Kosten Hauptuntersuchung: Infos und Preise zum TÜV
Von Jochen Wieler

Egal ob Pkw, Wohnmobil oder Anhänger: Fahrzeuge müssen regelmäßig zur Hauptuntersuchung. Welche Kosten entstehen dabei? Alles zu Gebühren und Kosten beim TÜV und anderen Prüfdiensten.
Es gibt regionale Preisunterschiede
Je größer und schwerer das Fahrzeug, desto teurer
HU ("TÜV") überziehen kann teuer werden
Ist das Fahrzeug technisch in einem vorschriftsmäßigen Zustand, verkehrssicher und umweltverträglich? Diesen Fragen gehen TÜV, Dekra, GTÜ, KÜS und andere amtlich anerkannte Prüforganisationen nach. Für den Fahrzeughalter heißt das: In regelmäßigen Abständen muss das Fahrzeug zur Hauptuntersuchung (HU) und Abgasuntersuchung (AU) vorgeführt werden. Um die dafür fälligen Gebühren kommt man also nicht herum. Doch wie hoch sind sie?
Kosten der Hauptuntersuchung

Der Preis für HU oder AU ist nicht überall gleich. Er hängt von verschiedenen Faktoren ab: So ist etwa die Art des Fahrzeugs entscheidend (Pkw, Motorrad, Anhänger etc.), aber auch die zulässige Gesamtmasse spielt eine Rolle. Zudem unterscheiden sich die Gebühren je nach Bundesland und Prüforganisation.
Extra mit dem Auto von Baden-Württemberg nach Rheinland-Pfalz oder von Schleswig-Holstein nach Mecklenburg-Vorpommern zu fahren dürfte sich allerdings in den wenigsten Fällen rentieren – die Unterschiede der TÜV-Gebühren liegen regional im überschaubaren Bereich.
HU-Preise für Pkw bis 3,5 Tonnen
Ist ein Auto ein Neuwagen, muss es zum ersten mal nach drei Jahren zur Haupt- und Abgasuntersuchung, danach ist ein Rhythmus von zwei Jahren vorgeschrieben. Die Fristen für Fahrzeuge aller Art finden Sie hier.
In den letzten Jahren sind die Kosten für HU und AU im Paket enorm gestiegen. Waren dafür 2020 im Schnitt noch 112 Euro fällig, so eine ADAC Auswertung, sind die Kosten 2026 im Bundes-Schnitt auf rund 163 Euro geklettert.
"Normale" Pkw
Pkw bis 3,5 Tonnen: gut 160 Euro für HU und AU zusammen
Lokale Preise zu vergleichen schadet nicht, wenn sich mehrere Anbieter in Ihrer Nähe befinden. Allzu große Differenzen zwischen TÜV Nord, TÜV Süd, Dekra, KÜS und anderen technischen Prüfstellen gibt es zwar auf den ersten Blick nicht – zumindest wenn man die Kosten von HU und AU (meist gemeinsam fällig) betrachtet. Wie man dabei dennoch bis zu 40 Euro dabei sparen kann? Das lesen Sie in diesem Artikel.
Elektroautos müssen ebenfalls drei Jahre nach der Erstzulassung zur Hauptuntersuchung und danach alle zwei Jahre. Hier besteht also kein Unterschied zu Autos mit Verbrennungsmotor. Weil bei E-Autos aber die Abgasuntersuchung entfällt, sind bei ihnen nur die Kosten für die HU zu entrichten. Diese unterscheiden sich nicht von denen für Autos mit Verbrenner.
TÜV-Kosten beim Wohnmobil

Schwerere Kfz (3,5 bis 7,5 Tonnen) sind teurer, hier liegt die Kombination von HU und AU bei rund 180 Euro. Achtung: Wohnmobile über 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht müssen einmal im Jahr zur HU und AU und zahlen dann auch noch rund 20 Euro mehr. Wohnmobile zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen müssen jährlich zur Hauptuntersuchung, wenn sie älter als sechs Jahre sind, jüngere Fahrzeuge alle zwei Jahre.
Schwere Kfz
Pkw zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen: HU und AU zusammen rund 180 Euro
Wohnmobile über 7,5 Tonnen: HU und AU rund 200 Euro, jährliche Untersuchung
TÜV-Kosten: Motorrad und Anhänger
Wer ein Motorrad besitzt, kommt mit rund 90 Euro deutlich günstiger weg. Auch Anhänger müssen regelmäßig zur HU, damit man eine neue Plakette bekommt. Eine Abgasuntersuchung gibt es hier naturgemäß nicht. Preis: zwischen 60 Euro (Anhänger ohne Bremse) und rund 100 Euro (Anhänger bis 12 Tonnen).
Motorräder und Anhänger
Motorrad: HU und AU zusammen rund 90 Euro
Anhänger bis 750 Kilogramm ungebremst: HU rund 40 Euro, AU entfällt
Anhänger bis 3,5 Tonnen gebremst: HU rund 60 Euro, AU entfällt
Anhänger bis 12 Tonnen: HU rund 100 Euro, AU entfällt
Nachuntersuchung und Überziehung
Fällt ein Fahrzeug beim ersten Termin mit einem Mangel durch, ist eine Nachuntersuchung fällig. Dafür nehmen die Prüforganisationen in der Regel rund 30 Euro.
Teurer wird die HU übrigens auch, wenn der Termin um mehr als zwei Monate überzogen wird. In diesem Fall sieht die Gebührenordnung eine um 20 Prozent höhere Gebühr vor.
Wer von der Polizei mit abgelaufenem TÜV im Straßenverkehr erwischt wird, muss zusätzlich eine Strafe zahlen. Dem geschulten Blick der Ordnungshüter fällt der verpasste Termin sofort ins Auge, denn die Farbe der Plakette steht für das Jahr, die Zahl ganz oben für den Monat der Fälligkeit. Der Bußgeldkatalog sieht hier 15 Euro ab 2 Monaten Überziehung, 25 ab 4 Monaten und 60 Euro plus einen Punkt in Flensburg bei mehr als 8 Monaten als Bußgeld vor.
Hier finden Sie weitere Infos zum Thema "TÜV überzogen".
Tuning und breite Räder: Abnahme kostet

Anbauteile wie Spoiler oder Tieferlegungen, Folien an Seitenscheiben oder Chip-Tuning können ein Auto individueller und sportlicher machen. Aber: Auch hier haben die Prüforganisationen ein Wort mitzureden. Sie müssen das technisch veränderte Fahrzeug "abnehmen", schließlich können Änderungen aller Art Einfluss auf die Verkehrssicherheit und die Betriebserlaubnis haben. Es wird eine sogenannte Änderungsabnahme durchgeführt. Die technischen Änderungen werden in den Fahrzeugpapieren eingetragen.
Die Preise variieren auch hier je nach Fahrzeugart, Bundesland und Prüforganisation zwischen 50 und 80 Euro. Je nach Prüfaufwand können die Kosten auch höher ausfallen.
Die detaillierten Preise finden sich auf den jeweiligen Internetseiten der Prüfdienste.