Diesel oder Benziner? Was ist günstiger? Vor der Kaufentscheidung sollten Anschaffungs- und Betriebskosten gegeneinander abgewogen werden: 231 Modellpaare im Gesamtkostenvergleich.
Anschaffung eines Diesels meist teurer
ADAC Kostenrechnung mit allen anfallenden Kosten
Bei jedem Modell individuell checken, was sich eher rechnet
Fährt man mit einem Diesel insgesamt günstiger oder mit einem Benziner? Diese Frage stellt sich umso mehr seitdem der Dieselpreis in die Höhe geschossen ist und regelmäßig über dem von Benzin liegt.
Der ADAC hat die Kosten der wichtigsten Neuwagenmodelle berechnet und jeweils zwei vergleichbare Benzin- und Dieselmodelle gegenübergestellt. Bei den Modellpaarungen fällt es leichter, die richtige Kaufentscheidung zu treffen. Oft kommt es dabei auf die jährliche Kilometerleistung an. Die Ergebnisse zeigt der ADAC Kostenvergleich.
Als Trend zeigt sich, dass es immer weniger Modelle mit Dieselmotor gibt. Der ADAC hat in einer separaten Veröffentlichung ausgewertet, welche Fahrzeuge überhaupt noch mit Dieselmotor angeboten werden: Alle aktuellen Modelle mit Dieselmotor.
Der ADAC hat in seinen Berechnungen die durchschnittlichen Kraftstoffpreise der letzten 3 Monate als Grundlage genommen (2,31 Euro für Diesel, 2,23 Euro für Super-Benzin und 2,32 Euro für Super Plus). Im Kostenvergleich über 5 Jahre Haltedauer sind unter anderem auch der voraussichtliche Wertverlust, der Aufwand für Inspektionen sowie Kosten für den Reifenersatz und die Versicherung berücksichtigt. Hier finden Sie alle Annahmen, die den Berechnungen zugrunde liegen (pdf).
Diesel oder Benziner? Die detaillierten Ergebnisse zum PDF-Download
PDF Format
Diesel oder Benziner: Mit welcher Motorversion fährt man günstiger? Die Ergebnisse
Unterschiede innerhalb von Fahrzeugklassen
Wer sich schon auf eine bestimmte Fahrzeugklasse festgelegt hat und innerhalb dieser eine Entscheidungshilfe sucht, findet sie in folgenden kompakten Auflistungen als PDF:
Wichtigstes Ergebnis des Kostenvergleichs: Es gibt keine allgemeine Regel, mit welcher Motorisierung man am günstigsten fährt. Vielmehr kommt es auf das gewünschte Modell, die jährliche Fahrleistung, die Anschaffungs- und laufenden Kosten sowie den Wertverlust an. Letzterer ist immer noch der Hauptkostentreiber.
Manchmal ist das Ergebnis eindeutig, etwa bei der Mercedes E-Klasse. Der dieselgetriebene E 200 d verursacht bei 15.000 Kilometern Fahrleistung pro Jahr Gesamtkosten von 105,7 Cent pro Kilometer. Beim E 200 mit Benzinmotor sind es 107,4 Cent.
In anderen Fällen hat der Diesel mehr oder weniger deutliche Kostenvorteile. Am Beispiel des Škoda Superb zeigt sich, dass es sehr auf die Version ankommt. Vergleicht man den 1.5 TSI (110 kW) mit dem gleich starken TDI (110 kW), liegt der Benziner vorn. Schaut man sich dagegen den 195-kW-Benziner und den 142-kW-Diesel an, gewinnt der Diesel den Kostenvergleich.
Die Beispiele verdeutlichen, dass im Kostenvergleich teils der Benziner vorn liegt, teils der Diesel und manchmal beide Varianten ähnliche Kosten verursachen. Der ADAC hat dabei eine jährliche Fahrleistung von 15.000 Kilometern und eine Haltedauer von 5 Jahren zugrunde gelegt. Im vollständigen Kostenvergleich in den PDFs finden Sie auch die Werte für 10.000, 20.000 und 30.000 gefahrene Kilometer pro Jahr.
So wirkt sich der Spritpreis aus
Welche Auswirkungen Änderungen beim Spritpreis auf die gesamten Kosten eines Autos haben, lässt sich mit folgender Faustregel einschätzen: Sowohl für Benziner als auch für Diesel schlägt sich eine Verteuerung um 10 Cent pro Liter bei einem Verbrauch von 5 Litern pro 100 Kilometer mit genau 0,5 Cent je Kilometer (50 Cent auf 100 Kilometer) nieder. Bei einem Fahrzeug mit 7,5 Liter Verbrauch sind es also Mehrkosten von 75 Cent auf 100 Kilometer.
Welche Pkw sind die sparsamsten?
Wem die Gesamtkosten einerlei sind und wer besonders spritsparend fahren will – aus ökologischen Gründen etwa –, für den könnte die ADAC Aufstellung der sparsamsten Diesel- und Benziner- und Plug‑in-Hybrid-Modelle interessant sein. Hier geht es zu den Links.