Rotes Kennzeichen: Was es bedeutet, wer es bekommt

Autohändler schraubt ein rotes Nummernschild an einen Wagen
Rote Kennzeichen – meist sind sie beim Autohändler zu sehen ∙ © iStock.com/AndreyPopov

Rote Nummernschilder an einem Pkw oder Motorrad viele wissen nicht, was es damit auf sich hat. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

  • Oft handelt es sich um Händlerkennzeichen

  • Das rote 07er-Kennzeichen gibt es für Oldtimer

  • Mit rotem Kennzeichen sind nur bestimmte Fahrten erlaubt

Das so genannte Händlerkennzeichen

Rote Kennzeichen
Vom roten Kennzeichen gibt es drei Zahlen-Varianten ∙ © ADAC e.V.

Rote Kennzeichen werden oft an Händler vergeben; dann enthalten sie die Ziffern "06". Sie dürfen nur auf bestimmten Fahrten verwendet werden, zum Beispiel für die Probefahrt eines Kaufinteressenten. Möglich sind auch Überführungsfahrten, Wege zur Werkstatt oder Testfahrten nach einer Reparatur. Oftmals wird das Kennzeichen mit "06" als "Händlerkennzeichen" bezeichnet. Es kann allerdings auch Werkstätten oder Herstellern zugeteilt werden.

Welche Voraussetzungen gibt es für das rote Nummernschild?

Führungszeugnis
Ein Führungszeugnis ist nur eine der Voraussetzungen für die Zuteilung ∙ © Bundesjustizamt

Laut Fahrzeug-Zulassungsverordnung* (FZV) muss der Antragsteller "zuverlässig" sein: Er darf keine Vorstrafen oder Voreintragungen im Flensburger Fahreignungsregister haben, die darauf schließen lassen, dass er seinen Pflichten nicht nachkommt. Für die Beantragung des Kennzeichens ist daher eine Reihe von Unterlagen erforderlich:

  • schriftlicher, formloser Antrag mit Begründung des Bedarfs

  • Nachweise für den Bedarf

  • Personalausweis oder Reisepass

  • aktuelles Führungszeugnis

  • aktuelle Auskunft aus dem Flensburger Fahreignungsregister

  • Gewerbeanmeldung (genügt meist in Kopie)

  • Auszug aus dem Handels- oder Vereinsregister und Gewerbeanmeldung sowie eine Vollmacht des Vertreters, der den Antrag stellt

  • elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer)

  • SEPA-Lastschriftmandat für die Kfz-Steuer

Da die Voraussetzungen regional durchaus unterschiedlich sein können, ist zu empfehlen, sich vorher mit der örtlich zuständigen Zulassungsbehörde in Verbindung zu setzen. Meist halten die Homepages der Behörden alle wichtigen Informationen vor.

Was kostet das rote Schild?

Erster Kostenpunkt ist die Kfz-Versicherung, also Haftpflicht und Teil- oder Vollkasko. Die Verwaltungsgebühren bei der Zulassungsbehörde betragen meist ca. 200 Euro. Etwa 20 Euro fallen für die Schilder an. Zu guter Letzt ist die Kfz-Steuer fällig; sie beträgt jährlich rund 46 Euro für Krafträder bzw. 192 Euro für andere Fahrzeuge. Keine Kfz-Steuer fällt für rote Kennzeichen mit der Nummer 05 an, die nur für Prüfungsfahrten zugeteilt wurden.

Welche Auflagen gelten für die Benutzung des Kennzeichens?

Die Kennzeichen sind am Fahrzeug – aber nicht fest – anzubringen. Mit Fahrtenbuch und Fahrzeugscheinheft – ausgegeben von der Zulassungsstelle – an Bord kann die Fahrt beginnen. Dazu hat der Gewerbetreibende Einiges zu dokumentieren: Kennzeichen, Fahrzeugmarke, -hersteller und -typ, Fahrgestellnummer, Tag, Beginn und Ende der Fahrt, Name und Adresse des Fahrzeugführers.

Wie lange gilt das rote Kennzeichen?

Rote Kennzeichen können entweder befristet oder widerruflich zugeteilt werden. Oftmals wird das Kennzeichen auf ein Jahr befristet vergeben. 

Welche anderen roten Kennzeichen gibt es?

rotes Kennzeichen an einem Oldtimer
Am Oldtimer: Einzige Ausnahme für ein rotes Nummernschild an Privatleute ∙ © ADAC/Uwe Rattay

Ein Kennzeichen mit "07" kann Besitzern von Oldtimern zugeteilt werden. Damit ist die Teilnahme an Oldtimerveranstaltungen erlaubt. Daneben sind auch Probe- und Überführungsfahrten sowie Fahrten zur Reparatur oder Wartung zulässig. Hier finden Sie weitere Informationen z.B. zu Fahrten ins Ausland.

"05" nach dem Kürzel für den Zulassungsbezirk steht für technische Prüfstellen sowie anerkannte Überwachungsorganisationen, die das Kennzeichen für Prüfungsfahrten verwenden.

Darf man rote Nummernschilder privat ausleihen?

Nein. Wer rote Händlerkennzeichen widerrechtlich benutzt, riskiert Bußgelder und Geldstrafen. Der Inhaber des Kennzeichens riskiert in diesem Fall auch, seine roten Kennzeichen dauerhaft zu verlieren.

Wer privat eine Probe- oder Überführungsfahrt vorhat, beantragt ein Kurzzeitkennzeichen.

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Helmuth Meyer
Redakteur
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