Škoda Scala im Test: Die clevere Alternative zum VW Golf

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Von Redaktion

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Frontansicht eines fahrenden Skoda Scala nach Facelift
Kompakt und dennoch ganz schön geräumig: Škoda Scala als "Monte Carlo"© Škoda Auto

Der kompakte Škoda Scala bietet jede Menge Platz und interessante Details. Der ADAC hat den Golf-Konkurrenten aktuell ausgiebig getestet. Plus: Bilder, technische Daten, Preise.

  • 150-PS-Benziner im Test mit guten Fahrleistungen

  • ADAC Testverbrauch: 5,8 Liter/100 Kilometer

  • Viel Platz, großer Kofferraum

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Lesen Sie hier den ausführlichen Test zum Skoda Scala 1.5 TSI ACT Monte Carlo DSG (ab 05/25)

Seit 2019 ist der Škoda Scala als Nachfolger des glücklosen Rapid auf dem Markt. Doch so richtig erfolgreich ist er nicht, denn 2025 haben sich nur gut 7000 Škoda-Kunden in Deutschland für das kompakte Modell entschieden. Andere Marken wären zwar froh um diese Zahlen, doch bei Škoda zählen andere Maßstäbe: Alle anderen Škodas verkaufen sich besser. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum fanden 44.900 Octavia ihren Weg zur Kundschaft.

Warum der Scala nicht so zündet wie die anderen Modelle aus Tschechien, kann man nicht wirklich nachvollziehen. Denn eigentlich bietet er all das, was man in dieser Klasse so schätzt: viel Platz, einen hohen Nutzwert und eine einfache Bedienung, und das zu einem augenscheinlich moderaten Preis. Der Scala ist ein klassenloses Auto für jedermann – wie der VW Golf.

Škoda Scala: Das hat sich geändert

Heckansicht eines fahrenden Skoda Scala nach Facelift
Der schwarze Škoda-Schriftzug beim Monte Carlo geht im dunklen Teil der tief heruntergezogenen Heckscheibe unter© Škoda Auto

Zum Facelift im Modelljahr 2024 hat sich der Tscheche kaum verändert: Die Neuerungen fallen so dezent aus, dass der Aha-Effekt auf den ersten Blick ausbleibt. Die Änderungen an Schürzen, Kühlergrill und Leuchten erkennen nur Auto-Profis. Weitere Neuerungen betreffen Leichtmetallräder, Außenlackierungen und die Ausstattungsstruktur.

Beim getesteten Monte Carlo gehören Matrix-LED-Scheinwerfer mit separatem Abbiegelicht, Nebelscheinwerfer und dynamischem Fernlichtassistenten zur Serienausstattung. Das System ermöglicht dauerhaftes Fernlicht und blendet andere Verkehrsteilnehmer gezielt aus.

Zum erweiterten Angebot an Assistenzsystemen gehören ein Notbremsassistent beim Rückwärtsrangieren sowie optional ein Abstandstempomat in Verbindung mit einer zentrierenden Spurführung. Das Cockpit ist grundsätzlich digital. Im Monte Carlo ist ein gut ablesbares 10-Zoll-Kombiinstrument serienmäßig.

Das Basis-Infotainmentsystem besitzt einen 8,2-Zoll-Touchscreen und noch Drehregler. Das optionale 9,2-Zoll-System muss dagegen ohne physische Regler für Lautstärke und Menüführung auskommen. Wireless Apple CarPlay und Android Auto, DAB, Bluetooth, induktives Laden sowie USB-C-Anschlüsse vorn und hinten sind beim Monte Carlo ab Werk vorhanden. Ein zusätzlicher USB-Anschluss am Innenspiegel eignet sich beispielsweise für eine Dashcam.

Bilder: Der aktuelle Škoda Scala im Detail

Innenraum mit viel Platz

Der Scala baut wie der VW Polo oder der Seat Ibiza auf der MQB-A0-Plattform des VW-Konzerns auf, nutzt aber eine besonders lange Ausbauvariante. Der Radstand von 2,65 Metern sorgt bei nur 4,36 Metern Außenlänge für großzügige Platzverhältnisse.

Laut den ADAC Messungen reicht die Beinfreiheit vorn für bis zu 1,96 Meter große Personen, die Kopffreiheit sogar für Körpergrößen bis 2,07 Meter. Sind die Vordersitze für 1,85 Meter große Menschen eingestellt, genügt die Beinfreiheit im Fond für Personen bis etwa 2,01 Meter. Über dem Kopf wird es hinten ab rund 1,87 Meter knapp.

Zwei Erwachsene sitzen auf der Rückbank bequem. Für drei Personen ist sie wegen der begrenzten Innenbreite von 1,38 Meter nur auf kurzen Strecken zu empfehlen. Der hintere Mittelsitz ist zudem straff gepolstert, der Mitteltunnel schränkt den Fußraum ein. Das beim Monte Carlo serienmäßige Panoramadach reicht bis über die Rückbank und sorgt trotz des schwarzen Dachhimmels für ein luftiges Raumgefühl. Sein elektrisches Rollo hält starke Sonneneinstrahlung besser ab als viele lediglich getönte Glasdächer.

Die Verarbeitung gibt wenig Anlass zur Kritik. Der Innenraum bleibt auf schlechten Straßen frei von störenden Geräuschen. Geschäumte Kunststoffe, Dekorelemente und Zierleisten vermitteln vorn einen ordentlichen Qualitätseindruck. Im unteren Innenraum und im Fond dominieren allerdings harte, weniger ansprechende Kunststoffe.

Großer Kofferraum für den kompakten Scala

Nach ADAC Messmethode passen 370 Liter bis zur Kofferraumabdeckung in den Gepäckraum. Dachhoch beladen sind es 585 Liter. Bei umgeklappter Rückbank passen unter Ausnutzung des gesamten Stauraums hinter den Vordersitzen maximal 1070 Liter hinein.

Damit bietet der nur 4,36 Meter lange Scala einen erfreulich großen Kofferraum. Die Herstellerangabe von 467 bis 1410 Litern fällt aufgrund einer anderen Messmethode augenscheinlich höher aus.

Zahlreiche Haken, seitliche Fächer und Verzurrösen verbessern die Nutzbarkeit. Die Kofferraumabdeckung lässt sich jedoch weder weit nach oben klappen noch unter dem Boden verstauen. Bei den Sportsitzen der Monte-Carlo-Ausführung kann die Beifahrersitzlehne, anders als bei anderen Versionen, nicht umgeklappt werden.

Škoda Scala ist einfach zu bedienen

Der Scala lässt sich ohne große Eingewöhnung gut und intuitiv bedienen. Es gibt weiterhin klassische Schalter an den Stellen, an denen sie sinnvoll sind: einen Drehschalter für das Fahrlicht, separate Regler und Tasten für die Klimaanlage, klassische Bedienelemente am Lenkrad und einen herkömmlichen DSG-Wählhebel.

Das wirkt im Vergleich zu manchen stärker touchbasierten Konkurrenten vielleicht konservativ, bringt im Alltag aber klare Vorteile. Wichtige Funktionen lassen sich bedienen, ohne zuvor durch Bildschirmmenüs navigieren zu müssen.

Sehr gute Fahreigenschaften

Seitenansicht eines fahrenden Skoda Scala nach Facelift
Man sieht es ihm an: Der lange Radstand schafft Platz im Innenraum© Škoda Auto

Der Testwagen war mit dem optionalen Sport Chassis Control (SCC) ausgestattet. Es umfasst umschaltbare Dämpfer und eine Tieferlegung um 15 Millimeter. Im Komfortmodus verbindet das Fahrwerk eine hohe Fahrstabilität mit ordentlichem Federungskomfort.

Feine und gröbere Unebenheiten werden überwiegend angemessen verarbeitet. Ausgeprägte Bodenwellen, Fahrbahnkanten und Querhindernisse bleiben jedoch spürbar. Kopfsteinpflaster überträgt sich teilweise ins Lenkrad. Mit steigendem Tempo arbeitet die Federung besser, auf der Autobahn bietet der Scala einen guten Reisekomfort.

Stabil und gut beherrschbar

In puncto Fahrstabilität zeigt sich der Scala ausgewogen. Der vergleichsweise lange Radstand unterstützt den sauberen Geradeauslauf, Spurrillen bringen das Auto kaum aus der Ruhe. Auch nach plötzlichen Lenkmanövern stabilisiert sich der Kompaktwagen schnell.

Im ADAC Ausweichtest bleibt der Scala stabil und gut beherrschbar. Im Grenzbereich geht er kontrolliert in leichtes Untersteuern über, das ESP greift passend abgestimmt ein. Seitenneigung und Aufbaubewegungen fallen moderat aus. Die Lenkung reagiert dabei präzise, setzt Befehle sauber um und ist für den Alltag direkt genug.

150-PS-Benziner mit flotten Fahrleistungen

Für den Scala stehen zwei Dreizylinder-Benziner mit 1,0 Liter Hubraum und 70 kW/95 PS bzw. 85 kW/115 PS sowie ein 1,5-Liter-Vierzylinder mit 110 kW/150 PS zur Wahl. Den Basismotor kombiniert Škoda mit einem Fünfgang-Handschaltgetriebe. Die stärkeren Motoren sind mit manuellem Sechsgang-Getriebe oder siebenstufigem Doppelkupplungsgetriebe erhältlich.

Der getestete 1,5-Liter-TSI mit 150 PS passt gut zum vergleichsweise leichten Scala und sorgt für flotte Fahrleistungen. Den Standardsprint von 0 auf 100 km/h erledigt der Scala in 8,2 Sekunden. Für den Zwischenspurt von 60 auf 100 km/h wurden 4,4 Sekunden gemessen, von 80 auf 120 km/h vergehen 5,5 Sekunden.

Unterhalb von etwa 1500 Touren reagiert der Turbobenziner etwas zögerlich auf Gasbefehle. Anschließend entwickelt er seine Leistung gleichmäßig und kräftig. Hohe Drehzahlen sind im Alltag selten nötig, denn schon aus mittleren Drehzahlen steht genügend Schub zur Verfügung.

Akustisch bleibt das Aggregat bei entspannter Fahrt zurückhaltend. Oberhalb von etwa 3000 Umdrehungen wird es jedoch deutlich lauter. Dass sich bei weniger Last, also sehr sachtem Gasgeben, zwei der vier Zylinder zeitweise abschalten, merkt man praktisch nicht. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe schaltet im Alltag überwiegend sanft und unauffällig.

Im ADAC Autotest verbrauchte der Scala 1.5 TSI durchschnittlich 5,8 Liter Super je 100 Kilometer. Das sind nur 0,3 Liter mehr, als die Herstellerangabe von 5,5 Litern nach WLTP ausweist.

Škoda-typisch: Simply-clever-Ideen

Regenschirmfach in der Tuer eines blauen Skoda Scala
Serienmäßig: Regenschirm in den vorderen Türen© Skoda

Der Scala wäre kein Škoda, wenn er nicht einige durchdachte Details an Bord hätte. Dazu gehören der Tickethalter an der A-Säule, der Regenschirm in der Fahrertür, der Eiskratzer im Tankdeckel inklusive Profiltiefenmesser sowie ein Trichter für das sichere Einfüllen von Scheibenwaschwasser. Hinzu kommen Taschenhaken, Smartphone-Fächer, Gurthalter und zahlreiche Befestigungsmöglichkeiten im Kofferraum. Optional ist ein automatisch ausklappender Türkantenschutz erhältlich.

Fazit: Der Škoda Scala 1.5 TSI Monte Carlo verdient sich im ADAC Autotest die gute Note 2,2. Er bietet viel Platz, einen kräftigen und dennoch sparsamen Antrieb, eine unkomplizierte Bedienung und mit dem optionalen SCC-Fahrwerk eine gelungene Mischung aus Stabilität, Agilität und Komfort. Zu den Schwächen gehören der nur durchschnittliche Bremsweg und die nicht für jede Statur passenden Sportsitze.

Škoda Scala 1.5 TSI: Technische Daten, Preis

Technische Daten (Herstellerangaben)

Skoda Scala 1.5 TSI ACT Monte Carlo DSG (ab 05/25)

Motorart

Otto

Hubraum (Verbrennungsmotor)

1.498 ccm

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

110

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

150

Drehmoment (Systemleistung)

250 Nm

Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor)

5.000 U/min

Antriebsart

Vorderrad

Beschleunigung 0-100km/h

8,2 s

Höchstgeschwindigkeit

220 km/h

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

124 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

5,5 l/100 km

Kofferraumvolumen normal

467 l

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

1.410 l

Leergewicht (EU)

1.271 kg

Zuladung

429 kg

Anhängelast ungebremst

630 kg

Anhängelast gebremst 12%

1.250 kg

Garantie (Fahrzeug)

2 Jahre

Länge x Breite x Höhe

4.362 mm x 1.793 mm x 1.514 mm

Grundpreis

36.720 Euro

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)Škoda Scala 1.5 TSI ACT Monte Carlo DSG

Überholvorgang 60–100 km/h

4,4 s

Bremsweg aus 100 km/h

37,1 m

Wendekreis

11,2 m

ADAC Testverbrauch

5,8 l Super/100 km

Reichweite

856 km

Innengeräusch bei 130 km/h

66,5 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1270 / 430 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

370 / 750 / 1070 l

Fahrzeugbreite inklusive Spiegel

2,00 m

ADAC Testnoten

ADAC Testergebnis

Skoda Scala 1.5 TSI ACT Monte Carlo DSG (ab 05/25)

Karosserie

2,5

Innenraum

2,1

Komfort

2,4

Antrieb

1,8

Fahreigenschaften

2,3

Sicherheit

2,0

Umwelt

2,4

Gesamtnote

2,2
Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

sehr gut

0,6 - 1,5

gut

1,6 - 2,5

befriedigend

2,6 - 3,5

ausreichend

3,6 - 4,5

mangelhaft

4,6 - 5,5

Im ADAC Autokatalog können Sie die technischen Daten aller Škoda-Scala-Versionen vergleichen. Und hier finden Sie viele weitere Fahrberichte und Autotests.

Text mit Material von SP-X