Neuer VW ID. Tiguan: So fährt der Nachfolger des ID.4

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Von Wolfgang Rudschies

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Front und Seitenansicht eines stehenden VW ID Tiguan
Der VW ID. Tiguan ist ein vollständig überarbeitetet ID.4© Volkswagen AG

Die zweite Generation des VW ID.4 startet unter dem Namen VW ID. Tiguan. Das Elektro-SUV punktet mit hoher Wertigkeit im Interieur und viel Komfort. Erster Fahreindruck im noch getarnten ID. Tiguan und erste offizielle Bilder der ungetarnten Version.

  • Drei Versionen zur Wahl

  • Reichweiten von 450 bis 600 Kilometer

  • Viele Neuerungen im Innenraum

Anfang 2027 kommt die zweite Generation des VW ID.4 auf den Markt. Sein Name: ID. Tiguan. VW hat nun kurz vor dem Autosalon in Paris die Hüllen fallen lassen und die Serienversion des ID. Tiguan gezeigt. Bereits zuvor konnte die ADAC Redaktion eine Testrunde mit einem noch getarnten Vorserienauto drehen.

Der ADAC Redakteur saß am Steuer eines R-Line-Modells mit Allrad und 220 kW Systemleistung, mithin in der vorläufigen Topversion der Baureihe.

Testfahrt im VW ID. Tiguan

Auf der ersten Probefahrt im seinerzeit noch getarnten ID. Tiguan© IvoHercik.com

Von der Statur her kommt einem der ID. Tiguan bekannt und vertraut vor. Wie auch nicht, schließlich ist der ID. Tiguan keine komplette Neuentwicklung, sondern "nur" eine grundlegende Überarbeitung bzw. Weiterentwicklung des ID.4. Das gewohnte Bild bleibt auch beim Rundgang ums Auto bestehen. Und wird bestätigt, wenn der Blick auf altbekannte Bügeltürgriffe fällt. Dennoch macht die grundsätzlich neue Karosserie einen erheblich modernisierten Eindruck. Und: Optisch rückt das Elektro-SUV nun tatsächlich näher an sein Verbrenner-Pendant, den nach wie vor verkauften VW Tiguan.

Der Innenraum wurde umgestaltet

Innen ist vom nüchternen Ambiente des ID.4 nichts mehr übrig geblieben. Es gibt nun griffige Tasten auf dem Lenkrad und coole Retro-Anzeigen dahinter. Hier kann der Fahrer sechs verschiedene VW-Modelle auswählen, die ihm in einer virtuellen Garage angezeigt werden: Golf I, Golf II Country, Golf IV, Tiguan I, Race Touareg und Käfer. Es gibt angenehme Materialien und eine Tastenleiste unter dem großen Mittelbildschirm für wichtige und viel gebrauchte Funktionen. Wie im VW ID. Polo.

Wie beim Polo gibt es auf der Mittelkonsole auch einen Drehregler für die Audio-Lautstärke und den Senderwechsel. Ganz neu für VW ist aber ein extra Display für den Beifahrer oder die Beifahrerin. Und endlich gibt es auch wieder vier statt zwei Tasten auf der Fahrerseite für jeden Fensterheber. VW hat die Kritik am ID. 4 verstanden. Insgesamt wirkt alles recht schick, modern und hochwertig.

E-Antrieb mit 220 kW und Allrad

Seitenansicht eines stehenden VW ID Tiguan
So gediegen wie der ID. Tiguan aussieht, fährt er sich auch: leise und komfortabel© Volkswagen AG

Der Elektroantrieb der Topversion spricht fabelhaft auf jede kleinste Bewegung des rechten Fußes an und zieht souverän los. Das Fahrgeräusch ist im Vergleich zu einem Verbrenner fast lautlos, nur das Abrollen der Reifen ist zu hören. Sonst nimmt man im Innenraum praktisch nichts wahr. Keine wirkliche Überraschung bei einem Elektroauto. Aber es ist und bleibt einfach ein sehr komfortables Erlebnis, wenn man so leise dahinrollt wie in einem Auto der Oberklasse.

Das über zwei Tonnen schwere E-SUV ordentlich in Schwung zu bringen ist mit der elektrischen Systemleistung von 220 kW und dem Drehmoment von annähernd 500 Nm auch kein Problem. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h wird in etwa 7 Sekunden erledigt.

Gut, dass sich die Leistung im Topmodell mit Allradantrieb auf vier Räder verteilt. Denn das sorgt für gute Traktion und Fahrsicherheit. Kein Scharren der Räder, weil sie die Haftung auf der Straße verlieren. Wobei man hinzufügen muss: Im Vergleich mit anderen aktuellen Elektro-SUVs nehmen sich 220 kW/299 PS Leistung relativ bescheiden aus. Ganz zu schweigen vom Basisantrieb des ID. Tiguan, der "lediglich" 140 kW/190 PS bietet.

VW ID. Tiguan: Motoren und Daten

Antriebsvarianten VW ID. TiguanKleiner AkkuGroßer AkkuGroßer Akku mit Allradantrieb

Antrieb

Heckantrieb

Heckantrieb

Allradantrieb

Motorleistung

140 kW/190 PS

210 kW/286 PS

220 kW/299 PS

Akku

58 kWh LFP

77 kWh NMC

77 kWh NMC

AC-Ladeleistung

max. 11 kW

max. 11 kW

max. 11 kW

DC-Ladeleistung

max. 105 kW

max. 165 kW

max. 165 kW

DC-Ladedauer 10–80 % SoC

26 Min.

29 Min.

29 Min.

Reichweite

bis zu 450 km

bis zu 600 km

bis zu 560 km

Andere Elektro-SUVs in dieser Klasse mögen mehr Leistung bieten. Der VW ID. Tiguan fährt sich aber auch so einfach klasse. Das betrifft nicht nur den kultivierten Antrieb, sondern auch den perfekt austarierten Komfort des Fahrwerks. Letzteres ist seit Langem eine Domäne im Konzern. Auch neueste Modelle mit Elektroantrieb – Škoda Epiq und Peaq oder der ID. Polo – beweisen das. Obwohl in Elektroautos jedweder Größe ein schwerer Akku im Unterboden mit abgefedert werden muss. Eine Herausforderung für Stoßdämpfer und Achskonstruktion.

Die maximale Anhängelast beträgt mit der 58-kWh-Batterie 1800 kg, mit der 77-kWh-Batterie 2000 kg. Im Gegensatz zum ID.4 hat der Tiguan nun auch einen, wenn auch kleinen, Frunk mit 32 Litern Fassungsvermögen.

Reichweiten: 450 bis 600 Kilometer

Seitenansicht eines stehenden VW ID Tiguan
Von schräg hinten wirkt der ID. Tiguan kraftvoll und zugleich elegant© Volkswagen

Wie hoch sind die Reichweiten (nach WLTP) des ID. Tiguan? So darf man von der Basisversion mit 58 kWh großem LFP-Akku bis zu 450 Kilometer erwarten. Versionen mit 77 kWh großem NMC-Akku sollen 560 bis 600 Kilometer schaffen können. Das ist etwas mehr Reichweite, als der bisherige ID.4 mit vergleichbarer Motorisierung nach gesetzlichem WLTP-Zyklus erzielt hat. Der Bordcomputer zeigte nach der Testrunde einen hochgerechneten Wert von 17,7 kWh pro 100 Kilometer an.

Die maximalen Ladeleistungen sind bekannt: AC-Laden geschieht mit 11 kW, beim öffentlichen Schnellladen (DC) sind unter Idealbedingungen 105 kW (LFP-Akku) oder bis zu 165 kW (NMC-Akku) möglich. Das ist leider keine Verbesserung gegenüber dem Vorgänger ID.4. Von einer 800-Volt-Architektur und entsprechend schnellerer Ladepower scheint VW in Volumenmodellen also noch ein ganzes Stück entfernt.

Fazit: Vieles besser, nicht alles neu

Unter dem Strich ist festzuhalten: In Bezug auf den Antrieb, die Reichweiten und die Ladezeiten hat sich wenig getan beim Nachfolger des ID.4, dem neuen ID. Tiguan. Verbesserungen hinsichtlich der Materialanmutung und der Bedienbarkeit fallen deutlich spürbarer aus. Ob das wirklich so ist, wird sich bei der Weltpremiere Anfang Oktober erweisen. Der Fahrkomfort war und bleibt alle Ehren wert.

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