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Der ADAC

Testfahrt im neuen Ford Edge

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Das Ford Edge hat eine umfassende Runderneuerung bekommen. Überzeugen soll der große SUV nun auch Limousinen- und Van-Kunden. Plus: Bilder, Video, technische Daten, Motoren, Preis

  • Der Ford Edge ist hochwertiger, aber billiger geworden

  • Allradantrieb gibt es in jeder Version

  • Hoher Komfort, bessere Sicherheitsausstattung

  • Konkurrenten: BMW X5, Peugeot 5008, Jaguar F-Pace und Kia Sorento

Ford ist in rauem Gelände unterwegs. Das bezieht sich nicht nur auf Nordschweden, wo der runderneuerte SUV Edge zum ersten Fahrtest antritt. Der gesamte Konzern muss sparen – in den USA gibt es deshalb wie beim Rivalen GM eine Debatte, nur noch auf SUVs statt auf Vans oder Limousinen zu setzen.

In Europa schwört Ford zwar noch auf die Zukunft von Mondeo oder Galaxy. Doch der 4,83 Meter lange SUV Edge wird wichtiger denn je. Erste Testfahrten im tief verschneiten Östersund zeigen, dass Ford das Modell in die richtige Richtung weiterentwickelt hat.

Preis: Der Ford Edge wird günstiger

Das geht schon beim Preis los: Mit einem Aktions-Einstiegspreis ab derzeit 35.590 Euro wird der Edge zunächst sogar günstiger als bisher. Offiziell steht der Edge zu Preisen ab rund 41.000 Euro in der Liste. Nach wie vor gibt es ausschließlich Dieselmotoren. Der Einstiegsmotor leistet 110 kW/150 PS und ist mit Frontantrieb unterwegs, der größere Biturbo-Motor kommt auf 175 kW/238 PS und hat stets Allradantrieb.

Für die Übersetzung sorgt in beiden Fällen eine neue 8-Gang-Automatik, ein Schaltgetriebe wird nicht mehr angeboten. Die Automatik schaltet wesentlich weicher als vor dem Facelift und vermittelt so mehr Limousinen-Flair. Der Drehwahlschalter des Automaten schafft zudem Platz in der Mittelkonsole – etwa für den Zugriff auf das drahtlose Ladegerät.

Schlaues Allradsystem beim großen Diesel

Da 150 PS ein wenig mager sind für den großen SUV und auch ein Frontantrieb irgendwie unpassend erscheint, wirkt der große Diesel als die rundere Lösung. Auf verschneiten Straßen und im Gelände bietet der Edge dabei die Extra-Portion Souveränität. Untersetzungen oder mechanische Sperren wie bei einem echten Geländewagen gibt es zwar nicht, aber der Edge krabbelt auch über mehr als nur ungeteerte Straßen.

Das schlaue "Total Traction System" misst permanent die Haftung der Reifen auf der Straßenoberfläche und sorgt für den optimalen Drehmomentübergang zwischen den vier Rädern. Was davon zu spüren ist? Nichts – außer, dass der Edge auch bei widrigsten Bedingungen satt auf der Straße bleibt.

Wenn Allrad nicht gebraucht wird, schaltet sich das gesamte System weitgehend ab. Das soll den SUV sparsamer machen: Durchschnittlich 6,6 Liter Diesel auf 100 Kilometer verspricht Ford beim großen Diesel. – allerdings nach veraltetem NEFZ-Zyklus. In der Praxis sind eher acht Liter zu schaffen.

Technische DatenFord Edge 2.0 EcoBlue 4x2Ford Edge EcoBlue 2.0 BiTurbo 4x4

Antrieb

2,0-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel, 110 kW/150 PS, 370 Nm bei 2000 U/Min, Automatikgetriebe

2,0-Liter-Vierzylinder-Biturbo-Diesel, 175 kW/238 PS, 450 Nm bei 4000 U/Min, Automatikgetriebe

Fahrleistungen

11,2 s auf 100 km/h, 185 km/h Spitze

9,6 s auf 100 km/h, 216 km/h Spitze

Verbrauch

5,8 - 5,9 l Diesel/100 km, CO₂-Ausstoß: 153 - 156 g/km

6,5 - 6,6 l Diesel/100 km, CO₂-Ausstoß: 169 - 171 g/km

Abmessungen

L 4,83 / B 1,93 m / H 1,74 m

L 4,83 / B 1,93 m / H 1,74 m

Preis

ab 40.648 Euro

ab 50.884 Euro

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Hochwertiger Innenraum, ausreichend Platz

Ein Raumriese nach Van-Art ist der Edge auch weiterhin nicht. Die geduckte, fast coupéhafte Gestalt wird den eingefleischten Galaxy-Fahrer also nicht begeistern – mal ganz abgesehen von fehlenden Schiebetüren. Aber im Inneren findet sich durchaus genug Platz in Länge, Höhe und vor allem Breite für die Normalfamilie.
Bis zu 1847 Liter Laderaum sind ebenfalls ein Wort. Und mit seinem nochmals vergrößerten Kühlergrill und dem Abenteuer-Appeal sieht der neue Edge viel cooler aus.

Die sehr ausgewogene Federung kann mit den besten der Klasse mithalten. Und auch im Inneren zeigen sich nicht nur in der exklusiven Vignale-Version deutliche Material-Aufwertungen, die auch preissensiblere Premium-Käufer anlocken könnten. Der Grauschleier beim Kunststoff ist schon bei der Basisvariante Trend gewichen. Auch steht der Edge da bereits auf 19-Zoll-Leichtmetallfelgen.

Bei Titanium, ST-Line und der luxuriöseren Vignale-Linie geht es außen und innen mit Lack, Leichtmetall und Leder noch mal um einiges großzügiger zu. Dazu kommen das sehr gute Touchscreen-Navi und auf Wunsch die Konzertatmosphäre aus dem Highend-Audiosystem von Bang & Olufsen mit zwölf Lautsprechern.

Bilder: Der Ford Edge im Detail

Das wohlige Gefühl auf langen Strecken ist nicht nur dem beheizten, belüfteten und äußerst bequemen Gestühl oder einer aktiven Geräuschunterdrückung über die Lautsprecher zu verdanken. Bei Sicherheits- und Assistenzsystemen bietet der Ford nun so ziemlich alles, was derzeit auch in deutlich teureren Top-Modellen der Konkurrenz möglich ist:

Von LED-Scheinwerfern (auf Wunsch adaptiv) und Gurt-Airbag hinten über den Staupilot, Ausweich-Helfer bis zur Multikollisionsbremse, die das Fahrzeug nach einem Unfall zum Stehen bringt, ist alles dabei. Auch das rückwärts Ausparken mit Querverkehrswarner und automatischem Notbremsen bietet der Edge. Und zehn WLAN-Verbindungen dürften für Youtube-, Facebook- und Instagram-Verkehr auf den Rücksitzen ausreichen.

Um wirklich mit den Premium-Konkurrenten aus Deutschland mithalten zu können, bräuchte es allerdings einen zusätzlichen Antrieb mit noch mehr Dampf. Oder einen Plug-in-Hybrid, der gerade bei großen SUV en vogue ist, den Ford aber derzeit nur für den noch größeren Explorer vorgesehen hat. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

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Text: Peter Weißenberg