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Opel Corsa-e: Elektro-Kleinwagen mit 330 Kilometer Reichweite

Opel Corsa e fahrend auf der Straße
Erste Testfahrt in Berlin: Opel Corsa-e ∙ © Opel

Der Opel Corsa mit Elektroantrieb verspricht ein ausgewogenes und konkurrenzfähiges Fahrzeug zu sein – so der Eindruck nach der ersten Testfahrt. Alle Infos und Bilder, Preis und Reichweite. 

  • Der Elektro-Corsa mit 50 kWh-Batterie und 330 km Reichweite

  • Drei Fahrmodi wählbar je nach Situation und Laune

  • Basis ab 29.900 €; "First Edition" im Leasing ab 299 € pro Monat 

Reichweite, Preis, Ladezeiten – die möglichen Schwachstellen von Elektroautos sind bekannt. Dass es keinen Spaß machen würde, ein Elektroauto zu fahren, kann man jedoch wirklich nicht behaupten. Meistens ist sogar das Gegenteil richtig: Das Fahren macht große Freude.

Das gilt auch für den Opel Corsa-e. Da sein maximales Drehmoment von 260 Newtonmetern schon beim Anfahren zur Verfügung steht, muss man den Corsa-e nicht mal in den Sportmodus mit maximaler Leistung von 100 kW/136 PS versetzen, um sich wie ein kleiner König im Verkehrsgetümmel zu fühlen. Auch im Normalbetrieb (220 Nm, 109 PS) ist der Elektro-Opel flott, und selbst im Eco-Modus (180 Nm, 82 PS) hat er genügend Beschleunigungskraft, um souverän mitzuhalten. Im Sportmodus kann es auf feuchter Straße schon mal vorkommen, dass die Vorderräder durchdrehen.

Reichweite und Fahrspaß müssen sich nicht ausschließen

Nun ist das Beschleunigen nicht alles beim Autofahren, gerade beim Elektroauto zählt auch das Bremsen. Sobald der Fuß vom Pedal genommen wird, rollt ein E-Auto nicht einfach aus, sondern es gewinnt Energie zurück. Der Fachbegriff lautet Rekuperation: Der Motor ändert die Drehrichtung, wirkt als Generator und lädt die Batterie auf. Beim Corsa-e kann man das Rekuperieren in zwei Stufen haben, wobei sich das Ausrollen in der stärkeren Stufe anfühlt, als halte jemand das Auto hinten fest.

Bis zum Stillstand kommt der Corsa-e so aber nicht, sondern er kriecht wie ein Automatik-Auto immer weiter, wenn nicht doch die Bremse betätigt wird. Andere Hersteller setzen bei ihren Elektromodellen (z. B. BMW i3 und Nissan Leaf) auf das sogenannte One-Pedal-Feeling, also das Fahren ohne Bremspedal, sofern nicht plötzlich angehalten werden muss. Opel hat sich dagegen für eine klassischere Auslegung entschieden.

Corsa-e: Die Ladezeit variiert stark

Nicht nur mit seiner schicken Karosserie, sondern auch bei der wichtigsten Währung für Elektroautos, der Batteriegröße, kann sich der Kleinwagen von 4,06 Meter Länge sehen lassen: Der 50-Kilowattstunden-Akku erlaubt eine Reichweite von 330 Kilometern im WLTP-Zyklus. Kurz kann hingegen die Ladezeit ausfallen, denn Highspeed-Charging soll eine 80-Prozent-Ladung in 30 Minuten erlauben: Der Corsa-e verträgt bis zu 100 kW Ladeleistung an Schnellladesäulen.

Für das Laden zu Hause empfiehlt sich eine Wallbox (je nach Ausführung bis zu 1200 Euro), dann lohnt sich der Corsa-e Edition mit dreiphasigem Lader, der 11 kW verträgt und die Akkus in 5:15 Stunden wieder füllt.

Insgesamt wiegt der Elektro-Opel 1530 Kilogramm, wovon allein 345 auf das Konto der Antriebsbatterie gehen. Die zusätzlichen Pfunde sind dem Auto anzumerken, er federt dank angepasster Fahrwerksabstimmung und modifizierter Achsen weniger knackig als das Verbrenner-Pendant. Auf der Habenseite steht ein niedriger Schwerpunkt, da die Akkus im Fahrzeugboden liegen.

Digitales Cockpit mit modernem Infotainment

Unter dem Strich hinterlässt der Corsa-e einen überzeugenden Eindruck, weil die Elektrovariante ihrem Fahrer kaum Einschränkungen zumutet. Der Innenraum ist im selben Maße nutzbar wie der eines Benzin- oder Diesel-Corsa. Nur der Raum unter dem Boden des Gepäckabteils steht wegen der Akkus nicht mehr als Ablage zur Verfügung. Das Kofferraumvolumen reduziert sich damit um rund 40 Liter: Statt 309 bis 1081 stehen im Corsa-e 267 bis 1042 Liter zur Verfügung, das ist wohl zu verschmerzen.

Der technische Bruder des Elektro-Corsa

Der Peugeot e-208 ist eng verwandt mit dem elektrischen Opel Corsa: Antrieb und Batterie sind identisch. Technische Daten, Fotos, Verkaufsstart und Preis.

Vorstellung: Peugeot e-208

Angenehm auch, dass der Corsa-e nicht zugunsten eines niedrigen Einstandspreises total abgespeckt wurde. Serienmäßig gibt es Klimaautomatik, digitales Cockpit, Radio mit 7-Zoll-Farbdisplay und Smartphone-Integration sowie ein üppiges Set aus Assistenzsystemen: adaptiver Tempomat, Spurhalte-Assistent, Frontkollisionswarner mit automatischer Notbremsung und Fußgängererkennung sowie Verkehrsschilderkennung.

All das ist im Modell Corsa-e Selection für 29.900 Euro zu haben. Davon abgezogen werden 6570 Euro Umweltprämie, dann kostet der elektrische Corsa 23.330 Euro, also ziemlich genau so viel wie das Benziner-Topmodell mit 130 PS und Automatik.

Endlich gibt es mehr Auswahl an Elektroautos im Kleinwagensegment. Škoda Citigo e iV und Seat Mii electric werden unter 20.000 Euro angeboten. Mini e, Honda e und Fiat 500 Elektro setzen mehr auf Lifestyle und sind preislich höher positioniert.

Technische Daten (Herstellerangaben)Opel Corsa-e
MotorElektromotor mit 100 kW/136 PS und 260 Nm Drehmoment
Fahrleistungen8,1 s auf 100 km/h, 150 km/h Spitze (abgeregelt)
Reichweite330 km nach WLTP
Verbrauch nach WLTP17,0 kWh/100 km
MaßeL 4,06 m / B 1,77 / H 1,44 m
Kofferraum264 l
Leergewicht1530 kg
Preisab 29.900 €

Hier finden Sie viele weitere Fahrberichte und Tests.

Text: Stefan Anker/SP-X, Wolfgang Rudschies, Jochen Wieler