Test Hyundai i10: Kleinstwagen mit Technik wie ein Großer

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Der Hyundai i10 der dritten Generation bleibt mit nur 3,67 Metern Länge ein ideales Stadtauto. Zugelegt hat er an Sicherheit, Technik und Platz. ADAC Test der Versionen mit 67 und 100 PS mit allen Daten und Preisen

  • Mehr Radstand für mehr Platz

  • Drei Benziner von 67 bis 100 PS

  • Zahlreiche Assistenzsysteme serienmäßig

  • Preis: ab 10.990 Euro

Kleinstwagen mit Verbrennungsmotor? Gibt's fast nicht mehr: Die verschärften Abgas- und
CO₂-Vorgaben machen Kleinstwagen mit entsprechender Abgastechnik deutlich teurer – das lohnt sich für viele Autobauer nicht mehr.

Gut, dass Hyundai anders denkt und die Einstiegsklasse für Verbrenner nicht ganz aufgibt. Für Jürgen Keller, den deutschen Geschäftsführer des koreanischen Unternehmens, ist das selbstverständlich: "Während andere Hersteller das Kleinstwagen-Segment verlassen, zeigen wir mit dem i10 ein klares Bekenntnis zu dieser Klasse. Wir sehen weiterhin eine große Nachfrage unserer Kunden nach konventionell angetriebenen Kleinstwagen."

Seit 2008 entschieden sich immerhin 225.000 deutsche Käufer für die ersten zwei Generationen des koreanischen Kleinstwagens. Ob auch die jüngste Generation, die im türkischen Izmit produziert wird, an den Erfolg anzuknüpfen kann? Der aktuelle i10 im ausführlichen ADAC Test.

Hyundai i10: Fünf Türen sind Serie

Das Dach des i10 gibt es als Extra in Schwarz © Hyundai

Seine Länge ist sein Erfolgsgeheimnis. Denn vor allem Städter brauchen oft kein großes Auto und sind bei der Parkplatzsuche über jeden gesparten Zentimeter froh. Der aktuelle Hyundai i10 belässt es daher bei den stadttauglichen 3,67 Metern Länge des Vorgängers. Zum Vergleich: Kleinstwagen-Konkurrent VW Up ist mit 3,60 m zwar noch etwas kürzer, der VW Polo als "normaler" Kleinwagen mit 4,05 m aber schon wesentlich länger. Weil der Koreaner allerdings zwei Zentimeter niedriger und zwei Zentimeter breiter geworden ist, ergeben sich zumindest optisch neue Proportionen – und das lässt den Knirps deutlich präsenter wirken.

Doch an den klassentypisch eher überschaubaren Platzverhältnissen ändert das wenig. Immerhin wird der i10 standardmäßig als Fünftürer ausgeliefert, so dass die Fondpassagiere gut einsteigen können und auch die Montage eines Kindersitzes ohne Verrenkungen möglich ist.

Hyundai i10: Erstaunlich viel Platz

Für einen deutlichen Platzgewinn im Innenraum sorgt der im Vergleich zum Vorgänger um vier Zentimeter auf knapp 2,43 Meter angewachsene Radstand. Die Beinfreiheit der Fondpassagiere ist für ein Auto dieses Formats deshalb überraschend üppig. Wenn der Vordersitz auf 1,85-Meter-Personen eingestellt ist, finden auf der Rücksitzbank Insassen bis zu 1,85 Meter Körpergröße genügend Beinfreiheit vor – dann wird aber die Kopffreiheit knapp. Auch vorne sitzt man vergleichsweise großzügig, allerdings würde sich mancher Fahrer für eine bequemere Sitzposition ein auch längs- statt nur höhenverstellbares Lenkrad wünschen.

Das Kofferraumvolumen von nominell 252 und gemessenen 185 Litern bewerten die ADAC Tester mit der Note "zufriedenstellend". Die Rückenlehnen können zwar einzeln geklappt werden, doch es bleibt eine relativ hohe Ladestufe im laut Hyundai 1050 Liter und laut ADAC Messung 905 Liter fassenden Gepäckabteil. Die Ladekante liegt liegt rund 70 Zentimeter über der Straße und damit noch günstig. Nur schade, dass die Rückbank nicht verschiebbar ist, dann wäre der Innenraum noch variabler nutzbar.

Besonders lobenswert ist, dass der Hersteller die Übersichtlichkeit verbessert hat. Die Gürtellinie wurde vorn um 11 Millimeter und hinten um 13 abgesenkt, die C-Säule fällt schmaler aus. Das kommt der Rundumsicht zugute – bei einem Stadtauto ein echtes Plus an Sicherheit.

Vorbildlich: Umfassende Assistenzsysteme

Innenraum mit hoher Material- und Verarbeitungsqualität © Hyundai

Eine ganz klare Stärke aller Hyundai- und Kia-Modelle ist die leichte und logische Bedienbarkeit. Und da macht auch der i10 keine Ausnahme: Dreh- und Drückschalter sind dort, wo man sie vermutet, recht viele Tasten am Lenkrad, die aber trotzdem leicht durchschaubar sind, klar ablesbare Instrumente und – ab der Trend-Ausstattung – ein 8-Zoll-Farb-Touchscreen inklusive Android Auto und Apple CarPlay.
Beim "Trend" bietet Hyundai zwei Optionspakete an: Das Navigations-Paket (Navi mit Rückfahrkamera, Verkehrszeichenerkennung sowie das Telematiksystem Bluelink) für 1250 Euro und das Komfort-Paket mit Klimaautomatik, kabelloser Ladefunktion für Smartphones, Armlehne und höhenverstellbarem Kofferraumboden für 400 Euro.

Schon Serie in allen Ausstattungsvarianten ist ein umfangreiches Assistenz-Paket. So verfügen alle i10 ab Werk über einen aktiven Spurhalteassistenten, eine Geschwindigkeitsregelanlage mit Limiter, einen Fernlichtassistenten und einen Front-Kollisionswarner, der im Fall einer drohenden Kollision selbstständig eine Notbremsung einleitet – sogar mit Fußgängererkennung. Der Aufmerksamkeitsassistent warnt den Fahrer akustisch und visuell, wenn er Anzeichen einer Ermüdung registriert.

Für die kalten Tage ist der Koreaner ab der Ausstattungsstufe Trend mit Sitzheizung vorn sowie beheizbarem Lenkrad ausgestattet – das ist nicht nur in dieser Fahrzeugklasse bemerkenswert. Nicht zu haben sind die Wärmevorrichtungen in der Basis namens Pure, in der Version Select kosten sie zusammen mit der Einparkhilfe hinten 490 Euro extra.

Motoren: Drei Benziner mit 67, 84 und 100 PS

Gut für die Parkplatzsuche: Der i10 ist nur 3,67 m lang © Hyundai

Der Hyundai i10 ging mit zwei Benzinern an den Start, ein munterer 100 PS-Turbodreizylinder wurde inzwischen nachgereicht. Der Basis-Dreizylinder mit 69 PS und der 1,2-Liter-Vierzylinder mit 84 PS, jetzt serienmäßig mit Start-Stopp-Funktion, waren schon im Vorgängermodell im Einsatz. Beide Motoren sind für das kleine Stadtauto in punkto Leistungsentfaltung und Durchzugsvermögen durchaus ausreichend.

Wer allerdings mehr Wert auf Komfort legt, sollte sich für den laufruhigen 1,2-Liter-Motor entscheiden: Der kleine 1,0-Liter muss naturgemäß mehr gedreht werden und wird dabei oft akustisch etwas aufdringlich. Im ADAC Test benötigte er für den Zwischenspurt von 60 auf 100 km/h 11,1 Sekunden (2./3. Gang). Bei den Elastizitätsmessungen im fünften Gang verging eine gefühlte Ewigkeit – es dauerte 25,7 Sekunden, um von 60 auf 100 km/h zu beschleunigen.

Testverbrauch: 5,5 l/100 km

Im ADAC Ecotest schneidet der 69 PS starke i10 nur durchschnittlich ab. Die gemessenen 5,5 Liter je 100 Kilometer sind für einen Kleinstwagen nicht berauschend. Bei den Schadstoffen sieht es besser aus. Bis auf den recht hohen CO-Ausstoß im flotten Autobahnzyklus und die leicht erhöhte Partikelanzahl liegen die Emissionen auf niedrigem Niveau. Unterm Strich schafft der kleinste Hyundai vier Sterne im ADAC Ecotest.

Wer beim Fahren Spaß haben will, sollte bei den beiden schwächeren Motoren besser auf das optionale automatisierte Schaltgetriebe (700 Euro) verzichten: Unharmonische Schaltpunkte und extrem lange Schaltpausen erinnern unangenehm an die Getriebe, die anno 1994 in den ersten Smart-Modellen verbaut waren. Das kann Hyundai eigentlich besser.

Jetzt auch als Sportversion N Line mit 100 PS

Der Hyundai i10 N Line bringt es auf muntere 100 Turbo-PS © KIA

Ein völlig neues i10-Fahrgefühl eröffnet das Turbo-Aggregat, das ausschließlich in der sportlichen Ausstattungsversion N Line und mit Handschalter angeboten wird. Die Fahrleistungen passen zum optischen Auftritt, 10,5 Sekunden für den Spurt von null auf 100 km/h und 185 km/h Spitze müssen allerdings durch einen Einstiegspreis von 18.990 Euro erkauft werden. Bei den Messungen im ADAC Test benötigt der i10 N Line respektable 5,7 Sekunden für den Sprint von 60 auf 100 km/h. Auch bei den Elastizitätsmessungen im vierten und fünften Gang schlägt sich der kleine Wagen recht wacker, der selbe Tempozuwachs dauert 9,7 bzw. 13,7 Sekunden.

Der Motor antwortet auf Leistungsabforderung mit einem kernigen Klang und wird beim
Ausdrehen durchaus laut. Das Ansprechverhalten ist noch okay, aber bei Drehzahlen unter 1500 Touren ist der Turbolader noch nicht so recht motiviert und beim Hochschalten bricht
der Ladedruck merklich ein. Für einen Kleinstwagen fällt der Verbrauch im ADAC Ecotest nicht besonders niedrig aus – 5,7 Liter fließen pro 100 Kilometer im Schnitt durch die Einspritzdüsen.

Der serienmäßige Otto-Partikelfilter (OPF) reduziert zwar die Partikelemissionen, dennoch bleiben sie in allen Messzyklen ganz leicht über den strengen Ecotest-Grenzwerten. Zudem liefert der Motor im anspruchsvollen Autobahnzyklus mit hohem Volllastanteil etwas erhöhte CO-Werte ab und schafft letztlich auch vier der fünf möglichen Ecotest-Sterne.

Mit der präzisen Lenkung, der gut abgestuften und leichtgängigen 5-Gang-Schaltung sowie dem straff-agilen Fahrwerk lässt sich der kleine Koreaner auf Stadt- und Landstraßen zwar überaus wendig bewegen. Getrübt wird die gute Laune aber durch kurze Querfugen, die recht unwirsch an die Passagiere weitergegeben werden.

Der Hyundai i10 kostet mindestens 10.990 Euro

Das kleinste Hyundai-Modell wird je nach Ausstattungslinie als Vier- oder Fünfsitzer ausgeliefert. Die unteren Ausstattungslinien Pure und Select mit jeweils vier Sitzplätzen richten sich vor allem an diejenigen, die einen Zweit- oder Drittwagen suchen oder den i10 gewerblich nutzen wollen. Die umfangreicheren Ausstattungslinien Trend, Prime und N-Line fahren grundsätzlich als Fünfsitzer vor.

Die Preise: 10.990 Euro kostet die Basisversion i10 Pure, die nur mit dem 69 PS-Motor angeboten wird. Die stärkere Version mit 84 PS ist erst ab 15.940 Euro zu haben, dann allerdings in der empfehlenswerten Trend-Ausstattung. Die Lieblingsfarbe der i10-Käufer sollte möglichst "Mangrovengrün" sein, denn die ist beim Pure obligatorisch und für "Atlas White" oder jede andere Farbe verlangt Hyundai 250 bzw. 570 Euro Aufpreis. Und damit ist noch nicht die optionale Zweifarblackierung für das Dach in "Phantom Schwarz" gemeint: Die kostet noch einmal 500 Euro extra. Schön, dass immerhin die umfassende 5-Jahres-Garantie noch kostenlos ist.

Hier können Sie den ausführlichen ADAC Testbericht zum Hyundai i10 1.0 Trend als PDF herunterladen
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Hier können Sie den ausführlichen ADAC Testbericht zum Hyundai i10 1.0 T-GDI N Line als PDF herunterladen
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Hyundai i10: Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)

Hyundai i10 1.0 Trend (ab 09/20)

Hyundai i10 1.0 T-GDI N Line (ab 06/20)

Motorart

Otto
Otto

Hubraum (Verbrennungsmotor)

998 ccm
998 ccm

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

49
74

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

67
100

Drehmoment (Systemleistung)

96 Nm
172 Nm

Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor)

5.500 U/min
4.500 U/min

Antriebsart

Front
Front

Beschleunigung 0-100km/h

14,6 s
10,5 s

Höchstgeschwindigkeit

156 km/h
185 km/h

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

126 g/km
124 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

5,5 l/100 km
5,5 l/100 km

Verbrauch Gesamt (NEFZ)

4,8 l/100 km
4,9 l/100 km

Kofferraumvolumen normal

252 l
252 l

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

1.050 l
1.050 l

Leergewicht (EU)

996 kg
1.099 kg

Zuladung

414 kg
371 kg

Anhängelast ungebremst

300 kg
300 kg

Garantie (Fahrzeug)

5 Jahre
5 Jahre

Länge x Breite x Höhe

3.670 mm x 1.680 mm x 1.480 mm
3.675 mm x 1.680 mm x 1.483 mm

Grundpreis

15.990 Euro
20.865 Euro

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)

Hyundai i10 1.0 Trend

Hyundai i10 1.0 T-GDI N Line

Überholvorgang 60-100 km/h

11,1 s

5,7 s

Bremsweg aus 100 km/h

33,3 m

34,1 m

Wendekreis

10,5 m

10,5 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

5,5 l/100 km, 152 g CO₂/km (well-to-wheel)

5,7 l/100 km, 155 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

****

****

Reichweite

655 km

630 km

Innengeräusch bei 130 km/h

72,3 dB(A)

70,8 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

990 / 420 kg

1040 / 430 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

185 / 520 / 905 l

185 / 520 / 905 l

ADAC Testergebnis

ADAC Testergebnis

Hyundai i10 1.0 Trend

Hyundai i10 1.0 T-GDI N Line

Karosserie/Kofferraum

3,3

3,3

Innenraum

3,2

3,3

Komfort

3,5

3,3

Motor/Antrieb

3,7

2,7

Fahreigenschaften

2,3

2,4

Sicherheit

2,8

2,9

Umwelt/Ecotest

2,3

2,1

Gesamtnote

3,0

2,8

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

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