E-Scooter: Diese Regeln gelten für Elektroroller

12.11.2019

In vielen Städten sind E-Scooter schon unterwegs. Doch wo dürfen die Elektroroller fahren, braucht man einen Führerschein und welche Bußgelder drohen wenn man sich nicht an die Regeln hält? Plus: Alle Modelle mit Straßenzulassung.

Elektroroller Elektro Roller ohne Helm junger Mann
Vor allem im Stadtverkehr: Elektro-Scooter werden immer beliebter 
  • Seit Juni sind E-Scooter mit Straßenzulassung/Betriebserlaubnis erlaubt
  • Elektroroller unterliegen einer Versicherungspflicht
  • Helm und Führerschein sind nicht vorgeschrieben

 

E-Scooter sind Tretroller mit einem Elektroantrieb – wendig, klein und dank eines Klappmechanismus leicht zu transportieren. Mit der Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge gibt es nun eine gesetzliche Grundlage für die Verwendung dieser Elektroroller. Diese Verordnung gilt für Fahrzeuge mit Lenk- oder Haltestange, mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von bis zu 20 km/h und einer Straßenzulassung/Betriebserlaubnis. Das heißt, sie betrifft E-Scooter und Segways, nicht aber AirwheelsHoverboards oder E-Skateboards, denn all diese Fahrzeuge haben keine Stange. Ob das Fahren mit diesen durch eine Ausnahmeverordnung geregelt wird, ist weiter offen.


Wo dürfen Elektro-Scooter fahren?

E-Scooter sind auf Radwegen, Radfahrstreifen und in Fahrradstraßen erlaubt. Nur wenn diese fehlen, darf auf die Fahrbahn ausgewichen werden. Auf dem Gehweg, in der Fußgängerzone und in Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung sind für die kleinen E-Roller verboten – außer das Befahren wird durch das Zusatzzeichen "E-Scooter frei" erlaubt. Wichtig: Das Zusatzschild "Radfahrer frei" (Zeichen 1022-10) gilt hier nicht für die Fahrer von Elektrotretrollern. 

 

Braucht man für E-Scooter einen Führerschein und gibt es ein Mindestalter?

Der Fahrer benötigt weder eine Mofa-Prüfbescheinigung, noch einen Führerschein. Das Mindestalter für das Fahren mit einem Elektro-Tretroller liegt bei 14 Jahren.


Ist ein Helm vorgeschrieben?

Eine Helmpflicht besteht für Elektro-Tretroller nicht – es ist aber empfehlenswert, sich mit einem Helm zu schützen.


Gibt es eine Alkohol-Promillegrenze bei Elektro-Tretrollern?

Ja, für Elektroroller-Fahrer gelten dieselben Alkoholgrenzwerte wie für Autofahrer. Das heißt, wer mit 0,5 bis 1,09 Promille fährt und keine alkoholbedingte Auffälligkeit zeigt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und erhält einen Bußgeldbescheid: in aller Regel sind das 500 Euro, 1 Monat Fahrverbot und 2 Punkte in Flensburg. 

Eine Straftat liegt vor, wenn der Fahrer trotz einer Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,1 Promille mit dem E-Scooter unterwegs ist. Von einer Straftat kann aber auch schon ab 0,3 Promille die Rede sein, wenn der Fahrer alkoholbedingte Ausfallerscheinungen zeigt.

Wichtig: Für Fahrer unter 21 Jahren und Führerscheinneulinge in der Probezeit gelten 0,0 Promille – sie dürfen also unter Alkoholeinfluss überhaupt nicht hinter den Roller-Lenker.


Welche E-Scooter haben eine Straßenzulassung?

Neben den Elektrorollern der Verleihfirmen besitzen bisher erst eine Handvoll Elektro-Scooter-Modelle eine Straßenzulassung: Diese finden Sie in unserer Tabelle. Große Unterschiede sind bereits im Kaufpreis zu erkennen. Die teuren Modelle verfügen zumeist über große Luftreifen, hydraulische Scheibenbremsen und einen größeren Akku mit einhergehendem Reichweitenvorteil. 

Das zulässige Gesamtgewicht fällt bei den schwächsten Rollern mit 100 kg recht dürftig aus. Zusammen mit dem Fahrzeugeigengewicht wären sie bei einem Fahrergewicht von über 83 kg bereits überlastet.

Hersteller/Modell zulässiges
Gesamtgewicht
Preis
BMW X2 City* 150 kg ca. 2400 €
Egret-Eight V3* 114 kg ca. 1250 €
Egret-Ten V4* 117 kg ca. 1650 €
Iconbit City*
k.A. ca. 480 €
Iconbit Delta Pro*
111 kg ca. 400 €
Iconbit Tracer Street*
112 kg ca. 500 €
IO Hawk Exit-Cross* 120 kg ab ca. 1100 €
IO Hawk Sparrow* 100 kg ca. 680 €
Metz Moover* 110 kg ca. 2000 €
Moovi E-Scooter* 120 kg ca. 800 €
Segway-Ninebot Max G30D* 120 kg ca. 800 €
SXT Buddy V2*
100 kg ca. 1100 €
SXT Light Plus V*
136 kg ca. 1200 €
SXT MAX*
143 kg ca. 1200 €
The-Urban #BRLN V3*
114 kg ca. 950 €
The-Urban #HMBRG V3* 100 kg ca. 1150 €
Trekstor EG 31108*
135 kg ca. 700 €
Trekstor EG 3178* 135 kg ca. 600 €
Trekstor EG 6078* 164 kg ca. 750 €

 

Hier finden Sie einen ADAC Test von acht E-Scooter-Modellen mit Straßenzulassung

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Wie viele Personen dürfen auf einem Elektro-Scooter fahren?

Elektroroller sind nur für eine Person zugelassen. Daran ändert sich auch dann nichts, wenn man zu zweit das zulässige Gesamtgewicht nicht überschreiten würde.

Braucht man eine Versicherung für seinen Elektroroller?

Zoom-In
E-Roller Versicherungskennzeichen
Das Versicherungskennzeichen wird hinten auf den E-Scooter geklebt

Ja, eine Haftpflichtversicherung ist zwingend vorgeschrieben. Diese wird mit einer aufgeklebten Versicherungsplakette am Roller nachgewiesen. Die Haftpflichtversicherung haftet für Schäden, die Dritten durch den Elektro-Scooter zugefügt werden. Zudem bieten manche Versicherung die Möglichkeit zusätzlich eine freiwillige Teilkasko-Versicherung abzuschließen. 

Etwa bei der ADAC Moped-Versicherung* kostet die Haftpflichtversicherung für E-Scooter ab 32,90 Euro jährlich (Beitrag für ADAC Mitglieder).


Wer zahlt bei Unfällen?

Wenn der E-Scooter – wie vorgeschrieben – mit Versicherungskennzeichen ausgestattet ist, kommt die jeweilige Haftpflicht-Versicherung für Schäden Dritter auf. Für eigene Schäden muss der Fahrer selbst geradestehen.

Bußgelder bei E-Scooter-Sünden

Tatbestand Bußgelder
Bei Rot über die Ampel zwischen 60 und 180 Euro
Fahren auf dem Gehweg 15 bis 30 Euro
Fahren auf der Autobahn 20 Euro
Fahren ohne Versicherungskennzeichen 40 Euro
Fahren mit einem Scooter ohne Betriebserlaubnis 70 Euro
Nebeneinander fahren 15 bis 30 Euro

 

Dürfen E-Scooter in Bus, Bahn oder Tram mitgenommen werden?

Die Deutsche Bahn erlaubt die kostenlose Mitnahme von zusammengeklappten Elektrorollern als Handgepäck in ihren Fernzügen. Nicht zusammenklappbare Elektro-Scooter können in der Bahn mitgenommen werden, wenn dafür eine Fahrradkarte gelöst wird.

Im regionalen öffentlichen Nahverkehr können unterschiedliche Regelungen gelten. So hält sich etwa der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) an die Empfehlung des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV): In Bussen, Trambahnen, U- und S-Bahnen dürfen zusammengeklappte E-Scooter kostenlos mitgenommen werden. Dagegen sind nicht zusammengeklappte bzw. nicht zusammenklappbare E-Roller von der Beförderung ausgeschlossen.


Welche Ampeln gelten für Elektroroller?

Ist eine Fahrradampel vorhanden, gilt diese. Gibt es keine Fahrradampel, ist die Ampel für den fließenden Verkehr zu beachten. 


Wie müssen Elektro-Scooter ausgestattet sein?

Bremsen und Beleuchtungsanlage sind vorgeschrieben. Achten Sie beim Kauf eines Elektrorollers unbedingt darauf, dass das Fahrzeug der aktuellen Verordnung entspricht und eine gültige Betriebserlaubnis hat.

Im ADAC Blog lesen Sie, welche Regeln im europäischen Ausland für Elektroroller gelten.

 

Wo dürfen E-Scooter abgestellt werden?

E-Scooter dürfen am Straßenrand, auf dem Gehweg und, wenn Fußgängerzonen für E-Scooter freigegeben wurden, auch in Fußgängerzonen abgestellt werden. Das muss jedoch so geschehen, dass Fußgänger und Rollstuhlfahrer nicht behindert oder gefährdet werden.

 

Der ADAC begrüßt die neue Verordnung

Der Club begrüßt die Initiative des Verkehrsministeriums, in einer Verordnung über die Teilnahme von Elektrokleinstfahrzeugen am Straßenverkehr einheitliche Regeln für Zulassung und Betrieb zu schaffen. E-Tretroller (e-Scooter) und Segways, die mit reiner Motorkraft gefahren werden, können nach Ansicht des ADAC Fahrten mit dem Auto auf kurzen Distanzen ersetzen und den ÖPNV im Zulauf zu den Haltestellen sinnvoll ergänzen. Beim Betrieb elektrischer Kleinstfahrzeuge ist es vor allem wichtig, die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Positiv bewertet der ADAC die Notwendigkeit einer Allgemeinen Betriebserlaubnis des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA), damit auch die Sicherheit der Fahrzeuge gewährleistet wird. Wichtig ist zudem die vom Ministerium geplante Versicherungspflicht, um etwaige Schäden durch die Elektrokleinstfahrzeuge abzudecken.

Die Einigung von Bund und Ländern, auch langsame Elektrokleinstfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 6 bis weniger als 12 km/h – abweichend vom Verordnungsentwurf – nicht auf Gehwegen zuzulassen, begrüßt der Club ebenfalls. Nach  Überzeugung des ADAC darf die Zulassung von Elektrokleinstfahrzeugen nicht dazu führen, dass darunter die Verkehrssicherheit leidet. Insbesondere die schwächeren Verkehrsteilnehmer gilt es zu schützen.

Gelingt es, durch E-Scooter einen größeren Anteil an Kurzstreckenfahrten mit dem Auto zu ersetzen, sollten Sharing-Systeme zum Baustein kommunaler Verkehrskonzepte werden. Wünschenswert wäre auch die Etablierung von E-Scootern im intermodalen Verkehr, insbesondere im Vor- und Nachlauf des ÖPNV. Sofern die Beförderungsrichtlinien der Mitnahme im ÖPNV entgegenstehen, sollten die Verkehrsunternehmen diese dahingehend anpassen, dass eine Mitnahme – zumindest im gefalteten Zustand – ermöglicht wird.


 

Foto: Fotolia/bortnikau, Elke A. Jung-Wolff

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