Wohnmobil-Dinner im Corona-Lockdown

Zwei Paare zu Tisch beim Wohnmobil Dinner
Dinner im Wohnmobil als Lockdown-Alternative, hier bei der Kochschule Neumünster ∙ © Bettina Seitz

Dinner im Wohnmobil – an dieser neuen Idee im Corona-Lockdown finden gerade immer mehr Gastronomen und Camper Gefallen. ADAC Clubjuristen sagen, was Sie dabei beachten müssen.

  • Menü wird auf dem Parkplatz ans Wohnmobil gebracht

  • Idee findet großen Anklang in ganz Deutschland

  • Keine Übernachtung bei Beherbergungsverbot

Das besondere Corona-Gastro-Konzept funktioniert so: Camper fahren mit ihrem Reisemobil auf den Parkplatz eines Restaurants und verspeisen das vom Lokal angebotene Essen im eigenen Fahrzeug. Im Gasthof ist nur die Küche in Betrieb, die gemäß den Lockdown-Regeln Mahlzeiten "to go" zubereitet. Eine Servicekraft liefert das Menü an die Wohnmobiltür – oft nicht auf Papptellern, sondern auf Porzellan. Häufig wird das Ganze festlich dekoriert mit Blumen.

Beispiele vom einfachen Gasthof bis zur gehobenen Küche oder Kochschule gibt es mittlerweile zuhauf im ganzen Bundesgebiet. Eine Facebook-Gruppe zum Thema* hat inzwischen mehrere tausend Mitglieder.

Die Gastronomen sind froh über die zusätzliche Einnahmequelle in kargen Lockdown-Zeiten, die Camper über eine kulinarisch-gepflegte Abwechslung im Corona-Alltag. Oft wird ein Geburtstag oder Hochzeitstag gefeiert – entsprechend den Kontakt-Beschränkungen im kleinen Kreis des eigenen rollenden Hausstands.

Die Gruppen-Gründer raten den Gastronomen allerdings dringend, mit dem jeweiligen Ordnungsamt vorab die Rahmenbedingungen zu klären. Und die Kunden dürfen während des Lockdowns die gelieferten Speisen nur mit Abstand zum Restaurant verzehren und müssen danach wieder nach Hause fahren.

Keine Übernachtung nach dem Camper-Dinner

Wohnmobil Dinner zu Corona Lockdown Zeiten
Im Brauhaus Schongau wird das Essen ans Wohnmobil gebracht ∙ © Esther Kremer

Auch die ADAC Clubjuristen raten: Wohnmobil-Fahrer sollten nicht davon ausgehen, dass sie nach dem Dinner an Ort und Stelle übernachten können. Auch Campingplätze und andere Anbieter von Stellplätzen gelten als Beherbergungsbetriebe, damit dürfen dort keine touristischen Übernachtungen stattfinden, so lange ein Beherbergungsverbot durch die Regelungen von Bund und Ländern gilt. Stellt der Wirt des Gasthauses seinen privaten Parkplatz zur Übernachtung mit dem Wohnmobil zur Verfügung, kann das je nach Auslegung des Wortlautes der einzelnen Länderverordnungen durchaus ein Verstoß gegen das Beherbergungsverbot sein.

Es gibt Landesverordnungen*, wonach das Beherbergungsverbot auch kostenfreie Stellplätze umfasst. Fahrzeuge dürfen dann auch nicht auf kostenfreien Stellplätzen abgestellt werden.

Zur einmaligen Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit dürfte man zwar an der öffentlichen Straße im Wohnmobil übernachten, um Gefahr durch Übermüdung zu vermeiden. Doch das spielt hier keine Rolle, da das Übernachten nach dem Wohnmobil-Dinner auf privatem Grund stattfindet.

Auch im öffentlichen Straßenraum ist das Übernachten nur im Ausnahmefall erlaubt. Und zwar dann, so die ADAC Clubjuristen, wenn die "körperliche Fahrtüchtigkeit wiederhergestellt" werden muss. In der Praxis ist das z.B. nach langen, anstrengenden Fahrten der Fall. Von einer Wiederherstellung der Fahrtauglichkeit in diesem Sinne könne aber wohl dann nicht mehr gesprochen werden, wenn der Betroffene bei Unterbrechung der Reise noch fahrtüchtig war und anschließend zu viel getrunken hat.

Mehr Infos für Camper finden Sie hier sowie auf Pincamp, dem Campingportal des ADAC.*

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