahme von zusammengeklappten Elektrorollern als Handgepäck in ihren Fernzügen. Nicht zusammenklappbare Elektro-Scooter können in der Bahn mitgenommen werden, wenn dafür eine Fahrradkarte gelöst wird.

Im regionalen öffentlichen Nahverkehr können unterschiedliche Regelungen gelten. So hält sich etwa der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) an die Empfehlung des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV): In Bussen, Trambahnen, U- und S-Bahnen dürfen zusammengeklappte E-Scooter kostenlos mitgenommen werden. Dagegen sind nicht zusammengeklappte bzw. nicht zusammenklappbare E-Roller von der Beförderung ausgeschlossen.

Welche Ampeln gelten für Elektroroller?

Ist eine Fahrradampel vorhanden, gilt diese. Gibt es keine Fahrradampel, ist die Ampel für den fließenden Verkehr zu beachten. 

Wie müssen Elektro-Scooter ausgestattet sein?

Bremsen und Beleuchtungsanlage sind vorgeschrieben. Achten Sie beim Kauf eines Elektrorollers unbedingt darauf, dass das Fahrzeug der aktuellen Verordnung entspricht und eine gültige Betriebserlaubnis hat.

Im ADAC Blog lesen Sie, welche Regeln im europäischen Ausland für Elektroroller gelten. 

Wo dürfen E-Scooter abgestellt werden?

E-Scooter dürfen am Straßenrand, auf dem Gehweg und, wenn Fußgängerzonen für E-Scooter freigegeben wurden, auch in Fußgängerzonen abgestellt werden. Das muss jedoch so geschehen, dass Fußgänger und Rollstuhlfahrer nicht behindert oder gefährdet werden.

Kann man mit dem E-Scooter auch im Winter fahren?

Regen, Schnee, Glatteis: Wer im Winter mit dem E-Scooter unterwegs ist, muss besonders aufpassen. Denn dann ist das Unfallrisiko größer. Mit unseren Tipps kommen Sie dennoch sicher ans Ziel:

  • Antrieb geringer vorwählen und behutsam beschleunigen

  • Kontrolliertes Bremsen: Gewicht nach hinten verlagern und auf festen Stand achten

  • Bei unebenen Untergrund: In die Knie gehen + Standbein nach hinten, Tretbein nach vorne

  • Im Zweifelsfall lieber absteigen

  • Gullydeckel, Steinplatten und Kopfsteinpflaster meiden

  • Helm und Schuhe mit rutschfester Sohle tragen

* Durch Anklicken der Links werden Sie auf externe, kommerzielle Internetseiten weitergeleitet, für deren Inhalte der jeweilige Seitenbetreiber verantwortlich ist.