Wohnmobil-Dinner bleibt ein Campingtrend

Wohnmobil-Dinner, eine Idee aus Zeiten des Corona-Lockdowns, gibt es vielerorts weiterhin
Wohnmobil-Dinner, eine Idee aus Zeiten des Corona-Lockdowns, gibt es vielerorts weiterhin© picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Dinner im Wohnmobil – an dieser neuen Idee aus dem Corona-Lockdown finden weiterhin viele Campingfans und Gastronomen Gefallen, Angebote gibt es bundesweit. ADAC Clubjuristinnen und -juristen sagen, was Sie dabei beachten müssen.

  • Menü wird auf dem Parkplatz ans Wohnmobil gebracht

  • Idee findet weiter Anklang in ganz Deutschland

  • Bei Übernachtung Vorschriften beachten

Das besondere Gastro-Konzept, entstanden in den Zeiten des Corona-Lockdowns, funktioniert so: Campende fahren mit ihrem Reisemobil auf den Parkplatz eines Restaurants und verspeisen das vom Lokal angebotene Essen im eigenen Fahrzeug. Im Gasthof werden Mahlzeiten "to go" zubereitet. Eine Servicekraft liefert das Menü an die Wohnmobiltür – oft nicht auf Papptellern, sondern auf Porzellan. Häufig wird das Ganze festlich dekoriert mit Blumen.

Beispiele vom einfachen Gasthof bis zur gehobenen Küche oder Kochschule gab es bald zuhauf im ganzen Bundesgebiet. Die Gastronomen waren besonders froh über die zusätzliche Einnahmequelle in kargen Lockdown-Zeiten, die Campenden über eine kulinarisch-gepflegte Abwechslung im Corona-Alltag. Oft wurde ein Geburtstag oder Hochzeitstag gefeiert – im kleinen Kreis und im eigenen rollenden Hausstand.

Zahlreiche Angebote in Deutschland auf einer Karte

Von Anfang an beim Wohnmobil-Dinner dabei: Ronny Marzin vom Restaurant Landglück im badischen Nesselried © Landglück/Iris Rothe

Derzeit sind die meisten Corona-Regeln in Deutschland aufgehoben. Doch das Interesse der Campenden am Wohnmobil-Dinner hält an, wie die Facebook-Gruppe zum Thema* mit mehreren Tausend Mitgliedern zeigt. Daraus entstanden ist eine Plattform für Wohnmobil-Dinner-Angebote*, auf der weiterhin zahlreiche Angebote von Lokalen zu finden sind – auch auf einer interaktiven Karte.

Von Anfang an dabei ist beispielsweise Ronny Marzin, der in seinem Restaurant Landglück im badischen Nesselried bei Offenburg auch weiterhin Wohnmobil-Dinner anbietet: keinen Pappteller-Imbiss, sondern ein 3-Gänge-Menü "für Leute, die Wert auf gutes Essen legen", sagt der Gastronom. Entstanden sei hier eine Art "Gourmet-Tourismus". Mittlerweile gebe es Stammgäste, die auf ihren Wohnmobil-Reisen regelmäßig Station in seinem Lokal machten und sich in der Regel auch vorab anmeldeten.

Übernachtung nach dem Dinner im Wohnmobil

Die Gruppengründer hatten von Beginn an allen teilnehmenden Gastronomen dringend geraten, mit dem jeweiligen Ordnungsamt vorab die Rahmenbedingungen zu klären. Häufig wollen beispielsweise Campende nach ihrem Menü im Womo nicht weiterfahren, sondern stehen bleiben. Die ADAC Clubjuristinnen und -juristen raten: Wohnmobil-Fahrerinnen und -Fahrer sollten nicht davon ausgehen, dass sie nach dem Dinner an Ort und Stelle übernachten können, sondern müssen sich vorab bei dem Lokal informieren. Ob das Übernachten auf Privatgrund zulässig ist, muss der Anbieter mit den Behörden vor Ort klären.

Zur einmaligen Wiederherstellung der körperlichen Fahrtüchtigkeit dürfe man zwar im öffentlichen Straßenraum im Wohnmobil schlafen, um Gefahr durch Übermüdung zu vermeiden. Dies sei aber nur im Ausnahmefall erlaubt, so die ADAC Clubjuristinnen und -juristen, z.B. nach langen, anstrengenden Fahrten. Von einer Wiederherstellung der Fahrtauglichkeit in diesem Sinne könne aber wohl nicht gesprochen werden, wenn jemand bei Unterbrechung der Reise noch fahrtüchtig war und anschließend zu viel getrunken hat.

Mehr Infos für Camper finden Sie hier sowie auf Pincamp*, dem Campingportal des ADAC.

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