Förderung für Elektroautos: Hier gibt es Geld

10.7.2018

Der Umstieg aufs Elektroauto geht ins Geld: Der Kaufpreis der Pkw ist vergleichsweise hoch, und auch der Einbau von Stromleitung, Steckdose und Wallbox in die private Garage kann teuer werden. So kommen Sie an Fördermittel.

BMW i3 2018 ADAC Elektro-Förderung
Die meisten Förderanträge wurden für den BMW i3 gestellt
  • Für e-Autos gibt es 4000 Euro Zuschuss, für Käufer von Plug-In-Hybrid-Fahrzeugen 3000 Euro
  • Private Ladestationen werden von einigen Bundesländern und Kommunen gefördert
  • Auch Energieunternehmen bezahlen Zuschüsse

Seit Juli 2016 subventionieren Bund und Hersteller die meisten Elektroautos sowie Pkw mit Brennstoffzelle mit 4000 Euro, Plug-in-Hybride werden mit 3000 Euro gefördert. Diese Prämie gibt es sowohl beim Kauf als auch beim Leasing. Manche Autokonzerne legen auf ihren Anteil – er beträgt die Hälfte des Betrags – sogar noch etwas oben drauf.

Zuständig für die Bewilligung ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), in der Regel füllen die Autohändler die erforderlichen Formulare für die Kunden aus. Beantragen können die Förderung Privatpersonen, aber auch Unternehmen, Stiftungen und Vereine. Den Umweltbonus gibt es allerdings nur, wenn der Wagen auf der Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge des BAFA steht. Auf ihr finden sich beispielsweise der Renault Zoe, der Nissan Leaf, der i3s von BMW und der Ioniq von Hyundai. Seit März 2018 wird auch der Tesla Model S bezuschusst.

Bei allen Elektroautos, die gefördert werden sollen, muss der Netto-Listenpreis unter 60.000 Euro liegen. Käufer eines Audi e-tron quattro oder eines Jaguar I-Pace – beide dürften bei Markteinführung im Herbst 2018 deutlich über diesem Limit liegen – werden also wahrscheinlich auf die Förderung verzichten müssen. Insgesamt reicht das Geld der Bundesregierung für 300.000 Pkw – bis Ende Mai 2018 wurden 63.285 gefördert. Die Mittel sollten also noch eine Weile reichen.

Infografik: Zulassungen von Elektroautos von 2010 bis 2017

Nordrhein-Westfalen zahlt bis zu 5000 Euro

ADAC Elektro-Förderung 2018
Der nachträgliche Einbau von Stromleitungen kann teuer werden

Während der Kauf von Elektroautos in ganz Deutschland subventioniert wird, unterscheidet sich die Förderung für den Einbau von Stromleitungen und Steckdosen in die private Garage von Bundesland zu Bundesland, von Stadt zu Stadt.

Beispiel Nordrhein-Westfalen: Dort startete Ende 2017 das Sofortprogramm Elektromobilität. Wer sich eine private Ladestation anschafft, bekommt bis zu 1000 Euro, Unternehmen, die öffentliche Ladepunkte einrichten, sogar bis zu 5000 Euro. Vor den Geldsegen haben die Behörden allerdings ihre Antragsformulare gestellt – zu den Voraussetzungen für die Förderung zählen der Einbau durch einen Fachbetrieb und ein Ökostrom-Vertrag. Maximal 50 Prozent der Kosten werden erstattet. Das Bundesland Sachsen bezahlt 1000 Euro an Besitzer von Elektroautos, die sich einen Stromspeicher anschaffen – und 200 Euro extra für jede Kilowattstunde Speicherkapazität.

Hamburg hat das städtische Förderprogramm für Privatleute dagegen wieder eingestellt – die Nachfrage war zu gering. Das könnte auch daran liegen, dass es Wohnungseigentümer und Mieter in Mehrfamilienhäusern schwer haben, eine Steckdose am eigenen Stellplatz genehmigt zu bekommen: Das Wohnungseigentums-Gesetz (WEG) verlangt, dass die Miteigentümer Umbauten zustimmen. Eine Regel, die immer wieder zu Streit in Eigentümerversammlungen führt.

Besonders großzügig in Sachen Ladeinfrastruktur-Förderung ist die Stadt München: Die Beratung durch einen Elektroinstallateur wird mit bis zu 6000 Euro unterstützt, die anschließende Montage immerhin noch zu einem Fünftel der Kosten.

Zuschüsse für Elektroauto, Wallbox und Strom

Manche Energieversorger zahlen auch Prämien an Kunden aus, die sich ein neues Elektroauto anschaffen – zusätzlich zum Umweltbonus. Die Logik dahinter ist nachvollziehbar: Wer einen Pkw mit Batterie besitzt, kauft aller Wahrscheinlichkeit nach mehr Strom – wird also in Zukunft zu einem besseren Kunden.

Im Grunde sind diese Zuschüsse also nichts anderes als Kundenbindungsprogramme. Das bedeutet auch: Niemand sollte sich von ein paar Hundert Euro extra dazu verleiten lassen, einen zu teuren Stromvertrag abzuschließen – am Tarifvergleich führt für Umsteiger auf die Elektromobilität kein Weg vorbei. Wer aber seinem örtlichen Energieversorger treu bleiben oder zu ihm wechseln will, sollte sich nach Förderangeboten erkundigen.

In diesen Städten wird gefördert Dafür gibt es Förderung
Aachen

500 Euro bei Kauf eines Elektroautos, 250 Euro für Plug-in-Hybride

STAWAG Aachen

Brühl 2000 kw/h bei Kauf eines Elektroautos
Dachau

250 Euro für Wallbox bei Kauf eines Elektroautos

Stadtwerke Dachau

Düsseldorf 

500 Euro für Wallbox bei Bezug von Ökostrom oder vorhandener Solaranlage

Umweltamt Düsseldorf

Frankfurt/Main

250 Euro bei Kauf eines Elektroautos

Mainova

Frankfurt/Oder

1000 Euro (max.) bei Kauf eines Elektroautos und Bezug von Ökostrom

Stadtwerke Frankfurt/Oder

Hannover

500 Euro für Wallbox bei Bezug von Ökostrom

Enercity

Karlsruhe

500 Euro Gutschrift auf Ökostrom bei Kauf eines Elektroautos, 200 Euro Bezug von konventionellem Strom

Stadtwerke Karlsruhe

Lindau

200 Euro Gutschrift auf Stromrechnung bei Kauf eines Elektroautos

Stadtwerke Lindau

Merseburg

500 Euro für Wallbox

Stadtwerke Merseburg

München

6000 Euro (max.) als Zuschuss zu Planung und Einbau von Ladeinfrastruktur

Stadt München

Neuwied

500 Euro bei Kauf eines Elektroautos

Stadtwerke Neuwied

Nürnberg

250 Euro Preisnachlass auf Wallbox bei Bezug über N-ERGIE

N-ERGIE

Sigmaringen

150 Euro bei Kauf eines Elektroautos

Stadtwerke Sigmaringen

Versmold 

300 Euro bei Kauf eines Elektroautos

Stadtwerke Versmold

Zweibrücken 

500 Euro bei Kauf eines Elektroautos

Stadtwerke Zweibrücken

Fotos: PR

Kennen Sie weitere Förderprogramme, die hier bisher nicht aufgeführt sind? Schreiben Sie uns: redaktion.motorwelt@adac.de