Volvo XC60 Facelift: Doppelt so viel Elektro-Reichweite, frisches Design
Von Andreas Huber
Damit der Volvo XC60 auch noch für die kommenden Jahre fit bleibt, überarbeiten die Schweden ihn ein drittes Mal. Neben neuen Leuchten stehen vor allem die Plug‑in-Hybride im Fokus. Alle Infos und der erste Eindruck aus dem Studio.
Volvo XC60 meistverkaufter Volvo in Deutschland
Als Mildhybrid und Plug‑in-Hybrid erhältlich
Preise ab 59.990 Euro
Selbst ein Kassenschlager bleibt nicht ewig frisch. Das sieht auch Volvo so und überarbeitet seinen XC60 bereits zum dritten Mal. Was wie ein verkrampftes Festhalten am mittlerweile neun Jahre alten Mittelklasse-SUV klingt, macht auf den zweiten Blick durchaus Sinn. In Göteborg bekennt man sich mit dem Facelift nämlich zum Übergang von klassischen Verbrennern zu künftigen Elektromodellen.
Während mit dem EX60 Anfang 2026 sein vollelektrische Pendant vorgestellt wurde, bekommt der XC60 einen neuen Akku für die Plug‑in-Hybrid-Modelle, der deren Reichweite annähernd verdoppelt. Je nach Version sind laut Volvo bis zu 200 Kilometer nach WLTP möglich. Genug Strecke, um sich an den elektrischen Antrieb zu gewöhnen, ohne dabei die Flexibilität eines benzinbetriebenen Fahrzeugs zu verlieren. Der elektrische Aktionsradius macht den Volvo damit zu einem Exoten, der sich von der Konkurrenz abheben will. Diese besteht nämlich unter anderem aus Audi Q5, BMW X3, Mercedes GLC und Range Rover Velar.
Thors Hammer jetzt modern interpretiert

Die offensichtlichste Neuerung betrifft aber die Optik des Skandinaviers. Laut Volvo wurde der XC60 ab der A-Säule nach vorne hin komplett neu gestaltet, was sich in einer breiteren und weiter nach vorne gezogenen Motorhaube äußert. Der Kühlergrill wird dadurch schmaler und gibt dem Volvo ein dynamischeres Auftreten. Die serienmäßigen Matrix-LED-Scheinwerfer tragen zum Facelift eine neue Lichtsignatur, die aber noch immer in der bekannten "Thors Hammer"-Optik ausgestaltet ist. Allerdings sind die Leuchtelemente deutlich schärfer und moderner gezeichnet.
Am Heck trägt das SUV neue Rückleuchten, die nun ebenfalls mit einer neuen Grafik versehen sind. Die neuen Lichtbänder sind flächig in die Leuchte eingebracht, was ihnen einen reduzierten Look verpassen soll. Zusammen mit den horizontalen Linien im Blech steht der Volvo nun optisch satter auf der Straße.

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Cockpit wurde nur im Detail überarbeitet

Das Cockpit wurde im Detail angepasst. Auch beim neuen Modell setzt Volvo auf ein volldigitales Kombiinstrument und den 11,2 Zoll großen Bildschirm für das Infotainment. Neu ist die Software, die jetzt neben den klassischen Google-Diensten auf Gemini als interaktives Sprachmodell setzt. Damit hat der Volvo nicht nur eine Sprachsteuerung an Bord, sondern mit dem System können nun auch Gespräche geführt werden.
Neue Dekore sollen den Innenraum aufwerten und eine gediegene Atmosphäre schaffen. Das klappt allerdings nicht an allen Stellen. So verzichtet Volvo in Zukunft auf glänzende Elemente um die Luftausströmer herum und ersetzt sie durch matten Kunststoff. Auch wenn glänzendes Schwarz im Innenraum nicht immer hochwertig wirkt, im XC60 hatte der dezente Einsatz zusammen mit der Chromspange seine Berechtigung. Der Qualitätseindruck im Studio stimmt aber. Viele Flächen sind weich gehalten, der Einsatz von Hartplastik beschränkt sich auf ein Minimum.
Sensortechnik für mehr Sicherheit im Volvo
Mit dem Facelift ziehen in den XC60 neue Sensoren für die Fahrerassistenz ein. Zusammen mit neuer Hard- und Software sollen die Systeme noch zuverlässiger funktionieren und neue Features ermöglichen. So verbaut Volvo im SUV jetzt serienmäßig einen Dooring-Assistenten, der Insassen davor warnt, die Tür zu öffnen, wenn sich ein Fahrrad oder Auto von hinten nähert.
Solche Unfälle spielen vor allem in Städten eine zunehmende Rolle und sollen durch diese Technik vermieden werden. Neue Kameras sollen zudem die ohnehin bei Volvo schon gute Rundum-Ansicht im Zentraldisplay verbessern, zudem erscheint im Display ein 3D-Modell des Fahrzeugs.
Bis zu 200 Kilometer elektrische Reichweite für Plug‑in-Hybride

Technisch profitieren vor allem die Plug‑in-Hybrid-Versionen des Volvo XC60 von der Modellüberarbeitung. Die neuen Long-Range-Versionen erhalten einen mit 42,1 kWh Kapazität nunmehr rund doppelt so großen Akku, was zu einer deutlich gesteigerten elektrischen Reichweite führt.
Der Elektromotor auf der Hinterachse bekommt mehr Leistung spendiert und treibt die PHEV mit 130 kW an. Zusammen mit der von 10 auf 52 kW gesteigerten Leistung des integrierten Startergenerators (ISG) sollen die teilelektrischen Modelle spürbar kraftvoller werden.
Zwei Versionen gibt es weiterhin, wobei der T6 AWD Long Range den Einstieg bei den Hybriden bildet. Hier steht eine Systemleistung von 357 PS (262 kW) zur Verfügung, die elektrische Reichweite gibt Volvo mit bis zu 200 Kilometer nach WLTP an. Darüber rangiert der T8 AWD Long Range mit 461 PS (339 kW) Systemleistung und einer E-Reichweite von bis zu 189 Kilometern.

Die Ladeleistung wurde im Vergleich zum Vorgänger ebenfalls angehoben. Hier sind jetzt mit AC 11 kW an der Wallbox oder der öffentlichen Ladesäule möglich, eine DC-Schnelllademöglichkeit bieten die Schweden dagegen nicht an. Das ist sehr schade, denn bei einem so großen Akku wäre das durchaus wünschenswert.
Ein Mildhybrid-Benziner als XC60-Einstieg
Als Basismodell steht weiterhin der B5 AWD Mildhybrid zur Auswahl. Der Vierzylinder-Turbobenziner leistet 250 PS und wird durch einen ISG unterstützt. Wie alle XC60 wird bei ihm eine Achtgang-Automatik verbaut, die die Kraft des Motors untersetzt und an die Räder verteilt.
Volvo XC60 ab 59.990 Euro

Der neue XC60 ist ab sofort bestellbar, im Winter sollen die ersten Fahrzeuge ausgeliefert werden. Die Preise bleiben im Vergleich zum Vorgänger stabil, eine "Essential"-Basisausstattung gibt es aber nicht mehr. Somit ist jeder XC60 immer als "Core" ausgestattet. Für den B5 werden mindestens 59.990 Euro fällig, der T6 PHEV startet ab 69.990 Euro.
Gebrauchtwagen: Vorfacelift des XC60 im ADAC Test
Wer die größere Reichweite des neuen XC60 nicht braucht, könnte sich vielleicht auch für einen gebrauchten Volvo XC60 interessieren. Der ADAC hat das Vorgängermodell bereits ausgiebig getestet. Den ausführlichen Testbericht können Sie hier downloaden:
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