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Ford EcoSport: Mini-SUV im ADAC Test

beigener Ford EcoSport faehrt Kuestenstrasse entlang
Ford EcoSport: Von vorn sieht der Kleinwagen-SUV nun wesentlich bulliger aus ∙ © Ford

Mini-SUVs sind nach wie vor der Renner in Deutschland. So verzeichnet auch der Ford EcoSport steigende Verkaufszahlen. Doch wie schlägt sich die neue Generation des kleinen SUVs im ADAC Test? Daten, Fakten und Testergebnisse

  • Überarbeiteter Ford EcoSport ab 18.590 Euro zu haben

  • 125-PS-Diesel mit 6,0 Liter Testverbrauch

  • Viel Platz für Insassen und Gepäck, aber unpraktische Hecktür

Anfangs hat sich der kleine Ford EcoSport ein wenig schwer getan. Als er 2014 auf den Markt kam, gab es einfach schon bessere Angebote – die Materialqualität des EcoSport war vielen zu schlicht, der Fahrkomfort mit rumpeliger Federung wenig ansprechend.

Nach seiner grundlegenden Überarbeitung 2017 lohnt es sich aber, wieder etwas genauer hinzusehen. Vieles wurde verbessert, und wer Allradantrieb braucht, wird in der Kleinwagen-SUV-Klasse ohnehin sonst kaum noch fündig. Den EcoSport gibt es nach wie vor mit vier angetriebenen Rädern. Für den vom ADAC getesteten 125-PS-Diesel liegt die Allradversion 2000 Euro über dem frontgetriebenen SUV.

Viele kleine Änderungen am Ford EcoSport

Selbst wenn die aktuelle Generation nicht völlig neu ist, sondern eher als umfangreiche Überarbeitung durchgeht, wurde kräftig nachgebessert. Vor allem an der Front hat Ford sichtbar Hand angelegt und lässt den EcoSport nun mit hoch angesetztem Kühlergrill wesentlich bulliger erscheinen. Mit zwei Querstreben lehnt sich die Optik an die größeren Brüder Edge und Kuga an. Neu sind die modischen Zweifarb-Lackierungen, die den EcoSport optisch aufpeppen sollen. Allerdings wollen die recht harten Übergänge zwischen Dach/A-Säule und Motorhaube nicht so ganz zu dem kleinen SUV passen.

Das Armaturenbrett wurde komplett erneuert und lehnt sich an den Innenraum des aktuellen Fiesta an. Das ist kein Schaden, denn so sind auch dessen digitale Instrumente und der große Touchscreen eingezogen, der sich einwandfrei über große Drückflächen bedienen lässt. Er wird in den Größen 6,5 (Serie bei Titanium und ST-Line) und 8 Zoll verbaut. Nur die schlichtere Basisversion muss mit einem kleinen 4,2-Zoll-Monitor ohne Touchfunktion auskommen.

Im EcoSport findet man sich schnell zurecht. Die Bedientasten der Klimaautomatik liegen zwar recht niedrig, sind aber deutlich beschriftet. Auch das Kombiinstrument lässt sich vorbildlich ablesen und der Bordcomputer bietet alle wichtigen Informationen auf einen Blick.

Bei der Top-Ausstattungslinie Titanium – 40 Prozent der Kunden sollen sich laut Ford dafür entscheiden – fällt die Ausstattung zeitgemäß aus. Das gilt genauso für die ST-Line, die sportlich orientierte Fahrer ansprechen soll. Bei beiden ist eine Klimaautomatik an Bord, zudem lässt sich der EcoSport mit Xenon-Licht, Parkpilot mit Rückfahrkamera, beheizbarer Frontscheibe, Lederausstattung und zahlreichen anderen Features aufrüsten. Zum Sicherheitspaket gehören sieben serienmäßige Airbags und ein neuer Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer.

Und die Verarbeitung? Kein Glanzstück. Im Rahmen der Modellpflege Ende 2017 wurde die Oberseite des Armaturenbretts unterschäumt – ansonsten hat man es aber auch im getesteten Topmodell mit harten Kunststoffoberflächen zu tun. Da darüber hinaus nicht alle Kanten sorgfältig entgratet wurden und die Verkleidung des Mitteltunnels nicht stabil befestigt ist, stellt sich trotz der schicken Sitzbezüge kein wirklich wertiger Eindruck ein.

VW T-Cross: Der Tiguan im Mini-Format

Mit dem VW T-Cross hat der Ford EcoSport einen neuen Konkurrenten bekommen. Der Mini-SUV basiert auf dem VW Polo, ist aber deutlich höher und variabler. Serienmäßig hat er eine verschiebbare Rückbank.

Testfahrt mit dem VW T-Cross

125-PS-Diesel mit guten Fahrleistungen

Drei Benziner (100, 125 und 140 PS) und zwei Diesel (100 und 125 PS) stehen zur Wahl. Beim ADAC Autotest musste der große Diesel beweisen, was in ihm steckt. Dem Selbstzünder im 4,10 Meter langen Mini-SUV (mit Ersatzrad 4,20 Meter) kann man insgesamt ein gutes Arbeitszeugnis ausstellen. Er bringt dank 300 Newtonmeter seine Leistung mit Nachdruck auf die Straße und wirkt recht munter. Der simulierte Überholvorgang (Beschleunigung von 60 auf 100 km/h) wird in 6,3 Sekunden absolviert – ein guter Wert. Der Verbrauch fällt allerdings für einen Kleinwagen-SUV ein wenig zu hoch aus. Im ADAC Ecotest genehmigte sich der EcoSport 6,0 Liter Diesel im Schnitt – das geht heute besser. Gut: Die Schadstoffe fallen trotz fehlender AdBlue-Einspritzung niedrig aus.

Das Schaltgetriebe überzeugt mit direkten und kurzen Wegen und relativ lang übersetzten Gängen . Der Schalthebel des Sechsgang-Getriebes ist angenehm präzise geführt, die aufgrund des schmalen Drehzahlbandes häufig notwendigen Schaltvorgänge stören also nicht. Im Gegenteil. Schalten macht in diesem Auto sogar Spaß.

Der Bremsweg aus 100 km/h bis zum Stillstand fällt mit durchschnittlich 36,0 Metern nach einer Vollbremsung aus Tempo 100 kurz aus.

Über die Jahre beliebter: Ford EcoSport

In Sachen Komfort kann der EcoSport nicht auftrumpfen, er kämpft mit den typischen Nachteilen, die hochgelegte Autos mit sich bringen. Konkurrenten lassen aber teils mehr Sorgfalt bei der Abstimmung erkennen. Zwar pariert der kleine Ford Wellen auf Landstraßen und Autobahnen mit seiner tendenziell weichen Auslegung manierlich, bei Querfugen, Kanaldeckeln und Asphaltflicken reagiert das Fahrwerk aber störrisch.

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Preise ab 18.590 Euro

Der Kofferraum fällt im Klassenvergleich groß aus. Bis zur Kofferraumabdeckung passen in der unteren Stellung des variablen Kofferraumbodens nach ADAC Messung 400 Liter hinein. Ohne Abdeckung lassen sich bis unters Dach 535 Liter verstauen. Dann können – bei oberer Stellung des Kofferraumbodens – fünf handelsübliche Getränkekisten befördert werden. In der unteren Stellung sind es sieben. Klappt man die Rückbank um, fasst der Kofferraum bis zu 1215 Liter.

Vorn ist das Platzangebot im Klassenvergleich großzügig bemessen. Personen bis zu einer Körpergröße von 1,95 Metern finden genügend Beinfreiheit vor, die Kopffreiheit reicht sogar für deutlich größere Insassen. Sind die Vordersitze auf 1,85 Meter große Personen eingestellt, finden im Fond Passagiere bis 1,85 Meter Körpergröße genügend Beinfreiheit vor. Über dem Scheitel ist dann noch etwas Luft. Die Innenraumbreite ist im Klassenvergleich üppig dimensioniert, das Raumempfinden recht angenehm.

Ein Manko ist allerdings geblieben: Nach wie vor gibt es keine Heckklappe, sondern eine seitlich schwenkende Hecktür, die in engen Parklücken den Zugang erschwert.

Und ein an der Hecktür befestigtes Reserverad findet man vielleicht an einem zähen Geländeburschen gut, hat aber an einem Stadtflitzer wie dem EcoSport nichts zu suchen. Stattdessen gibt es nun ein Pannenset. Wer partout auf ein Ersatzrad besteht (200 € extra) kommt aber um die unschöne Hecktür-Lösung nach wie vor nicht herum.

Ganz perfekt ist auch der überarbeitete EcoSport nicht – zu Preisen ab 18.590 Euro für den 125-PS-Benziner. Den gefahrenen 1,5-Liter-Diesel gibt es erst ab 24.340 Euro, ohne Allrad ab 22.340 Euro.

Lesen Sie hier den ausführlichen Testbericht zum Ford EcoSport 1.5 EcoBlue ST-Line Allrad.

Testbericht zum Ford EcoSport 1.5 EcoBlue ST-Line Allrad
PDF, 1.49 MB
PDF ansehen
Technische Daten (Herstellerangaben)Ford EcoSport 1.5 EcoBlue Allrad ST-Line
Motor4-Zylinder-Turbodiesel, 1499 cm³, 92 kW/125 PS, 300 Nm bei 1750-2000 U/min
Fahrleistungen10,9 s auf 100 km/h, 181 km/h Spitze
Verbrauch4,8 l Diesel/100 km, 125 g CO₂/km
MaßeL 4,10 / B 1,77 / H 1,65 m
Kofferraum356 – 1238 l
PreisEcoSport 1.5 EcoBlue Allrad ST-Line: 28.340 €
Baureihe: ab 18.590 €
ADAC Messwerte (Auszug)
Überholvorgang 60-100 km/h6,3 s
Bremsweg aus 100 km/h36,0 m
Wendekreis11,2 m
Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC EcoTest6,0 l Diesel/100 km , 189 g CO₂/km (well-to-wheel)
Bewertung ADAC EcoTest (max. 5 Sterne)***
Reichweite865 km
Innengeräusch bei 130 km/h68,2 dB(A)
Leergewicht / Zuladung1460 / 435 kg
Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch400 / 690 / 1215 l
ADAC TestergebnisGesamtnote: 2,9
Karosserie/Kofferraum3,0
Innenraum2,6
Komfort3,3
Motor/Antrieb2,6
Fahreigenschaften3,0
Sicherheit3,1
Umwelt/EcoTest2,9

Das hat uns gefallen: Bequemes Ein-/Aussteigen möglich, gute Übersicht dank erhöhter Sitzposition, recht saubere Abgase

Das hat uns nicht gefallen: Geringe Zuladung und Stützlast, für die Fahrzeugklasse zu hoher Verbrauch

EcoSport mit Honeycomb Shelf: Die Biene als Vorbild

Leichte Materialien sind heute das A und O beim Autobau. So besteht der Kofferraumboden des EcoSport aus recyceltem Papier, das zwischen zwei Schichten aus dünnem Fieberglas eingearbeitet wird. Das Papier wird zu wabenartigen Zellen verarbeitet – und ist damit leicht und fest zugleich. Der sogenannte "Honeycomb Shelf" (Bienenwaben-Boden) soll das 100-fache seines Eigengewichts tragen können.

Sehen Sie hier einen Film zum Bienenwaben-Boden

Weitere Autotests und Fahrberichte finden Sie auf adac.de/motorwelt.

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