Rückgabe des Leasingautos

Autoschlüssel wird Übergeben
Leasingautos müssen am Ende der Vertragslaufzeit zurückgegeben werden ∙ © iStock.com/Burak Fatsa

Wenn die Rückgabe des Leasingautos ansteht, kann es teuer werden. Oft werden Kosten für Schäden am Auto oder Mehrkilometer verlangt. ADAC Juristen erklären, worauf Sie bei der Rückgabe achten sollten.

  • Nachzahlung bei Schäden am Leasingauto

  • Mehrkilometer werden extra berechnet

  • ADAC Checkliste für die Rückgabe des Leasingautos

ADAC Checkliste Rückgabe Leasingfahrzeuge
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Die Rückgabe des Leasingautos läuft je nach Vertragstyp anders ab. Schauen Sie in den Leasingvertrag, ob Sie einen Restwertvertrag, ein Kilometerleasing oder einen Leasingvertrag mit Andienungsrecht abgeschlossen haben.

Rückgabe bei Restwertleasing

Beim Restwertvertrag trägt der Leasingnehmer das sogenannte Restwertrisiko. Das bedeutet, dass er bei einer Wertminderung (Fahrzeug ist weniger wert als bei Vertragsschluss vereinbart), für die Differenz zwischen dem kalkulierten Restwert und dem tatsächlichen Wert des Autos geradestehen muss.

Ist das Auto genauso viel wert wie der vereinbarte Restwert, braucht der Leasingnehmer nichts nachzuzahlen.

Ist das Auto mehr wert als der kalkulierte Restwert, bekommt der Leasingnehmer i.d.R. 75 Prozent vom Mehrerlös ausgezahlt. Die restlichen 25 Prozent stehen aus steuerlichen Gründen der Leasinggesellschaft zu. Dieser Betrag wird dem Leasingnehmer aber oft gutgeschrieben, wenn er einen Folgevertrag abschließt.

Rückgabe bei Kilometerleasing

Beim Kilometerleasing bestimmt sich die Höhe der monatlichen Rate nach den gefahrenen Kilometern.

Fährt der Leasingnehmer mehr Kilometer als vertraglich vereinbart, muss er bei Rückgabe des Autos für die Mehrkilometer bezahlen. Fährt er weniger Kilometer als vertraglich vereinbart, bekommt er eine Erstattung in Höhe des vereinbarten Minderkilometersatzes.

Nach den Leasingbedingungen muss der Leasingnehmer für einen Minderwert des Autos zahlen, wenn es übermäßig abgenutzt ist.

Problem: Es gibt keine objektiven Kriterien für die Abgrenzung einer übermäßigen Abnutzung. Deshalb ist die Feststellung des Minderwerts einer der häufigsten Streitpunkte zwischen Leasingnehmer und Leasinggeber. Auch Sachverständige können hier unterschiedlicher Meinung sein.

Das Leasingauto ist bei der Rückgabe meist 3 bis 4 Jahre alt und muss daher nicht im Neuzustand sein. Es reicht, wenn es in einem alters- und laufzeitentsprechenden Gebrauchszustand ist. Händler und Gutachter versuchen gerne, jeden Kratzer, jeden Steinschlag oder die kleinste Delle in Rechnung zu stellen. Nach der Rechtsprechung sind solche normalen Benutzungsspuren aber keine übermäßige Abnutzung.

Tipp: Der Minderwert des Autos ist nicht automatisch gleichzusetzen mit der Summe der Reparaturkosten, die für die Beseitigung jeder einzelnen übermäßigen Beschädigung oder Abnutzungserscheinung anfallen würde. Ist in Ihrem Vertrag eine Restwert-Abrechnung vereinbart, sollten Sie diesen anwaltlich prüfen lassen. Solche Vertragsklauseln können unter Umständen unwirksam sein.

Dem Leasinggeber steht keine Mehrwertsteuer auf den geltend gemachten Minderwert zu.

Rückgabe bei Vertrag mit Andienungsrecht

Dieses Leasingmodell ist eine Variante des Restwertleasings: Ist das Auto bei Vertragsende weniger wert als der kalkulierte Restwert, kann die Leasinggesellschaft verlangen, dass der Leasingnehmer es kauft. Er selbst hat aber nur ein Ankaufsrecht, wenn er das mit dem Händler vertraglich vereinbart hat.

Gut zu wissen: Bei niedrig kalkulierten Restwerten rechnen Leasingnehmer oft damit, das Auto zum Restwert übernehmen zu können. Aber in diesen Fällen verkauft die Leasinggesellschaft das Auto oft zum tatsächlichen, höheren Wert weiter.

Tipps für die Rückgabe

Der Zustand des Autos und mögliche Schäden sind die häufigsten Streitpunkte bei der Rückgabe. Die folgenden Tipps helfen:

  • Zustand des Autos vor Rückgabe dokumentieren
    Sie können das Auto vor der Rückgabe von einem Sachverständigen begutachten lassen, den Sie selbst aussuchen. Vom Händler oder Leasinggeber beauftragte Sachverständige sind meist nicht unabhängig.

  • Zeugen zur Rückgabe mitnehmen .

  • Fotografieren Sie das Leasingauto zum Zeitpunkt der Rückgabe von allen Seiten (auch innen). Schäden, die strittig werden könnten, sollten Sie besonders genau dokumentieren.

  • Mängelprotokoll erst prüfen, dann unterschreiben
    Händler verlangen oft direkt vor Ort eine Unterschrift auf dem Mängel- oder Rückgabeprotokoll. Mit der Unterschrift können Sie unbewusst die Mängel anerkennen und Nachzahlungen akzeptieren. Nehmen Sie das Protokoll daher mit und lesen Sie es sich in Ruhe durch, bevor Sie es unterschreiben. Lassen Sie sich alle mündlichen Vereinbarungen schriftlich aushändigen.

  • Prüfen Sie die Restwertklausel in Ihrem Vertrag, wenn bei der Rückgabe eine höhere Differenz anfällt. Sie kann unzulässig sein, wenn Leasinggeber und Händler den Restwert eventuell von Anfang an bewusst zu hoch angesetzt haben. Durch solche Manipulationen erscheint das Auto beim Vertragsbeginn günstiger als es tatsächlich ist. Am Ende zahlen Sie aber drauf.

  • Neue Konditionen aushandeln: Wollen Sie bei dem Händler ein neues Auto bestellen, nutzen Sie Ihre Verhandlungsposition und vereinbaren Sie vorher schriftlich, dass für das alte Leasingfahrzeug keine Nachforderungen erhoben werden.

Lassen Sie im Zweifel Ihren Vertrag von einem Anwalt prüfen.

Was ist der Unterschied zwischen den Leasingmodellen? ADAC Juristen erklären.

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Angela Baumgarten
Fach-Autorin
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