Mazda CX-6e 2026: Elektro-Crossover zum fairen Preis
Von Andreas Huber

Mit dem Mazda CX‑6e erweitert Mazda sein Portfolio um ein Elektro-SUV, das japanische Ästhetik, Alltagstauglichkeit und ein auf Europa abgestimmtes Fahrerlebnis verbinden soll. Infos, erste Sitzprobe und Preise.
78‑kWh‑LFP‑Batterie mit bis zu 484 km Reichweite
Neues Cockpit mit ultrabreitem Touchscreen und Head‑up‑Display
Preise ab ca. 50.000 Euro
Elektroauto Nummer drei ist ein Crossover. Nach dem Marktstart der Elektro-Limousine 6e zieht Mazda mit dem CX-6e jetzt auch eine Etage höher nach. Genau wie das Stufenheck ist das SUV eine Entwicklung des Joint Venture aus Mazda und dem chinesischen Automobilbauer Changan.
Das Kooperationsmodell soll sich ab Sommer 2026 gegen Modelle wie Cupra Tavascan, Ford Capri, Škoda Enyaq, Opel Grandland, Toyota bZ4X und Tesla Model Y behaupten, um so seinen Platz im hart umkämpften Segment der elektrischen Mittelklasse-SUVs finden.
Bis zu 484 Kilometer Reichweite sollen laut Mazda im WLTP-Zyklus möglich sein. Der Aktionsradius wirkt angemessen, verglichen mit den neuesten 800-Volt-Fahrzeugen auf dem Markt, wie dem Mercedes GLC oder dem BMW iX3, aber bei Weitem nicht mehr bahnbrechend.
Ein typischer Mazda mit optischer Selbstständigkeit

Das Exterieur interpretiert das typischen Mazda-Design futuristisch: Die dreidimensional illuminierte Leuchtspange prägt die Front und soll unter anderem auch den Ladezustand an der Ladesäule verraten. Das Tagfahrlicht ist dabei von den Hauptscheinwerfern getrennt. Diese befinden sich darunter. Ähnlich wie beim Polestar 3 sitzt auf der Motorhaube ein kleiner Spoiler, der die Luft zugunsten der Aerodynamik leiten soll.
Der CX-6e ist optional mit digitalen Außenspiegeln ausgestattet, die die Umgebung als Kamerabild in den Türen wiedergeben – ob Mazda hier einen Weg gefunden hat, die Technik alltagstauglich auszulegen, bleibt abzuwarten. Bei anderen Herstellern hält sich der Mehrwert solcher Systeme in Grenzen, die Nachteile überwiegen im Allgemeinen.
Am Heck finden sich filigran gestaltete Rückleuchten, die im oberen Bereich des Kofferraumdeckels angebracht sind. Ansonsten arbeitet die Designabteilung hier mit viel Blech, das wenig Sicken und Kanten trägt.
Abmessungen: CX-6e ist groß für die Mittelklasse
Als Mittelklasse-SUV ist der Mazda bei den Abmessungen schon am oberen Rand des Segments. Die Abmessungen im Überblick.
| Mazda CX-6e | Maße |
|---|---|
Länge | 4,85 m |
Breite | 1,94 m |
Höhe | 1,62 m |
Radstand | 2,90 m |
Kofferraumvolumen | 468 / 1434 l |
Frunk | 83 l |
Anhängelast | 1500 kg |
Cockpit mit riesigem Bildschirm

Im Interieur ist der Mazda markentypisch reduziert und aufgeräumt gehalten. Auch beim CX-6e folgt das Team in der Designabteilung der japanischen Ma‑Philosophie: Klare Flächen, hochwertige Haptik und viel Raum verspricht Mazda hier.
Eindruck beim ersten Kennenlerntermin im Studio: Das Elektro-SUV wird diesem Anspruch gerecht. Egal wo man hinfasst, die Flächen sind weich, der Einsatz von Hartplastik ist auf ein Minimum reduziert. Ein klassisches Kombiinstrument hinter dem Lenkrad gibt es im neuen Mazda nicht, dafür ist ein Head-up-Display serienmäßig. Das Lenkrad ist mit dem der 6e-Limousine identisch.

Im Zentrum des Cockpits befindet sich ein monströser 26,45‑Zoll‑Touchscreen, der asymmetrisch auf dem Armaturenbrett platziert ist. Er besitz zwei Bedienbereiche, sodass die Person am Steuer und die daneben für sich zugeschnittene Inhalte auf einem Bildschirm sehen können. Ein zweites Display wird so überflüssig. Der riesige Bildschirm sieht spektakulär aus und ist serienmäßig vorhanden. Ebenfalls immer mit an Bord ist das rund einen Quadratmeter große Panoramaglasdach, das sich aber nicht öffnen lässt.
Die Sitze machen im Studio einen guten Eindruck, und auch die Platzverhältnisse können sich sehen lassen. In der zweiten Reihe haben Personen mit 1,80 Meter Körpergröße bequem Platz, ab 1,95 Meter könnte es um den Kopf herum etwas enger werden.

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Mazda holt die Gestensteuerung zurück
Die Sprachsteuerung ("Hey Mazda") wird durch eine Gestenerkennung ergänzt: Das "Okay"‑Zeichen startet die Heimnavigation, die "Faust" die Route zum Arbeitsplatz, ein "Daumen hoch" aktiviert je nach Konfiguration Audio oder EV‑Sound, das "Fingerherz" setzt einen Titel auf die Favoriten, ein "V" löst ein Selfie über die Innenraumkamera aus, ein "Winken" wechselt den Song.
Diese "Spielerei" verwundert etwas, denn beispielsweise BMW hat seine Gestensteuerung vor geraumer Zeit aus seinen Fahrzeugen verbannt, da sie im Alltag keinen nennenswerten Mehrwert bot.
Digitale Außenspiegel als Ausstattungsoption

Bereits die Ausstattungslinie Takumi bringt wesentliche Komfort‑ und Sicherheitsfeatures mit. Takumi Plus ergänzt 21‑Zoll‑Räder, digitale Außenspiegel sowie einen digitalen Innenspiegel, der auf Wunsch zum Display wird. Die Rücksitze sind hier zudem beheiz‑ und belüftbar.
Zum serienmäßigen Fahrerassistenzpaket zählen unter anderem ein Notbremsassistent vorn und hinten, ein Spurhalteassistent mit Lenkunterstützung und ein Ausweichassistent. Neun Airbags, einschließlich eines Mittelairbags vorne, komplettieren die Sicherheitsausstattung.
Nur ein Antrieb mit 190 kW fürs SUV
Der CX‑6e ist ein reines Elektrofahrzeug mit Hinterradantrieb. Ein Elektromotor an der Hinterachse liefert 190 kW (258 PS) Leistung und 290 Nm Drehmoment. Das einstufige Getriebe setzt die Leistung in Vortrieb um. Den Standardsprint von 0 auf 100 km/h schafft der Mazda laut Werksangabe in 7,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 185 km/h begrenzt. Die maximale Anhängelast beträgt 1500 kg, wodurch sich das SUV auch für Transportaufgaben im Alltag eignen sollte.
Akku, Ladeleistung und Reichweite des Elektro-Crossovers

Der 78‑kWh‑LFP‑Akku lässt sich am DC-Schnelllader mit bis zu 195 kW aufladen, damit lässt sich der Ladestand laut Mazda in 24 Minuten von 10 auf 80 Prozent erhöhen. Eine zweite Akkuoption wie beim 6e bietet Mazda nicht an. Gut so, denn die Long-Range-Version der Limousine lädt nur mit mickrigen 90 kW am Schnelllader.
Für das Laden zu Hause oder an der AC‑Säule ist ein 11‑kW‑Bordlader an Bord, 22 kW gibt es auch gegen Aufpreis nicht. Eine Wärmepumpe ist dagegen serienmäßig verbaut und unterstützt effizientes Heizen/Kühlen des Innenraums.
Die vorläufige WLTP‑Reichweite beträgt bis zu 484 Kilometer in der Ausstattung Takumi mit 19‑Zoll‑Rädern. In Takumi Plus mit serienmäßigen 21‑Zoll‑Rädern sind nur bis zu 468 Kilometer möglich Ob die dort serienmäßigen digitalen Außenspiegel dafür entschädigen? Den Verbrauch geben die Japaner mit 19,4 kWh/100 km an.
Marktstart und Preis: Rund 50.000 Euro
Im Sommer 2026 steht der neue Mazda CX-6e bei den Händlern. Die Preise sollen bei 49.990 Euro für das Einstiegsmodell starten.
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