Autokauf: Barzahlung, Finanzierung oder Leasing?

23.5.2019

Welche Möglichkeiten gibt es zu einem neuen (gebrauchten) Auto zu kommen? Welche Variante passt am besten zu mir? Barzahlung, Ratenkredit, Leasing oder die Drei-Wege-Finanzierung. Beim Autokauf geht es um hohe Beträge, die nicht jeder aus der Portokasse zahlen kann. 

Gestapelte Euromünzen
Foto: iStock.com/MarianVejcik
  • Beim Autokauf sollten Sie im Vorfeld überlegen, ob der Barkauf oder eine Finanzierung für Sie in Frage kommt
  • ADAC Juristen informieren mit der Broschüre  Finanzierung oder Leasing, 686,04 KB
  • Schneller Überblick: ADAC Grafik zeigt verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten
Wenn Sie über ein neues Auto nachdenken, sollten Sie überlegen, was für ein „Käufertyp“ Sie sind. Ist Ihnen Bar- oder Ratenzahlung lieber, wollen Sie Eigentümer werden oder ist Ihnen wichtig, immer das aktuellste Modell zu fahren? Welcher für Sie der beste Weg ist, müssen Sie für sich entscheiden. Die ADAC Grafik gibt Ihnen einen Überblick zu den verschiedenen Möglichkeiten. 

Vor- und Nachteile beim Barkauf

    Vorteile beim Barkauf: 
    • mitunter kann man bessere Rabatte heraushandeln.
    • man wird sofort Eigentümer des Autos.

     

    Nachteil beim Barkauf: 
    • Liquiditätsverlust durch die Zahlung mit Bargeld.
    • Ein Barkauf ist nicht günstiger, wenn die Kreditzinsen für den Autokredit gegen null gehen oder wenn es für erspartes Geld höhere Zinsen gibt als man für den Kredit zahlen müsste.
     

Wichtige Fragen zur Autofinanzierung

Diese Fragen sollten Sie sich stellen, bevor Sie eine Autofinanzierung abschließen:

  • Will ich Eigentümer werden? 

    Wenn nein, ist das Leasing eventuell der richtige Weg. Wollen Sie sich vorab nicht entscheiden, kommt die 3-Wege-Finanzierung in Betracht.

  • Wieviel Geld steht mir monatlich für die Finanzierungsraten zur Verfügung?

    Stellen Sie sich kritisch die Frage, ob Sie die Finanzierung dauerhaft bedienen können.

  • Wie kann ich das Kreditrisiko versichern? 

    Wenn Sie die Risiken eines Kredits für den Fall von z.B. Arbeitslosigkeit, Unfall und Tod absichern wollen, können Sie dies über eine sog. Restschuldversicherung tun. Diese Versicherung ist freiwillig, meist aber teuer und erhöht die Kreditkosten. Prüfen Sie vor Abschluss die Karenz- und Wartezeiten und vor allem die Leistungsbeschränkungen. Sinnvoll ist die Versicherung bei sehr langen Kreditlaufzeiten (Baukredite), weniger bei Autofinanzierungen. Bereits bestehende private Risikolebens-, Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen können das Risiko ebenfalls abdecken.

Sechs Finanzierungsarten kurz erklärt

Die ADAC Juristen erklären, welche Möglichkeiten es zur Finanzierung eines Autos gibt.

Kredit über die Hausbank 

Sie können wie ein Barkäufer verhandeln. Der Zinssatz ist unabhängig vom Fahrzeugmodell, aber oft höher als bei einer herstellergebundenen Bank. Es fällt keine Anzahlung an. Das Fahrzeug dient als Sicherheit für den Kredit.

Finanzierung über herstellergebundene Bank 

Bei bestimmten Modellen ist diese Finanzierung besonders günstig. Vorteil: beim Widerruf des Kredits wird auch der Kaufvertrag über das Auto aufgelöst (sog. verbundenes Geschäft). Zusätzliche Rabatte sind meist nicht mehr verhandelbar. Es wird eine Anzahlung verlangt und die Laufzeiten stehen fest. Oft fallen hohe Schlussraten an, die während der Laufzeit angespart werden müssen!

3-Wege-Finanzierung für Unentschlossene 

Hier können Sie am Schluss entscheiden, ob Sie das Auto an den Händler zurückgeben, es nach Zahlung der Schlussrate erwerben oder die Schlussrate weiter finanzieren wollen. Müssen Sie für die (meist hohe) Schlussrate wieder einen Kredit aufnehmen, erhöht das die Gesamtkosten erheblich. Oft ist der Zinssatz für die Anschlussfinanzierung höher, da das Auto nicht mehr neu ist und einen geringeren Wert hat. Tücken bei der Rückgabe: vom vereinbarten Rückkaufswert werden zu Ihren Lasten Kosten für den sog. "zustandsbedingten Minderwert" (für den es keine objektiven Bewertungskriterien gibt) abgezogen. Berechnet werden auch Mehr- und Minderkilometer.

Ballonfinanzierung 

Niedrige Kreditraten während der Kreditlaufzeit. Meist sehr hohe Schlussrate, die angespart werden sollte, da eine Anschlussfinanzierung zur Bezahlung der Schlussrate sehr teuer werden kann.

Leasing 

Wer kein Eigentum am Auto erwerben will, kann ein Fahrzeug seiner Wahl leasen. Beim Leasingvertrag haben Sie nur ein Nutzungsrecht am Wunschauto für eine bestimmte Zeit. Mit der Leasingrate bezahlen Sie monatliche Nutzung und den Wertverlust während der Vertragslaufzeit. Es gibt unterschiedliche Vertragsmodelle wie z.B. das Restwert- oder Kilometerleasing. Die Leasingraten sind geringer als Kreditraten und der Leasingnehmer hat den Vorteil öfter das Fahrzeugmodell zu wechseln, da er nicht Eigentümer wird. Wird nach Laufzeitende kein neuer Leasingvertrag abgeschlossen kommt, es oft zu Streitigkeiten wegen des „zustandsbedingten Minderwerts“.

Miet-Abo 

Neu auf dem Markt sind die sog. „Mietflat“ Angebote. Ähnlich wie beim Leasing wird man nicht Eigentümer eines Autos, sondern behält das Wunschauto für einen bestimmten Zeitraum. So fährt man z.B. in den Wintermonaten einen SUV, im Sommer ein Cabrio, im nächsten Winter eventuell einen Kombi. Der Kunde zahlt eine monatliche Gebühr (Flatrate). Diese Monatsgebühr enthält außer den Spritkosten, die Kosten für An- und Abmeldung, Inspektionen, Wartungen, HU-Gebühren, saisonale Bereifung, Verschleißteile, GEZ, Versicherung und Kfz-Steuer. Tankkosten und selbstverursachte Schäden sind selbst zu tragen. Die Fahrzeugmodelle sind vorkonfiguriert. Der Kunde bestellt das Fahrzeug einfach per App und spart sich den Weg zum Händler. Die Monatsgebühren sind etwas höher als beim klassischen Leasing.


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