E-Scooter im Nahverkehr: Verbot im ÖPNV

Eine Frau wartet mit ihrem Elektro-Roller in der Hand auf die Bahn
Müssen leider draußen bleiben: In einigen Öffis sind E-Tretroller künftig verboten© shutterstock/Luis_Monasterio

Explosions- und Brandgefahr: E-Scooter sind ab sofort in mehreren Städten Deutschlands im Nahverkehr verboten.

  • Update: München und Leipzig verbannen E-Scooter aus Bus und Bahn

  • Verband empfiehlt Mitnahmeverbot in Deutschland

  • Grund: Niedrige Sicherheitsstandards und schwere Zwischenfälle im Ausland

  • ADAC: Empfehlung aus Brandschutzgründen sinnvoll

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) spricht sich für ein Mitnahmeverbot von E-Scootern in öffentlichen Verkehrsmitteln aus. Grund hierfür sei "der niedrige Sicherheitsstandard der verbauten Lithium-Ionen-Akkus und damit verbunden ein erhöhtes Brand- und Explosionsrisiko sowie die gesundheitsschädliche Rauchgasfreisetzung".

Nahverkehr: Verbot wegen Explosionsrisikos

Die im Betriebsausschuss des VDV vertretenen Unternehmen hätten daher eine entsprechende Empfehlung für die Branche ausgesprochen. In London, Barcelona und Madrid habe es bereits durch E-Scooter ausgelöste Brände und Explosionen in ÖPNV-Fahrzeugen gegeben. Dies könne jederzeit auch in Deutschland passieren, hieß es seitens des VDV. Man sehe sich daher aktuell dazu gezwungen, die Mitnahme solcher Fahrzeuge in Bussen und Bahnen nicht mehr zu empfehlen.

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Diese Städte verbieten E-Scooter

Umgesetzt wird ein solches Verbot bereits seit 1. März in Nordrhein-Westfalen: Dort gilt in allen kommunalen Verkehrsbetrieben in den fünf größten Städten des Bundeslands, dass Fahrgäste keine E-Tretroller mehr in Bussen und Bahnen mitnehmen dürfen.

Die KVB (Köln), Rheinbahn (Düsseldorf), DSW21 (Dortmund), Ruhrbahn (Essen) und DVG (Duisburg) sowie die Wuppertaler Stadtwerke untersagen die Mitnahme von E-Scootern in all ihren Verkehrsmitteln. Die kommunalen Nahverkehrsbetriebe berufen sich bei ihrer Entscheidung auf eine Empfehlung des VDV.

München und Leipzig verbannen E-Scooter aus ÖPNV

Bei der Bogestra (Bochum) gilt das Verbot seit 1. April. Auch die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) schließt die Mitnahme von Elektro-Tretrollern in U-Bahnen, Trambahnen und Bussen sowie den U-Bahnhöfen seit 2. April aus. Andere bayerische Verkehrsunternehmen ziehen nach: In Augsburg gilt das Verbot seit 8. April, in Nürnberg ist es in Planung. In Leipzig tritt das Verbot für E-Tretroller zum 1. Mai in Kraft. Auch in Schleswig-Holstein wird ein Verbot immer wahrscheinlicher. Im Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen wird das Thema noch diskutiert.

In anderen Städten Deutschlands wiederum gilt bereits seit Längerem ein Mitnahmeverbot von E-Scootern: Die Hamburger Hochbahn etwa hat die Tretroller mit E-Antrieb bereits im Sommer 2023 aus ihren Zügen verbannt.

ADAC: E-Tretroller entfallen so für die "letzte Meile"

Aus Brandschutzgründen und aus Haftungsgründen ist es aus Sicht der Nahverkehrsbetriebe nachvollziehbar, keine E-Scooter Beförderung in öffentlichen Verkehrsmitteln zu erlauben. Die Sicherheit aller Personen geht vor, urteilen ADAC Fachleute.

Auch wenn es eher unwahrscheinlich ist, dass es zu einem explosionsartigen Akku-Brand kommt, kann dieser aufgrund der ungesteuerten und sehr schnellen Rauchentwicklung zu Gesundheitsschäden für Passagiere von Bus und Bahn führen. Bedauerlicherweise bedeutet die Umsetzung des Verbots in die Praxis aber auch, dass private E-Scooter als erste/letzte Meile-Zubringer des öffentlichen Verkehrs schwierig werden.

Mit Material von dpa